Hitzeschlacht in französischen Gefilden

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 Französischer Variantenkoffer

Französischer Variantenkoffer

Bernd Rosen berichtet vom Katernberger Sommerschach: Ganz Deutschland steckt fest im Klammergriff des Tropensommers: Gärten verdorren, Wälder gehen in Flammen auf, Züge bleiben auf der Strecke liegen – das öffentliche Leben kommt zum Erliegen. Ganz Deutschland? Nein – in der Zeche Helene – unserem Spiellokal im Essener Norden – treffen sich dennoch einige Unentwegte und trotzen der Hitze, um ihren Variantenkoffer mit französischen Abspielen zu bestücken.

Das Thema unseres diesjährigen Sommerschachs lautet bekanntlich “Französisch” – diese Wahl wurde übrigens schon im Frühjahr getroffen, lange bevor die Fußball-Weltmeisterschaft auch nur angestoßen wurde. Für das EM-Jahr 2020 schwanken wir noch zwischen “Italienisch” und “Spanisch” – oder doch lieber “Russisch”? Angebote werden noch entgegen genommen …

Zum Schachlichen: Am zweiten Abend stand die Vorstoßvariante 1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 auf dem Programm. Als bekennender Französisch-Spieler hatte ich mir vorgenommen, Ideen auch für die weiße Partei zu zeigen. Das scheint mir gut gelungen zu sein, denn das Ergebnis von 17:6 bei 2 Remisen (bei 5 Runden Schnellschach mit 10 Teilnehmern) ist ein überwältigender Score für die Anziehenden. Ist die Vorstoßvariante doch die Widerlegung von Französisch? Auch ich selbst kassierte gleich zum Auftakt eine Schwarzniederlage gegen Lukas Schimnatkowski, konnte danach aber doch noch mit 4:1 Punkten den 1. Platz erreichen:

Ein starkes Turnier spielte Bruno Müller-Clostermann, der bis zur letzten Runde führte und erst durch die nachfolgende Niederlage auf den geteilten 2. Platz zurückfiel. Das Finale – übrigens zwischen Vereinspräsident und seinem Vize – zeigt eine typische Französisch-Situation: Schwarz hat am Damenflügel einen Bauern erobert, sein König ist aber verwundbar, insbesondere die schwarzen Felder sind sehr schwach.

Die Entscheidung um Platz 1:

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