Lasker verzückt

Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zog Lasker sich immer mehr vom aktivem Schach zurück und widmete sich seinem geliebten Bridge und Go. Finanzielle Engpässe führten ihn aber immer wieder ans Schachbrett zurück. Sein Auftritt beim Turnier von Zürich 1934 begann mit einer wahren Sensation. Eingehüllt im Rauch seiner Zigaretten bezwang er den Niederländer Max Euwe (1901 – 1981) in der ersten Runde, in dem er noch einmal im Alter von 65 Jahren sein enormes taktisches Potential zeigte, was ihn stets ausgezeichnet und so manch sensationelle Aufholjagd in der 2. Turnierhälfte ermöglicht hatte.

Max Euwe war bereits 1927 Amateurweltmeister der FIDE und gehörte 1934  zu den weltbesten Spielern. Ein Jahr später besiegte er Alexander Aljechin im WM-Kampf und wurde somit der 5. Schachweltmeister der Schachgeschichte. 1937 nahm ihm Aljechin den Titel wieder ab. Nach dem Tode Aljechins gehörte Euwe zu den fünf Spielern, die 1948 den neuen Weltmeister ausspielten, hier war er aber aufgrund seines Alters chancenlos.

Euwe war Mathematiker und zu jener Zeit arbeitete er als Lehrer. Seine Bücher gehörten zu den Besten seiner Zeit und sind bis heute Klassiker geblieben. Zu den bekanntesten Werken gehören

  • Meister gegen Amateur
  • Amateur wird Meister
  • Meister gegen Meister
  • Urteil und Plan im Schach
  • Theorie der Schach-Eröffnungen
  • Feldherrenkunst im Schach
  • Endspiellehre und ihre praktische Anwendung

Von 1970 bis 1978 war Euwe Präsident der FIDE. Beim WM-Kampf 1972 zwischen Weltmeister Spasskij und Fischer fiel ihm eine wichtige Vermittlerrolle zu. In Amsterdam wurde ein Platz nach ihm benannt, wo sich auch ein seinem Andenken gewidmetes Museum befindet.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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