Eine späte Erkenntnis

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Nach dem Verlust seines Weltmeistertitels im Jahre 1921 nahm sich Lasker eine Auszeit, die er nutzte, um die hypermoderne Schachschule um Reti, Grünfeld usw. zu studieren. Erst 1923 kehrte er auf die Schachbühne zurück und gewann das stark besetzte Turnier von Mährisch-Ostrau.  Danach gelang dem Ex-Weltmeister noch einmal ein großes Turnier, 1924 in New York, wo er nicht nur die gesamte Schachelite bezwang und zudem am Ende mit 1,5 Punkten Vorsprung vor dem amtierenden Weltmeister Capablanca mit 16 von 20 möglichen Punkten gewann.

Beeindruckend die Kampfpartie aus der 6. Runde gegen Edward Lasker, in der beide Kontrahenten sich nichts schenkten. Kein geringerer als Garry Kasparow urteilte hierzu:” Dies ist wohl das unwahrscheinlichste, paradoxeste Remis in der Geschichte des Schachs.”

Edward Lasker (1885 – 1981) wurde in Kempen, Bezirk Posen, geboren und verstarb im hohen Alter von 95 Jahren in New-York. Er studierte in Breslau und Charlottenburg, war Mathematiker und Maschinenbau-Ingenieur. Aus beruflichen Gründen zog er zunächst nach London, 1914 emigrierte er in die USA, wo er dann in Chicago eine berufliche Perspektive fand. Hier änderte sich auch sein Vorname von Eduard in Edward. Unter seinem Namen wurden viele Patente angemeldet, darunter befindet sich auch die elektrisch betriebene Brustpumpe zur Förderung der Muttermilch. 1921 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Edward Lasker war trotz seiner vielen Erfolge nie Berufsspieler. Zudem gehörte er zur Elite der amerikanischen Go-Spieler.

Seine größten Erfolge waren neben einem dritten Platz bei der Meisterschaft von Berlin im Jahre 1909, der fünfmalige Gewinn der offenen US-Amerikanischen Meisterschaften in den Jahren 1916-1921, auch eine äußerst knappe Niederlage gegen Marshall im Jahre 1923 beim  Kampf um die Krone der US-Amerikanischen Meisterschaft (+4 =9 -5).

Seine Kombination gegen den englischen Meisterspieler George Alan Thomas aus dem Jahre 1912 ging in die Schachgeschichte ein. 1954 gewann er ein Turnier in Mexiko-Stadt. 1963 erhielt er von der FIDE den IM-Titel verliehen. Seine Bücher zum Schach und Go sind heute noch sehr beliebt.

Nach eigener Aussage war er entfernt mit Emanuel  Lasker verwandt.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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