„Schach ist eine Sprache für die ganze Welt“

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Schach ist nicht nur ein spannender und lehrreicher Sport (und Zeitvertreib), sondern kann auch bei der Integration einen wichtigen Beitrag leisten. So wie bei Abdullah (20) und Humam (26), die beide beim Sparkassen Open antreten.

Abdullah kommt aus Syrien. Im September 2015 flohen er und seine Familie vor dem Krieg nach Deutschland. „Ich musste dann ein halbes Jahr warten, bevor ich hier die Schule besuchen konnte“, erzählt er in flüssigem Deutsch. Gelernt hat er es unter anderem durch YouTube-Videos, aber auch durch zahlreiche deutschsprachige Bücher. Mittlerweile geht er auf die Deutsche Wirtschaftsfachschule für Hotellerie und Gastronomie (WIHOGA). Er möchte später eine Ausbildung zum Bankkaufmann machen, wenn er sein Abitur in drei Jahren nachgeholt hat.

Humam kam einen Monat später als Abdullah, im Oktober 2015, nach Deutschland. Er ist ebenfalls vor dem Krieg in Syrien geflogen. Der heute 26-Jährige kam alleine nach Deutschland. „Ich hoffe aber, dass meine Familie nachkommen kann“, erklärt er.

Schach hat Abdullah bereits in Syrien gespielt, „aber nur hobbymäßig“, wie er sagt. In Deutschland kam er durch Christian Bommert, den Vorsitzenden der Sparte Schach im FS 98, zum Schach. Abdullah ist oft im Dietrich-Keuning-Haus. „Dort gibt es das Café of Hope für Flüchtlinge und Unterstützer, in dem sich Christian engagiert“, ergänzt Werner Wilfried Jentzsch, Schiedsrichter bei den Sparkassen Open. Christian Bommert spielte mit Abdullah oft Schach und lud ihn schließlich zu seinem Verein ein. Abdullah ist dort sehr gerne: „Die Leute dort sind sehr nett.“ Auch die Kampfkunst Thaiboxen gehört zu Abdullahs Hobbys. Zurzeit ruht es allerdings, da er sich den Fuß gebrochen hatte.

Humam hat ebenfalls schon in Syrien Schach gespielt: 16 Jahre lang hat er das königliche Spiel gespielt, wenn auch eher hobbymäßig. „Als Kind habe ich dort mehrere Medaillen gewonnen“, erinnert er sich. In Deutschland sei es für ihn etwas schwieriger, Schach zu spielen, erklärt er in gutem Deutsch. In jedem Land wird es etwas anders gespielt, auch wenn die Regeln gleich sind“, erklärt er. „Schach macht mir sehr viel Spaß. Man braucht viel Geduld und muss gut überlegen.“ Seit mehreren Monaten ist er nun in Deutschland in einem Verein: „Ich bin wie Abdullah zum FS 98 gegangen“, erzählt Humam. Auf den Verein ist er durch das Internet aufmerksam geworden. „Wenn man Schach regelmäßig spielt, kann man viel Erfolg haben.“

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