Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft DSAM in München furios gestartet

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Text Ralf Mulde und Fotos Ingrid Schulz – Vielleicht hätten noch mehr als die 347 Spieler, darunter 25 weibliche Teilnehmer, also 7,2%, im edlen H4-Hotel Platz finden können. Die Nachfrage war da, sogar mehr als das, aber “es ist trotz der langen Erfahrung eben

Stadtraetin Verena Dietl

doch unser erstes Turnier hier in München. Da kann man noch nicht gut einschätzen, ob alles mit der Tischaufstellung klappt, ob nicht doch im Saal vier bisher unbekannte Säulen stehen, ob also alles so ist, dass unsere Spieler den gewohnten Sitzkomfort antreffen”, sagte der Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan. Damit besteht ja Hoffnung, dass beim wohl schon jetzt gewissen nächsten Mal noch einige Spieler mehr in den geräumigen Spielsaal gewunken werden.

Und ein nächstes Mal wird es bestimmt geben, denn das H4-Hotel München Messe (Trudering-Riem) glänzte mit einigen pfiffigen Einfällen und bemühte sich mit sehr freundlichen Mitarbeitern bis hoch zur Chef-Etage geradezu hinreißend um seine Schachspieler. Das Hotel im Münchner Osten ist für die Zwecke des DSB perfekt geeignet und bietet im Bereich Komfort und Kochkunst alles, was ein “gstandener” Mattsetzer zu schätzen weiß. Den Rest erledigt der Gegner.

In der A-Gruppe wird der an Eins gesetzte (“Sie werden platziert, mein Herr”) Stuttgarter FM Andreas Reuß als derjenige gesehen, an dem der vorbei muss, der das Turnier gewinnen will. Wie immer, sie kennt das schon, wird das Augenmerk auch auf WFM Lara “a star is born” Schulze aus Lehrte liegen, die zwar am Ende der 15köpfigen Setzliste ins Turnier einstieg und hinter WGM Barbara Hund “nur” zweitbeste Dame des Turniers ist, aber durch ihre sehr erfreulichen Ergebnisse der letzten Jahre jenen Schwung mitbringen könnte, der einen mitunter über die schachlichen Alpen trägt. Uwe Ritter kann heuer im Schachticker nicht tickern, denn der Aalkenner aus Bad Zwischenahn spielt in der B-Gruppe und zeigt dort, dass intime Kenntnis der großen Schachpartien für jeden Amateur ganz gewiss förderlich ist.

Gut geeignet gewesen für einen ZDF-Nachmittags-“Krimi” mit dessen gewohnt unfreiwillig ulkigen Dialogen wäre: “Wo waren Sie am Sonntag um 12:00 Uhr? Bevor Sie die Unwahrheit sagen: Sie müssen beim Schach gewesen sein! Etwas Anderes ist gar nicht möglich, denn Sie sind Schachspieler und an diesem Tag fanden zeitgleich in Berlin die Vereinskonferenz, der DSB-Hauptausschuss, die Eröffnung der Lasker-Ausstellung und die zentrale Bundesliga-Runde sowie in München die Qualirunde der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft DSAM statt!”

Damit war der arme Kerl  auch schon so gut wie überführt. Bei Herbert Reinecker,  “Derrick”, waren die Dialoge weit hölzerner, aber ähnlich kurios. Sehr viel eleganter als diese wusste die Münchner Stadträtin Verena Dietl ihr nettes Grußwort zu formulieren, in dem sie auf die Geschicke der momentan 34 Münchner Schachvereine einging. An ihrer Seite befanden sich mit Hugo Schulz und Gerhard Kuchling zwei Repräsentanten des Deutschen bzw. des Bayerischen Schachbundes, die gewohnt souverän in die Veranstaltung einführten.

Turnierseite https://www.dsam-cup.de/muenchen/

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