Kreativ ab Zug eins

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Von Stefan Löffler – Es ist kein gewöhnlicher Wettkampf, zu dem sich Magnus Carlsen in diesen Tagen Hikaru Nakamura stellt. Sie beginnen zwar mit dem üblichen Figurenarsenal, jedoch nicht aus der üblichen Anfangsstellung. Die Aufstellung der Figuren auf der Grundreihe wird vor jedem Partienpaar ausgelost. Jeder spielt eine Stellung einmal mit Weiß und einmal mit Schwarz – und das umgeben von Werken des Fotokünstlers Dag Alveng und der Performancekünstlerin Marina Abramovic im Henie Onstad Kunstsenter, einem Privatmuseum im Westen von Oslo. Zehn Kilometer entfernt ist Carlsen aufgewachsen. Die bisherigen sechs Spiele haben nicht enttäuscht. Nakamura geht risikofreudiger zu Werk und konnte Carlsen immerhin einmal schlagen. Doch der Weltmeister im klassischen Schach verteidigt und kontert geschickt und führt den mit 153 000 Euro dotierten Schaukampf dank zwei Siegen vor den an diesem Montag und Dienstag jeweils ab 17 Uhr noch zehn ausstehenden Partien an. Aus dieser Stellung begannen die Spiele Nummer fünf und sechs:

Zunächst hatte Carlsen Weiß. Er begann zaghaft mit 1. d4 d5 2. Sb3, woraufhin sein amerikanischer Gegner seinem Turm mit 2. … e5 3. dxe5 Txe5 eine Linie öffnete. In der folgenden Partie hatte Namakura Weiß und eröffnete mit 1. e4 e5 2. Sb3. Das offensichtlich geplante 3. d4 unterband Carlsen radikal mit 2. … c5. Die beiden nachspielenswerten Partien wurden übrigens jeweils von Schwarz gewonnen.

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