Eine Partie mit großer Wirkung

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1914 einigten sich die drei einflussreichen Schachverbände Deutschland, Russland und Großbritannien darauf, dass der Sieger des Turniers von St. Petersburg das Recht habe, den amtierenden Weltmeister Emanuel Lasker zu einem WM-Kampf herauszufordern. Für den Fall, dass der Weltmeister nicht antreten sollte, sollte der Turniersieger der neue Weltmeister sein. Lasker damals 45 Jahre alt, nahm die Herausforderung an und stellte sich nach fünfjähriger Turnierpause seinen Gegnern.

Zu diesen gehörten neben den aufstrebenden WM-Kandidaten Capablanca und Rubinstein, auch Tarrasch, Aljechin, Marshall, Bernstein, Nimzowitsch, Blackburne, Janowski und Gunsberg. Gespielt wurde eine Vorrunde in der jeder gegen jeden eine Partie spielte. Danach gab es eine Finalrunde der besten fünf Teilnehmer, die dann noch einmal mit den weißen und den schwarzen Steinen gegen ihre Gegner antreten mussten.

Die Ergebnisse aus der Vorrunde wurden dabei mitgenommen. Das Resultat ist bekannt. Nach der Vorrunde lag Capablanca mit 8 Punkten in Führung, vor Lasker mit 6,5 Punkten. Dank eines starken Schlussspurts mit 7 von 8 möglichen Punkten in der Finalrunde, gewann am Ende Lasker vor Capablanca mit einem halben Punkt Vorsprung.

Die Partie Lasker – Rubinstein hatte eine hohe sportliche Bedeutung für das Turnier. Lasker, der aufgrund seiner langen Turnierpause erhebliche Startschwierigkeiten hatte, versetzte seinem Gegner eine vernichtende Niederlage in einem Endspiel, welches Eingang in die Endspielbücher fand. Für Rubinstein bedeutete dies, da er bereits eine Gewinnstellung gegen Capablanca nicht zu seinen Gunsten entscheiden konnte und anschließend gegen Aljechin und Lasker verlor, dass er schon zu diesem Zeitpunkt die Finalrunde abschreiben konnte.

Kasparov urteilte einst zu dieser Partie, dass das Resultat paradox sei, da Lasker in der ganzen Partie den schlechteren Läufer besaß. Es sei zudem beeindruckend zu sehen, dass Lasker stets aus dem Nichts heraus, in nur wenigen Zügen, eine Partie gewinnen konnte.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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