Aronian auf Umwegen Gibraltar-Sieger

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“Umwege” bezieht sich nicht darauf, dass er nach 13 Jahren endlich mal wieder in Gibraltar gewann (2005 geteilt, damals gab es offenbar noch keine Stichkämpfe um den Turniersieg). Seither spielte er meistens in Wijk aan Zee, kurz nach seinem ersten Erfolg in Gibraltar hat er sich (fast) permanent in der top10 etabliert.

Nein, es bezieht sich auf dieses Turnier: An eins gesetzt, spielte er nur in der ersten und zehnten von zehn regulären Runden am Spitzenbrett. In dieser zehnten Runde konnte er sich bereits den alleinigen Turniersieg sichern, dann aber eine Gewinnstellung (so sah es auch sein Gegner, ein gewisser Hikaru Nakamura) doch nicht gewinnen. Also mussten er und andere nachsitzen – Stichkämpfe, langer Tag (über acht Stunden) für Spieler, Livekommentatoren und Zuschauer vor Ort oder auch im Internet. Beinahe hätte er diesen Stichkampf verpasst (nicht weil er zwischendurch im Hotel einschlief und nicht rechtzeitig aufwachte, nein weil vier andere mitspielen durften). Dann war der Halbfinal-Sieg gegen Rapport nicht so souverän, wie das Ergebnis andeutet, und das Finale gegen Vachier-Lagrave ging über vier Partien (Minimum zwei, Maximum fünf).

Zu anderen zunächst nur soviel: Anfangs sah es danach aus, als ob Nakamura schon wieder in Gibraltar gewinnt, eventuell gar ohne Stichkampf. Vachier-Lagrave konnte sich für Gibraltar 2016 revanchieren, aber dann nicht für Tiflis 2017. Eventuell konnte der “Schweizer” Daniil Dubov (Schweizer Gambit im Turnier nach überraschender Niederlage in Runde eins) alle Favoriten ärgern und einfach so alleiniger Turniersieger werden.

Beim Endstand zunächst nur die ersten sieben mit 7.5/10: Nakamura, Rapport, Vachier-Lagrave, Aronian, Vitiugov, Adams, Le Quang Liem. So waren sie nach TPR sortiert (Vitiugov und Adams genau gleichauf), die ersten vier durften dann um den Turniersieg stechen mit diesen Ergebnissen: Halbfinale Aronian-Rapport 2-0, MVL-Nakamura 2.5-1.5, Finale Aronian-MVL 2.5-1.5. Von 18 Spielern mit 7/10 nenne ich nur ein paar: Wertungsbester Howell – nach TPR besser als fast alle mit 7.5/10 – bekannteste Namen vielleicht Gelfand, Sutovsky und Dubov, der noch titellose Spanier Lance Henderson de la Fuente und mit schlechtester TPR von allen Falko Bindrich als bester Deutscher. Deutsche Teilnehmer werden im weiteren Bericht kaum bzw. eher zufällig mal erwähnt, pauschal kann ich sagen: von den Titelträgern etwa die Hälfte im Rahmen der Eloerwartung, die andere Hälfte darunter, niemand klar darüber bzw. eine Ausnahme bestätigt die Regel (das kommt später).

6.5/10 haben die, die es erzielten, wohl unterschiedlich bewertet: sehr zufrieden (O-Ton “überwältigt”) Pia Cramling, die sich damit auch den ersten Damenpreis sicherte, nicht zufrieden die Mitfavoriten Navara, Ivanchuk und Harikrishna, einigermassen zufrieden die Deutschen Svane und Kollars (das sind nun 6 von 24). Noch einige mit 6/10: Wertungsbeste Nino Batsiashvili, die sich so ihre dritte GM-Norm ohne Sonderregeln sicherte und den Titel nun wohl demnächst bekommt. Valentin Dragnev scheiterte nach meinen Berechnungen knapp an der GM-Norm – vier weitere (u.a. Henderson de la Fuente) schafften es, wobei der Russe FM Esipenko keine GM-Norm mehr braucht (Titel beantragt). Aus Deutschland Buhmann, Donchenko, Elisabeth Paehtz und Lev Yankelevich.

Und nun hinein ins Geschehen, ein bisschen “Runde für Runde” wobei ich mich bei zehn in einem Bericht und dann noch Stichkämpfe kurz fasse. Fotos ab  Turnierseite auf Flickr – vor allem Sophie Triay, ergänzend von John Saunders, jeweils steht es ja auf dem Foto. Das Titelfoto stammt von John Saunders und zeigt Levon Aronian im Stichkampf-Outfit.

Der Bericht hat mal wieder Überlänge, 10 Runden in einem Artikel plus Stichkämpfe ist (zu) viel! Leser können selbst entscheiden, ob sie ihn eher überfliegen und Fotos betrachten – turnierrelevant natürlich vor allem die letzten Runden und die Stichkämpfe.

Zu Runde 1 erwähne ich nur drei Partien, zwei mit unerwarteten und eine mit erwartetem Ergebnis:

IM Gara – GM Aronian 1/2! – wobei die Dame später alleine spielen musste. Aronian spielte Pirc, das oder auch “modern” (Unterschied ist ob bzw. wann ein schwarzer Springer auf f6 landet) macht man, wenn man mit Schwarz auf Gewinn spielen will – nicht immer funktioniert es dann. Hier stand Aronian später gar schlecht – wie schlecht, ob gar verloren ist (mir) unklar. Aber auch so musste er das Spitzenbrett lange anderen überlassen. Insgesamt war es ein guter erster Tag für ungarische Damen: Anitas Schwester WGM Ticia Gara remisierte gegen Nigel Short, und WGM Petra Papp gegen Ivan Saric. Nur IM Lazarne Vajda machte da nicht mit und verlor gegen JK Duda. Sie hatte ja zuvor schon ein Erfolgserlebnis – Remis in Gibraltar gegen Vishy Anand der damals auch im weiteren Turnierverlauf schwächelte. Short und Saric haben sich diesmal auch eher nicht vom Erstrundenschock erholt, Aronian durchaus.

Brett 4 Navara-Paehtz 1-0 zeige ich, weil der Schwarzspieler Deutscher ist – beide sind GMs, aber der Weisspieler ist knapp 400 Elopunkte besser. Zur Partie nur soviel: in einer Königsindisch/Benoni-Struktur konnte Weiss den Standardplan Springer nach c4 umsetzen, und kurz danach (24 Züge wurden gespielt) gab Schwarz auf – wohl da der Springer über a5 auf c6 landet und da äusserst unangenehm ist. Auch wenn er auch da nicht bleibt, sondern dann einen schwarzen Turm verspeist.

Eingangs bereits angedeutet: IM Quillan – GM Dubov 1-0! Auch hier spielte Schwarz Pirc bzw. modern bzw. dann, wenn ich richtig informiert bin, Hippopotamus (Springer auf d7 und e7). Später bekam er eine kräftige Tracht schachliche Prügel verpasst. Dubov sah es in einem späteren Interview recht locker: “Er hat sehr gut gespielt. Mich stören nur die neun verlorenen Elopunkte – wenn ich z.B. gegen Topalov so verliere ist es kein Problem.” Generell sagte Dubov, dass Schönheit im Schach für ihn wichtig ist – mehrfach sass er später an der “richtigen” Seite des Bretts. In Runde 10 dann wieder an der falschen Seite, generell spielte er in Gibraltar acht bis achteinhalb erfolgreiche Runden (wobei, betrifft letzte Runde, “Stand bei Halbzeit” im Schach genauso wenig bringt wie z.B. im Fussball). Quillan (Elo 2340) ärgerte danach noch einen bekannten IM, und das reichte offenbar: danach zwei Niederlagen gegen GMs, Sieg gegen einen nominell unterlegenen englischen Landsmann und dann hat er das Turnier verlassen – zwei halbe Punkte bekam er noch für “byes” in Runde 6 und 7.

Zu Runde 1 zeige ich noch den Turniersaal.

Runde 2 – Favoriten an den vorderen Brettern mit unterschiedlichen Erfahrungen:

GM Blomqvist – GM Vachier-Lagrave 1/2 – der Franzose konnte mit Schwarz nichts erreichen und wurde ebenfalls vom Spitzenbrett vertrieben.

GM Nakamura – GM Gunina 1-0 war ein hartes Stück Arbeit für den Favoriten – hundertfünfunddreissig Züge. Am Ende war zwei Türme und Bauer gegen Dame Tablebase-remis, aber das konnte die Dame mit der Dame am Brett nicht beweisen.

GM Debashis – GM Navara 1-0! Anfangs stand der Favorit mit Schwarz durchaus gut, aber dann wollte er vielleicht zu schnell oder zu schön gewinnen und veropferte sich. Diverse ungewöhnliche Materialverteilungen folgten und hatten eines gemeinsam: sie bevorzugten Weiss, 250 Elopunkte zugunsten von Schwarz (jedenfalls vor dem Turnier, nun sind es noch etwa 200) waren dafür keine Kompensation. Das Debashis hätte ich eingangs auch erwähnen können: im weiteren Turnierverlauf bekam er knapp 100 bis etwa 150 Elopunkte bessere Gegner, remisierte sechsmal und gewann die letzten beiden Partien gegen Iturrizaga und Sandipan. Ungeschlagene 7/9 bedeutete nach Wertung Platz 10 für den an 81 gesetzten Inder.

Einige weitere Partien vor allem fotografisch:

WGM Goryachkina – GM Ivanchuk 1/2 – auch da konnte der Favorit mit Schwarz nichts reissen, und es sollte noch schlimmer kommen für Chucky.

IM Paehtz (aktuell höhere Elo als der grossmeisterliche Vater) verlor dagegen gegen GM Gledura.

GM Harikrishna – IM Gara wurde dagegen remis. Dahinter verlor die Spanierin WIM Garcia Martin gegen Le Quang Liem – die beiden GMs nebeneinander bzw. schräg gegenüber, da der Vietnamese in Runde eins ebenfalls nur Remis spielte gegen den jungen Inder (*2004) FM Prithu.

Manchmal trafen Damen auch aufeinander – beschwert hat sich meines Wissens niemand, Hou Yifan spielte ja in Wijk aan Zee. Salome Melia verlor gegen Mariya Muzychuk – keine Überraschung, zu einer Überraschung zwei Bretter weiter siehe Runde 3.

Jovanka Houska hatte beim Kommentar dagegen ständig einen Mann an ihrer Seite – nicht ihren Ehemann, dennoch harmonierte sie mit Simon “Ginger” Williams.

Runde 3: Immer noch keine echten Spitzenduelle, also beginne ich mal mit Brett 18:

GM Aronian – WGM Hoolt 1-0 war keine Überraschung, eher dass diese Paarung zustande kam. Sarah Hoolt begann mit 2/2 (Pflichtsieg gegen Elo 1862 und überraschender Sieg gegen GM Epishin) und wurde dann heruntergelost. Dann bekommt die nach Elo schlechteste mit 2/2 den nach Elo besten mit 1.5/2. Da sie auf dem Foto ihr Gesicht hinter den langen Haaren versteckt, zeige ich sie noch dreimal individuell:

Das dritte Foto zeigt auch einen/den relevanten Teil der Schlusstellung. Aronian machte Druck am Königsflügel, Sarah Hoolt konnte nicht standhalten – Engines sagen nach statt 33.-Kh8 33.-h6! (und nur dann) 0.00. Die Schwächung -f5 war von Schwarz übrigens freiwillig – Hoolt spielte Holländisch. Ihre Mutter ist Niederländerin, Organisatoren des Limburg Opens überraschte sie mit fliessendem Niederländisch – die hatten wohl nicht diesen Wikipedia-Artikel gelesen (oder das gleich zu Beginn wurde später ergänzt). Hoolt spielte im weiteren Turnierverlauf, wie oft im Schweizer System, Fahrstuhlschach: abwechselnd Niederlagen gegen weitere Grossmeister und Siege gegen Elo 2068-2260 – Ausnahme ein halber Punkt (bye) in Runde 6. Auf dem Foto zuvor: der zweite “Brocken” nacheinander war zuviel für Goryachkina – sie verlor gegen Vachier-Lagrave.

Zwei bekannte Namen – einer mit mehr Zukunft als Vergangenheit, beim anderen wohl umgekehrt – trafen an Brett 23 aufeinander:

Körperlich ist Praggnanandhaa Nigel Short noch nicht gewachsen, schachlich wurde es unentschieden.

Der Weisspieler stand dann auf, um remis zu vereinbaren. Dieses Remis war für Praggnanandhaa ein Erfolgserlebnis, das zuvor gegen IM Quillan eher nicht und zwei danach gegen wieder nominell unterlegene Gegner auch nicht. In Runde 8 zerstörte dann ausgerechnet Landsmann Sethuraman Hoffnungen auf eine GM-Norm; Karjakin bleibt nun wohl jüngster GM aller Zeiten.

Weitere Partien als Galerie:

Die Damen erzielten auf diesen Fotos insgesamt 50%: der dritte 2700er nacheinander war doch zu viel für Anita Gara, Nino Batsiashvili besiegte dagegen Grigoriy Oparin während Kosteniuk gegen FM de Francesco remis spielte. Wer ist Klaus de Francesco? Er spielt Zweite Bundesliga Ost für SK Weilheim, und er war in diesem Turnier der relativ (im Vergleich zur eigenen Elozahl) erfolgreichste Deutsche – später noch 1.5/3 gegen IMs und noch ein Remis gegen GM Anton Guijarro (der, milde ausgedrückt, diesmal nicht an seine Gibraltar-Ergebnisse 2016 und 2017 anknüpfen konnte). Dragnev-Esipenko wurde remis.

Nach dieser Runde lagen sieben Spieler(innen) punktgleich vorne – wie auch nach Runde 10, aber nur ein Name ist identisch. Diese sieben waren Nakamura, Duda, Howell, Grandelius, Gledura, Antipov und am überraschendsten Batsiashvili.

Runde 4: Nakamura-Grandelius 1-0 war der erste ernsthafte Test für den Titelverteidiger (wobei die Konkurrenz weitgehend schon zuvor Federn liess). In einem Najdorf-Sizilianer dachte Schwarz mehrfach lange nach: erstmals nach 14.Lf2 denn das war neu (prominenteste Vorgänger bis dahin Caruana-Topalov und Ponomariov-Grischuk), zwei Züge später nochmals und ein drittes Mal nach 21.Da1! – nur so konnte Weiss den Laden um seinen lang rochierten König vorteilhaft zusammenhalten. Die Dame kam von g7, wo sie zuvor einen Bauern geschlagen und die kurze schwarze Rochade verhindert hatte. Grandelius spuckte Material – zwei Leichtfiguren für einen Turm – und hoffte wohl, dass Weiss seinen noch schlafenden Königsflügel (Th1 und Lf1) nicht entwickeln-entknoten kann. Er bekam zwar zwei Türme auf der ersten gegnerischen Reihe, aber das weisse Läuferpaar dominierte diese so, dass Schwarz noch eine Qualität verlor – und nun hatte er genug gesehen.

Da vier andere Remis spielten (Duda-Gledura und Antipov-Howell) und eine verlor, lag Nakamura nun mit 4/4 alleine vorne.

Batsiashvili erlitt dasselbe Schicksal wie tags zuvor Sarah Hoolt – sie wurde heruntergelost und bekam einen Brocken. Nicht Aronian – der wurde tags zuvor ja hochgelost und war heute wie Batsiashvili mit Schwarz dran – sondern Vachier-Lagrave, der seine Gegnerin auch schachlich verprügelte.

Dahinter wieder reihenweise Remisen, u.a. Grigoriants-Aronian 1/2 wodurch der an eins gesetzte Armenier weiteren Boden verlor. Nur noch ein Partiefoto:

Duell der Veteranen Bellon Lopez – Kiril Georgiev (remis). Und diesmal ein Interview-Special von John Saunders:

Aus dem Dubov-Interview hatte ich bereits zitiert, sonst habe ich mir bei weitem nicht alle Interviews auf Youtube angehört.

Runde 5:

Wenn der Pole JK Duda demnächst Superturnier-Einladungen bekommen sollte, wird Nakamura ihn bei der Begrüssung vielleicht auch anschauen? Elo 2724 reicht dafür allerdings bisher nicht, er ist nun einmal nicht weiblich. Dann wurde Schach gespielt:

Auf dem Foto sieht man bereits: wieder Sizilianisch, aber diesmal hatte Nakamura Schwarz und entkorkte den Drachen. Es wurde dieselbe Variante wie zuvor bei Carlsen-Jones in Wijk aan Zee. Duda hat dann zwar keine Figur eingestellt (in der Hoffnung, dass der Gegner sich dann genauso dumm anstellt wie Gawain Jones an der Nordseeküste), aber doch den Faden verloren. Knackpunkt war 28.Lb4 c5!? – diesen Bauern konnte Weiss durchaus nehmen, nach 29.Lxc5 wäre es weiterhin unklar-ausgeglichen. Stattdessen kam 29.Lxd5? Dxd5 30.La3 – der Lb3 fehlte nun bei der Verteidigung des lang rochierten weissen Königs. Später konnte Nakamura eine nette Ablenkungskombination zeigen, und Duda liess sich dann das Matt zeigen. Das war Nakamuras fünfter Streich, und der sechste … kommt vielleicht im nächsten Turnier.

Gledura-MVL wurde Remis, wieder ein verlorener halber Punkt für den Franzosen?

Howell-Svane, später 1-0 aber wie entstand bitteschön diese Stellung? Howell hat wohl den schwarzen Bauern bereits in der Hand und setzt nun an zu 3.ed5 (das x erfolgte bereits). Viel Respekt vor Svanes Französischkenntnissen (jedenfalls was die Eröffnung betrifft)! Daraus wurde eine symmetrische und scheinbar harmlose Stellung, in der Weiss irgendwie Oberwasser bekam. Das letzte Mal, dass ein deutscher Spieler weit vorne mitmischte (Svane im weiteren Verlauf noch vier Remisen und ein Sieg gegen den ehemaligen Hamburger Vereinskollegen und sprachgewaltigen chess24-Analytiker mit dem endlos langen Namen GM Jose Fernando Pepe Cuenca Jimenez).

Nebendran verlor Sutovsky gegen Antipov, womöglich weil er im Endspiel zu lange auf Gewinn spielte. Dauerschach konnte er verhindern, aber dann zappelte sein König im Mattnetz. Emil Sutovsky hatte insgesamt dieses Jahr ein für seine Verhältnisse “normales” Turnier, nicht so erfolgreich wie 2017. Antipov spielte dagegen über seinen Elo-Verhältnissen. Stand nach dieser Runde: Nakamura 5/5, Howell und Antipov 4.5, 20 Spieler mit 4/5, Aronian zu diesem Zeitpunkt nur 3.5/5 – heute war er laut Engine-Urteil mit einem Weissremis gegen Huzman eher gut bedient.

Runde 6:

Nakamura-Howell 1/2 wurde eine Art Schattenboxen: Mit Schottisch hatte Howell nach eigener Aussage nicht gerechnet, daher war er nicht vorbereitet, deshalb spielte er das seltene 4.-Df6 – “das kenne ich nicht, er hoffentlich auch nicht”. Und tatsächlich investierten beide bis zum 10. Zug bereits über eine Stunde Bedenkzeit. Nakamura wollte es mit langer Rochade wissen, das konnte eventuell schief gehen – aber für das offenbar starke aber komplizierte 15.-Sxc2!? braucht man Bedenkzeit, die Howell bereits nicht mehr hatte. Er ist ohnehin Zeitnot-Junkie – das will er sich nach eigener Aussage im neuen Jahr 2018 abgewöhnen, bisher schafft er es nicht. So verflachte es zum Remis.

Gut für Nakamura, dass auch viele Partien an den nächsten Brettern remis endeten, angefangen mit Brett 2 Antipov-Harikrishna. Noch war der an fünf gesetzte Inder vorne mit dabei, das sollte sich durch Niederlagen in Runde 6 und 7 ändern. Ein anderer Inder machte es besser, bzw. sein Gegner machte es schlechter – Sandipan-Ivanchuk 1-0! Das weisse Konzept war für Engines bestenfalls semi-korrekt, aber da Ivanchuk nicht wie ein Computer spielte war es dann ausgeglichen, ein schwarzer Springer war genauso viel wert wie weisse Freibauern. Unglaublich, dass Chucky dann in kritischer Stellung plötzlich mit noch über einer Stunde auf der Uhr blitzte. 21.-Tf8 war ebenso paradox wie richtig, da ist der Turm gedeckt und der König bleibt in der Nähe der gegnerischen Freibauern. Das gespielte 21.-0-0? war aus dem zweiten Grund falsch, nach zwei weiteren Zügen gab Ivanchuk auf. Dieses war sein erster Streich, und der zweite … kommt später.

Nakamura nun 5.5/6, erste Verfolger Antipov, Howell, Wang Hao, Saric und Sandipan 5/6 (keiner erreichte später den Stichkampf oder teilte Platz eins zuvor), dann 24 Spieler mit 4.5/6.

Paehtz-Grandelius 0-1 zeige ich noch, das war (steht auch auf dem Foto) Brett 21.

Runde 7: Nakamura-Antipov 1/2 am Spitzenbrett aus der Rubrik “hiermit erwähnt”, so lag Nakamura nach der Runde nicht mehr alleine vorne und auch die erste Verfolgergruppe wurde grösser. Dahinter nämlich diverse Partien mit Sieger und Verlierer: Howell-Saric 1-0 war dabei durchaus glücklich: vor der Zeitkontrolle stand er schlecht, nach der Zeitkontrolle plötzlich auf Gewinn – nein, nicht gegnerische Zeitnot, Fehler im 42. und 43. Zug. MVL-Sandipan 1-0 war am Ende deja vu für den Inder, nur in anderer Rolle: diesmal hatte er eine Mehrfigur, und der Gegner unwiderstehliche Freibauern.

Aronian-Short 1-0 war chaotisch, mehr schreibe ich dazu mal nicht. Harikrishna-Oparin 0-1 war Najdorf, die Komplikationen nicht unbedingt Najdorf-typisch, Schwarz meisterte sie besser. Kurios dabei zweimal dieselbe unvollendete Zugwiederholung: 23.Ld4 Dc7 24.Le5 Db6 und Weiss wich ab (25.Td7) – nicht weil er besser stand, vielleicht weil er die bessere Elo hat. Dann 29.Ld4 Dc7 30.Le5 Db6 31.Ld4 und Schwarz wich mit 31.-Da6 ab, weil er besser stand (jeweils zumindest das Engine-Urteil, das die Spieler während der Partie natürlich nicht kannten). Auch Rapport (Sieg gegen Huzman), Dubov (Sieg gegen Henderson de la Fuente) und überraschend mit GM Jules Moussard (Sieg gegen Cheparinov, zuvor Remis gegen Saric und Dubov) ein weiterer Franzose neben MVL konnten Boden gutmachen. Stand vorne nun: Nakamura und Howell 6/7, Antipov, MVL, Moussard, Wang Hao, Aronian, Rapport, Oparin, Dubov 5.5 (die drei anderen Stichkampf-Teilnehmer also nun in der ersten Verfolgergruppe).

Runde 8: Für Wang Hao – Nakamura 1/2 wäre “hiermit erwähnt” etwas wenig. Es war eine von diversen 1.e4 e5 Varianten, in denen Weiss sich einen Bauern schnappt und Schwarz hat dafür Kompensation – Entwicklungsvorsprung, potentiell Königsangriff. 11.-c6 war neu, nun verbrauchten beide Bedenkzeit und wiederholten dann ab dem 16. Zug. Nakamura konnte wohl weiterspielen, aber vielleicht dachte er “ich liege ja immer noch in Führung, und in Stichkämpfen bin ich unschlagbar”.

Die geteilte Führung behielt Nakamura durch Rapport-Howell 1-0. Etwa ab dem 25. Zug eine Stellung, in der Weiss bei reduziertem Material einfach besser steht. Zunächst nicht unbedingt eine typische Rapport-Partie, seine Kreativität zeigte er dann mit 36.b3-b4! Sa6xb4 37.La4-d1 nebst Lh5+ nebst e4-e5. Das war zuviel für die schwarze Stellung.

Oparin-Aronian 1/2 mit Ähnlichkeiten und Unterschieden zu Wang Hao-Nakamura. Es war dieselbe Variante im anti-Berliner, leicht anders interpretiert. Es wurde Remis in 18 Zügen, 19 am Spitzenbrett. Die Unterschiede: Am Ende war es beiderseits erzwungen (Schwarz musste Dauerschach geben), und sie waren gut anderthalb Stunden früher fertig. Bedenkzeitverbrauch: Aronian netto (d.h. mit Inkrement-Zugaben) minus sechs Minuten, Oparin immerhin 25 – die meisten (gut 16) für 11.e5. Das war neu gegenüber 11.De2 in Anand-Caruana und Grandelius-Aronian, Norway Chess 2015 und 2016. Auch das wurde jeweils Remis, die erste Partie mit am Ende ungleichfarbigen Läufern und fgh-Bauern, die zweite durch Zugwiederholung mit wie bei Wang Hao-Nakamura noch vielen Klötzen auf dem Brett. 11.e5 forcierte praktisch das Remis, es sei denn Schwarz will zumindest leicht schlechter stehen und das wollte Aronian nicht.

Nach dem Turnier bezeichnete Aronian das als Schlüsselpartie: “So bekam ich einen Ruhetag, danach ging ich ins Hotel (bzw. auf sein Zimmer, das Caleta Hotel ist auch Austragungsort) und habe erst einmal drei Stunden geschlafen”. Einen offiziellen Ruhetag gibt es in Gibraltar ja nicht, ein “bye” ist in den ersten sieben Runden möglich – aber das machen Spieler mit realistischen Chancen/Hoffnungen auf Top-Preisgeld eher nicht.

An den nächsten beiden Brettern kein Pardon unter Landsleuten – jeweils gewann Weiss, der auch gut 200 bzw. 100 Elopunkte besser war:

MVL-Moussard 1-0 – Weiss hatte keine Lust auf Französisch, Schwarz auch nicht aber nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Sxe5 d6 4.d3!? Sf6 5.d4 d5 entstand unter Franzosen die französische Abtauschvariante. Da gewann MVL später irgendwie einen Bauern und letztendlich die Partie.

Dubov-Antipov 1-0 – zwar wohl nicht Dubovs schönste Partie im Turnier (sonst glänzte er und auch mal sein Gegner taktisch), aber ein wichtiger Sieg. Auch hier war ein Mehrbauer partieentscheidend, zumal Weiss direkt danach in ein total gewonnenes Bauernendspiel abwickeln konnte.

War da noch was? Ja, Ivanchuks zweiter Streich – Gupta-Ivanchuk 1-0: wieder spielte Ivanchuk fast alles im Blitztempo, wieder ging es spektakulär schief. Mitfavorit (vor dem Turnier) Harikrishna erlitt Schiffbruch gegen Durchschnitts-GM Mikhalevski, und einen Weissieg unter Landsleuten hatte ich bereits erwähnt: Sethuraman-Praggnanandhaa 1-0.

Sethuraman machte das vielleicht, um eventuell oben mitmischen zu können – allerdings bekam er (ich greife etwas voraus) tags darauf einen starken Gegner. Stand vorne nun: Nakamura, Vachier-Lagrave, Rapport, Dubov 6.5/8, Howell, Gupta, Wang Hao, Grandelius, Oparin, Vitiugov, Aronian, Gelfand, Sethuraman 6/8. Den anderen Inder Abhijeet Gupta (spielt auch schwächere Opens) hatte ich bisher noch nicht erwähnt: zuvor auch Remis gegen MVL und Navara, danach noch gegen Gelfand und Duda.

Runde 9:

Vorne zwei korrekte Remisen bei Dubov-MVL (Foto) und Nakamura-Rapport. In der zweiten Partie wunderte ich mich, warum Rapport über das absolut erzwungene (33.f6+) 33.-Kf8 lange nachdachte. Nakamura hatte das mit einem Remisangebot kombiniert, Rapport (der noch ein ordentliches Bedenkzeitpolster hatte) wollte das nicht schnell akzeptieren – oder die Liveübertragung hat Remis nicht sofort registriert. Einer konnte so zur Spitze aufschliessen:

Aronian-Sethuraman 1-0: Sethuraman kann sich damit trösten, dass es ihm ähnlich erging wie Sarah Hoolt (oder umgekehrt): Aronian hatte eine Drohkulisse am Königsflügel aufgebaut, objektiv hatte er nicht viel aber Schwarz brach dann zusammen.

Dahinter jede Menge Remisen. Gelfand-Gupta hatte ich bereits, Gelfand bereute später dass er seine Chancen in dieser Partie nicht nutzte. So konnten weitere Spieler zur Verfolgergruppe aufschliessen. Stand vorne nun: Nakamura, MVL, Rapport, Aronian, Dubov 7/9, 14 Spieler mit 6.5/9 – am überraschendsten der an 93 gesetzte israelische GM Kobo (Sieg gegen Saric). Diese vierzehn hatten natürlich stark unterschiedliche TPRs – die besten Karten hatten Howell (2766) und Antipov (2757). In der Spitzengruppe hatte Dubov durch sein “Schweizer Gambit” recht schlechte Karten, TPR nur 2703. Das war potentiell wichtig, da bei Punktgleichheit nach der zehnten Runde nur die vier Spieler mit der besten TPR um den Turniersieg stechen würden.

Oder sollte doch einer alleine gewinnen? Der Leser weiss bereits, dass dies nicht der Fall war – möglich war es durchaus:

Runde 10:

Aronian-Nakamura 1-0 1/2: Nakamura wollte doch noch einmal gewinnen – denn bei einem Remis und “falschen” Ergebnissen an Brett 2 oder 3 wäre ein anderer Turniersieger. Also entkorkte er Pirc (siehe Foto, danach 2.e4 g6 3.Sf3 Sf6), landete dann allerdings in einer schlechten Stellung. Aronian wollte den Sack zumachen, übersah dabei schwarze Verteidigungsressourcen und hatte nur Dauerschach – auf ruhigere Art hatte er sehr gute Gewinnchancen, Nakamura hatte den Glauben an seine Stellung bereits verloren.

Aronian hatte einen Platz im Stichkampf keinesfalls sicher, bei “falschen” Ergebnissen an anderen Brettern wäre er nicht unter den vier TPR-besten! Das war ihm allerdings gar nicht bewusst, so konnte er sein Mittagessen mit Kumpel Gelfand geniessen.

MVL – Rapport 1/2 war (siehe Foto) Caro-Kann, der Franzose spielte dann seine Spezialvariante 2.Sc3 d5 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 Sf6 5.De2 und wurde von 5.-Sa6!? überrascht. Hatte Rapport aus Versehen den Sb8 berührt und danach 5.-Sd7?? 6.Sd6# verhindert? Nein, es war wohl Absicht, MVL grübelte ab hier und das schnell entstehende Semi-Endspiel hatte kein Gewinnpotential – remis. Die vier bereits genannten Spieler hatten nun noch andere Sorgen:

Le Quang Liem – Dubov 1-0 war dann aber das “richtige” Ergebnis, Remis wäre angesichts Dubovs schlechter TPR auch OK gewesen. Zunächst stand Schwarz dabei jedenfalls optisch besser, dann wurde die Stellung verrammelt und Remis schien unvermeidlich – darauf hatten sich die Livekommentatoren mehr oder weniger festgelegt. Aber nach der Zeitkontrolle übersah Dubov den Bauerndurchbruch 45.d4!! und Le Quang Liem gewann. Das “durfte” er aus Sicht von Nakamura/MVL/Rapport/Aronian – der Vietnamese hatte eine relativ schlechte TPR: Remis zu Beginn sowie in Runde 4-7, alles gegen Elo unter 2600, Siege dann wieder in den letzten drei Runden.

Vitiugov-Antipov 1-0 – da hat ebenfalls der “richtige” Spieler gewonnen, der mit relativ schlechter TPR, und zwar relativ glatt. Kritisch war aus Sicht von Aronian (wenn er es gewusst hätte) noch Wang Hao – Howell 1/2 – da durfte keiner gewinnen, wobei der Chinese zeitweise jedenfalls nahe dran war.

Adams-Grandelius 1-0 war wieder OK für Aronian. Aus Igel-ähnlicher Stellung heraus funktionierte 12.-d5? gar nicht: durch die Pointe 17.Sh6+! gewann Weiss nicht einen sondern zwei Bauern (neben d5 auch f7) – der Rest war dann Technik für Weiss und Agonie für Schwarz.

Vier Spieler – die ersten vier im Rundenbeitrag erwähnten – mussten bzw. durften also nachsitzen, um den Gesamt-Turniersieger zu ermitteln. Die Entscheidung beim Damenpreis fiel bereits in Runde 10. Zuvor hatte ich das nicht verfolgt, da abseits der Spitzenbretter. Vier Spielerinnen hatten vor der Runde 6/9, fünf weitere 5.5/9 und ebenfalls gewisse Chancen. Die relevanten Partien nur gestreift: Cramling-Akobian 1/2 – ein defensives schwarzes Qualitätsopfer war bei solider Struktur im Remissinne gut genug. Bindrich-Batsiashvili 1-0 – Falko Bindrich war kein Kavalier und ruinierte Batsiashvilis Turnier etwas, Sieg im Turmendspiel. Narayanan-Gunina 1-0 – Gunina hatte ein zunächst vielversprechendes, dann objektiv ausgeglichenes Endspiel das sie im 58. Zug (wollte sie immer noch unbedingt gewinnen?) überzog. Ju Wenjun – Henderson de la Fuente 0-1: Die Titelverteidigerin hatte, nach Elo knapp in der oberen Hälfte der Gruppe mit 6/9, den vermeintlich leichtesten Gegner und verlor dennoch. Entscheidend war 44.Tc1?? – logisches aber falsches Feld für den Turm, es kostete eine Figur (44.Tb1 oder 44.Ta1 war jeweils keine offene Linie, aber richtig). Von den fünf Spielerinnen mit zuvor 5.5/9 konnte nur Kateryna Lagno gewinnen, hatte allerdings gegenüber Pia Cramling die klar schlechtere TPR (2554 zu 2659).

Pia Cramling im anschliessenden Interview gut gelaunt und nach eigener Aussage “überwältigt”. Ich verzichte mal auf weitere Zitate, auch später von Aronian – chess24 hat einiges und auch die kompletten Interviews.

Dann noch die Stichkämpfe, dazu zunächst eine Bildergalerie:

Dass Aronian es bunt machte, weiss der Leser ja bereits (sein T-Shirt im Titelbild und einem weiteren besser im Bild). Halbfinale MVL-Nakamura und Rapport-Aronian. In der zweiten Reihe Zuschauer(innen) – Gunina während den Partien ähnlich angespannt wie einige Tage zuvor Karpov in Wijk aan Zee, in der Pause wieder lächelnd (rechts neben ihr Lilit Mkrtchian, die Landsmann Aronian die Daumen drückte – erfolgreich). Dann das Finale MVL-Aronian in vorab entspannter Atmosphäre – auch wenn chess24 zum zweiten Foto die Unterschrift “Maxime schien aus auf Rache” wählte.

Die Matches eher kurz und knapp: Aronian-Rapport 2-0 und dabei schmeichelhaft. In der ersten Partie quasi verkehrte Welt: Rapport spielte betont positionell und hatte mit Läufer- gegen Springerpaar zumindest klaren Vorteil. Dann konnte der trickreiche Aronian die Partie allerdings komplett drehen, bzw. Rapport hat sich selbst ausgetrickst oder komplett die Übersicht verloren. Die zweite Partie war lange unklar bei Vorteil Rapport auf der Uhr (acht zu zwei Minuten), dann bekam Aronian plötzlich Oberwasser und entscheidenden Materialvorteil.

MVL-Nakamura 2.5-1.5: Die Schnellpartien waren recht korrekte Remisen (in der zweiten eher wenig los), Blitz wurde dann turbulent: In der ersten Partie wählte Nakamura die Berliner Mauer, MVL ist vielleicht der letzte Mohikaner der darauf gelegentlich das Endspiel wählt. Diesmal zeigte er, wie man mit Weiss nicht spielen sollte. Es entstand eine komplizierte Stellung, in der Nakamura seine Gewinnchancen nicht nutzte und dann gar verlor (wie gesagt, kurz und knapp). In der zweiten Partie spielte MVL (wieder) Grünfeld und opferte eine Figur für Angriff auf den weissen Zentralkönig – wobei Remis ja reichte!? Korrekt war es, einen Zug lang konnte er gar gewinnen aber suchte vielleicht nur ein Dauerschach. Der weisse König wanderte bis nach h3, dann kam 38.-Ld7?? 39.Td1! Df4!? 40.Tf1?? – 40.Txd7, diese Figur war gratis! Nach weiteren Aufregungen (Engines sagen zwischenzeitlich wieder “Weiss gewinnt!”) konnte MVL den letzten weissen Bauern erwischen und es wurde remis.

Aronian-MVL 2.5-1.5: In zwei Schnellpartien und der ersten Blitzpartie eher wenig los, alles remis. In der zweiten Blitzpartie gewann Aronian – nicht wie vielleicht geplant und eventuell möglich im Königsangriff, sondern im Endspiel. Da hatte er genug Mehrbauern, am Ende drei.

MVL war zum Interview bereit und sah es relativ locker – “verdient, schon gegen Nakamura hatte ich ja schlecht gespielt”. Rache für Gibraltar bezog sich auf 2016 – da spielte er im Stichkampf gegen Nakamura fünfmal Remis, wobei er in der Armageddon-Partie Weiss hatte. Rache für Tiflis bezog sich natürlich auf das Weltcup-Halbfinale gegen Aronian mit Entscheidung ebenfalls im Armageddon.

Aronians Interview war schlicht und ergreifend grossartig, sein T-Shirt ist es auch.

Zu “Wie geht es weiter?” nur der Hinweis, dass einige (nicht alle) Gibraltar-Teilnehmer bereits wieder in der Bundesliga am Brett sitzen – von den vier Finalisten nur Vachier-Lagrave, wobei man mit Rapport, dem verhinderten Wijk aan Zee Helden Giri und dem in Gibraltar “unterhaltsamen” Ivanchuk auch rechnen konnte.

Die traditionelle Bildergalerie kommt separat, aus konkretem Anlass nun erst im Internet bei der Bundesliga vorbeischauen.

 

 

 

 

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