Ein dreifaches Hoch auf den neuen Weltmeister!

Nach dem 52. Zug (19. Partie) von Lasker stand Wilhelm Steinitz auf, drückte seinem Kontrahenten die Hand und sagte laut: “Ein dreifaches Hoch auf dem neuen Weltmeister!” Danach ging er Karten spielen.

Wie nahmen es die anderen Meister auf:

” Eine Niederlage erlitt nicht das Spiel, sondern das Alter… – Tarrasch

” Lasker mangelt die Tiefe des Steinitzschen Spiels” – von Bardeleben

“Wie soll man den Mißerfolg Steinitz` erklären?” – Tschigorin

Capablanca schrieb rund 50 Jahre später “… niemand der grossen Schachspieler wurde von der überwiegenden Mehrheiten der Schachfreunde und selbst von Meistern so wenig verstanden wie Emanuel Lasker”.

Heute ist klar, die Zeitgenossen haben das neuartige Spiel des jungen Emanuel Lasker nicht verstanden. Sein Sieg verdankte er einer völlig neuen Heransgehensweise an das Spiel selbst, indem er nicht nur die Eröffnungen des Gegners studierte, sondern auch die Besonderheiten seines Spiels, die durch seinen Charakter, sein Temperament und seine Erfahrung geprägt wurden.

Und Steinitz wie sah er den Kampf?. Er bewunderte den jungen Lasker und seine Spielkunst. Gemäß den vertraglichen Veranbarungen forderte er Lasker noch im gleichen Jahr zu einem Rematch auf. Lasker lehnte jedoch mit Verweis auf seine terminlichen Verpflichtungen, die er vor dem Wettkampf eingegangen war, ab. Eine Neuauflage sollte es erst 1896 geben.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie.

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