Frauenbundesliga 2018/19: Pähtz für Deizisau, Lagno für Schwäbisch Hall

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Am 31. August schloss nicht nur das Transferfenster der Fußball-Bundesliga und es endete der meteorologische Sommer, am 31. August war auch der Termin der namentlichen Meldung für die kommende Saison der Frauenbundesliga.

Der deutsche Meister aus Baden-Baden geht unverändert und (wie jedes Jahr) als klarer Favorit in die neue Saison. Wenn Hou Yifan, Alexandra Kosteniuk und die Muzychuk-Schwestern alle spielen, ist die Mannschaft nur ganz schwer zu schlagen. Die beiden größten Herausforderer werden wieder der SK Schwäbisch Hall und der SC Bad Königshofen sein. Schwäbisch Hall hat sich mit der aktuellen Weltranglistendritten Kateryna Lagno an Brett 1 verstärkt und sollte wie in den letzten Jahren erster Herausforderer der OSG Baden-Baden sein. Der SC Bad Königshofen ist trotz des Abgangs von Elisabeth Pähtz (siehe unten) mit seiner deutsch-russischen Achse um die Spitzenspielerinnen Valentina Gunina und Olga Girya und die deutsche Meisterin Jana Schneider nach wie vor stark besetzt.

Dahinter sind mit einigem „Ärgerpotential“ für die Favoriten Hamburg, Deizisau und Rodewisch zu erwarten. Neu im Hamburger Team ist die Inderin Rout Padmini an Brett 2, und Deizisau überrascht mit der Verpflichtung von Elisabeth Pähtz, die gerade den Sprung unter die besten 10 Spielerinnen der Welt geschafft hat. Nach ihren Gastspielen in Hamburg und Bad Königshofen will sie wohl etwas heimatnäher zum Einsatz kommen. Wie oft sie diese Saison nach nur zwei Einsätzen in der vergangenen Saison spielen wird, wird man sehen. Ein ungewohnter Name in der Deizisauer Aufstellung ist Elena Köpke, das Rätsel ist aber leicht zu lösen: das ist Elena Levushkina, die ihren langjährigen Freund Christian Köpke, seines Zeichens internationaler Meister aus München, geheiratet hat.

Die übrigen sechs Mannschaften müssen den Blick eher nach unten richten, wobei Lehrte und Karlsruhe normalerweise stark genug sein sollten, die Klasse sicher zu halten. Beide gehen nahezu unverändert ins Rennen, und gerade die jungen Spielerinnen aus Lehrte werden von Jahr zu Jahr stärker und hatten die letzten beiden Jahre mit dem Abstieg nichts zu tun. Das sieht man besonders an der inzwischen 18-jährigen Fiona Sieber, die nach wie vor das Lehrter Spitzenbrett besetzt. Als Nachrückerin gewann sie kürzlich völlig überraschend das German Masters vor der (mit Ausnahme von Elisabeth Pähtz) kompletten deutschen Spitze. Aufsteiger in die Liga sind zwei alte Bekannte: TuRa Harksheide und Bayern München schafften den direkten Wiederaufstieg und wollen diesmal auch die Klasse halten und nicht gleich wieder absteigen. Dazu kommt mit Rotation Pankov mal wieder eine Mannschaft aus der Hauptstadt. Last but not least schaffte Hofheim letzte Saison recht überraschend sowohl mit den Männern als auch mit den Frauen den Klassenerhalt und hofft, mit nahezu unveränderter Besetzung dieses Kunststück in der kommenden Saison zu wiederholen. Vermutlich werden aus diesen 4 Mannschaften die 3 Absteiger ermittelt werden, die Entscheidung wird in den direkten Duellen fallen. Gerade die Harksheider Mädchen sind 2 Jahre älter als bei ihrem ersten Bundesligaauftritt, ihnen traue ich am ehesten den Klassenerhalt zu. Es wird spannend werden, wie sich die junge Harksheider Mannschaft gerade gegen die erfahrenen Truppen aus Pankov und München behaupten wird.

Überraschungspotential gibt es besonders in den ersten beiden Doppelrunden, da zeitgleich das Isle-of-Man-Open bzw. die Endphase der KO-Weltmeisterschaft auf dem Programm stehen, und daher die Spitzenmannschaften Probleme haben werden, einige ihrer Topspielerinnen ans Brett zu bekommen. Gleich in der ersten Runde treffen mit Baden-Baden und Bad Königshofen sowie Schwäbisch Hall und Hamburg 4 Topteams der Liga aufeinander, und in der 2. Doppelrunde tritt Schwäbisch Hall gegen Rodewisch an, und mit den Schachmiezen hatte man die letzten Jahre immer schon so seine Probleme. Allen internationalen Terminen kann kein Saisonplaner aus dem Weg gehen, immerhin gibt es diesmal keine Überschneidung mit dem bei vielen Spielerinnen äußerst beliebten Gibraltar-Open.

Saisonhöhepunkt ist die nach einem Jahr Pause wieder stattfindende zentrale Endrunde am ersten Märzwochenende in Berlin im Maritim-Hotel mit dem Gipfeltreffen zwischen Baden-Baden und Schwäbisch Hall zum Saisonabschluss. Mal sehen, ob es wieder zu einem echten Endspiel wie in der vergangenen Saison kommt.

Insgesamt ist die Liga mit vielen internationalen Topspielerinnen und allen deutschen Spitzenspielerinnen (nur Marta Michna fehlt – sie spielt mit Kiel in der 2. Liga) sehr stark besetzt, und man kann sich auf eine spannende Saison freuen. Liveübertragungen wird es (neben der Endrunde aus Berlin) voraussichtlich wieder aus Hamburg, Baden-Baden und Schwäbisch Hall.

Hier der Link zum Spielplan und hier die Aufstellungen:

Frauenbundesliga 2018/19: Pähtz für Deizisau, Lagno für Schwäbisch Hall

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