Neues vom Hexer

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Das Turnierbuch des Turniers in Nürnberg 1896 wurde vom Organisator Siegbert Tarrasch persönlich geführt. Bemerkenswert war allerdings, dass es neben der üblichen Tabelle mit den Resultaten der einzelnen Runden auch eine Tabelle des Glücksfaktors enthielt. Mit dieser Tabelle wurde festgehalten wer von den ersten 10 Preisträgern gegen wen mit Hilfe des “Glücksfaktors” gewann, obwohl die Stellung remis oder verloren war.

Den ersten Platz dieser Tabelle belegte Emanuel Lasker. Nach den Aufzeichnungen Tarraschs war Lasker  in den Partien gegen Albin, Schalopp, Schiffers, Showalter und Tschigorin stets das Glück hold. Bevor Sie denken Lasker war nur ein Glückspilz schauen wir uns heute seine Partie aus der 7. Runde gegen Michail Tschigorin an, der zu jener Zeit zu den weltbesten Spielern gehörte und bereits gegen den ersten Weltmeister Steinitz um die Weltmeisterschaft gespielt hatte.

In einem angenommenen Damengambit erhielt Weiss nach der Eröffnung ein kleines positionelles Übergewicht. Tschigorin wehrte die Drohungen ab und bereitete einen Bauerndurchbruch vor. Lasker opferte einen Bauern und drang mit seiner Dame ins gegnerische Lager ein.

Tarrasch sah die Lage wohl so, wenn man einen Mehrbauern hat, welcher zudem ein Freibauern ist, dann muss Tschigorin auch gewinnen. Umso erstaunlicher ist, mit welchen Mitteln Lasker dagegen hält und Schritt für Schritt seinen Gegener aus dem Tritt bringt.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie!

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