In der Ausgabe 52/1980 urteilte der Spiegel einst …

 

“Der Amateur und kauzige Einzelkämpfer Robert Hübner ist ein Schach-Profi auf Zeit geworden, der Teamgeist entwickelt und mit neuen Methoden trainiert. Aus den Zügen künftiger Gegenspieler in Hunderten von Partien schließt er auf ihre Charaktere und ihr Verhalten in weiteren Wettkämpfen. Solche Studien brachten ihn ins Kandidaten-Finale, das am 20. Dezember in Meran beginnt…”
Die FIDE wollte es so, nicht nur zur Überraschung beider Spieler sondern auch zum Verdruß von Hübners Gönner und  Förderer Wilfried HIlgert. Der Wettkampf hatte damals zu diesem Termin begonnen, dieser war auf 16 Partien angesetzt, bei 4 Partien pro Woche. Auf Feiertage und Jahreswechsel wurde laut Reglement keine Rücksicht genommen.
Nach drei Partien stand es 1,5 : 1,5 ohne Gewinnpartie. Am Heiligabend dann die vierte Partie. In einer ruhigen englischen Partie nutzte Hübner mit Schwarz eine kleine Ungenauigkeit von Kortschnoj im 9. Zug und erarbeitete sich im weiteren Spielverlauf eine Summe kleiner Vorteile. Nach einem Fehler von Kortschnoj im 24. Zug eroberte Hübner die Qualität. Der Rest ist bekannt und damit Geschichte. Hübner ging in diesem denkwürdigen Finale sehr zur Freude der deutschen Schach-Fans in Führung.
Ich wünsche allen Schachfreunden frohe Weihnachten und besinnliche Feiertage!
Uwe Ritter

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