Kleine Biberach-Kunde

Beliebte Ortsnamen gibt es mehr als einmal. So verhält es sich auch mit Biberach.

Der bekannteste Vertreter Biberachs dürfte Biberach an der Riß sein.

Okay, da habe ich Heimvorteile, weil aus dieser Gegend einer meiner Lieblingsdichter her stammt: Christoph Martin Wieland (*1733 Oberholzheim bei Biberach, +1813 Weimar). Von ihm stammen die ersten Shakespeare Übersetzungen in Deutschland, Übertragungen von Horazscher Satiren und Briefe sowie mehr als 80 eigene Werke. Da diese weitgehend unbekannt sind, möchte ich zumindest auf die beiden Bände „Geschichte der Abderiten“ hinweisen. Das griechische Abdera entspricht Schilda, Abderiten sind die griechische Variante der Schildbürger. Wie der Dichter da unter Vorspiegelung einer griechischen Fassade seinen Zeitgenossen den Spiegel vors Gesicht hält ist köstlich – und das Schlimme daran, es passt heute noch genau so gut, wie vor mehr als 200 Jahren.

Eher bekannt dürfte Biberach a.d. Riß als die Stadt mit den zwei Jahreszeiten sein: vor und nach „Schütza“ – das ist das Schützenfest – das in diesem Jahr vom 13. – 22. Juli statt findet. Absolut sehenswert ist der historische Festzug mit ca. 200 Pferden. Lokalpatrioten sind da in blau-gelb unterwegs.

… und schachlich sind diese Biberacher ebenfalls nicht zu unterschätzen: So hat Lokalmatador Holger Namyslo in seiner Simultanpartie in Zürich 2009 gegen Kortschnoi eine doppelte „Majestätsbeleidigung“ begangen. Kortschnoi zog e4, Namyslo spielte Französisch und gewann.

Im badischen Kinzigtal gibt es ebenfalls noch ein Biberach:

http://www.biberach-baden.de/pb/,Lde/18187.html

Schon die Bilder auf der Homepage machen Laune sich dieses Biberach mal aus der Nähe anzusehen.

Jedoch soll es hier um ein weiteres Biberach gehen – selbstverständlich ebenfalls mit dem Biber im Wappen: urkundlich 767 zum ersten Mal erwähnt, seit dem 1.1.1974 eingemeindet als nordwestlicher Stadtteil von Heilbronn. Den dortigen Schachverein gibt es heuer 40 Jahre – dazu später mehr, erst mal zurück zum Biber:

Da finden bereits am kommenden Samstag, den 3. März zwei Biber-Turniere statt

Während die Biber-Pokaltaturniere die Kapazitätsgrenze erreicht haben, können beim Biber-Jugend-Cup noch ca. 100 Jugendliche am Schnellturnier teilnehmen.

Da das 7. Biberacher Jugend-Pokal-Turnier bereits mit Wartelisten hantiert, wird an dieser Stelle lediglich auf den 8. Biber-Jugend-Cup 2018 verwiesen:

 

Und im Sommer finden – nicht nur für die Jugend – genau zu Beginn der Schulferien vom 26. bis 29. Juli – aus Anlass des 40-jährigen Vereinsjubiläums – die 1. Unterländer Schachtage statt.

Schon der Name macht Hoffnung, dass das keine Eintagsfliege wird, sondern weitere Turniere folgen. Der Preisfonds ist so bemessen, dass zwar keine absoluten Topspieler aber eben doch der eine oder andere Titelträger kommen werden. Alle weiteren Details finden sich hier:

http://www.unterlaender-schachtage.de/

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