Sarana gewinnt Russian Higher League, Oparin gibt in zweiter Turnierhälfte Gas

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Der 18-jährige Alexey Sarana hat nach dem Ruhetag das zuvor Erreichte mit vier Remisen abgesichert und wurde so nach Punkten noch vom 21-jährigen Grigoriy Oparin eingeholt, behielt allerdings die bessere Wertung. Preisgeld – 530.000 Rubel für Platz eins, 400.000 für Platz zwei – wurde offenbar gleichmässig geteilt, beide bekamen umgerechnet etwa 6.300 Euro. Bis Platz 30 gab es noch Preisgeld, ab dem 26. Platz noch 45.000 Rubel = ca. 600 Euro, wirklich interessant war dabei Platz 1-5 = Qualifikation für das Superfinale.

Das kam dabei heraus, Buchholz jeweils in Klammern: Sarana 6.5/9(51), Oparin 6.5(48), Inarkiev 6(47.5), Khismatullin 6(47.5), Kobalia 6(46.5), Zvjaginsev 6(46), Alekseenko 6(45), Sjugirov 6(45). Dass zwischen Inarkiev und Khismatullin sowie Alekseenko und Sjugirov ein halber Punkt der zweiten Buchholz-Wertung entscheidet ist “Detail” – im Gegensatz zum halben Buchholz-Punkt, der Zvjaginsev fehlt, nur für das Superfinale qualifizierte Spieler sind fett gedruckt.

Männer

Schachtitel nenne ich nicht, alle sind Großmeister. Die ersten Nicht-GMs sind WGM Aleksandra Goryachkina auf Platz 9-12 (nach Wertung 10.) und der trotz Elo 2514 titellose Valery Sviridov in der grossen Gruppe mit 5/9, nach Wertung auf Platz 21. Goryachkina kann dabei wohl schon in einigen Tagen das W vor GM durchstreichen, jedenfalls wenn das 2nd Quarter Presidential Board vom 8.-11. Juli wie geplant stattfindet (Schachpolitik ist nicht so mein Ding, andere Quellen berichten darüber ausführlich).

Fotos wieder vom russischen Schachverband – inzwischen habe ich auch ausführliche Reportagen von GM Kryakvin entdeckt, mit Namen von Spieler(innen) in den Bildergalerien. Sarana hatte bereits sein Titelfoto, Schwerpunkt dieses Berichts ist die zweite Turnierhälfte in der er sieglos und ungeschlagen blieb, nun ist Oparin an der Reihe.

Das Damenturnier werde ich nur kurz und ohne Partiefragmente/-momente erwähnen, hier bereits der Endstand vorne: WFM Gritsayeva 7/9, WFM Protopopova 6.5(44.5), IM Bodnaruk 6.5(43.5), IM Galliamova 6(49.5), WIM Tomilova 6(48.5), WIM Dordzhieva 6(48), IM Nechaeva 6(45), IM Kovalevskaya 6(41), FM Voit 6(38.5). Dieselbe Konvention wie bei den Herren, hier gilt für Dinara Dordzhieva “halber Buchholz-Punkt zu wenig, knapp daneben ist vorbei”. Da tat sich in der zweiten Turnierhälfte einiges: die vor dem Ruhetag führende Elena Tomilova fiel in den vier verbleibenden Runden zurück – immerhin blieb sie unter den ersten fünf. Die an eins gesetzte Anastasia Bodnaruk landete dank 4/4 nach dem Ruhetag noch weit (genug) vorne. Ein buntes Sammelsurium an Schachtiteln, die russischen Großmeister weiblichen Geschlechts (Kosteniuk, Lagno, Gunina) sind bereits für das Superfinale qualifiziert und fehlten daher – Girya spielte wie Goryachkina bei den Herren mit.

Und nun Runde für Runde im Herrenturnier, mit Fragmenten zu “turnierrelevanten” und teils auch nicht so relevanten Partien:

Runde 6 – zur Erinnerung: hinter Sarana (4.5/5) hatten 11 Spieler 3.5/5, wer konnte sich verbessern bzw. verschlechtern?

Zu Kobalia-Paravyan 1-0 zwei Diagramme:

Ein Najdorf-Sizilianer, übrigens (das gibt es) schon nach neun Zügen abseits etablierter Theorie. Zuletzt geschah 16.-0-0 (in den weissen Angriff hinein rochieren war keine gute Idee) 17.f4. Danach opferte Weiß zwei Figuren, Schwarz gab eine zurück und das war die Schlusstellung:

Paravyan hatte genug gesehen und verzichtete selbst auf das Racheschach 27.-axb2+.

Zvjaginsev-Popov 1-0 im Endspiel, keine Diagramme, dafür eine ganze Reihe zu Ponkratov-Oparin 0-1:

Unkonventionell schon ab dem zweiten Zug (1.e4 e5 2.d4 exd4 3.Dxd4). Das hat vor allem Nepomniachtchi bereits mehrfach gespielt, vor allem in Blitzpartien. Irgendwie entstand daraus eine Philidor-ähnliche Stellung, 13.g4!? war mutig, Schwarz konterte mit 13.-d5 (zweites Diagramm) und 17.-f5 (drittes Diagramm).

Später hat Oparin vermutlich ein “Detail” übersehen, dann der erste kritische Moment nach 22.-Tg6+ – wohin mit dem weissen König? 23.Kh3! ist vielleicht ein Zug aus der Kategorie “logisch wenn man es sieht, aber nur wenige Spieler (vor allem ziemlich starke und recht schwache?) erwägen es überhaupt”. Dann stünde Weiß besser, aber Ponkratov brauchte nur fünf Sekunden für 23.Kf1 und es blieb chaotisch-ausgeglichen – bis Weiß erneut suboptimal spielte: wieder richtige Figur (im 23. Zug war das offensichtlich bzw. erzwungen) aber das falsche Feld. Im fünften Diagramm droht 29.-Txc1+ 30.Dxc1 Df3+ usw., wohin mit dem Läufer? Richtig war 29.Lb2 (29.Tc5 geht auch) Tc2 30.Td2 (zweite Reihe überdecken), gespielt wurde 29.Ld2? Tc2 und Schwarz war am Drücker. Bauern-Rückgewinn auf a2 war nicht partieentscheidend, im letzten Diagramm droht 33.-Ta1+ – was auch nach 33.Dc3 kam und 0-1 (34.Dxa1 Df3+ usw.).

Ein Sieg aus der Kategorie “topsy-turfy”, Kommentar von Oparin dazu ist angefragt und wird eventuell (wenn er reagiert) noch nachgereicht.

In Runde 7 trafen diese drei Sieger und Remisspieler Sarana (tags zuvor sicher mit Schwarz gegen Motylev) aufeinander:

Hinten der Patriot Sarana gegen Zvjaginsev, vorne der Schachspieler (schwarz-weisse Kleidung) Oparin gegen Kobalia.

Zeitweise schien es, als ob Sarana vielleicht nochmals ein ausgeglichenes Endspiel gewinnt – so stand es nach 12.Kxe3:

Aber das wurde letztendlich doch Remis. Zu Oparin-Kobalia 1-0 zwei Diagramme:

Das entstand aus einem Reti-Aufbau. Schwarz wollte die Situation am Damenflügel mit 24.-b6? klären (nur 33 Sekunden, aber wohl schon bei 23.-axb4 nach 19 Minuten geplant) und bekam nicht das, was er sicher wollte: 25.b5! cxb5 26.c6 mit weissem Vorteil. Das kam am Ende dabei heraus:

Beide haben zwei Freibauern, aber nur die weissen sind gefährlich – 1-0. Dahinter wurde viel remisiert, Stand nach dieser Runde: Sarana und Oparin 5.5/7, Zvjaginsev 5, 10 Spieler mit 4.5/7. Zvjaginsev dachte vielleicht “zwei Remisen reicht nun für top5” und dem war dann nicht so.

Runde 8: Vorne ein Kurzremis zwischen Oparin und Sarana, am Ende eine ungewöhnliche Zugwiederholung im Najdorf-Sizilianer (14.Le3 Sb4 15.Ld2 Sc6 16.Le3 Sb4 17.Ld2 Sc6 18.Le3 remis) – Le3 Sg4 Lc1 Sf6 Le3 Sg4 usw. ist üblicher, ging allerdings in dieser konkreten Stellung nicht. Auch Zvjaginsev und Sjugirov remisierten, in 46 Zügen und wohl ohne dass das Gleichgewicht jemals wirklich gestört war.

Dahinter wieder die Frage: Wer konnte Boden gutmachen, und wer fiel zurück? Inarkiev-Lysyj 1-0 war brutal, geht auch im spanischen Vierspringerspiel:

Weiß wurde am Königsflügel aktiv, Schwarz hatte auf b2 einen Bauern gefressen und dann seine Dame wieder zurück beordert. Engines glauben an die schwarze Stellung, aber das änderte sich schnell: 22.-h6?! (freiwillige Schwächung nach nur 4 Sekunden) 23.Tg1 Ld7? (nach 5 Minuten – Figuren entwickeln ist generell eine gute Idee, aber…) 24.Lf4 Db4 (nun muss die Dame wieder am Damenflügel hilflos zuschauen, was auf der anderen Seite passiert) 25.g5 fxg5 26.hxg5 Lxg5 27.Lxg5 hxg5 28.Dxg5 Te8 29.Dh4

1-0, da Schwarz 30.f6 nur mit Computerzügen wie 29.-Te4 oder 29.-Lxf5 verhindern oder entschärfen kann (29.-Tf6 30.Dxf6! bringt auch nichts).

Najer-Alekseenko 0-1 schien ausgeglichen-remislich, bis der ehemalige Europameister (einer von mehreren im Teilnehmerfeld) 32.h5 entkorkte (dafür brauchte er 12 Sekunden):

Alekseenko spielte natürlich nicht 32.-gxh5?? 33.Lxh7+ usw., sondern 32.-Dd1 SCHACH nebst 33.-Dxh5. Ein Bauer ist ein Bauer, das spätere Damenendspiel gewann er:

Nun wird auch noch der schwarze König via g4 eingreifen, daher 0-1.

Zu Timofeev-Khismatullin 0-1 nur die Schlusstellung:

Partieentscheidend weder die weisse Mehrfigur, noch der wunderschöne Tripelbauer auf der e-Linie. Nur mit einem Damenopfer könnte Weiß sofortiges Matt verhindern. Zu Kobalia-Dreev 1-0 ebenfalls die Schlusstellung:

Materiell ausgeglichen bzw. schwarzer Mehrbauer, aber das würde sich ändern – Dreev hatte früh in der Partie den Faden verloren. Nun noch Diagramme zu weniger turnierrelevanten Partien:

Matlakov hatte im Turnierverlauf zu oft derlei Schlusstellungen, diesmal mit Weiß gegen Popov. Zu oft, um sich für das Superfinale zu qualifizieren und/oder um wieder Elo 2700 zu knacken (+1=8 bei Gegnern mit maximal Elo 2613 kostete 11.5 Elopunkte, live-aktuell hat er nun 2682.5).

Zu Goryachkina-Paravyan 1-0!? wieder eine Diagrammserie:

Ambitionen am Königsflügel hatte Paravyan schon früh (1.d4 f5!?), im ersten Diagramm (nach 19.-h5) ist es offensichtlich. Er bekam dann einen “schönen” gedeckten Freibauern auf g3, den er im Sinne von Königsangriff vielleicht lieber nicht hätte. Schwarz steht gut (sagen Engines), aber wie geht es weiter? Es wurde endlos manövriert, bis Paravyan (drittes Diagramm) 76.-c5??! entkorkte. Der Bauer stand zuvor auf c7 – ich gehe davon aus, dass ein GM die en passant Regel kennt, aber was er damit bezweckte ist unklar.

Natürlich kam 77.bxc6 e.p., zwei Computer-Remischancen bekam Paravyan noch: Im vierten Diagramm nach 86.Txb6? 86.-Txb6 87.Dxb6 Dh8! (88.Dxa7 Dc3 89.Tb1 Dd3 mit genug Gegenspiel). Sowie im fünften Diagramm das womöglich noch computereskere 90.-Ta5!! – nun darf Weiß den Turm nicht nehmen (91.Dxa5? Dd4 92.Tf1 De3 und Schwarz gewinnt), aber auch nach 91.Dd6+ usw. kann Weiß zwar weiteres Material gewinnen – den Bauern auf f4, eventuell auch noch den schwarzen Springer – aber nicht die Partie. In beiden Varianten spielt der schwarze Bauer auf g3 nun doch eine Rolle.

Stattdessen opferte Paravyan falsch mit 90.-Sxe4!?? 91.fxe4 f3+ 92.Kxf3 usw. und gab dann nach 99.Kd2 auf – ausgeschacht, da Weiß 99.-Da/b2+ mit 100.Dc2+ parieren kann. Das war Goryachkinas zweiter Sieg nach Runde 1 gegen Alekseev, ansonsten sieben Remisen gegen durchweg Elo über 2600. Eine Entscheidung bleibt ihr erspart: So konnte sie sich nicht für das Superfinale der Männer qualifizieren, also wird sie wohl versuchen, ihren Titel bei den Damen verteidigen.

Noch ein Diagramm zu Brett 19:

FM Fakhrutdinov – GM Volkov 1-0 wegen Matt (nach 24.-Txf6) oder Damenverlust (nach 24.-Lxf6). Volkovs vierte Niederlage im Turnier – drastisch in einer Variante im Franzosen, die er schon mehrfach auf dem Brett hatte.

In Runde 9 tat sich vorne nicht mehr allzu viel. Khismatullin und Zvjaginsev wiederholten früh die Züge. Für Zvjaginsev war dies angesichts schlechter Wertung am Ende zu wenig, aber er hatte Schwarz und Abweichen war offenbar zumindest riskant – wobei der Bedenkzeitverbrauch suggeriert, dass er Alternativen nicht wirklich untersuchte. Sarana deutete gegen Kobalia mit Slawisch-Abtausch an, dass er nicht unbedingt mehr als Remis wollte – es wurde Remis.

Auch Oparin spielte nochmals Remis, so einfach und schnell wie tags zuvor gegen Sarana bekam er es nicht (11.Sg5 Tf8 12.Sf3 Te8 13.Sg5 Tf8 14.Sf3 im Zaitsev-Spanier wurde nicht gespielt). Gegner Kirill Alekseenko hatte Weiß und musste angesichts schlechter Wertung (Niederlage gegen Sarana früh im Turnier) im Quali-Sinne gewinnen. Das spätere Abspiel wurde bereits in WM-Matches Kasparov-Karpov ausgiebig geübt – live oder zeitnah hatten die Spieler das nicht mitbekommen. 1986 spielte Karpov wie nun Oparin 17.-c4, 1990 dann das schärfere 17.-f5!?. 20.Tee3 war selten und brachte offenbar Oparin, und kurz danach auch Alekseenko, aus seiner Vorbereitung. Es war wohl durchgehend etwa dynamisch ausgeglichen, am Ende stand Oparin (Läuferpaar im Endspiel) symbolisch besser.

Inarkiev-Motylev war wieder Slawisch-Abtausch und wurde Remis. Einer gewann an Brett 5, aber das war nicht mehr quali-relevant:

Sjugirov-Ponkratov 1-0 – die schwarze Dame geht nach 41.-Db4 42.Tdb1 verloren. Sjugirovs Wertung war ebenfalls zu schlecht, seine Niederlage in Runde 4 gegen Timofeev (nach 3.5/4 noch 1.5/5) hatten wir bereits im Zwischenbericht.

Valery Sviridov, eingangs bereits erwähnt, war nahe am Sieg gegen GM Gordievsky:

Er steht prima, neben 49.d6 gewinnen diverse andere Züge – z.B. das angesichts des weiteren Partieverlaufs prophylaktische 49.Lg4. Aber es kam eilig (auch qua Bedenkzeit) 49.e7? Lxh3! – plötzlich ist der schwarze Bauer auf g2 relevant! – 50.exf8D Txf8 und Weiß hatte nur noch Dauerschach: 51.Kh2 (muss sein) 51.-Tf1 52.Dh8+ Kg5 53.De5+ Kh6 54.Dh8+ 1/2.

Und nun Bilder und dazwischen noch ein paar Bemerkungen. Damen wurde oft fotografiert, aber bei unbekannten Namen mit Nebenrolle im Turnier reicht es mir nicht, wenn sie hübsch aussehen und/oder nett lächeln. Das gilt auch für eine bekannte Spielerin: Olga Girya, die wie Goryachkina bei den Herren mitspielte und im Gegensatz zu dieser ihre Rolle kannte – an 48 gesetzt wurde sie 48. . Ich zeige die fünf erfolgreichen sowie Goryachkina:

Aleksandra Goryachkina bekam von ihrem Vater, immerhin FM, moralische und vielleicht auch schachliche Unterstützung – spielen musste sie dann natürlich selbst, damit hat sie sich auf diesem Foto bereits abgefunden.

Aber nun kurz zum Damenturnier: Nach Runde 5 waren, so schien es, vor allem 11 Spielerinnen (3.5/5 oder mehr) im Rennen um jedenfalls die ersten fünf Plätze – Anastasia Bodnaruk (2.5/5) gehörte nicht dazu aber gewann ab hier alles. Turnierrelevante Entscheidungen u.a.: Gritsayeva-Ovod 1-0 in Runde 6, Vasilevich-Gritsayeva 0-1 und Protopopova-Tomilova 1-0 in Runde 7, Tomilova-Nechaeva 1-0 (einmal hat Tomilova noch gewonnen) und Bodnaruk-Charochkina 1-0 in Runde 8, Bodnaruk-Tomilova 1-0 in Runde 9.

Bei Damen verrät man das Alter eher nicht, auch wenn chess-results.com es angibt. Soviel sei erwähnt: Protopopova (*2000) ist die jüngste – sie ist sich offenbar noch nicht sicher, ob sie GM Ivan Popov heiraten will oder doch nicht. Das andere Küken Dinara Dordzhieva (*1999) verlor in Runde 6 gegen Protopopova und landete auf dem undankbaren sechsten Platz. Andere sind älter – Bodnaruk und Galliamova dabei auch international bekannt, Gritsayeva und Tomilova eher nicht. Bodnaruk und Galliamova führten dann auch die Setzliste an, Gritsayeva, Protopopova und Tomilova waren Nummer 10, 18 und 13. Insgesamt passten Ergebnisse bei den Damen “besser” zu den Elozahlen als bei den Herren.

Bei den Damen setzte sich Rest-Russland gegen Moskau durch – die fünf Ersten kommen aus der Krim (nach russischer Sichtweise Russland), Saratov, St. Petersburg, Tatarstan und Stavropol, erst dann (mit zu schlechter Wertung) viermal Moskau bzw. “Moscow oblast”. Vor entsprechenden Betrachtungen zu den Herren ein paar Bilder vom Austragungsort – auch das hat ruchess.ru “traditionell”:

Das sahen die Teilnehmer(innen) beim Ausflug am Ruhetag(?) bzw. auch wenn sie mal unorganisiert unterwegs waren. Der Fluss Mütterchen Wolga fliesst u.a. durch Yaroslavl.

Und nun zu den Herren – da zeige ich mehr oder weniger bekannte Namen, auch wenn sie in diesem Turnier nicht so erfolgreich waren und auch wenn niemand lächelt. Einen zeige ich doppelt und weiche da auch von der strikt alphabetischen Reihenfolge ab.

Gar nicht lief es für Antipov und Volkov (beide 3.5/9). Antipov wurde 2015 Junioren-Weltmeister, aber richtig weiter aufwärts ging es für ihn danach nicht – nach diesem Turnier hat sich Elo 2600+ erst einmal wieder erledigt. Auch Altmeister Dreev erzielte am Ende nur 4/9. Matlakov traf offenbar während dem Turnier aber zwischen zwei Runden eine einschneidende Entscheidung, geholfen hat es nicht – kann man sich eigentlich Khismatullin oder Potkin bartlos vorstellen? Sviridov ist der Exote in dieser Bildergalerie, der einzige ohne GM-Titel – eine GM-Norm hatte er bereits, wenn man auch im Halbfinale nationaler Meisterschaften Titelnormen erzielen kann (Ausländerregeln irrelevant) hat er nun zwei.

Auf den vordersten Plätzen die Nummern 31, 26, 2, 12 und 19 der Setzliste – wer stattdessen Elopunkte in der Wolga versenkte hatte ich bereits. Geographisch ist Khismatullin der Exote unter den ersten fünf – er kommt aus der Republik Baschkortostan, die vier anderen (wie auch Nummer sechs Zvjaginsev) aus Moskau bzw. (Sarana) Moscow oblast. Moskau-Dominanz war einerseits erwartungsgemäss, da sieben der ersten zehn der Setzliste aus Moskau bzw. dem entsprechenden oblast kommen – aber am Ende landeten (bis auf Inarkiev) nicht diese Spieler vorne. Unter anderem Alekseenko und Matlakov versuchten, die Ehre von St. Petersburg aufrecht zu erhalten – sie schafften es nicht ins Finale, immerhin ist Titelverteidiger Svidler bereits qualifiziert. Was oder wo ist eigentlich Baschkortostan? Zwischen Uralgebirge und Wolga (da vielleicht noch nicht breit genug für grosse Schiffe), damit gerade noch Europa, fast aber nicht genau an der Grenze zu Kasachstan. Das Alter von Sarana und Oparin hatte ich bereits, die drei anderen sind etablierter.

Abschliessend nochmals Bilder der Sieger(innen) – eigentlich haben jeweils fünf gewonnen, Pokale und ein gemeinsames Foto bekamen dabei die ersten drei. Ladies first:

Bodnaruk, Gritsayeva und Protopopova

Inarkiev, Sarana und Oparin

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