Endlich wieder Elite-Schach: Shamkir und St. Louis

Derzeit müssen sich Schachfans mit Elo maximal knapp über 2700 begnügen (Sharjah Masters), alternativ fast gleichzeitig Elo bis 2540 (Damen-EM) – da kann man auch aus deutscher Sicht mitfiebern. Davor morgens eventuell noch ein an der Spitze wieder stärker besetztes Urlaubsopen in Bangkok – für einen ebenfalls deutschen Teilnehmer das (eine und einzige) Turnier des Jahres – sonst spielt er manchmal Bundesliga und redet oft über Schach von anderen. Aber schon demnächst sitzen auch wieder Spieler mit Elo bis 2800+ am Brett, und das gleich im Doppelpack: aus mitteleuropäischer Sicht mittags in Shamkir, und abends in St. Louis. Vorteil oder

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Diego Flores Dubai-Sieger, Drama für Ganguly

Das Dubai-Open wurde kaum registriert – sei es wegen der Terminüberschneidung mit Grenke Chess, sei es weil es zwar international und recht stark, dabei aber kaum westeuropäisch besetzt war. “Stark” bedeutet, dass immerhin zwei Spieler vor dem Turnier Elo 2700 oder mehr hatten, und 19 weitere Elo 2600+. Gewonnen hat am Ende der nach Papierform Letzte dieser 21, nachdem zuvor die Nummer 10 der Setzliste bis Runde 7 von 9 vielleicht “das Turnier seines Lebens” spielte. Beide sind im Titel bereits erwähnt, nun der Endstand – diese und andere Namen, alle Großmeister (IMs die einen Schritt Richtung nächster Schachtitel machten

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Grenke Chess Classic insgesamt

Der Schachticker hatte jeweils die Rundenberichte von Georgios Souleidis übernommen, aber hinterher – zum Ruhetag schaffte ich es nicht – bietet sich auch ein eigener Turnierbericht bzw. eher Rückblick an. Diesmal nicht “Runde für Runde”, sondern “Spieler für Spieler”. Ich sortiere sie dabei zunächst so, wie sie im Vergleich zur eigenen Elozahl abgeschnitten haben – bei einem inhomogenen Teilnehmer(innen)feld sieht diese ‘Tabelle’ etwas anders aus als der offizielle Endstand: Bluebaum +14, Caruana +13, Vitiugov +5, Hou Yifan +1, Vachier-Lagrave -2, Aronian und Meier -3, Carlsen -4, Naiditsch -5, Anand -16. Das ist natürlich nicht das Ergebnis im Turnier – es

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Keymers Weg zum Sieg beim Grenke Chess Open

Viel wurde darüber bereits geschrieben, auch international, was kann ich noch hinzufügen? Wie immer meine eigenen Eindrücke, wobei ich es diesmal im Nachhinein rekonstruieren muss – über Ostern war ich auf Familienbesuch und nur sporadisch im Internet. Mein Gesamteindruck: Keymer hat durchaus davon profitiert, daß einige großmeisterliche Gegner ihn zwar vielleicht nicht unterschätzt hatten, aber doch unbedingt gegen ihn gewinnen wollten – und der Schuss ging mehrfach nach hinten los. Das soll seinen Erfolg keinesfalls “relativieren”, nur erklären. Generell habe ich eben oft den Ansatz “Spieler X hat gewonnen, warum eigentlich?”. Zweites Leitmotiv: jedenfalls zweimal hat er seine Gegner vielleicht

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Saric Europameister, kein Deutscher im Weltcup

Diesmal kann ich bei der Europameisterschaft (Runde 7-11, alles nach dem Ruhetag) nicht oder kaum auf  Schlüsselpartien eingehen – es sind oder wären zu viele in jeglicher Hinsicht: Kampf um die Medaillen, Weltcup-Qualifikationsplätze und auch (am Ende keine Überschneidung) Abschneiden der deutschen Teilnehmer. Den Turnierverlauf, und sei es nur die vorderen Plätze, genau zu besprechen, ist auch eine zu große Herausforderung – ein bisschen mache ich es, aber eher im Schnelldurchlauf. Erst, was dabei herauskam – nicht zufällig oder wahllos 23 Namen, alle bis auf den IM Großmeister: Saric 8.5/11, Wojtaszek, Sjugirov, Jones, Matlakov, McShane, Korobov, Safarli 8, Nabaty, Najer,

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Am Ende doch Caruana

Vom Ergebnis her überzeugend und mit Vorsprung, u.a. da Aronian doch noch in den Kampf um den Turniersieg beim Kandidatenturnier eingriff. Das waren die Ergebnisse der drei am Ende vorne liegenden Spieler gegen den abgeschlagenen Letzten: Caruana-Aronian 2-0, Mamedyarov-Aronian 1-1 (zwei Remisen), Karjakin-Aronian 1-1 (zwei Schwarzsiege, aber einmal hatte Karjakin ja Weiß). Und das war der Endstand: Caruana 9/14, Mamedyarov und Karjakin 8, Ding Liren 7.5, Kramnik und Grischuk 6.5, So 6, Aronian 4.5. Man sollte es natürlich nicht auf das jeweilige Mini-Match gegen den klaren Favoriten (jedenfalls laut Expertenmeinung vor dem Turnier) Levon Aronian reduzieren, wobei Teil 2 des

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Kandidatenturnier: Fünfkampf mit Vorteil Karjakin

Wenn man die letzten drei Runden des Kandidatenturniers – vor dem letzten Ruhetag – aus der Siegerperspektive betrachtet kann man konstatieren: Kramnik hat eine Partie gewonnen – seine dritte bei vier Niederlagen, zu wenig bzw. zu viel um noch in den Kampf um den Turniersieg einzugreifen. Karjakin hat zwei Partien gewonnen – insgesamt nun vier, und damit hat er trotz oder wegen auch zwei Niederlagen nun die besten Karten. Ding Liren hat nun auch eine Partie gewonnen – da er als nun einziger Spieler ungeschlagen ist hat auch er noch eine Chance auf einen Termin in London im November. Das

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EM-Zwischenbilanz: Sieben liegen vorne

Auch die Europameisterschaft in Batumi, Georgien steht – wie zuvor das Reykjavik Open – im Schatten des Kandidatenturniers. Selbst einige Teilnehmer dort blicken offenbar nebenbei nach Berlin: Jeweils auf chess24 hatte Grigoriy Oparin das dortige Geschehen kommentiert, und Niclas Huschenbeth meldete sich im Chat der Liveübertragung – sie haben allerdings nicht während ihrer eigenen Partie das Kandidatenturnier im Internet verfolgt, sondern spielten in der jeweiligen Runde in Batumi ein Kurzremis (für beide war es ihr einziges im Turnier). Großmeister verfolgen vielleicht auch die neuesten eröffnungstheoretischen Entwicklungen in Katalanisch oder gar Russisch (5.De2), aber nun zur EM: Wie im Titel erwähnt,

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Remisspieler und Kramnik im Kandidatenturnier

Dieser Titel bezieht sich auf Runde 8-9, wobei die sieben anderen natürlich nicht alle zweimal Remis spielten – zwei trafen ja auf Kramnik! Big Vlad arbeitet weiter daran, die Prognose von Emil Sutovsky – am Ende des Turniers vier Siege und vier Niederlagen – zu erfüllen. Nun fehlen noch zwei Siege: in Runde 10 und 12 hat er Weiß gegen die Spieler, mit denen er nun den letzten Platz teilt – und ob der im Zeitraum dieses Berichts von Wesley So demonstrierte Eröffnungs-Nihilismus auch mit Schwarz im Remissinne funktioniert, wer weiß das schon. Von Kramniks “Rochade” im Berichtzeitraum profitierten die

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Buntes Treiben beim Kandidatenturnier

Ich habe beschlossen, nicht wie sonst üblich vor dem oder am (zweiten) Ruhetag wieder etwas zum Kandidatenturnier zu schreiben, sondern genau bei Halbzeit. Dann haben alle einmal gegeneinander gespielt, damit kann man eine Zwischenbilanz ziehen, eventuell Prognosen wagen und auch untersuchen, in wieweit Prognosen und Einschätzungen im Vorfeld (bisher) eintrafen. Dabei beziehe ich mich vor allem auf Experten (mit GM-Titel), ein bisschen auch auf mich selbst. Was ist das Fazit aus Runde 4-7? Caruana und dahinter Mamedyarov haben sich oben abgesetzt, da der nach drei Runden führende Kramnik sich in die andere Richtung bewegte. Noch mehr eingebrochen ist Aronian –

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Adhiban gewinnt Reyjavik Open

Die ganze Schachwelt schaut seit Samstag nur auf das Kandidatenturnier in Berlin – stimmt nicht ganz: einige schauten auch auf ihr eigenes Brett anderswo, sei es am Wochenende an verschiedenen Bundesliga-Spielorten, sei es bis Mittwoch in Reykjavik. Darunter auch Großmeister, darunter auch einige der Kategorie 2700+ – auch wenn der Titelverteidiger Anish Giri in Reykjavik fehlte, wohl wegen Verpflichtungen in Berlin. In Reykjavik hat dann keiner der beiden 2700er (Rapport und Eljanov) gewonnen, sondern der Inder Baskaran Adhiban. Einerseits ist er konstant – praktisch immer gute Laune. Andererseits ist er schachlich inkonstant – oft ändert sich seine Elozahl in einem

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Kandidatenturnier: Traumstart für Kramnik

Drei Runden sind gespielt, und schon ist Ruhetag – den haben sich die Spieler bereits verdient, es ging bereits zur Sache. “Traumstart” für den ältesten Teilnehmer bezieht sich neben dem Ergebnis auch darauf, daß Kramnik nicht im Traum damit rechnete, eine lange vorbereitete Neuerung im siebten Zug ausgerechnet gegen diesen Gegner, und ausgerechnet in einer sehr wichtigen Partie spielen zu können. Als Titel war eventuell auch schlicht und ergreifend “7.-Tg8!!?” vorgesehen. Warum das in der gegebenen Situation goldrichtig war, da muß der Leser sich noch etwas gedulden – es sei denn, er informiert sich auch anderswo. Zunächst der Zwischenstand: Kramnik

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Kandidatenturnier!

Beim vorgestern erschienen Artikel “Der Countdown läuft” dachte ich, daß sich das bereits auf das Kandidatenturnier bezieht, zumal das Logo des “Unser Fritz” Opens – bewusst oder nicht – gewisse Ähnlichkeiten mit AGON-Design hat. Aber nein, das ist ein relativ kleines Turnier Ende Mai/Anfang Juni in Wanne-Eickel, Preisgeld für den Sieger 500€. Ab Samstag geht es in Berlin um mehr Geld und mehr Prestige, wobei die Spieler im Vorfeld auch höhere Kosten hatten – obwohl man es niemand verbieten kann, zur Vorbereitung auf das Turnier im Ruhrgebiet zusammen mit Großmeistern ein Trainingslager auf den Malediven durchzuführen. Was soll ich zum

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Tal Memorial Blitz: Karjaking!

Wieder einmal kommt ein Bericht ziemlich verspätet: Montag direkt nach dem Turnier hatte ich Vereinsabend, ausserdem war der Foto-Bericht des russischen Schachverbandes auch spät, ausserdem dauerte es, das Material aufzuarbeiten. Zwei Spieler dominierten insgesamt, jeder auf seine Weise – Karjakin hatte dabei vor allem durch den Sieg im direkten Duell gegen Nakamura die Nase vorn und stand bereits eine Runde vor Schluss als Turniersieger fest. Der Dritte Ian Nepomniachtchi, auf dem Titelfoto links, war eher Erster unter Gleichen mit einem halben Punkt Vorsprung auf die nächsten drei. In den Kampf um den Turniersieg konnte er nie eingreifen. Das und weiteres

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Anand gewinnt Tal Memorial Schnellschach

Drei ereignisreiche Tage in Moskau, dreimal fünfzehn Schnellpartien weitgehend zwischen Spielern mit Schnellschach-Elo über 2700. Das gilt allerdings momentan nicht für Dubov – der dann aber vielleicht die Partien des Turniers spielte – oder Gelfand. Der Veteran hatte im August 2017 noch Schnellschach-Elo 2745, spielte dann jedoch zweimal in Russland. Anfang August verlor er in Nazran (liegt in Inguschetien, und das liegt im Nordkaukasus) ein bzw. zwei Matches gegen Inarkiev, über Weihnachten waren dann in Moskau russische Jungstars zu harte Nüsse, zweimal 52 Elopunkte waren futsch. Beide sind nun immerhin weiterhin oder wieder in der Schnellschach top100 vertreten. Die drei

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Schnell- und Blitzschach in Moskau

Und zwar im Doppelpack: erst ein Blitzturnier für alle, dann drei Tage Schnellschach für zehn, dann nochmals Blitzschach für vierzehn. Das erste Turnier heisst offiziell “Cup of the Group of Companies REGION”. Früher hiess es Aeroflot Blitz, nach wie vor Datum am Tag nach dem Aeroflot Open (dazu natürlich noch ein eigener Abschlussbericht). Das zweite Turnier heisst Tal Memorial. Viele Teilnehmer(innen) des grossen Turniers, 209 sind angemeldet, haben zuvor auch beim Aeroflot Open mitgespielt, aber einige sind offenbar speziell angereist – bzw. spielen anschliessend in kleinerem Kreis. Ich nenne die ersten 13 der Setzliste, alle Blitzelo über 2700, die ersten

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Kovalev gewinnt Aeroflot-Open und Dortmund-Ticket

Wer ist das denn? Ein bisschen was zu ihm später, einleitend (Bezug zu Aeroflot später) ein Zitat aus dem Chessvibes-Abschlussbericht zum Londoner Kandidatenturnier 2013 – inzwischen nicht mehr online, aber ich kenne “zufällig” diese Sekundärquelle. Peter Doggers schrieb damals “A Hollywood blockbuster couldn’t have had a more dramatic scenario with the hero of the story going down just before the end, only to emerge as the winner after all.” [etwas frei übersetzt: Ein Hollywood-Film mit dramatischem Ende: der Held stolpert kurz vor Schluss und gewinnt dann doch]. So konnte man es nur sehen, wenn man sich vor dem Turnier auf

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Aeroflot Runde 5-7

Dieser Beitrag kommt spät – Runde 8 ist beim Schreiben voll im Gang bzw. zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  komplett beendet. Aber in drei Runden ist so viel passiert, dass ein Artikel “fällig” ist – und zwischenzeitlich war ich auch mit deutscher Bundesliga beschäftigt. Zuerst der Zwischenstand nach Runde 7 von 9: Kovalev und IM Tabatabaei 5.5/7, Petrosian, Artemiev, Lysyj, Korobov, Sargissian 5, Xu Xiangyu, Bologan, Sethuraman, Gordievsky, Khalifman, Karthikeyan, Matlakov, Mamedov, Najer, Romanov 4.5, usw. . Alle bis auf einen Grossmeister, insgesamt sieben Russen und zehn Nicht-Russen (aus der Ex-Sowjetunion, Indien, China und Iran). Wer “soll” im Sommer in Dortmund

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Aeroflot-Zwischenbilanz

Wann das erste Mal zum Aeroflot Open berichten? Vor dem oder am Ruhetag geht nicht – es gibt keinen allgemeinen Ruhetag, auch wenn Mitfavorit Matlakov bereits anderthalb bis einskommaacht Ruhetage hatte und Aussenseiterin Abdumalik immerhin einen (hat ein bisschen miteinander zu tun). Nach vier Runden hat sich das Feld bereits ein bisschen sortiert. Einige Favoriten haben derzeit Nachholbedarf, einige Aussenseiter und eine Dame liegen weit vorne – in den fünf verbleibenden Runden kann sich noch einiges tun. Aber so steht es momentan: Petrosian, Artemiev, Bologan 3.5/4, Maghsoodloo, Khalifman, IM Karavade, Matlakov, Karthikeyan, Fedoseev, Kovalev, Gordievsky, Lysyj 3, usw. – dahinter

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10th Batavia Chess Tournament

Das Batavia-Schachturnier – im gleichnamigen Café gegenüber des Amsterdamer Hauptbahnhofs, Kneipenatmosphäre jedenfalls im Vorraum wo Spieler nach den Runden analysieren oder auch blitzen und/oder Bier trinken – wird dieses Jahr zum zehnten Mal ausgetragen. Im Laufe der Jahre wurde es stärker: die ersten beiden Auflagen 2009 und 2010 noch (fast) ohne Grossmeister, damit nur die Möglichkeit für IM-Normen – was der damalige FM Robin van Kampen 2009 schaffte. Seither immer drei Grossmeister und damit sind auch GM-Normen möglich – 2011 beinahe doch nicht, aber Gerald Hertneck sprang kurzfristig für den erkrankten Inder Barua ein. Danach wurde er übrigens Turniersieger –

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