12. Leiden Chess Tournaments (13.-22. Juli)

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In diesem Jahr gibt es eine bemerkenswerte nationale und internationale Beteiligung von jungen Schach-Talenten im Leidener Chess Tournament. Es gibt viele Spieler, die in diesem Jahrhundert geboren wurden.

Nihal_Sarin

Von besonderem Interesse ist nicht nur der erst 13- jährige Nihal Sarin (Indien), sondern auch der 17-jährige IM Sergei Lobanov (Russland), der mit seinem persönlichen Trainer (GM Valery Loginov) nach Leiden angereist ist. Aus den Niederlanden der vor kurzem zum IM ernannte Liam Vrolijk (16 Jahre), Lucas van Foreest (17 Jahre) hat offenbar wieder abgesagt.

An zwei gesetzt hinter Nihal Sarin ist Großmeister Chanda Sandipan, insgesamt spielen neun Inder mit. Interessant auch die Teilnahme der zweifachen Europameisterin Natalia Zhukova (Ukraine).

Die 12. Ausgabe des Leiden Chess Tournaments (13.-22. Juli) wurde dieses Jahr am Donnerstag, 12. Juli, von einem der größten Schachtalente der Welt eröffnet. Der 13-jährige Nihal Sarin (Foto Asarinus, Wikipedia) aus Indien spielte ein Uhrensimultan gegen zehn Sponsoren der Veranstaltung – seine Gegner bekamen 20 Minuten für ihre Partie, er 40 Minuten für alle Partien. Er erzielte 9.5/10 und stellte damit den bisherigen Rekord von David Howell ein.

Der junge Meister wurde U10-Weltmeister 2014, gewann Silber bei der WM U12 2015 und ist derzeit die weltweite Nummer 1 in der Altersklasse U14. Er hat bereits zwei GM-Normen und seit einiger Zeit Elo über 2500, in Leiden kann er also alle Voraussetzungen für den GM-Titel erfüllen. Dafür muss er im Turnier wohl neben Jungtalenten auch einige der 10 Großmeister besiegen, außerdem sind 14 IMs und noch einige andere Titelträger am Start. Qua Anzahl Titelträger ist dies ein Rekord für das Leiden Open, dabei fehlen diesmal wie auch im Vorjahr Spieler mit Elo über 2600 (2016 van Wely und Postny, 2015 Howell, Postny, Tiviakov, Nikolic, usw. in der Vergangenheit) – 2015 hatte Howell nach dem Turnier gar erstmals Elo über 2700. Da spielt vielleicht eine Rolle, dass das Leiden Open zwar Unterkunft in einem Viersternehotel anbietet, aber keine Startgelder (mehr?) zahlt.

Dabei sind die Sieger der letzten beiden Jahre IM Kuipers und GM Pruijssers – die es laut Turnierseite schwer haben werden, ihren Titel zu verteidigen. Sie sind Nummer 11 und 8 der Setzliste, dabei war Kuipers letztes Jahr Nummer 12 und Pruijssers vor zwei Jahren ebenfalls Nummer 8. Generell gewannen in Leiden oft Außenseiter, z.B. auch bei der ersten Auflage 2008 der an neun gesetzte IM Pruijssers. Nur einmal siegte der Elofavorit – 2015 war es David Howell, und diesen Rekordscore (8.5/9, Remis nur gegen den an zwei gesetzten Postny) könnte er alleine behalten. Neben Pruijssers (natürlich war es 2008 dieselbe Person mit kleinerem Schachtitel) konnte sich auch Howell zweimal in die Siegerliste eintragen, zuvor 2012.

“Tournaments” (Plural) bezieht sich darauf, dass es auch ein B-Turnier für Elo unter 1950 gibt. Elo-Untergrenze im A-Turnier ist, bei einigen Ausnahmen, 1900.

[Material von der Turnierseite, bearbeitet/ergänzt von Thomas Richter.]

 

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