Lasker versus Tarrasch

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Tarrasch war der erste der beiden unversöhnlichen Kontrahenten, welcher die grosse Bühne des deutschen und dann später des internationalen Schachs betrat. Er war früh ein sehr starker Spieler und als der Junge Knabe Lasker ihm zum ersten Mal im Berliner “Teesalon” begegnete, bereitete sich der Medizinstudent Tarrasch mit grosser Energie auf den 2. Kongreß des deutschen Schachbundes vor.

Später als Lasker zu Meisterehren kam forderte Lasker Tarrasch immer wieder zu einem Wettkampf heraus, welchen Tarrasch stets ablehnte, da Lasker kein bedeutendes Turnier gewonnen hatte. Man kann sich durchaus die Frage stellen, wie wäre die Schach-Geschichte eigentlich verlaufen, hätte Tarrasch eine Offerte zum Wettkampf mit Weltmeister Steinitz im Jahr 1892 aus beruflichen Gründen nicht abgelehnt und möglicher Weise gewonnen.

1894 dann, als Tschigorin und Tarrasch den nächsten Herausforderer des Weltmeisters in einem Wettkampf ausspielten, forderte Lasker nach seinem Sensationssieg beim Impromptu-Turnier in New York, wo er 100 % der möglichen Punkte holte, Weltmeister Steinitz zu einem Wettkampf heraus und zum Verdruss sowohl von Tarrasch als auch Tschigorin, nahm Steinitz die Offerte an. Das Ergebnis ist bekannt.

Tarrasch hatte von da an erst Recht ein Problem mit dem neuen Weltmeister, denn in seinen Augen war die Qualität des WM-Kampfes von 1894 dürftig, schliesslich war die Qualität der Partien seiner Meinung nach auch ein Produkt des Alters von Steinitz. 1895 besiegte dann Tarrasch beim Turnier in Hastings den neuen Weltmeister, was ihn noch mehr in seiner Meinung bestärkte,  wer der bessere Spieler sei.

Und nun beim Turnier in Nürnberg 5 Partien des Weltmeisters, die Lasker nie und nimmer hätte gewinnen dürfen. Unter diesen Vorraussetzungen setzten sich die beiden Spieler am  08.08.1896 in der vorletzten Runde des Turniers ans Brett.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie!

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