Schweizer Nationalliga Runde 5

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Markus Angst – Der mit sechs Siegen und nur zwei Remis ambitioniert verlaufene Nationalliga-A-Spitzenkampf in der 5. Runde der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) zwischen den beiden Co-Leadern Zürich und Luzern ging 4:4 aus.

Winterthurs Captain Roman Freuler kann sich über einen 8:0-Kantersieg gegen Mendrisio und den inoffiziellen Titel eines «Sommermeisters» freuen.

«Für uns war das Unentschieden eher glücklich», bilanzierte Zürich-Captain Christian Issler nach Matchende. So stand FM Jonathan Rosenthal gegen IM Fabian Bänziger klar auf Verlust, rettete sich aber noch in ein Remis. Die Zürcher, die ohne GM Alexandra Kosteniuk spielten (Luzern vermeldete mit GM Robert Hübner allerdings auch eine gewichtige Absenz), verloren an den beiden ersten Brettern (GM Christian Bauer gegen GM Noël Studer und GM Lothar Vogt gegen GM Martin Krämer). Sie gewannen jedoch an den Brettern 3 bis 5 (GM Yannick Pelletier gegen IM Oliver Kurmann, GM Lucas Brunner gegen IM Roland Lötscher und IM Werner Hug gegen IM Georg Fröwis).

Da Zürich und Luzern die Punkte teilten, wurde aus dem Spitzen-Quartett ein aus Winterthur und Genf bestehendes Spitzen-Duo. Dank eines 8:0-Kantersiegs gegen das punktelose Mendrisio – sieben Partien waren nach vier Stunden beendet, Alfredo Cacciola leistete gegen GM Richard Forster jedoch über sechs Stunden Widerstand – ist Winterthur «Sommermeister». Das 2 Einzelpunkte zurückliegende Genf gewann gegen Wollishofen ebenfalls problemlos (6:2), wobei der Zürcher FM Marco Gähler mit seinem Sieg am zweiten Brett gegen GM Robert Fontaine ein persönliches Erfolgserlebnis feierte.

Wie Mendrisio stehen auch die beiden Aufsteiger Echallens und St. Gallen noch ohne Punkte da. Beide verloren deutlich – Echallens 1½:6½ gegen Réti Zürich, St. Gallen 2:6 gegen Riehen. Immerhin hatten zwei Ostschweizer Grund zur Freude, trotzten doch U16-Schweizer-Meister Noah Fecker (gegen Olivier Renet) und Thomas Akermann (gegen Ognjen Cvitan) zwei Grossmeistern ein Remis ab.

In der Nationalliga-B-Ostgruppe gab Solothurn beim 4:4-Unentschieden gegen Zürich II seinen ersten Punkt ab. Das erlaubte es Wettswil, nach seinem 7½:½-Kantersieg gegen Aufsteiger Wollishofen bis auf einen Zähler an den Leader heranzurücken. Nach zwei Niederlagen in Serie kehrte Absteiger Bodan Kreuzlingen wieder auf die Siegesstrasse zurück (5:3 gegen Tribschen), dürfte es aber mit 4 Punkten Rückstand auf Solothurn schwer haben, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Unmöglich ist es jedoch nicht, treffen die Ostschweizer doch noch auf Wettswil (7. Runde) und Solothurn (8.). Jedenfalls verliess Bodan die Abstiegszone, in der sich mit Luzern II, Réti Zürich II, Wollishofen II (je 4 Punkte), Baden, Winterthur II und Tribschen (je 3) gleich sechs innerhalb eines Zählers liegende Mannschaften befinden.

In der NLB-Westgruppe endete der analog zum NLA-Top-Duell mit sechs Siegen und nur zwei Remis spannend verlaufene Spitzenkampf zwischen den beiden verlustpunktfreien Teams Trubschachen und Nyon 4:4 unentschieden. Trotzdem wurde die Differenz der beiden zum dritten Aufstiegsanwärter Schwarz-Weiss nicht grösser, denn die Berner kamen gegen Biel überraschenderweise nicht über ein 4:4 hinaus. Für den Aufsteiger war es der erste Punktgewinn, während Sorab Basel nach der 1:7-Kanterniederlage gegen Vevey weiter auf die Äufnung seines Punktekontos wartet.

In der 1. Liga fiel bereits zwei Runden vor Schluss die erste Entscheidung. Der punktelose Nationalliga-A-Absteiger Neuenburg, der sich in die 1. Liga zurückgezogen hat, weist in der Westgruppe nach der 2:6-Niederlage gegen Valais fünf Zähler Rückstand auf den rettenden 6. Platz auf und steht als erster Absteiger in die 2. Liga fest. Hingegen holten die beiden Aufsteiger Zug und Jura ihre ersten Punkte. Zug schlug Lenzburg 5:3 und rückte dank der besseren Einzelpunkte vor Luzern III und Lenzburg vom 8. auf den 6. Platz vor. Jura holte gegen Bern ein 4:4-Unentschieden, blieb aber auf dem letzten Platz. Insgesamt sind noch 14 Teams abstiegsgefährdet. In der Ostgruppe Sprengschach Wil/SG (4 Punkte), Bodan Kreuzlingen II (3), St. Gallen III und Chur (je 2), in der Zentralgruppe Zürich III (4), Zug, Luzern III und Lenzburg (je 2), in der Nordwestgruppe Basel (3), Birsfelden/Beider Basel/Rössli (2) und Jura (1), in der Westgruppe Thun, Köniz-Bubenberg (je 5) und Echallens II (3).

15 Mannschaften können sich berechtigte Hoffnungen aufs Aufstiegsspiel zur Nationalliga B machen. In der Ostgruppe Gligoric Zürich (10), das Bodan II gleich 8:0 schlug, Winterthur (8) und Pfäffikon (6), in der Zentralgruppe Nimzowitsch Zürich (10), Olten, St. Gallen II (je 7) und Trubschachen II (6), in der Nordwestgruppe Court (8), das ersatzgeschwächt gegen das nur mit sechs Spielern angetretene und nun praktisch gerettete Birseck überraschenderweise 3½:4½ verlor, Absteiger Schwarz-Weiss Bern II (8), Bern (7) und Riehen III (6), in der Westgruppe Genf II (8), das den Spitzenkampf gegen den Lokalrivalen Amateurs klar mit 5½:2½ gewann, Bois-Gentil Genf (7), Amateurs und Valais (je 6). In der zweitletzten Runde vom 8. September kommt es gleich zweimal zum Duell Erster gegen Zweiter: In der Nordwestgruppe treffen die mannschafts- und einzelpunktgleichen Court und Schwarz-Weiss Bern II aufeinander, in der Westgruppe Genf II und Bois-Gentil.

Nationalliga A

Genf – Wollishofen 6:2 (Petrow – Kessler 1:0, Fontaine – Gähler 0:1, Miralles – Prusikin 1:0, Burri – Mäser ½:½, Sokolow – Hochstrasser 1:0, Vernay – Kradolfer 1:0, Landenbergue – Good 1:0, Fioramonti – Umbach ½:½).

Winterthur – Mendrisio 8:0 (Harikrishna – Aranovitch 1:0, Georgiadis – Patuzzo 1:0, Gähwiler – Mantovani 1:0, Foster – Cacciola 1:0, Kaczmarczyk – Astengo 1:0, Jenni – Karl 1:0, Hasenohr – Sässeli 1:0, Ballmann – S. Cavadini 1:0).

Zürich – Luzern 4:4 (Bauer – Studer 0:1, Vogt – Krämer 0:1, Pelletier – Kurmann 1:0, Brunner – R. Lötscher 1:0, Hug – Fröwis 1:0, Mutschnik – V. Atlas 0:1, Jon. Rosenthal – Bänziger ½:½, Grünenwald – Riff ½:½).

St. Gallen – Riehen 2:6 (M. Novkovic – Heimann 0:1, Fecker – Renet ½:½, Leutwyler – Ragger 0:1, Steiger – Breder ½:½, M. Potterat – Brunner ½:½, Giesinger – Georgiadis 0:1, Akermann – Cvitan ½:½, Salerno – Haag 0:1).

Réti Zürich – Echallens 6½:1½ (Bogner – Sermier 1:0, Gallagher – Colmenares 1:0, Stojanovic – Botta 1:0, Degtjarew – Valles 1:0, Maier – Buss ½:½, Gantner – Pahud 1:0, Hofmann – A. Meylan 1:0, Kappeler – Vianin 0:1).

Rangliste nach 5 Runden: 1. Winterthur 9 (31). 2. Genf 9 (29). 3. Luzern 8 (25½). 4. Riehen 8 (25). 5. Zürich 8 (24). 6. Réti 6 (23). 7. Wollishofen 2 (15½). 8. Echallens 0 (12). 9. Mendrisio 0 (8½). 10. St. Gallen 0 (6½).

Partien der 6. Runde (8. September): Réti – Winterthur, Genf – Luzern, Riehen – Echallens, St. Gallen – Zürich, Wollishofen – Mendrisio.

Die erfolgreichsten Punktesammler in der NLA: GM Florian Jenni und IM Dennis Kaczmarczyk (beide Winterthur) je 5 Punkte aus 5 Partien, IM Clovis Vernay (Genf) 4½/5, GM Mihajlo Stojanovic (Réti), GM Ognjen Cvitan (Riehen), GM Nico Georgiadis und IM Gabriel Gähwiler (beide Winterthur) je 4/5, GM Jean-Noël Riff, IM Nikita Petrow, FM Quentin Burri (alle Genf) und FM Davide Arcuti (Luzern) je 3½/4, IM Alexandre Vuilleumier (Genf) und IM Jewgeni Degtjarew (Réti) je 3/3, GM Noël Studer (Luzern) und GM Sebastian Bogner (Réti) je 3/4.

Webseite Schweizer Schachbund

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