Offener Brief von WGM Zoya Schleining an die Kommission Leistungssport des DSB

Lieber Deutscher Schachbund, liebe Kommission Leistungssport,

Zoya Schleining

mit großem Interesse habe ich den Bericht des Referenten für Leistungssport Herrn Andreas Jagodzinsky gelesen und mich über die Aufhebung der Altersbeschränkung für Kaderspieler sehr gefreut.

Desto mehr wurde ich überrascht, als ich mir die Frauen-Kaderliste angesehen habe: weder Marta Michna noch ich werden in der Liste geführt!

Marta und ich haben zusammen 3 Deutsche Frauen-Einzelmeisterschaften und 2 German Masters der Frauen gespielt und dabei war Marta alle 5 Mal unter den ersten drei. Was mich betrifft, bin ich nur 4 Mal unter den ersten drei gelandet (schlechtestes Ergebnis – Platz 5), habe aber 2015 den Titel der Deutschen Meisterin geholt!

Mit einer Elo-Zahl von 2389 bin ich aktuell Nummer 3 in der deutschen Frauen-Rangliste, trotzdem hat die Kommission Leistungssport des Deutschen Schachbundes mich über die Aufhebung der Altersbeschränkung nicht informiert, so dass ich keinen Kaderaufnahmeantrag stellen konnte.

Und obwohl ich keine Glaskugel habe, muss ich leider davon ausgehen, dass auch andere über 40-jährige Top-10 deutsche Spielerinnen und Spieler das gleiche Schicksal erlitten haben.

Lieber Deutscher Schachbund, liebe Kommission Leistungssport,

ich möchte Euch bitten, allen besten deutschen Spielerinnen und Spielern die gleichen Nominierungschancen einzuräumen, eine neue Nominierung vorzunehmen und die neuen Nominierungskriterien zu veröffentlichen. Nur so kann die deutsche Nationalmannschaft gute Ergebnisse erzielen, was bestimmt auch im Sinne der Neuausrichtung der Deutschen Meisterschaften wäre!

Viele Grüße

Zoya Schleining

Info: Sitzung der Kommission Leistungssportvom 6,12,2017:

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4 thoughts on “Offener Brief von WGM Zoya Schleining an die Kommission Leistungssport des DSB

  1. Was macht den die Geschlechtertrennung beim Schach überhaupt für einen Sinn? Beim Boxen oder Fußball ist das ja ok, aber beim Schach?
    Ohne Geschlechtertrennung wäre auch ein A oder B-Kader für beide Damen, die hier offene Briefe posten, kein Thema mehr.

  2. Ich bin zwar nur ein Hobbyschachspieler, weiss aber, wie es bei anderen Sportarten funktioniert. Zoya Schleining sollte kontaktiert werden und zwar per Brief, Anruf, SMS, Whats ap und wenn’s sein muss per Brieftaube! Dann sollte man sie einladen, 3 x am besten!!!
    Kontaktpflege inklusive. Und nicht andersrum.
    Mfg K.K

  3. Liebe Zoya,
    ich habe schon Marta auf Ihren Schach-Ticker-Beitrag in einem Kommentar mitgeteilt, dass ein solcher Offener Brief nicht der richtige Weg ist, um Probleme zu lösen. Ich jedenfalls würde mich vertrauensvoll einzig an die zuständige DSB-Kommission Leistungssport oder das DSB-Präsidium wenden und darum bitten, mir die Nominierungskriterien zu erklären.

    Wie Du weißt, habe ich im August 2012 mit Dir ein großes Interview zu diesem Thema geführt, weil Du seinerzeit tatsächlich jahrelang einfach „ bewusst übersehen“ wurdest [http://www.chess-international.de/schleining12/ ]. Im Ergebnis gab es eine Aussprache des damaligen DSB-Präsidium mit Dir und Du wurdest fortan für dem Kader der deutschen Frauen-Nationalmannschaft bei Großereignissen wie EM und Schacholympiade berücksichtigt.

    Übrigens hat sich Andreas Jagodzinsky heute auf der DSB-Webseite zu den Kriterien der Kaderaufstellung ausführlich geäußert Link: http://www.schachbund.de/news/stellungnahme-zur-kaderaufstellung.html Also einfach lesen!

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