Jein zur WM in Saudi-Arabien (UPDATES)

Ich hatte diesen Themenkomplex bisher vermieden, aber aus meiner Sicht sind bisherige Beiträge dazu zu einseitig-negativ – das will ich etwas relativieren. Ein Punkt fehlt aus meiner Sicht bisher völlig: ebenfalls berechtigte Interessen von Spielern (und Spielerinnen!), dass dieses Turnier stattfinden konnte mit attraktivem Preisfonds. Offenbar zeigte ausser Saudi-Arabien niemand Interesse – auch nach der Vergabe an Riad sagte meines Wissens niemand “es gab eine Alternative, wir standen auch zur Verfügung”. Wenn dem so wäre, dann könnte man diskutieren, ob ein anderer Austragungsort besser gewesen wäre (auch bei weniger Preisgeld). So allerdings war es “Riad oder nirgendwo” – und dann wäre “nirgendwo”, nur weil einige wenige Spieler Riad prinzipiell ablehnten, aus meiner Sicht falsch. Viele – Weltklasse und nicht ganz Weltklasse – haben mitgespielt!

Fotos ab Turnierseite über Facebook.

Zu den Turnieren gibt es noch einen eigenen Bericht – wohl einen kombinierten zu Schnell- und Blitzschach. Ich bin gerade erst aus dem Weihnachtsurlaub zurück, habe das Geschehen in Riad bisher nur teilweise mitbekommen und werde es noch rekonstruieren. Aktuell bereits die Schnellschach-Ergebnisse: Im offenen Turnier wurde Anand nach Stichkampf gegen Fedoseev Weltmeister, Bronze für Nepomniachtchi. Carlsen hat auch mitgespielt, begann durchwachsen, hatte dann doch Titelchancen aber verlor in der letzten Runde mit Weiss gegen Grischuk – damit nur Platz 4-9 mit u.a. Bu Xiangzhi (auch er besiegte Carlsen mit Schwarz) und Grischuk. Andere Favoriten landeten weiter hinten, dazu komme ich noch.

Bei den Damen Gold für Ju Wenjun (Start-Ziel-Sieg), Silber für Lei Tingjie, Bronze nicht etwa für noch eine Chinesin sondern für Elisabeth Paehtz – die viel besser spielte als zuvor in China. Auch hier Details später.

Von der kommerziellen Konkurrenz war chess.com besonders kritisch – sie sind generell anti-FIDE und hatten Kasparov im Wahlkampf massiv unterstützt. Dass ausgerechnet sie ein interessantes “Detail” erwähnten, dazu später mehr. Für Chessbase schrieb Macauley Peterson auch einen ziemlich negativen Artikel “FIDE’s Riyadh Gambit”. Chess24 war deutlich nuancierter, deren Einschätzung teile ich generell. Daneben hatte Emil Sutovsky eine ganze Serie Facebook-Beiträge – ich hatte schon gelegentlich betont: er ist meinungsstark und das ist gut so, hier kann ich es allerdings nur sehr bedingt nachvollziehen.

Der kritischste Punkt vorneweg: Israelis bekamen nach langem Hin und Her keine Einreisevisa – das ist uneingeschränkt zu verurteilen, FIDE tat es (diplomatisch formuliert) auch! Dazu später mehr, die anderen Kritikpunkte sind aus meiner Sicht weniger eindeutig. Als da wäre: 1) Menschenrechte insgesamt, 2) Frauenrechte, 3) Sicherheitslage (Terroranschläge) – auch das wurde erwähnt. Zu Punkt 1): Andere Länder sind diesbezüglich auch nicht perfekt – Aserbaidschan, Russland, Türkei (Amateure boykottierten teilweise den Europacup in Antalya), je nach Sichtweise auch z.B. USA und Israel. Saudi-Arabien belobt da Besserung – schon die Tatsache, dass sie Interesse an diesem Turnier hatten, deutet auf eine Öffnung hin – was allerdings nicht von heute auf morgen geht.

Zu Punkt 2): Im Turniersaal galt für Frauen keine Kopftuch- oder gar Schleierpflicht – chess24 schreibt “laut Spielerinnen auch ausserhalb nicht unbedingt erforderlich”. Quellen nennen sie nicht – wer näheres weiss darf das gerne kommentieren. Offenbar war es eine Art “Oase” im Land, vielleicht vergleichbar mit KAUST (King Abdullah University of Science and Technology). Ich hatte mal erwogen, mich da zu bewerben – sei es nur spasseshalber, aber dann gab es keine passenden Stellen. Wie dem auch sei – auf diesem Campus laut Homepage offenbar auch keine Schleier- oder Kopftuchpflicht für Frauen.

Im Turniersaal offensichtlich auch nicht!

Diese Dame (Name bei der Redaktion nicht bekannt) erschien mit Kopftuch, das ist ihr gutes Recht.

Zu Punkt 3): Wenn jedes Land, das mal Terroranschläge hatte, nicht mehr in Frage käme, blieben wenige übrig … .

Bleibt das Einreiseverbot für Spieler aus Israel (anfangs auch Katar und Iran). Im Vorfeld gab es verwirrende Signale. Eine israelische Nachrichtenseite (ausgestattet mit schachlichem Halbwissen?) schrieb, dass u.a. der Weltranglistenzweite [sic] Boris Gelfand und ACP-Präsident Emil Sotobovsky [sic] Visa beantragten – Emil Sutovsky (so heisst er) hat das dann für sich selbst und Gelfand dementiert, es sei ein Missverständnis zwischen israelischem Schachverband und Medien, sie wollten ohnehin nicht mitspielen. Andere haben offenbar tatsächlich Visa beantragt, unterstützt vom israelischen Schachverband. Ob sie wirklich teilnehmen wollten oder nur den definitiven Beweis suchten, dass Anträge abgelehnt bzw. ignoriert werden, ist “unklar”. Chess24 verlinkt einen Artikel der Times of Israel mit u.a. “Aber die Saudis sagten letztendlich nein zu ihrer Teilnahme – nach arabischem Zorn über die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.” Das kam dann kurzfristig hinzu!?

Ein von Franz Jittenmeier im Kommentar erwähntes späteres Facebook-Statement von Sutovsky will ich zumindest hinterfragen. Sutovsky suggeriert, dass alle Spieler die auf das Turnier verzichteten, still protestierten – öffentlich äusserten sich nur Nakamura und Anna Muzychuk (auch im Namen ihrer Schwester Mariya) sowie die relativ unbekannte Carolina Lujan. Nun ja, Caruana und So fehlten auch bei anderen WMs im Schnell- und Blitzschach, z.B. in Berlin. Beide hatten zwar durchaus Erfolge mit verkürzter Bedenkzeit, aber jedenfalls So sagte “ich mache das nur wenn es sein muss” (Chess Tour, Blitzturniere vor Superturnieren, Showveranstaltungen in Saint Louis). Grzegorz Gajewski schrieb auf Sutovskys Facebook-Seite “Zu anderen kann ich mich nicht äussern, aber ich weiss dass ein polnischer Topspieler, Radek Wojtaszek, an einer sehr wichtigen Veranstaltung teilnimmt – Weihnachten. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass er an Silvester teilnehmen wird, trotz miserablem Preisgeld. Nicht so sicher bin ich mir dagegen, ob Politik eine Rolle spielt.” Das gilt vielleicht auch für die Familienväter (mit noch jungen Kindern) Kramnik und Giri.

“Veranstaltung mit den besten finanziellen Bedingungen in der Geschichte des Schachspiels” ist durchaus relativ: Ja, es gab viel Geld für die vordersten Plätze, aber das wurde schnell weniger. Sechsstellig für Gold und Silber, für Platz 5 noch 40.000$ (das bekamen die Verlierer in Saint Louis einfach so, Topalov akzeptierte dafür auch eine absehbare Tracht schachliche Prügel von Nakamura), z.B. für Platz 10 noch 15.000$ – bei anderen Turnieren wohl unteres Limit betrifft Startgeld, und in diesem Turnier wurden nur Reise- und Aufenthaltskosten erstattet. Bei einem auch in der Breite stark besetzten Turnier bekommen auch Weltklassespieler eventuell wenig bis nichts – im Schnellturnier bekamen u.a. Mamedyarov, Aronian und Karjakin am Ende etwa 1500$, Vachier-Lagrave und Ivanchuk bekamen 0$.

“Mehr als die Hälfte der besten russischen Spieler (fehlten)” – bis auf Kramnik waren alle dabei, die eventuell Medaillenchancen hatten (Nepomniachtchi, Grischuk, Svidler, Karjakin). Aufstrebende Jungstars (Fedoseev, Artemiev) waren auch dabei, Dubov (letztes Mal Bronze) verzichtete – er schrieb mir ja “ich habe in letzter Zeit sehr viel gespielt, ich bin müde”. Matlakov will sich vielleicht intensiv auf Wijk aan Zee vorbereiten – schliesslich sein erstes und womöglich einziges Superturnier, schuld daran ist die Association of Chess Professionals. Spieler wie Jakovenko, Vitiugov und Tomashevsky überlegen sich, ob sich das Turnier für sie finanziell lohnen könnte. “beste finanzielle Bedingungen” stimmte ‘oben’ auch für Millionaire Chess, auch das wurde von fast allen Weltklassespielern “boykottiert” … .

Noch zum bereits erwähnten “Detail” auf chess.com: Vermittler zwischen FIDE und Saudi-Arabien war offenbar …. Malcom Pein, treibende Kraft hinter London Classic als Teil der Chess Tour (und schon davor) – auch er wurde in Riad fotografiert:

Er (hier mit dem späteren Weltmeister Vishy Anand, Luke McShane und Geoffrey Borg) wird dafür nicht kritisiert, nur FIDE wird verurteilt … . Der erste Spieler, der für Riad zusagte, war … Nigel Short. Mehr anti-FIDE geht nicht, bis auf Topalov (der ist kein guter Schnell- und Blitzschachspieler und spielt inzwischen nur noch Turniere, die sich garantiert finanziell für ihn lohnen).

Noch ein Exkurs: Offenbar planen ACP und israelischer Schachverband noch ein “alternatives Turnier” für Spieler, die in Riad nicht willkommen waren oder auf das Turnier verzichteten – Emil Sutovsky hat dazu auf Facebook auch um ‘crowd funding’ gebeten. Zum damaligen Zeitpunkt war auch fraglich, ob Spieler aus Katar und Iran Visa bekommen würden – ob die Interesse an so einer Veranstaltung hätten – vielleicht nicht in Israel, aber von Israelis organisiert??

Gab es vergleichbares eigentlich schon einmal? Ja, 1976 die sogenannte “Against Chess Olympiad” in Tripoli, parallel zur vom Ostblock boykottierten Olympiade in Haifa … . Olimpbase schreibt dazu unter anderem: “Die ‘Olympiade’ in Tripoli interessierte 38 Teams (allerdings keine Kommunisten, wobei es Gerüchte gab, dass die Sowjetunion vielleicht mitspielen würde), darunter einige FIDE-Mitglieder wie Portugal, Italien (ein Schachclub aus Palermo), Malta, Türkei und Philippinen. Nur die Philippinen, Italien und Uruguay spielten in Haifa und Tripoli. Im Team aus Uruguay spielten politische Dissidenten, zufällig starke Schachspieler, die so vor der Militärdiktatur flüchteten.” Zufällig hatte ich heute (29.12.) ein “Interview” mit dem damaligen Brett 4 und kann auch ein eigenes Foto recyclen:

Dieser Herr mit Mütze ist Hebert Perez Garcia – Foto stammt aus Wijk aan Zee, dieses Jahr war er mit seinem Ergebnis in seiner Amateurgruppe nicht zufrieden – heute spielte er ein Schnellturnier in meinem Verein. Er meinte “Ja, ich war in Tripoli dabei. Wir rechneten damit, dass auch Ostblockländer mitspielen, das war dann nicht der Fall. (Grinsend) wir durften alle im Präsidentenpalast die Hand von Kolonel Gaddafi schütteln.” Wie kontroversiell Gaddafi zu diesem Zeitpunkt war kann ich nicht rekonstruieren – irgendwann im letzten Jahrtausend war mein Vater als Mitglied einer offiziellen (west-)deutschen Delegation in Libyen um Möglichkeiten für Zusammenarbeit auszuloten, daraus wurde dann nichts (Lockerbie war 1988). Perez Garcia kehrte zurück nach Südamerika – nicht Uruguay sondern Argentinien, er war offenbar Doppelstaatler. Dann bekam er Signale, dass Inhaftierung und Folter drohte, flüchtete und bekam politisches Asyl in den Niederlanden. “Ich wollte doch nur Schach spielen und kein politisches Signal setzen …. .” Das kann man durchaus so oder so sehen oder als naiv bezeichnen – wobei er als regimekritischer Journalist wohl ohnehin früher oder später “Ärger” bekommen hätte.

Und auch das noch: Anna Muzychuks Chancen auf wiederum Doppelgold waren aus meiner Sicht vielleicht 10% – nun kann sie, da Beweis des Gegenteils unmöglich, sich weiterhin als Weltmeisterin bezeichnen …. .

TurnierseiteRundenberichteResultate und Tabellenstand BlitzResultate und TabellenstandVideos Tag 1Videos Tag 2Videos Tag 3Videos Blitz Tag 1

 

 

 

Print Friendly, PDF & Email

5 thoughts on “Jein zur WM in Saudi-Arabien (UPDATES)

  1. And now for something completely different.
    Pia pflügt ja am ersten Tag wie das sprichwörliche heisse Buttermesser durch das Blitzer feld.
    Sehr beeindruckend.

  2. @acepoint: In einem einigermassen “übersichtlichen” und relativ schnell geschriebenen Artikel kann man nicht alles beleuchten, als Klarstellung: Ich habe Verständnis für alle, die auf diese WM verzichteten – aus politischen oder anderen persönlichen Gründen. “Ich will Weihnachten zu Hause (oder anderswo) feiern” ist auch ein legitimer Grund, sollte dann allerdings nicht von anderen (konkret Sutovsky) als politisches Protest-Signal verkauft werden. Ebenso habe ich dabei Verständnis für alle, die teilnehmen.
    Wenig bis kein Verständnis habe ich für Muzychuks Melodramatik: im ersten Statement vom 11. November “To risk your life” – das ist nun wirklich übertrieben!? Wenige Tage vor dem Turnier – da war bereits klar, welcher für saudische Verhältnisse extrem liberaler dress code gilt – nochmals “not to wear abaya” sowie “man klaut mir meine WM-Titel”. Inzwischen ist selbst unklar, ob sich Frauen vorübergehend (Weg vom Turniersaal ins Hotel) verschleiern mussten – und das könnte man dann eventuell schon als “etwas unangenehm”, nicht mehr und nicht weniger, bezeichnen. Karjakin ist kein englischer Muttersprachler, man kann seine Aussage auch interpretieren als “offenes Turnier völlig unproblematisch, Damenturnier etwas problematisch”. Dabei geht es ja um insgesamt fünf Tage vor Ort.
    Den Ausschluss israelischer Spieler habe ich ja verurteilt. Da ist allenfalls die Frage (Antwort hat niemand) ob man, wie beim dress code, mit stiller Diplomatie mehr erreichen konnte als mit öffentlichen Vorverurteilungen und Drohungen – von israelischer Seite kam offenbar der “Vorschlag”, Saudi-Arabien die WM zu entziehen wobei FIDE das Preisgeld behalten darf …. . Ebenso eventuell, ob Donald Trumps “Aktionismus” (den man FIDE nicht vorwerfen kann) eine Rolle spielte.
    “Grenze des Vertretbaren” ist schwer zu definieren. Wenn z.B. Russen keine Visa erhalten hätten, wären die Turniere natürlich entwertet – dann würde ich Anand nicht als Weltmeister bezeichnen, aber immer noch als Sieger eines stark besetzten Turniers. Ebenso ‘relativiere’ ich seine ganzen “Grenke Leasing WM-Titel” in Mainz – in Turnieren mit vier Teilnehmern, wobei sich nur einer als Sieger des Opens im Jahr zuvor qualifizierte.

  3. Weil ja hier die Kommentare des entsprechenden Facebook-Postings veröffentlicht wurden, möchte ich meine Antwort auf Gerry Hertnecks Kommentar auch hier veröffentlichen:

    »völlig unnötig« <— mir gehen Feministinnen oft tierisch auf den Sack, aber manchmal (und auch jetzt) denke ich, sie haben schon recht mit dem ein oder anderen Hinweis auf die fehlende Gleichstellung. Nicht, weil ein wahhabitisch geprägter Staat Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelt, sondern weil scheinbar aufgeklärte Menschen mit westlicher Kulturprägung so etwas als (unnötigen) Nebenaspekt bezeichnen. Oder, um es mit den Worten von Sergej Karjakin zu formulieren:

    "For me it's not a big problem because I'm a man and I can go anywhere and I don't have big problems, but for women of course it's a bit unpleasant,"

    A bit unpleasant ist für mich eine Raumtemperatur von 19° Celsius oder ein Stau auf der A1.

    Das gleiche (das bedenkliche Herunterspielen) gilt für für den systematischen Ausschluß der israelischen Spieler.

  4. Kommentare auf Facebook:

    Dieter Migl

    Ich glaube man sollte das ganze Problem pragmatisch sehen.
    Immerhin gab es eine Menge Geld und gute Spielbedingungen.
    Die Unterbringung war gut und wohl für die meisten auch kostenfrei.
    Elisabeth Pähtz hat das wohl (nicht zum ersten Mal) auch so gesehen.
    Es hat sich für Sie gelohnt. 3. Platz, toll gespielt und einen dicken Check mit nach Hause genommen!

    Wolfgang Hartmann

    mir fällt bei der ganzen Diskussion die alte Egon – Bahr – Regel: “Wandel durch Annäherung” (betr. Politik der Bundesregierung gegenüber der DDR) ein. Veränderungen in Saudi Arabien erlangt man nur mit vielen kleinen Schritten. Die Blitz- und Schnell-Schach WM ist sicher ein kleiner Schritt in diese Richtung.

    Mario Meinel

    Jetzt sollte man das Positive vermarkten ! Elisabeth Pähtz wurde sensationell Dritte bei der Schnellschach-Weltmeisterschaft! Und Wir diskutieren immer noch wegen dem Spielort 😀 Schach soll populär werden in Deutschland, dann müssen solche Erfolge positiv verkauft werden. 😉

    Gerry Hertneck

    Meine Gratulation an Thomas Richter zu diesem ausgezeichneten Artikel. Er hat die Verhältnisse wieder zurecht gerückt. Die (Leit-)Presse hat hier leider sehr einseitig informiert, indem der Nebenaspekt “Teilnahme Israel” und “Schleier” und “Frauenrechte” völlig unnötig in den Vordergrund gerückt wurde. Wichtig ist dagegen genau das, was auch in den vorhergehenden Kommentaren angemerkt wurde. Und würden wir uns nicht alle freuen, wenn es auch künftig in Riad so hochklassige Turniere gäbe?

    Michael Prusikin

    Nein!

    Ace von Point

    Würdet Ihr auch so argumentieren, käme eine unumstrittene No 1 und Weltmeister aus Israel und dürfte nicht mitspielen? Ab welcher (geringen) Anzahl und Spielstärke werden Ausschlüsse irrelevant? Wo zieht man da die Grenze des »Vertretbarens«?
    Verwalten

    Dieter Migl

    Ausschlüsse sind ärgerlich aber wohl nicht zu vermeiden. Manche Nationalitäten dürfen nicht mehr in die USA einreisen. Wäre der Austragungsort Israel, müssten Iraner mit Ausschluss rechnen.

    Ace von Point

    Ja, möglich. Aber macht es das besser? Oder relativiert es den definitiven Ausschluss Israels oder die Last-Minute-Entscheidungen bezüglich Iran u. Katar?

    Dieter Migl

    Nein es macht es nicht besser. Es ist wohl normal.
    Glaube nicht, dass Boykotte irgendwas daran ändern.

    Ace von Point

    Boykotte und andere Formen von Protest ändern *immer* etwas. Sonst würden sich jetzt z.B. nicht einige über die »einseitige« Berichterstattung aufregen.

    Kai Kluss

    Eine “Weltmeisterschaft” an der nicht jede Nation vertreten sein darf, ist keine Weltmeisterschaft – so einfach ist das.

    Dieter Migl

    Das sehe ich nicht so. V. Anand ist einer der untadeligsten Sportsmänner, die ich kenne. Wir sollten Ihn fragen, wie er es sieht!

  5. Ich kann einige Aspekte dieses Artikels gut nachvollziehen. Die wahrscheinlich so nicht vorhersagbare Masse an Artikeln, die in dieser Eindeutigkeit durch die Medien ging, ist allerdings normal und bei vielen Nachrichten zu beobachten, weil Medien oft einfach nur auf einer sich aufbauenden Welle mitreiten (wollen). Allerdings fehlt mir hier neben dem Respekt vor einer grundsätzlichen, persönlichen *politischen* Entscheidung Anna Muzychuks und Hikaru Nakamuras ein weiterer Punkt:

    Würdest Du und andere auch so argumentieren, käme eine unumstrittene No 1 und Weltmeister aus Israel und dürfte nicht mitspielen? Ab welcher (geringen) Anzahl und Spielstärke werden Ausschlüsse irrelevant oder fallen unter »Kollateralschäden? Wo zieht man da die Grenze des »Vertretbarens«?

Kommentare sind geschlossen.