Quo Vadis, FIDE? Konten vor der Sperrung

  • 6
    Shares

Der FIDE-Schatzmeister schreibt einen offenen Brief, in dem er auf die drohende Schließung der FIDE-Konten bei der Schweizer UBS hinweist. Grund für die drohende Kontensperrung ist die mutmaßliche Unterstützung des „Islamischen Staats“ durch den FIDE-Präsidenten Kirsan Ilyumzhinov, der als ehemaliger Präsident der autonomen Teilrepublik Kalmückien mit einem Netzwerk verschiedener Firmen zu Reichtum gekommen ist.

Ilyumzhinov wird vorgeworfen, dass er mit der syrischen Nationalbank zusammen arbeitet, u.a. soll er mit Ölgeschäften die Terrormiliz Islamischer Staat unterstützt haben. Schon seit November 2015 steht sein Name deswegen auf einer Sanktionsliste des US-Finanzministeriums. Der FIDE-Präsident bestreitet die Vorwürfe, aber die mehrfachen Versuche seinen Namen von der Sanktionsliste entfernen zu lassen, sind bisher erfolglos geblieben.

Nach über zwei Jahren verliert die Schweizer Bank UBS offenbar die Geduld und hat die sofortige Sperrung der FIDE-Konten angekündigt. Die Bank verweist auf die Schweizer „white-money“-Politik, die keine Geschäfte mit Institutionen oder Personen zulässt, die auf der US-Sanktionsliste stehen.

Hier der offene Brief von FIDE-Treasurer Prof. Dr. Adrian M. Siegel:

Links zum Thema 

Print Friendly, PDF & Email

3 thoughts on “Quo Vadis, FIDE? Konten vor der Sperrung

  1. 20 Jahre lang hat niemand hinterfragt woher das Geld das Kirsan I. ins Schach gesteckt hat herkommt. Hinterfragen wir genauso “gründlich” die CDU Parteispendenaffäre und deren Finanzen?

  2. FIDE (bzw. einige an der Spitze) hat/haben ja durchaus reagiert und zumindest versucht, Ilyumzhinov zu entmachten – was allerdings nicht “ohne weiteres” geht und das ist, unabhängig von konkreten Personen, gut so.
    Was an den/diesen Vorwürfen gegen Ilyumzhinov konkret dran ist ist dabei aus meiner Sicht unklar – US-Institutionen sind nicht unfehlbar und haben mitunter auch Personen zu Unrecht beschuldigt/verdächtigt. Im Prinzip sind dabei US-Sanktionen nicht unbedingt relevanter als eventuelle russische Sanktionen.

  3. Vielleicht hat die FIDE auch ein wenig zu sehr an Ilyumshinows Versprechen geglaubt, sein Name werde bald wieder von der Liste genommen. Klingt ein wenig fahrlässig, zwei Jahre lang nicht weiter zu reagieren, oder nicht ernsthaft zu reagieren, und den alten Chef an der Spitze zu lassen. Nun ist es das erst einmal mit dem Konto. Kann man das Geld in so einem Fall denn mitnehmen, wenn man ein neues Konto eröffnet? Ich würde mich sonst als Sachverwalter treuhänderisch zur Verfügung stellen, denn: Gens una sumus.

Kommentare sind geschlossen.