Sinquefield Cup Zwischenbilanz

Nakamura führt zur Halbzeit   Zunächst die nackten Zahlen nach drei von sechs Runden: Nakamura 2.5/3, Carlsen 2, Aronian 1, Kamsky 0.5. Mein bisheriger Eindruck von den Spielern, von unten nach oben: Kamsky bestätigt seine Aussenseiter-Rolle. Aronian sucht noch nach seiner Form. Für Carlsen ist es offenbar kein Problem, dass er womöglich seine Eröffnungs-Vorbereitung für Anand verbergen muss – im Gegenteil, zweimal war es vielleicht eher ein Vorteil (siehe Rundenberichte). Nakamura hat sogar seinen Carlsen-Komplex mit Schwarz überwunden – ob für immer oder nur für einmal wird die Zukunft zeigen; ob psychologische Tricks eine Rolle spielten sei dahingestellt. Da ich

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Sinquefield Cup in St. Louis

Carlsen, Aronian, Nakamura, Kamsky Eigentlich sollte der Untertitel ausreichen, um das Interesse der Leser am Turnier zu wecken. Ich mache doch noch drei Dinge: das Turnier mit einigen anderen Superturnieren vergleichen, einige praktische Infos zu diesem Turnier, und zum Schluss eine bzw. keine Prognose zum Ausgang dieses Turniers.   Turniere mit etwa zur Hälfte einheimischen und ausländischen Teilnehmern gibt es inzwischen einige. Den Anfang machte das London Chess Classic (bzw. schon lange davor auf etwas niedrigerem Niveau Sigeman Chess in Malmö), später folgten Dortmund und Baden-Baden. Da ist jeweils Sinn der Sache, dass einheimische Spieler die (ansonsten seltene) Chance bekommen,

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Kramnik verdienter Weltcup-Sieger

Zwei Finalisten "aus Versehen" Kramnik gewann das Weltcup-Finale gegen Andreikin 2,5-1,5 – "gefühlt" mindestens 2,6-1,4 da Andreikin in der vierten Partie die Notbremse Remisangebot zog. Zu dem Zeitpunkt hatte er wohl alle Hoffnungen aufgegeben, doch noch einen Tiebreak zu erreichen in dem wieder alles möglich gewesen wäre. Bevor ich die Partien bespreche, erst ein Bericht zur abschliessenden Pressekonferenz – auch um den etwas kryptischen Untertitel zu erläutern. Andreikin kann zwar zumindest etwas Englisch, wollte Fragen aber doch lieber auf Russisch anhören und beantworten. Einigen Zuschauern war es vielleicht recht, denn so kamen sie auch zum "optischen Genuss" Anastasia Karlovich die

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Kramnik und Andreikin im Weltcup-Finale

Karjakin sagt "danke Vlad" … denn damit bekommt er Kramniks Ratingplatz und ist (wie Andreikin) beim nächsten Kandidatenturnier dabei. Oder müsste er eher sagen "merci Max(ime Vachier-Lagrave)"? Ich deute bereits an, wie oder warum Kramnik sein Halbfinale gewann. Verdient war es durchaus, Glück hatte er vielleicht dennoch – sofern es Glückssache ist, wenn der Gegner eine Partie erschreckend schwach spielt. In gewisser Hinsicht sind die wichtigsten Entscheidungen beim Weltcup gefallen – das Finale ist nur noch Zugabe, obwohl es natürlich noch um Prestige und jede Menge Preisgeld geht. Thema dieses Beitrags ist das Weltcup-Halbfinale sowie ein Ausblick auf das Kandidatenturnier

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Las Vegas am Nordmeer

Weltcup – Favoritensterben geht weiter   Das Viertelfinale im Weltcup ist entschieden – wie bereits im Achtelfinale fiel in der Hälfte der Matches die Entscheidung nach zwei Partien, und die andere Hälfte ging in die Verlängerung; diesmal reichten dann jeweils zwei Schnellpartien. Im Achtelfinale gewannen die Aussenseiter 4-3 (Kamsky-Mamedyarov hatte keinen Favoriten); nun konnten sie sich mit 3-1 durchsetzen. Damit kommt es zu folgenden Paarungen im Halbfinale: Kramnik – Vachier-Lagrave und Tomashevsky – Andreikin Das sind die Nummern 3, 21, 23 und 32 der Setzliste. Wann gab es das vergleichbar zuletzt in einem stark besetzten KO-Turnier? Der Titel verrät es

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Weltcup-Zwischenbilanz

Noch acht Spieler im Rennen, diverse Favoriten ausgeschieden   Nach vier KO-Runden wird es höchste Zeit für einen ersten Bericht. Beginnen wir mal mit dem was als nächstes kommt, die Paarungen des Achtelfinales (in Klammern der Platz des Spielers in der Setzliste):   Tomashevsky (32) – Kamsky (8) Svidler (13) – Andreikin (21) Caruana (2) – Vachier-Lagrave (23) Kramnik (3) – Korobov (22)   Von den acht Elobesten sind also nur noch drei im Rennen. So extrem gab es das zuletzt 2007. Einerseits war es damals noch extremer, denn die ersten vier der Setzliste konnten bereits ihre Koffer packen. Andererseits

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Zwei von 128 bleiben im WM-Rennen

Die Weltcup-Vorschau Tromsö 2013 des Schach-Tickers von THOMAS RICHTER   Der Weltcup in Tromsö (10.8. bis 3.9.2013) ist diesmal sehr stark besetzt – aus der absoluten Weltspitze fehlen nur drei Spieler die bereits (mindestens) für das nächste Kandidatenturnier qualifiziert sind: Anand und Carlsen die ja demnächst ein WM-Match spielen, sowie Topalov der bereits als Sieger der FIDE Grand Prix Serie feststeht. Aronian und Kramnik sind nach Elo auch bereits qualifiziert, müssen aber noch den Weltcup spielen da ihr Recht ansonsten verfallen würde. Dazu kommen beide Finalisten des Weltcups – im Finale geht es dann nur noch um Prestige, Ehre und

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Totes Fussball-Rennen in Biel

Vachier-Lagrave gewinnt dann den Tiebreak (Daniel Hausrath mit GM-Norm im Open) Lange erschienen in Biel zwei Szenarien möglich: 1) Mit Bacrot gewinnt der solideste Spieler, während seine Konkurrenten sich munter gegenseitig besiegen. So wäre es nach klassischer Punktezählung gekommen – aber Biel hat Fussballregeln d.h. ein Sieg bringt drei Punkte und ein Remis nur einen Punkt. Anders ausgedrückt: ein Sieg und eine Niederlage ist mehr wert als zwei Remisen und (am Ende wichtig) +2-2 ist genauso viel wert wie +1=3. Damit konnte ein anderes(deja vu) Szenario eintreten: 2) Ein Chinese profitiert von den Fussballregeln und gewinnt das Turnier trotz Niederlage(n)

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Bieler Impressionen zur Halbzeit

Bacrot führt in kämpferischem Turnier   Das Bieler Schachfestival – dieses bzw. seit diesem Jahr heisst die GM-Gruppe aus gegebenem traurigem Anlass "in memoriam Olivier Breisacher" – "konkurriert" traditionell mit Dortmund. Dieses Jahr müssen sie vielleicht finanziell etwas kürzer treten, daher ein nominell etwas schwächeres aber dennoch (oder gerade deswegen) hochinteressantes Teilnehmerfeld das ich zunächst einmal kurz vorstelle, von "alt" bis jung: Alexander Moiseenko ist mit 33 Jahren der "Senior" des Turniers, in der erweiterten Weltspitze (Elo 2700+) allerdings noch relativ 'jung': diese Zahl knackte er erstmals im Juli 2011, seither liegt er meistens knapp darüber und gelegentlich ganz knapp

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Peking Grand Prix Nachlese

Restbilder, Röntgenblick, Geometrie Zum Abschlussbericht hatte ich noch Diagramme versprochen, hatte allerdings dann gut eine Woche Computerprobleme und jetzt ist es nicht mehr aktuell – die Diagramme gibt es doch noch, der Text drumherum ist nun eher "zeitlos": schachliche Motive, Irrungen und Wirrungen, Pleiten Pech und Pannen die es immer mal wieder gibt, auch auf höchstem Niveau. Ich beginne mit Fragmenten aus zwei Partien, die für den Turnierausgang nicht entscheidend waren; die drei Protagonisten wurden am Ende geteilter 9.-11. bzw. 12. und Letzter. Runde 9 wurde am Sonntag den 14.7. gespielt; eine Partie passt daher zum Thema "Gurken des Wochenendes"

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Peking Grand Prix Abschlussbericht

Mamedyarov (Foto) gewinnt, Grischuk Zweiter, Topalov "mission accomplished" Was tat sich in den letzten drei Runden in Peking? Einerseits "nichts" oder fast nichts – da 8 von 12 Spielern das Turnier mit 1.5/3 abschlossen ist der Zwischenstand nach acht Runden beinahe identisch mit dem Endstand. Abgesehen von einigen Plätzen im unteren Mittelfeld und Platz 1 und 2: Mamedyarov hatte zum Schluss einen halben Punkt Vorsprung vor Grischuk – nicht weil er am Ende glänzte sondern weil Grischuk schwächelte. Karjakin beendete das Turnier mit dreimal Remis und hatte damit insgesamt diese Serie: 1 1 1 1/2 1/2 0 0 0 1/2

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Peking Grand Prix nach acht Runden

Mamedyarov und Grischuk vorne, Karjakin nun bei 50%   Wiederum beginne ich mit dem neuesten Zwischenstand: Mamedyarov und Grischuk 5.5/8, Topalov und Leko 4.5, Ivanchuk, Karjakin, Giri, Wang Yue und Morozevich 4, Wang Hao und Gelfand 3, Kamsky 2. Das Foto der beiden Führenden vor ihrer Partie stammt von der Turnierseite – im Hintergrund einige chinesische Kibitze, im Schachkleid Hou Yifan. Vor allem an der Spitze hat sich einiges geändert, daher auch noch die "Tabelle" für die Runden fünf bis acht: Grischuk 3/4, Mamedyarov, Leko, Gelfand, Ivanchuk 2.5, Topalov, Morozevich, Giri, Wang Hao 2, Wang Yue 1.5, Kamsky 1, Karjakin

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Peking Grand Prix nach vier Runden

Karjakin (Foto) führt ("So far so good"), Mamedyarov lauert, Topalov kontrolliert   Beginnen wir mal mit den nackten Fakten, nämlich dem Stand vor dem ersten Ruhetag: Karjakin 3.5/4, Mamedyarov 3, Grischuk, Wang Yue und Topalov 2.5, Leko, Morozevich und Giri 2, Ivanchuk 1.5, Kamsky und Wang Hao 1, Gelfand 0.5. Was die Chancen der Spieler im gesamten Grand Prix Zyklus betrifft (vergleiche meinen Vorbericht): Karjakins Situation hat sich deutlich verbessert, Topalov hat bisher alles unter Kontrolle, Mamedyarov ist im Rennen muss aber noch zulegen – und zumindest die vier Letzten werden sich wohl eher nicht über die GP-Serie fürs Kandidatenturnier

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Zum Stand im WM-Zyklus 2012-2014

Wer spielt im nächsten Kandidatenturnier? Kollege Franz Jittenmeier hat das Grand Prix Turnier in Peking ja bereits angekündigt, dazu nur eine kleine Ergänzung: der Chinese Wang Yue (“Wang der Erste”, bevor Wang Hao ihn in der Weltspitze überholte) ist Ersatzmann für Radjabov der wiederum abgesagt hat. Für den Weltcup hat Radjabov gemeldet, ob er teilnimmt wissen wir (sicher) erst am 10. August. Weltcup als eine Möglichkeit um sich für das nächste Kandidatenturnier, geplant Mitte bis Ende März 2014, zu qualifizieren, habe ich damit bereits erwähnt. Eine andere Chance ist die noch laufende Grand Prix Serie, und vier Spieler wissen bereits,

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