Hastings Premier

In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts existierte in Hastings ein großes Interesse am Schachspiel. Am 15. Juni 1882 fand  man in einer lokalen Zeitung eine Anzeige, dass am 28. Juni 1882 im Albert Temperance Hotel ein Schachkongress stattfinden wird. Anfangs wurden kleine regionale Turniere ausgerichtet, später kamen Lesungen  dazu, zu denen man auch Meisterspieler einlud.

Im Sommer 1895 wurde erstmalig ein Meisterturnier als Rundenturnier mit 22 Spielern ausgetragen. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem der zweite Schachweltmeister Dr. Emanuel Lasker, sein Vorgänger Wilhelm Steinitz sowie Dr. Siegbert Tarrasch. Alle Drei galten als Favoriten auf den Turniersieg. Jedoch es gewann der erst 22-jährige Amerikaner Nelson Pillsbury vor Tschigorin und den eben genannten, die die Plätze 3 bis 5 belegten.

Nach dem 2. Sommer-Meisterturnier 1919, welches der Kubaner Capablanca gewann, hielt man ab Weihnachten 1920 auch Weihnachtskongresse ab, die ein jährliches Rundenturnier beinhalteten. Die erste Veranstaltung dieser Art wurde vom Engländer Frederick Yates gewonnen (1920/1921). Die jährliche Durchführung wurde bis 2003/2004 beibehalten. In den Kriegsjahren verzichtete man aus gutem Grunde auf die Durchführung dieser Veranstaltung (1940/1941 – 1944/1945), die auch als “Hastings Premier” bekannt wurde.

Nahezu alle Schachweltmeister gaben sich hier die Ehre. In den Siegerlisten finden sich nicht nur Namen wie Michael Botwinnik oder Alexander Euwe. Neben Wolfgang Unzicker, welcher das Turnier zum Jahreswechsel 1950/1951 gewann, konnte sich auch der Dresdner Wolfgang Uhlmann dreimal in die Siegerliste eintragen. War es 1958/1959 noch ein Allein-Sieg, so musste er sich 1965/1966 den ersten Platz mit dem damaligen WM-Kandidaten Boris Spasskij teilen. Gleiches Kunststück gelang ihm noch einmal 1975/1976, zusammen mit den Schach-Legenden David Bronstein und Vlastimil Hort.

Am 30.Dezember 1958, also genau vor 59 Jahren traf er in der 2. Runde mit den weissen Steinen auf Peter Hugh Clarke. Nach einem Remis in der ersten Runde gewann Uhlmann die zweite Partie in einer nimzoindischen Auseinandersetzung und startete damit eine Siegesserie, mit der er am Ende mit 8 von 9 möglichen Punkten, vor dem Ungarn Lajos Portisch, gewann. Allein die Gewinnführung ab dem 60.Zug darf in keinem Endspielwerk fehlen.

Ich wünsche allen Schachspielern einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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