Limburgischer Meister 2018: FM Marcel Harff (Blerickse SV)

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von links nach rechts: Turnierleiter, GM Sipke Ernst (Sieger), IM Thomas Beerdsen (8.), GM Ruud Janssen (7.), ich (6.), GM Alexander Donchenko (5.), GM Erwin L’Ami (4.), GM Liviu-Dieter Nisipeanu (3.) & GM Christian Bauer (2.)

Ein Erlebnisbericht von FM Marcel Harff.

Zum 7.Mal nahm ich am Pfingstwochende am beliebten Schachturnier in Maastricht teil. Das Limburg Open gehört zu den stärksten und größten Schachturnieren in den Niederlanden.

FM Marcel Harff

464 Schachspieler fanden den Weg in die schöne neue Sporthalle „De Geusselt“, darunter 9 Großmeister. Das A-Open wurde angeführt vom deutschen Nationalspieler GM Liviu-Dieter Nisipeanu (2671), gefolgt vom französischen Nationalspieler GM Christian Bauer (2644) sowie dem niederländischen Turniersieger von 2014 GM Erwin L’Ami (2630).

Das Turnier, welches im beschleunigten System sowie mit der Bedenkzeit 2h +15s/Zug ausgetragen wurde, begann für mich auf eine überraschende Art und Weise.
Mein zugeloster Erstrundengegner kam wegen der Verkehrslage nicht zur ersten Runde. Daraufhin wurden GM Ruud Janssen (Turniersieger von 2015 / Elo 2490) und ich vom Schiedsrichter gefragt, ob wir nicht gegeneinander spielen wollen anstatt kampflos zu gewinnen. Ich erreichte in einer umkämpften Partie ein glückliches Auftaktremis.

Für mich ging es nach 2 Weißsiegen und 2 Schwarzremis gegen IM Herman Grooten, bekannter Buchautor in den Niederlanden, weiter. Ich übersah eine taktische Kombination und kam in ein interessantes Endspiel, welches ich als Remis einschätzte. Am Ende übersah mein Gegner ein einzügiges Matt, er spielte Dd3 in der Schlusstellung.

Vor dem Schlusstag lag ich somit mit 4/5 im Verfolgerfeld. Ich nahm mir vor 2 gute Partien zu spielen und um den limburgischen Meistertitel zu kämpfen, mein Hauptkonkurrent GM Martijn Dambacher.

In der 6. Runde spielte ich gegen den starken IM Grzegorz Nasuta (2482) an Brett 4. In einer interessanten Englischvariante trennten wir uns friedlich mit einem Remis, mein Gegner meinte, dass die Stellung für Weiß besser spielbar wäre.

Die Schlussrunde wurde dann auf einmal spektakulär, da man sich an Brett 1 & 2 auf Remis verständigte und der Turniersieger somit max. 5,5 Punkte hat. Dazu kommt die beim Limburg Open gerechte Preisvergabe nach Hort-System.

Ich spielte an Brett 6 mit Weiß gegen IM Koen Leenhouts (2485), welcher für ein agressiven und kämpferischen Spielstil bekannt. In Eupen schlug er zuletzt meinen Mannschaftskollegen GM Michael Feygin. Unsere kreative Partie war früh abseits der Theoriepfade und es entstand ein interessantes Mittelspiel mit Turm & 2 Springer gegen Turm & 2 Läufer. In der Zeitnot meines Gegner verschärften wir beide Stellung (s.Diagramm) und mein Gegner verlor die Partie.

Das Turnier gewann GM Sipke Ernst durch beste Zweitwertung vor GM Christian Bauer, GM Liviu-Dieter Nisipeanu, GM Erwin L’Ami, GM Alexander Donchenko, FM Marcel Harff, GM Ruud Janssen und IM Thomas Beerdsen (alle 5,5/7).

Turnierseite

 

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Veröffentlicht unter Open |