In Memoriam: Marianne Hartlaub (1926-2018)

Vor wenigen Tagen ist unsere Schachfreundin Marianne Hartlaub, geboren 1926 im heutigen Tschechien, für uns alle überraschend im Alter von 91 Jahren verstorben. Mit dem Schachspiel begann sie erst im Alter von 57 Jahren und ihr spätes Hobby hat sie anlässlich der Senioren-Weltmeisterschaft 2016 in Marienbad in ihre alte Heimat zurückgeführt, an den Ort, wo sie zur Schule gegangen ist und der starke Emotionen in ihr wachgerufen hat: „Als ich mit 20 Jahren aus der Heimat vertrieben wurde, hätte ich nie gedacht, dass ich 70 Jahre später durch mein Schach-Hobby an einer Senioren-Weltmeisterschaft mit 58 Nationen teilnehmen und dabei so

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Bayerische Lehrerakadademie in Dillingen

Schachlehrgang mit Großmeister Philipp Schlosser Walter Rädler – Dillingen- Jährlich findet in Dillingen an der Akademie für Lehrerfortbildung in Bayern in den Sommerferien ein Schachkurs statt. Vor Jahren ermöglichte der niederbayerische Rektor Reinhard Hübl diesen Kurs und mit Großmeister Artur Jussupow, GM Stefan Kindermann und WIM Dijana Dengler, IM Roman Vidonjak, GM Michael Prusikin, IM Cor van Wijgerden (zweimal), Kirsten Siebarth mit dem Methodenkoffer der DSJ wurden als hochkarätige Referenten engagiert. Mit Großmeister Philipp Schlosser kam eine deutsche Schachlegende bereits zum zweiten Mal zur bayerischen Lehrerakademie. Er war mit Bayern mehrfach Deutscher Meister und einmal Europapokalsieger, betreute eine Weltmeisterin, war

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Jürgen Wienecke – Chess Tiger aus Leidenschaft

Text: Mike Rosa – Am 22. Juni 2017 wurde Jürgen Wienecke aus unserer Mitte gerissen, und wir möchten ihn heute mit einer Hommage an seine Leistungen ehren. Vor knapp zehn Jahren zum 70. Geburtstag brachte es Hans-Walter Schmitt auf den Punkt: “Arbeitswille, Kontinuität, Zähigkeit, Leidenschaft, Mut und Treue zeichneten ihn aus, aber auch – und das ist sehr selten bei Kaufleuten – Flexibilität, Fortschrittsdenken und Geschäftstüchtigkeit.” Sei es auf Vereinsebene, auf Weltklasseniveau, beim Pushen einer neuen, modernen Schachvariante namens Chess960 und nicht zuletzt bei seinen Chess Tigers, überall wären wir ohne Jürgen gescheitert. Niemand weiß das besser, als unser oben

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Herbert Bastian zu Gast im Morgenmagazin

Die WM in New York ist auch eine großartige Werbung für das Schach im Allgemeinen. Beinahe täglich berichtet das Fernsehen, beispielsweise im Morgenmagazin, über das Ereignis. Heute besonders lange, war doch Herbert Bastian, Präsident des Deutschen Schachbundes zu Gast und gab dem Moderator Peter Großmann fachkundig Auskunft.   Weitere Videos von der WM

Schach-Russland trauert

Urii Eliseev (29.7.1996-26.11.2016), Mark Taimanow (7.2.1926-28.11.2016)   Nein, das WM-Match ist noch nicht (zu Ungunsten von Karjakin) entschieden – da gibt es heute (Montag) abends noch eine Partie, eventuell dann noch Verlängerung am Mittwoch. Darüber wird es natürlich noch mindestens einen Artikel geben, Thema heute sind zwei Todesfälle mit kleinen Gemeinsamkeiten und grossen Unterschieden. Beide waren russische Schachgrossmeister, beide starben Ende November 2016 – der eine in Moskau, der andere in St. Petersburg.   Die offensichtlichen Unterschiede: Urii Eliseev, im Westen wohl relativ unbekannt, starb jung und plötzlich, wenn auch (für Insider die sein anderes Hobby kannten) vielleicht nicht total

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Wilfried Hilgert ist nicht mehr unter uns

Am 11.11.2016 verstarb im Alter von 83 Jahren das Schach-Urgestein der SG Porz Wilfried Hilgert. Bis zu seinem Tod war er Mitglied in diesem Verein und es fehlte nur ein Jahr, dann hätte er 60 Jahr voll gehabt – Ein Nachruf von Werner Fischer   Wilfried Hilgert war nicht nur ein guter Schachspieler, der über 20 Jahre in der 1. Mannschaft zur Verfügung stand, sondern auch – und insbesondere – auf vielfältige Art und Weise seinem Verein mit Rat und Tat beistand. Hier sei vornehmlich sein Engagement als Mäzen, sowie Herz und Motor für die Entwicklung der SG Porz herausgestellt.

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Millionaire Chess Lotterie in Atlantic City

Dariusz Swiercz gewinnt am Ende etwa 115000 polnische Zloty Das klingt besser als 30.000$, oder? Wobei er sein Preisgeld vielleicht nicht umtauschen wird, da er (laut chess24, Colin McGourty kennt die polnische Schachszene) seit kurzem in den USA studiert. Ob ein anderer Spieler in seiner Währung Millionär wurde, habe ich nicht im Detail untersucht – nahe dran war FM Daniel Anwuli, der für den vierten Platz in der Kategorie Elo unter 2400 immerhin gut 550.000 nigerianische Naira (1800$) bekam. Ein Sieg entweder im Halbfinale oder im Match um Platz drei, und er wäre Millionär.   “Lotterie” bezieht sich darauf, dass

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Schach in Sotschi

Russische Meisterschaften im Schnell- und Blitzschach und Gedenken an Dvoretsky   Bei der Fotosuche zum Tal Memorial fand ich auf ruchess.ru nebenbei diesen Artikel – eine Gedenkveranstaltung in Sotschi zum Gedenken an Mark Dvoretsky. Klar dass Dvoretsky gewürdigt wurde, aber warum in Sotschi und nicht beim Tal Memorial in Moskau? Vermutlich weil einige, die ihn gut kannten, ohnehin vor Ort in Sotschi waren – denn da wurden auch die russischen Meisterschaften (Damen, Herren und Mannschaften) im Schnell- und Blitzschach ausgetragen.   Russland hat mehrere Schachmetropolen – neben der Hauptstadt Moskau und der alten Hauptstadt St. Petersburg auch das sibirische Khanty-Mansiysk,

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Erste Entwicklungen beim Tal Memorial

Und Mini-Nachruf für Mark Dvoretsky Berichte zu Superturnieren schreibe ich generell vor den Ruhetagen (und natürlich auch einen Abschlussbericht). Beim Tal Memorial ist bereits nach zwei Tagen der erste Ruhetag – bzw. nach zwei Nachmittagen und zuvor dem abendlichen Blitzturnier. Damit ist das Material noch relativ übersichtlich, zumal ich nicht auf alle Partien mit klassischer Bedenkzeit näher eingehen “muss”. Derzeit steht es so: Anand, Giri und Nepomniachtchi 1.5/2, Aronian, Kramnik, Li Chao und Svidler 1, Gelfand, Mamedyarov, Tomashevsky 0.5.   Wer bekommt das Titelbild? Alle drei momentan Führenden sind vielleicht überraschend: Anand, da das Blitzturnier zuvor schlecht für ihn lief,

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Raymund Stolze verlässt den Schach-Ticker

“Ich bin endgültig weg” müsste eigentlich jetzt die Überschrift lauten. Raymund Stolze ist ab sofort, nachdem er schon einmal vor einem halben Jahr zurückgetreten war, nicht mehr für den Schach-Ticker tätig. Er geht auf eigenen Wunsch. Das ganze Team wünscht ihm eine gute Zeit nach dem Schach-Ticker, der ihm offensichtlich ans Herz gewachsen war. Raymund Stolze hat mit seinen Beiträgen das Gesicht des Schach-Tickers, mit vielen anderen freiwilligen und ehrenamtlichen Redakteuren, geprägt. Der Erfolg des Schach-Tickers ist jedoch die Summe der Aktivitäten aller Mitstreiter. Keiner steht auf der Käpitänsbrücke und keiner in der ersten Reihe. Alle sind in der Bewertung

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In Memoriam [8]

Schach lebenslänglich – Zum Tode von Viktor Kortschnoi [23. März 1931 bis 6. Juni 2016] – Von RAYMUND STOLZE     Eine Begegnung der außergewöhnlichen Art im Sommer 2011: Der gerade neunjährige Eberswalder Maximilian Paul Mätzkow trifft den 80-jährigen Viktor Kortschnoi, der in Leukerbad zum fünften und letzten Mal die Schweizer Landesmeisterschaft gewinnt. (Foto: Christian Mätzkow)    

Ich bin dann mal weg …

Alles hat seine Zeit – Persönliche Gedanken zu meinem Abschied vom Schach-Ticker – Von RAYMUND STOLZE   Denke lieber an das, was du hast, als an das, was dir fehlt! Suche von den Dingen, die du hast, die besten aus und bedenke dann, wie eifrig du nach ihnen gesucht haben würdest, wenn du sie nicht hättest. Marc Aurel [121 – 180], römischer Kaiser und Philosoph     Ich liebe keine Nachrufe, denn sie stimmen mich doch irgendwie traurig. Und sie belasten sicher sogar jene, die sie schreiben müssen. Im konkreten Fall kenne ich mich jedenfalls am besten – was kein

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IN MEMORIAM 2015

Eine Schach-Ticker-Chronik zur Erinnerung an die Verstorbenen des Jahres – Redaktion RAYMUND STOLZE   Seit einigen Jahren habe ich ein Wochenend-Kurzabo der Tageszeitung DER TAGESSPIEGEL. Der Grund ist eigentlich die Freitagausgabe, wo es eine ganze Seite NACHRUFE gibt. „Vorbei – ein dummes Wort“, das Goethe-Zitat aus dem „Faust“, ist das Leitmotiv, und erinnert wird in lesenswerten Kurzportraits an Berliner, die in jüngster Zeit verstorben sind.   Beim Schach-Ticker habe ich die Rubrik „In Memoriam“ eingeführt, um aktuell zu reagieren. Einmal im Jahr wollen wir jedoch chronologisch eine Liste jener Personen veröffentlichen und, wo wir es für angemessen halten, auch kurze

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Bei anderen gelesen [36] – Schach mit Helmut Schmidt

ZEIT EXTRA vom 12. November 2015: „Ein riskantes Spiel …“  – Von ULRICH STOCK   Die wichtigste Frage, die auf der Titelseite des aktuellen ZEIT EXTRA vom 12. November 2015, der Sonderausgabe zum Tod von Helmut Schmidt [23. Dezember 1918 – 10. November 2015], gestellt wird, lautet: “Wie geht das – ohne dich?”   Und in der Unterzeile von ZEIT-Chefredakteur GIOVANNI DI LORENZO ist zu lesen: “Das Unwichtige vom Wichtigen unterscheiden, den Effekt von der Substanz, das Gefühlige vom Vernünftigen: Warum Helmut Schmidt so anders war als die meisten Politiker und viele Deutsche ihn als letztes Vorbild verehrten …“  

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Ausgelesen [19]

„The Art of SACRIFICE“  von Rudolf Spielmann, durchgesehen und ergänzt von Karsten Müller, Russell Enterprises Inc. 2015 – eine Buchempfehlung von RAYMUND STOLZE „Grandmaster Karsten Müller’s notes to the original text, along with the new material, brilliantly complements Spielmann’s classic work.“ Garry Kasparov   Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Frau Rau mich bei einem Besuch in Düsseldorf Ende 1989 dafür begeisterte, in der Schach-Praxis Reihe ihres Verlages den Klassiker „So darfst Du nicht Schach spielen“ von Eugène Snosko-Borowsky zu „modernisieren“.   Mit Rainer Knaak und Lothar Vogt hatte ich schnell zwei Großmeister gefunden, die damals mehr als

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So sehen wir das!

Warum Michael Wiemer im Dezember 2014 tatsächlich von Bord des Schach-Tickers ging…   Eigentlich hatten wir das Kapitel spätestens zum Jahreswechsel endgültig geschlossen – aus und vorbei. Dass ein Mitarbeiter von Bord geht und wo anders anheuert, ist schließlich nicht zu verurteilen.   Im Fall von Michael Wiemer, der beim Schach-Ticker die Rubrik „Im Internet gefunden…“ mehr als eineinhalb Jahre betreute, sehen wir das allerdings doch etwas anders.   Bei unseren zumeist wöchentlichen Telefonschalten, wo wir gemeinsam die laufende Woche abklärten und neue Ideen prüften, um dann an ihre Umsetzung zu gehen, teilte er uns Ende Oktober mit, dass das

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Bye, bye Judit…

Die Ungarin hat vor der Schlussrunde der Schacholympiade in Tromsö ihr Karriereende verkündet – ein Match Polgar gegen Hou Yifan wird es danach nicht mehr geben   Mein Kollege Thomas Richter ist immer für Überraschungen gut. Und so hat er in seinem Live-Bericht von der finalen Runde bei der Schacholympiade in Tromsö auch gleich eine Top-News zu Beginn verkündet. Er hatte nämlich für das Fehlen von Judit Polgar im Männer-Team der Ungarn gegen die Ukraine  die plausible Erklärung! Die Magyarin, die ein Vierteljahrhundert die Weltrangliste bei den Frauen anführte und in ihrer besten Zeit sogar unter den TOP 10 der

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Mark Crowther macht Schluss

Eine der bekanntesten und meist verlinkten Schachseiten im Internet ist "The Week in Chess" (seit 1998). Doch was wäre "The Week in Chess" ohne den eifrigen Webmaster Mark Crowther, der Woche für Woche auf seiner Seite Schachpartien zum downloaden zur Verfügung stellt. Gesponsert wird die Seite vom "Londoner Schachcenter". Während die Arbeit an der weltbekannten Seite immer mehr zunahm, waren die Einnahmen dagegen sehr mager. Alle Versuche von Mark Crowther durch mehr Service den Besuchern Freude zu bereiteten, zahlte sich dass entgegen seinen Vorstellungen nicht aus. Die Besucher einer Nachrichtenseite sind gerne bereit die Informationen anzunehmen, sprechen auch per Mail

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