Der Hexer

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Im 19. Jahrhundert war es Tradition aus Anlass von Weltindustrie-Ausstellungen auch stark besetzte internationale Schachturniere zu veranstalten. Ich verweise auf die Veranstaltungen in London 1851 und 1862 sowie 1867 in Paris. Gleiches galt auch für die bayerisch/fränkische Ausstellung im Jahre 1896 in Nürnberg, die für deutsche Verhältnisse bis dahin neu und einzigartig war. Initiator dieser Veranstaltung war übrigens der Vorsitzende des örtlichen Schachklubs Siegbert Tarrasch, Laskers grosser Gegenspieler.

Das Turnier rief in der Schachwelt grosses sportliches Interesse hervor, da Tarrasch zuvor in Petersburg nicht mitgespielt hatte und somit seinem Erzrivalen die Gesetzmäßigkeit seines Erfolges in Frage stellen konnte. Doch weder Tarrasch, noch Janowski, Steinitz oder Tschigorin konnten den Weltmeister stoppen. Nach einem starken Start mit 6 aus 7 ohne Niederlage, kam der Einbruch, als er zwischen der 8. und 10. Runde gegen Pillsbury und Janowski verlor. Danach zeigte der junge Weltmeister wieder seine wahren Qualitäten als er zwischen der 11. und 17. Runde 6,5 von 7 möglichen Punkten erzielen konnte und somit vorzeitig, eine Runde vor Schluss, als Turniersieger feststand.

In der Partie gegen Schiffers sehen wir einmal mehr worin Laskers Qualitäten am Schachbrett bestanden. Genau wie in der berühmten 7. Partie des WM-Kampfes von 1894 entwickelte die von Lasker befehligte zahlenmäßig unterlegene Streitmacht eine unbändige Kampfkraft, der Schiffers im entscheidenden Moment nichts entgegenzusetzen hatte.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie!

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