Zugzwang München mit Sensation

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Text: IM Georgios Souleidis – Die SG Solingen gab in der 7. Runde durch ein 4:4 gegen Werder Bremen den ersten Punkt in der Saison ab, doch die Nachricht des Tages kommt aus München. Die Münchner Schachakademie gewann gegen die Schachfreunde Deizisau mehr als überraschend mit 4,5:3,5. Zu einem unverhofften “Zweier” kam auch die SG Speyer-Schwegenheim beim 4,5:3,5 gegen den Hamburger SK. Mit dem gleichen Resultat rang der USV TU Dresden den SV Hockenheim nieder. Klare Siege feierten Baden-Baden, Schwäbisch Hall, Berlin und Aachen.

Die OSG Baden-Baden ist nach der 7. Runde das einzige verlustpunktfreie Team der Liga. Während der deutsche Meister die Pflichtaufgabe gegen den SK Norderstedt locker mt 7:1 bewältigte, ließ der erste Verfolger Solingen im Spitzenkampf der 7. Runde in Bremen einen Punkt liegen. Dabei begann es für die Klingenstädter, die leicht favorisiert in das Match gingen, ausgezeichnet. Nach Siegen von Harikrishna Pentala, Loek van Wely und Mads Andersen bei einem Remis an Brett vier führte Solingen mit 3,5:0,5.

Die Stellungen an den restlichen Brettern ließen aber erahnen, dass der Kampf nochmal eng werden könnte. In der Tat verkürzten Daniil Dubov und Martin Zumsande auf 3:4, doch der entscheidende Wendepunkt geschah an Brett fünf. Hier duellierten sich Zahar Efimenko und Jan Smeets. Nach einem ausgeglichenen Eröffnungsverlauf eroberte Smeets im Mittelspiel einen Bauern, doch Efimenko kreierte Gegenspiel am Königsflügel. Smeets gab eine Qualität, besaß aber mit Springer und zwei Bauern genügend Gegenmaterial. Die Partie verlief lange ausgeglichen und es war gar nicht klar, wer überhaupt auf Gewinn spielt. Anscheinend überspannte der Solinger den Bogen und stellte am Ende eine Figur ein. Durch diesen bitteren Punktverlust verlor Solingen im Kampf um die Meisterschaft an Boden gegenüber Baden-Baden.

Zahar Efimenko | Foto: Georgios Souleidis

Im zweiten Kampf im Weserstadion gewann der DJK Aachen gegen den SV Mülheim Nord mit 5:3. Mircea Parligras, Ilja Zaragatski und Alexander Donchenko lauten die siegreichen Spieler des Klubs aus dem Westen. Bremen und Aachen behaupteten durch ihre Siege Platz drei und vier in der Tabelle.

Der Knaller der 7. Runde

Die Münchner Schachakademie sorgte in der 7. Runde für die bislang größte Überraschung der Saison. Obwohl die Schachfreunde Deizisau an jedem Brett mit teilweise großen Elo-Vorteil starteten, gelang den Münchnern ein 4,5:3,5. Robert Zysk und Markus Lammers brachten ihr Team bei zwei Remis mit 3:1 in Führung und der Verlauf der restlichen Partien deutete nicht unbedingt auf eine Aufholjagd des starken Aufsteigers aus der 2. Bundesliga Süd hin. Nur Rustem Dautov gelang für Deizisau ein Sieg, der letztendlich nur kosmetischen Wert hatte. Zugzwang München belegt zwar weiterhin den vorletzten Tabellenplatz, doch das Restprogramm verrät, dass noch alle Kämpfe gegen die direkten Konkurrenten ausstehen.

Markus Lammers | Foto: Hartmut Metz

Der Gastgeber der Doppelrunde in München, der FC Bayern, hätte der Leistung seines Reisepartners gerne nachgestanden, doch der SK Schwäbisch Hall wurde seiner Rolle gerecht. Auch hier startete der Favorit an allen Brettern mit Elo-Vorteil und siegte mit 6:2.

Speyer-Schwegenheim mit Hoffnung im Abstiegskampf

Die zweite Überraschung des Tages gelang der SG Speyer-Schwegenheim mit einem 4,5:3,5 gegen den Hamburger SK. Jonathan Carlstedt brachte den HSK schon nach zwei Stunden in Führung, bevor Toms Kantans durch einen Sieg gegen Niclas Huschenbeth für Speyer-Schwegenheim ausglich. Dirk Sebastian sorgte wiederum für die Hamburger Führung und beim Stand von 3,5:2,5 sah es nach einem Sieg für den Bundesliga-Dino aus. An Brett vier kam aber der GAU für Hamburg. Sune Berg Hansen verpatzte seine gewonnene Stellung zum Verlust und am Spitzenbrett konnte Mikhaylo Oleksiyenko bei seinem ersten Einsatz in der SBL gegen Nils Grandelius einen starken Freibauern zum Sieg führen.

Mikhaylo Oleksiyenko | Foto: Georgios Souleidis

Für Speyer-Schwegenheim war das ein enorm wichtiger Sieg im Kampf um den Klassenerhalt, während Hamburg weiter auf einem Abstiegsplatz kleben bleibt. Allein das Restprogramm gibt Hoffnung, dass sich das bis zum Abschluss der Saison noch ändern könnte. Im zweiten Kampf in Noderstedt siegte die OSG Baden-Baden wie oben schon erwähnt klar mit 7:1. Schnell gewann der deutsche Meister seine “Weißpartien” und führte 4:0. Allein Benedict Krause und Lawrence Trent, der zwischenzeitlich sogar auf Gewinn stand gegen MIchael Adams, konnten für den Tabellenletzten einen halben Punkt sichern

Lawrence Trent (links) schrammte knapp an einem Erfolg gegen Adams vorbei | Foto: Georgios Souleidis

Dresden mit Big Point

Nicht nur im Weserstation sondern auch im Rathaus Dresden stand ein Spitzenkampf auf dem Programm. Hier duellierte sich der Gastgeber mit dem SV Hockenheim und ging mit seinen fünf Spitzenbrettern leicht favorisiert ins Rennen. In einem hochklassigen Duell setzte sich Zoltan Almasi gegen Alexander Moiseenko durch und Jens-Uwe Maiwald gelang ein etwas überraschender Sieg mit Schwarz gegen Tamasz Banusz. Den Kampf im Gleichgewicht hielten Dennis Wagner und Arik Braun, doch letztendlich sorgte Mateusz Bartel für den Dresdner Sieg. Gegen Rainer Buhmann opferte er im entscheidenden Moment Dame gegen Turm und Leichtfigur und ließ dem deutschen Großmeister keine Chance.

Im zweiten Kampf in Sachsens Haupstadt siegten die Schachfreunde Berlin gegen den SV Hofheim mit 5,5:2,5. Der Erfolg war nach den Siegen von Dennes Abel, Alexander Mista und Jacek Tomczak schnell in trockenen Tüchern.  Die Hauptstädter können sich dank des sicheren MIttelfeldplatzes voll und ganz auf die zentrale Endrunde konzentrieren, während Hofheim weiter im Abstiegskampf verwickelt ist.

Am Sonntag geht es weiter mit der 8. Runde der Schachbundesliga. Kann die MSA Zugzwang München das Kunststück vom Samstag auch gegen den SK Schwäbisch Hall wiederholen? Und wie schlägt sich Aachen gegen Solingen? Das sind nur zwei Fragen, die beantwortet werden.

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