Kommentar zu Kommentar zu von Weizsäcker

Redet er völligen Unsinn?   So eine Frage im Untertitel ist natürlich rhetorisch, und meine Antwort ist dann auch “Nein – er hat sich zwar sicher im Ton vergriffen, aber da steckt ein wahrer Kern dahinter. Und jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung – auch wenn sie unpopulär ist.” Das werde ich natürlich noch erläutern, zunächst einige Kernaussagen von Robert von Weizsäcker – ich verweise bewusst auf die Originalquelle Deutschlandfunk (mit Audio), anderswo – Spiegel Online und faz.net – wurde es selektiv-verkürzt wiedergegeben. “Carlsen hat gewonnen, weil er der bessere Sportler ist und nicht der besser Schachspieler.” Redaktionell:

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Mannschafts-WM vor dem Ruhetag

“Ukraine 10 points, Germany 4 points”   Pünktlich zum ersten Adventssonntag kommt der erste Bericht zur Mannschafts-WM – ob und wie der in Antalya gefeiert wird, weiss ich nicht, jedenfalls haben die Spieler da Pause. Aus deutscher Sicht ist es eine schöne Bescherung – andererseits entspricht der derzeitige achte Platz ja den Elo-Erwartungen, und immerhin haben sie schon achteinhalb Brettpunkte (aus 20 Partien). Überraschende Aufstellungen hatte ich im Vorbericht bereits erwähnt, die nächste – zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannte – Überraschung war die deutsche Brettreihenfolge: Khenkin, Meier, Fridman, Naiditsch, Baramidze. Idee war vielleicht, dass Khenkin am Spitzenbrett remis halten,

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(Russische) Reaktionen zur WM in Chennai

Alles odnovorotnim?   Es ist ein bisschen paradox: während der WM zwischen Anand und Carlsen in Chennai schrieb ich anfangs vor allem über die Mannschafts-EM in Warschau. Nun während der Mannschafts-WM in Antalya (die ich schon beobachte, einige Berichte kommen auch noch) beschäftigen mich vorläufig die Nachwehen der kleinen WM: da sassen ja nur zwei Spieler am Brett, plus eine unbekannte Anzahl Sekundanten für beide Lager, aber insgesamt waren wohl weniger Schachspieler direkt beteiligt – in Antalya sind es ja fünfzig am Brett und ausserdem auch noch Trainer/Sekundanten.   Jede Menge Spieler haben die WM in Chennai (auch hinterher) kommentiert

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Carlsen ist Weltmeister

Und jetzt?   Das WM-Match war am Ende doch so einseitig wie einige vorher prognostizierten und bereits nach 10 Partien entschieden, Endstand 6,5-3,5 für Carlsen. Ich werde die letzten vier Partien kurz zusammenfassen (wiederum ohne Detail und Analysen), zwischendrin und danach einiges zum Drumherum und (obwohl aus meiner Sicht voreilig) Hinterher.   Anand bezeichnete direkt nach dem Match bereits die fünfte Partie als Knackpunkt, für mich ist es eher die sechste: eine Niederlage und ein vergeigtes remises Turmendspiel kann man noch kompensieren, zwei direkt hintereinander waren dagegen, wie Anand selbst sagte, ein “heavy blow”. Aber das hatte ich ja schon

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WM in Chennai

Neuer Zwischenstand 4-2 für Carlsen   Es ist eingetreten, was einige (vielleicht nicht nur Carlsen-Fans) vor dem Match erwartet hatten – Carlsen liegt nun vorne, und das gleich mit einem Doppelschlag. Damit war nach den ersten vier (Remis-)Partien nicht unbedingt zu rechnen. Hat Carlsen seine anfängliche Nervosität abgelegt, oder zeigt Anand Schwächen? Spielte Carlsen brilliant, oder Anand schlecht? Fragen über Fragen … . Beide Male fiel die Entscheidung – auch das hatten einige prognostiziert – im Endspiel, und zwar jeweils in einem Turmenspiel das “eigentlich” remis war. Das waren aber schon die Parallelen, ich werde die Partien nun kurz und

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EM-Schlussbericht

Aserbaidschan (doch nicht Frankreich) siegt bei den Herren, Ukraine bei den Damen   … aber zunächst zu den deutschen Teams, heute wieder zuerst die Damen. Am Ende wurden sie – an fünf gesetzt – Siebter, auf dem Papier noch ein akzeptables Ergebnis. Von den nominell leicht schwächeren Teams war Ungarn leicht besser (punktgleich mit besserer Wertung) und Armenien klar besser, aber das Turnier insgesamt und mögliche Gründe für den armenischen Erfolg bespreche ich erst später. Die Damen brauchten und lieferten einen Schlusspurt – wie im letzten Bericht erwähnt waren sie nach sieben von neun Runden Fünfzehnte. Beide 2,5-1,5 Siege (gegen

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Mannschafts-EM auf der Zielgeraden

Wer wird Europameister?   Deutschland jedenfalls nicht, das ist inzwischen offiziell – und auch auf den Platz der ihnen laut Setzliste gehört (Nummer 10 bei den Herren, Nummer 5 bei den Damen) haben die deutschen Teams mit zwei verbleibenden Runden jeweils drei Mannschaftspunkte Rückstand. Ich habe die traurige Chronistenpflicht, die letzten beiden Runden zu dokumentieren – erklären kann ich sie nicht unbedingt. Und da Deutschland (wahrlich) nicht das Mass aller Dinge ist, werde ich auch erwähnen welche Nachbarländer und welcher Wahl-Berliner mehr Grund zu Freude haben. Betrachten wir das Turnier erst durch die deutsche Brille, und beginnen bei den Herren.

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Zwischenbilanz zu Anand-Carlsen in Chennai

Schwarz dominiert   … aber Weiss konnte alle vier Partien remis halten, die ersten beiden problemlos. Zu dem Zeitpunkt war “Viel Lärm um nichts” auch ein passender (Unter)Titel – das wäre allerdings voreilig gewesen. Insgesamt werden mindestens neun Partien gespielt; dafür müsste ein Spieler aus den nun noch verbleibenden 4,5 oder 5 Punkte hol en, danach sieht es nicht aus. Ich will die bisherigen Partien nicht ausführlich diskutieren und kommentieren, das können andere besser. Nur zur vierten Partie ein paar Worte da Deutschland (Berlin) bei der WM erschien. Naja eigentlich schon vorher: Anand hat sich ja in Bad Soden vorbereitet,

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Mannschafts-EM nach Runde 5

Zwischenbilanz am Ruhetag   Heute werde ich kaum auf die Partien der letzten beiden Runden eingehen, eher einige allgemeine Bemerkungen zum Zwischenstand aus deutscher Sicht (Damen und Herren) und überhaupt. Fünf Runden sind gespielt, dann kam der einzige Ruhetag für alle, und die letzten vier Runden können den momentanen Stand noch ordentlich durcheinander würfeln. Wie immer beginne ich mit guten Nachrichten aus deutscher Sicht, das heisst derzeit “ladies first” – wer hätte das nach der Auftaktniederlage gegen Griechenland gedacht? In Runde 4 gab es einen durchaus glücklichen Sieg gegen Litauen: Nach 82 Zügen hatte Marta Michnas (Foto) Gegnerin Dominyka Batkovskyte

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Mein WM-Vorbericht

Ist Carlsen haushoher Favorit?    Foto: (Quelle: ruchess.ru) Noch gut sieben Tage bis zur ersten Partie zwischen Anand und Carlsen in Chennai/Madras. WM-Vorberichte trudeln langsam ein, und bei der Umfrage des Schach-Tickers haben inzwischen über 1000 Leser abgestimmt. Kollege Raymund Stolze hatte diese Umfrage am 15.10. vorgestellt und erwähnte dabei acht Faktoren, die beim Ausgang des Matches eine Rolle spielen können. Das werde ich nicht komplett wiederholen, nur soviel: "die schachlichen Stärken der beiden" war nur der letzte dieser acht Faktoren. Weiterhin nannte er Vorhersagen zum Ausgang des Matches "wirklich schwierig" und schrieb dann, dass Anand "allerorts als krasser Aussenseiter gehandelt"

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Mannschafts-EM Runde 3

Deutschland punktgleich mit Russland!   Das ist die gute Nachricht aus deutscher Sicht – die schlechte Nachricht (auch aus russischer Sicht) ist, dass momentan 14 Teams mehr Mannschaftspunkte auf dem Konto haben, darunter Deutschlands heutiger Gegner Georgien sowie z.B. Weissrussland, die dritte polnische Mannschaft und beinahe auch Österreich. Zum heutigen Kampf gegen Georgien: Deutschland spielte ohne Naiditsch – warum, das wusste Klaus Bischoff in der deutschen Liveübertragung auch nicht. Vielleicht wird Sportdirektor Uwe Bönsch es verraten, gegen 18:00 ist er zu Gast in der morgigen Sendung. Georgien gab Ersatzmann IM Nigalidze, nominell klar schwächer als die vier Stammspieler, eine Chance

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Runde 2 bei der Mannschafts-EM

Favoritenstürze und Marathonpartien   Bei der WM in Chennai passiert noch nicht allzu viel, dann bleiben wir vorläufig in Warschau (ab und zu mit Seitenblick nach Indien). Schwerpunkt ist heute das Turnier der Herren bzw. das “offene Turnier” – letzteres ist nicht nur politisch korrekt, denn einer der drei Spieler die ich eingangs hervorheben will ist eine Dame. In drei Matches an den vorderen Tischen gab es dasselbe Szenario: das (zumindest leicht) favorisierte Team lag 1-2 hinten, musste in der letzten laufenden Partie unbedingt ausgleichen, hatte aber nur die leicht bessere Stellung. Nicht geschafft hat es Evgeny Tomashevsky, während Judit

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Tag 1 bei der Mannschafts-EM

Kurzbericht zur ersten Runde   Ich will nicht allzu sehr ins Detail gehen – noch ist im Turnier nicht viel passiert, und während ich zu Runde 1 schreibe läuft Runde 2 bereits. Daher nur ein paar allgemeine Eindrücke zu gestern: Bei den Herren gab es sehr viele knappe Ergebnisse und einige Überraschungen, bei den Damen dagegen vor allem klare Favoritensiege. Die deutschen Teams hielten sich bei den Herren an die allgemeine Regel, bei den Damen leider nicht. Ich will doch mit der guten Nachricht beginnen statt "Ladies first":   Die deutschen Herren besiegten Israel 2,5-1,5 – gegen Israel in bester

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Vor der Mannschafts-EM

Vormittags Fokus Chennai, was macht der Schachfan nachmittags?   Die WM-Partien zwischen Anand und Carlsen beginnen um 10:30 (mitteleuropäische Zeit) und sind um 15:00 womöglich noch nicht beendet, aber dann wird auch in Warschau Schach gespielt. Dabei sind immerhin ein Spieler mit Elo (knapp) über 2800 und noch 20 die 2700 oder mehr auf ihrem Elokonto haben – je nach Turnierverlauf mittendrin und hinterher noch ein paar mehr oder auch ein paar weniger. Der Leser findet alle Aufstellungen – und demnächst auch Ergebnisse und Statistiken – hier, einiges werde ich gleich noch verraten. Zunächst aktuell und vorläufig exklusiv für die

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Analyse zum Europacup

SOCAR = Russland, Novy Bor = Armenien?   Alle – nicht nur Kollege Raymund Stolze – wundern sich, dass SOCAR beim Europacup nicht gewonnen hat. Dabei ist es doch, über die letzten vier Jahre betrachtet, eher Regel als Ausnahme. Viermal hintereinander waren sie an eins gesetzt und wurden Vierter, Zweiter, Erster und jetzt Dritter. Und generell gewinnt in Mannschaftswettbewerben nicht immer das nominell (klar) stärkste Team, sonst würde Russland alle Olympiaden, EMs und WMs gewinnen. Aber da war z.B. Armenien, das fehlende Spielstärke mit Teamgeist über-kompensieren konnte. Nur Baden-Baden müsste sich schwer anstrengen, um die Bundesliga nicht zu gewinnen –

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Siebenmal Svidler bei der russischen Meisterschaft

Caruana gewinnt in Bukarest, nur zwei Spieler mit Elo 2800   Zwei Superturniere sind beendet, wiederum konzentriere ich mich auf die russische Meisterschaft wo Svidler sich am Ende im Stichkampf durchsetzen konnte. Aber – siehe Untertitel – das "Kings Tournament" werde ich auch noch streifen, ebenso die Live-Ratingliste: die beiden Spieler mit momentan Elo über 2800 sind (natürlich) Carlsen sowie Aronian, also weder Kramnik noch Caruana. Zur russischen Meisterschaft nenne und zeige (Foto chesspro.ru) ich vorläufig nur den bzw. die Sieger – um die Spannung im Bericht Runde für Runde zumindest etwas noch aufrecht zu erhalten. Den Herrn rechts habe

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Aronian Sieger in Bilbao

Wer sind bisher die Aufsteiger des Jahres?   Eines der drei parallelen Superturniere ist inzwischen bereits beendet, und da hat sich am Ende der Favorit durchgesetzt. Das will ich zumindest kurz in einem eigenen Beitrag erwähnen. Was den Untertitel betrifft: Einen Blick auf die Live-Ratingliste werfe ich am Ende dieses Artikels – drei Spieler sind gemeint. Der Leser darf zwischendurch gerne überlegen, welche drei. Kleiner Tip: Zwei wenn nicht alle drei sind nicht ganz neu in den höchsten Elo-Gefilden. Aber zunächst Bilbao: Aronian reichten +2 zum alleinigen Sieg – das ist ja durchaus beachtlich da nur sechs Runden gespielt wurden.

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Superturniere im Dreierpack

Die Russen stehlen die Show   Momentan sind nicht weniger als 14 Spieler der Kategorie 2700+ aktiv, und zwar an drei Orten: Nizhny Novgorod, Bilbao und Bukarest. Genau genommen sind es insgesamt 17: Eljanov, Areshchenko und Alekseev spielen beim Chigorin Memorial in St. Petersburg, aber das kann ich nicht auch noch verfolgen und darüber berichten. Drei Superturniere gleichzeitig sind schon mehr als genug. Ich bin, ehrlich gesagt, froh, dass ich mich auf eines schwerpunktmässig konzentrieren kann weil da bei weitem am meisten passiert ist. In Bilbao und Bukarest sind gar keine Russen vertreten, warum? Die spielen (fast) alle bei der

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Gedanken zu Nationalmannschaft und Bundestrainer-Stelle

Ein Zwischenruf   Der Auslöser für diesen Artikel liegt schon einige Zeit zurück – Raymund Stolzes Artikel "Deutsche EM-Teams nominiert" vom 19. September und einige private emails zwischen uns direkt danach. Warum ich ihn jetzt schreibe und veröffentliche – mal abgesehen davon, dass ich hier sonst vor allem aktuelle Turnierberichterstattung mache was jeweils Vorrang hat – werde ich in "Teil II" erwähnen. Im Gegensatz zu einem (quasi) verwandten Beitrag anderswo vor knapp zwei Jahren habe ich diesmal nicht recherchiert, sondern verwende nur was öffentlich bekannt ist und gebe meine persönliche Meinung und Interpretation. Worum geht es? Raymund Stolze lobte die

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Foto-Finish beim Paris Grand Prix

Kein Vorteil für Fabiano   … denn Caruana wurde am Ende geteilt Erster mit Gelfand, und dadurch undankbarer Dritter in der GP-Gesamtwertung. Damit habe ich – im Gegensatz zu meinen Zwischenberichten – gleich am Anfang verraten wie es am Ende ausging, auch dass Nakamura seine Führung nicht verteidigen konnte. Hier der komplette Endstand: Caruana und Gelfand 7/11, Nakamura und Bacrot 6.5, Grischuk und Dominguez 5.5, Wang Hao, Ponomariov, Tomashevsky, Ivanchuk 5, Fressinet 4.5, Giri 3.5. Und dazu ein Foto der letzten Schlüsselpartie (Quelle hier und auch weiter unten: Turnierseite): Links Dominguez, rechts Caruana, dazwischen auf dem Brett Taimanov (bzw. die

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