Der absolute Champion


Zu Beginn der 40er Jahre des 20. Jahrhundert waren der Este Paul Keres und der Sowjetrusse Michael Botwinnik die einzigen Kandidaten, bei denen man annahm, dass Sie den amtierenden Weltmeister Alexander Aljechin beim nächsten WM-Kampf gegenüber sitzen würden.

Nachdem AVRO-Turnier 1938, welches Keres zusammen mit Fine gewonnen hatte, galt Keres als der erste Anwärter auf einen WM-Kampf, wie Michael Botwinnik viele Jahrzehnte später einräumte. Dennoch gelang es Botwinnik eine Vereinbarung über einen Kampf zu erzielen, welcher aber nie, vermutlich aufgrund der damaligen Zeitumstände, zustande kam.

Als dann 1940 Estland von der Sowjetunion annektiert wurde, musste Keres zunächst einmal die Schliessung seiner Schachzeitung “Estnisches Schach” und die Nationalisierung seines persönliches Bankkontos hinnehmen, was nichts anderes als den Verlust seiner Turniereinnahmen bedeutete. Botwinnik hingegen war der Liebling der Moskauer Politgrössen und genoß viele Vergünstigungen.

Vor der 12. sowjetischen Landesmeisterschaft im gleichen Jahr war die einzig spannende Frage,”Wer ist stärker, Keres oder Botwinnik?” Zum bedauern der Schachwelt gab es darauf keine eindeutige Antwort, denn beide Spieler enttäuschten, Keres wurde 4. und Botwinnik geteilter 5.

Um die Frage abschliessend zu klären, veranstalteten die Befürworter Botwinniks im Frühjahr 1941 ein Turnier, mit dem Titel “Matchturnier um den Titel des absoluten Champions der UDSSR”, welches mit den ersten sechs der 12. Landesmeisterschaft ausgetragen wurde. Zu den beiden bereits genannten Protagonisten gesellten sich Smyslov, Lilienthal, Bondarewski und Boleslawski hinzu.

Gleich die erste Partie der beiden Kontrahenten in der dritten Runde war in jeder Hinsicht richtungsweisend für das ganze Turnier.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie.

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