Drogenrazzia beim isländischen Schachverband

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Gunnar Björnsson

Gunnar Björnsson ahnte nichts Böses, als er den Empfang des Pakets aus Spanien quittierte. Schachfiguren und Pokale – keine außergewöhnliche Sendung für den Chef des isländischen Schachverbands.

Gerade hatte er begonnen, den Inhalt des Pakets zu sichten, da stürmte ein gutes Dutzend vermummter Elitepolizisten sein Büro in Reykjavik. An den Händen gefesselt, sah sich Björnsson sogleich einer intensiven Befragung zu seinen vermeintlichen kriminellen Machenschaften ausgesetzt. Wenig später landete er in einer Zelle der isländischen Polizei.

Ja, Gunnar Björnsson leidet unter moderatem Übergewicht. Ein dicker Fisch, wie ihn die Ermittler an ihrer Angel wähnten, ist der gleichermaßen freundliche wie gesetzestreue Schachfunktionär nicht. Weder konsumiert er Crystal Meth oder MDMA, noch schmuggelt er die Amphetamine nach Island.

Womöglich wurde dem isländischen Schachfreund zum Verhängnis, dass er so unverdächtig ist. Kriminelle hatten ihn und seinen Schachverband missbrauchen wollen, um Drogen im Wert von mehreren 100.000 Euro auf die größte Vulkaninsel der Welt zu schleusen.

Dass es auf Dauer nichts bringt, Crystal Meth in Frittierteig für Brathähnchen zu schmuggeln, hat sich herumgesprochen, seitdem „Breaking Bad“ zum weltweiten TV-Hit wurde. Also versuchen Gangster immer öfter, Drogen in Schachfiguren und -brettern zu verstecken und zu versenden.

Weiterlesen auf dem Schachblog “Perlen vom Bodensee”

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