Alpha Zero statt Alpha Beta

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Schach wie von einem anderen Stern

Von Stefan Löffler – Was die jüngsten Nachrichten aus London für das Schach bedeuten, ist noch kaum zu überblicken. Die Folgen könnten gewaltig sein. Das liegt vor allem an Deep Mind, dem Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz, das gerade die Schachszene aufmischt und an seinem Sitz am Pancras Square vorige Woche das London Chess Classic mit einem Fundraiser und der ersten Runde eröffnete. Das feuert Spekulationen an, dass Google bald richtig ins Schachsponsoring einsteigt.

Demis Hassabis, ein Londoner mit griechischen Eltern, war mit 13 Jahren hinter Judit Polgar weltweit der zweitbeste Spieler seines Alters. Dann gab er das Turnierschach auf und widmete sich rechtzeitig anderen Herausforderungen. Nach seiner Doktorarbeit in Künstlicher Intelligenz wäre ihm eine Universitätskarriere offengestanden. Hassabis gründete stattdessen 2010 ein privates Forschungsinstitut und scharte brilliante Köpfe um sich, um selbstlernende Computer für unterschiedliche Anwendungsgebiete zu entwickeln. Vor drei Jahren hat Alphabet Inc, die Holding hinter Google, Hassabis sein Institut für angeblich 400 Millionen Pfund abgekauft. Seine Leistungsfähigkeit bewies Deep Mind, als ihr Programm Alpha Go im März 2016 den Go-Weltmeister Lee Sedol überzeugend schlug.

Am Dienstag veröffentlichte Deep Mind ein Paper, das einiges über den Haufen wirft, was wir bisher über Schach zu wissen glaubten, und über das weltweit, so auch hier, berichtet wurde. Das von dem Londoner Institut als selbstlernend entwickelte Programm Alpha Zero schlug in einem nichtöffentlichen Wettkampf das dem Computerschachweltmeister Komodo kaum nachstehende Open Source-Programm Stockfish mit einem vernichtenden Ergebnis: Von 100 Partien gewann Alpha Zero 28, remisierte 72 und verlor keine einzige…

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