Tarrasch und die “Berliner Mauer”

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Dr. Siegbert Tarrasch (1862-1934) war von Beruf praktischer Arzt und widmete nahezu seine ganze Freizeit dem Schachspiel. Bereits 1883 gewann er sein erstes Turnier in Nürnberg und festigte anschließend schnell seinen Ruf einer der weltbesten Schachspieler zu sein. 1892 lehnte er ein Angebot Laskers zu einem Wettkampf ab, da dieser noch keine nennenswerten Erfolge vorzuweisen hatte. Aus beruflichen Gründen musste er sogar eine Einladung des Schachklubs in Havanna ablehnen, die einen Weltmeisterschaftskampf mit ihm und Wilhelm Steinitz organisieren wollten.

Umso härter traf es ihn, dass  ausgerechnet Lasker 1894 die Gelegenheit zu einem WM-Kampf erhielt und  Weltmeister wurde. Seine größten Erfolge verzeichnete er um die Jahrhundertwende, wo er unter anderem auch die Turniere in Wien 1898 und Monte Carlo 1903 gewann, was zur Folge hatte, dass man ihn auch als Turnierweltmeister bezeichnete.

1908 erhielt er schließlich die Gelegenheit Lasker im WM-Kampf zu stellen, diesen verlor er aber deutlich. Bis 1928 nahm er an großen Veranstaltungen teil, erwähnenswerte Erfolge blieben aber aus.

Seine Bücher sind Klassiker der Schachliteratur und ein Genuss für jeden Schachliebhaber. Zu den herausragenden Werken gehören “300 Schachpartien” (1895), “Die moderne Schachpartie” (1912) und “Das Schachspiel” (1931).

Aufbauend auf den Lehren des ersten Schachweltmeisters Wilhelm Steinitz, lehrte er die Wichtigkeit der Beherrschung des Zentrums. Einige Abspiele sind nach ihm benannt, dazu gehört die Tarrasch-Verteidigung im Damengambit und die Tarrasch-Eröffnung in der Französischen Partie.  Schon zu Lebzeiten bezeichnete man ihn als den Lehrmeister Deutschlands – Praeceptor Germaniae. Er war stets bestrebt Schach als Volkssport in Deutschland zu etablieren.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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