Der Mann, der aus dem Nichts auftauchte …

Außenseiter Jewgeni Najer hat beste Chancen auf den 16. EM-Titel in Jerusalem, während David Navara dazu viel Glück braucht – Eine Momentaufnahme von RAYMUND STOLZE   Der heutige Freitag ist von Sonnenuntergang am wie immer im Judentum ein Ruhetag, an dem keine Arbeit verrichtet werden darf. Demzufolge wurde die vorletzte Runde der 16. Europameisterschaft in Jerusalem bereits für 11 Uhr angesetzt. Die traditionelle jüdische Sabbatfeier beginnt am Freitagabend zu Hause mit dem Sabbatsegen [Kiddusch] und einem Festmahl. Und da der Sabbat bis zum Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstag dauert, ist morgen [7. März] der zweite Ruhetag [Wer sich genau

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Europameisterschaft im Blitz- und Schnellschach 2014 (Breslau)

Mit GM Falko Bindrich und GM Artur Jussupow   Vom 19. bis 21.12. finden in der viertgrößten Stadt Polens die Europameisterschaften im Blitz- und Schnellschach statt. Am kommenden Freitag (19.12.) wird die Meisterschaft im Blitzen ausgespielt. In 11 Runden, beginnend um 11 Uhr, wird der neue Meister ermittelt. Der Sieger erhält 2000 Euro. Die Uhrzeit ist die dieselbe wie in Deutschland. Schnellschach ist am Samstag und Sonntag angesagt. Am Samstag 7 Runden ab 10 Uhr und Sonntag 4 Runden ebenfalls ab 10 Uhr.   Auszug aus der Teilnehmerliste Blitzen: 1 GM KOROBOV, Anton   UKR  2752 2 GM SAVCHENKO, Boris   RUS

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Eine vergebene Chance?!

Deutschland Vierer der Jungen wurde bei der U18-Team-EM im rumänische Iasi Sechster – Der Titel ging an die Favoriten aus der Türkei   Lassen Sie uns zu Beginn einfach einmal ein Planspiel machen. Es betrifft die gerade zuende gegangenen  U18-Mannschafts-Europameistschaft im rumänischen Iasi. Also, ich wäre als Teamchef mit dem folgenden Quartett angetreten, das ich bewusst in alphabetische Reinfolge nenne: Matthias Blübaum [Elo per 1. Juli 2510], Alexander Donchenko [2499], Rasmus Svane [2494], Dennis Wagner [2485]. Sie haben richtig vermutet, es sind unsere Schachprinzen – drei [Matthias, Rasmus und Dennis] sind 17, Alexander sogar noch ein Jahr jünger. Foto: Matthias

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„Walentina die Große“ zeigt es allen!

Der etwas andere Bericht von den 15. Frauen-Europameisterschaften im bulgarischen Plowdiw von RAYMUND STOLZE [Teil 9 und Schluss] Donnerstag,  den 17. Juli 2014   Heute hat Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren 60. Geburtstag. Ob sie wohl mit ihrem Professor Zuhause ab und zu Schach spielt? Helmut Schmidt, der dieses Amt von 1974 bis 1982 ausübte, ist bekanntermaßen ein echter Anhänger des Königlichen Spiels, wobei überliefert ist, dass seine Frau „Loki“ im Schach ihrem Mann meistens unterlag, ihn aber an der Tischtennisplatte auspunktete. Aber in diesen Familien-Duellen – egal ob auf dem Schachbrett oder  mit dem Zelluloidball ging es bestenfalls um

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Von Triumph und vergebenen Chancen …

Der etwas andere Bericht von den 15. Frauen-Europameisterschaften im bulgarischen Plowdiw von RAYMUND STOLZE [Teil 8] Mittwoch,  den 16. Juli 2014   500.000 gestern in Berlin auf der Fanmeile zum Empfang unserer stolzen Weltmeister – wow, was für ein begeisterndes Finale und für diejenigen, die dabei waren, bestimmt ein Moment für die Ewigkeit!   Aber spätestens ab heute beginnt das Leben nach der Weltmeisterschaft, wobei das ja nicht ohne Fußball sein muss. Die Einschaltquoten der Live-Übertragungen aus Brasilien signalisieren  jedenfalls: Unter den TOP 10 aller Zeiten sind vier Spiele der WM 2014, und 34,60 Millionen beim Finale Deutschland–Argentinien wird es

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Glück gehört dazu…

Der etwas andere Bericht von den 15. Frauen-Europameisterschaften im bulgarischen Plowdiw von RAYMUND STOLZE [Teil 6] Montag  den 14. Juli 2014   In Plowdiw war gestern der einzige Ruhetag – und bei mir auch, zumindest halbwegs vom Schach. Abends war Public Viewing ganz in Familie angesagt.  Auf die Fanmeile am Brandenburger Tor, wo die Kulisse auf bedrohliche 250.000 angewachsen war und diese wegen Überfüllung geschlossen werden musste, hätten mich keine zehn  Pferde hinbekommen. Fußball gucken Zuhause auf einem großen Bildschirm ist doch am schönsten! Und ehrlich gesagt, war Deutschland im verlängerten Endspiel beim 1:0 sicherlich die glücklichere Mannschaft, aber es

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Ein Tag für Zoya und Judith

Der etwas andere Bericht von den 15. Frauen-Europameisterschaften im bulgarischen Plowdiw von RAYMUND STOLZE [Teil 5] Sonnabend, den 12. Juli 2014   Heute Abend ist wieder Fußball in Brasilien, wobei immer wieder gefragt wird, welchen Sinn überhaupt so ein Spiel um Platz 3 macht. Also wenn die Gastgeber und die Niederlande ein Fußballfeuerwerk abbrennen, dann ist das doch eine tolle Werbung. Außerdem erinnere ich mich an 2006. Da gewannen wir Deutschen das eher traditionell unbedeutende „kleine Finale“ in Stuttgart gegen das  über eine Abstimmung auf der FIFA-Webseite gewählte unterhaltsamste WM-Team aus Portugal mit 3:1.  Und es wurde doch, wie das

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Saudade, Elisabeth!

Der etwas andere Bericht von den 15. Frauen-Europameisterschaften im bulgarischen Plowdiw von RAYMUND STOLZE [Teil 4] Freitag, den 11. Juli 2014   Wir müssen uns wohl damit abfinden. Schach findet nicht einmal in den Printmedien statt, oder höchstes regional. Das 42. Dortmunder Sparkassen Chess-Meeting jedenfalls sollte in Nordrhein-Westfalens Tagespresse schon wahr genommen werden.   Ansonsten geht nichts ohne Fußball-WM. Im ZDF fühlten sich gestern Abend gleich zwei Talksendungen hintereinander dem Thema verpflichtet. Maybrit  Illner ließ ihre Gäste über „Alles oder nichts – wird Deutschland Weltmeister?“ diskutieren. Darunter war allerdings mit Felix Magath  ein ausgewiesener Schachexperte. Ich hatte ihn im Herbst

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[Nicht ganz] Ohne Worte…

Der etwas andere Bericht von den 15. Frauen-Europameisterschaften im bulgarischen Plowdiw von RAYMUND STOLZE [Teil 3]   Mittwoch, den 9. Juli 2014 Was für ein Feierabend vom Schach gestern mit Fußball. Ich hatte mich fürs erste WM-Halbfinale festgelegt: 2:1 für Brasilien, denn ohne Neymar ist für Neymar. War dann aber nichts, denn alle Brasilianer standen, wenn man so will, nicht auf dem Platz. Oder war unser  deutsches Team wirklich so stark. 7:1 „Auswärtssieg“! Bei der WM-Endrunde wurden 2002 nur noch Saudi-Arabien mit 8:0 höher geputzt. Und um ein Haar wäre auch das möglich gewesen, wenn „Künstler“  Ösil eine Superchance genutzt

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Kopfbälle sind auch im Schach entscheidend!

Der etwas andere Bericht von den 15. Frauen-Europameisterschaften im bulgarischen Plowdiw von RAYMUND STOLZE [Teil 1] Sonnabend, den 5. Juli 2014   Gestern hat Deutschland mit einem 1:0 gegen Frankreich das WM-Halbfinale erreicht. Bezeichnenderweise fiel das Siegtor durch einen Kopfball. Ich denke, dass die 15. Frauen-EM, die heute in Plowdiw mit der üblichen Eröffnungsfeier um genau 19 Uhr beginnt – die Bulgaren sind eine Stunde weiter als wir und im fernen Brasilien feierten die Argentinier gerade ausgelassen  ihren 1:0-Sieg im WM-Viertelfinale gegen Belgien – im übertragenden Sinne auch durch Kopfbälle entschieden wird.   Erstmals stehen die kontinentalen Titelkämpfe unter der

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Russland – wer sonst!

Bei den 16. Europa-Mannschaftsmeisterschaften der Senioren 2014 gewinnt die Schach-Nation Nummer 1 den Titel vor Kroatien und der Slowakei   Bei den Senioren sortiert sich die Schachwelt neu. Jedenfalls ist die Altersgrenze auch in dem Teamwettbewerben nach unten hin gefallen. Bei den Mannschafts-Europameisterschaften im kroatischen Sibenik – das liegt an der bezaubernden Adriaküste im Süden des Landes – waren erstmals die S50er-Spieler zugelassen, was von den insgesamt 36 Teams aus 16 Ländern weidlich genutzt wurde. Bei Russland 1, das natürlich die Setzrangliste anführte hatte mit Semen Dvoirys, Jewgeni Gleizerow und Alexej Gawrilow gleich einmal ein Großmeister-Trio aus dieser Altersklasse aufgeboten,

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Auf der Durchreise

Deutsche Männer-Nationalmannschaft macht zwischen EM und WM einen Zwischenstopp in der Bundesliga – Arkadij Naiditsch erstmals unter den TOP 20   Für unsere Männer-Nationalmannschaft ist Dauerbelastung pur angesagt. Nach neun Runden Team-Europameisterschaft ist das Quintett Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Igor Khenkin. David Baramidze und Daniel Friedman jetzt auf der Durchreise. Vor der am 25. November im türkischen Antalya beginnenden 9. Team-Weltmeisterschaft, gibt es einen Zwischenstopp in der Bundesliga, denn am kommenden Wochenende [23./24.11.] steht der 2. Spieltag der Bundesliga mit den Runden 3 und 4 auf dem Programm.   Was den EM-Auftritt angeht, so bemerkte DSB-Sportdirektor auf meinen telefonischen Anruf

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EM-Schlussbericht

Aserbaidschan (doch nicht Frankreich) siegt bei den Herren, Ukraine bei den Damen   … aber zunächst zu den deutschen Teams, heute wieder zuerst die Damen. Am Ende wurden sie – an fünf gesetzt – Siebter, auf dem Papier noch ein akzeptables Ergebnis. Von den nominell leicht schwächeren Teams war Ungarn leicht besser (punktgleich mit besserer Wertung) und Armenien klar besser, aber das Turnier insgesamt und mögliche Gründe für den armenischen Erfolg bespreche ich erst später. Die Damen brauchten und lieferten einen Schlusspurt – wie im letzten Bericht erwähnt waren sie nach sieben von neun Runden Fünfzehnte. Beide 2,5-1,5 Siege (gegen

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Die Tücken des Schweizer Systems

EM- Abschlussbericht aus Warschau von CARMEN VOICU-JAGODZINSKY   Am heutigen Sonntag [17. November] endeten in Warschau die Europameisterschaften der Mannschaften.   Im Männerwettbewerb entrissen die Spieler aus Aserbaidschan den immer in Führung liegenden Franzosen noch die Goldmedaille, weil die gegen Russland 1,5:2,5 verloren, wodurch der Setzranglisterste zumindest noch Bronze holte.   Bei den Frauen standen die Damen aus der Ukraine schon vor der letzten Runde als neue Europameister fest und leisteten beim abschließenden 1:3 gegen Russland keinen großen Widerstand, so dass die Titelverteidigerinnen noch Platz zwei erreichten. Gastgeber Polen gewann Bronze. Turnierseite Zeitplan Startrangliste

Mannschafts-EM auf der Zielgeraden

Wer wird Europameister?   Deutschland jedenfalls nicht, das ist inzwischen offiziell – und auch auf den Platz der ihnen laut Setzliste gehört (Nummer 10 bei den Herren, Nummer 5 bei den Damen) haben die deutschen Teams mit zwei verbleibenden Runden jeweils drei Mannschaftspunkte Rückstand. Ich habe die traurige Chronistenpflicht, die letzten beiden Runden zu dokumentieren – erklären kann ich sie nicht unbedingt. Und da Deutschland (wahrlich) nicht das Mass aller Dinge ist, werde ich auch erwähnen welche Nachbarländer und welcher Wahl-Berliner mehr Grund zu Freude haben. Betrachten wir das Turnier erst durch die deutsche Brille, und beginnen bei den Herren.

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Halbzeit!

EM-Zwischenbericht [Teil 2] aus Warschau von CARMEN VOICU-JAGODZINSKY   Fünf Runden sind in Warschau jetzt gespielt. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ist es weiterhin spannend. Denn die „erste Halbzeit“ hat schon einige Überraschungen gebracht. Wer hätte bei den Herren mit einem zweiten Platz von Griechenland nach fünf Runden gerechnet? Auch Platz neun unserer Männer, die noch kein Spiel verloren haben und in der fünften Runde gegen die mitfavorisierten Ukrainer 2:2 gespielt haben, war nicht unbedingt voraus zu sehen gewesen. Schließlich spielen die rumänischen Männer ohne Liviu-Dieter Nisipeanu, der als Eröffnungstrainer von der deutschen Konkurrenz verpflichtet wurde.

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Gemischte Gefühle

EM-Zwischenbericht [Teil 1] aus Warschau von CARMEN VOICU-JAGODZINSKY   Drei Runden haben wir in Warschau bei den 10. Europa-Mannschaftsmeisterschaften der Frauen hinter uns gebracht. Mit einem ausgeglichenen Punktekonto kann mein Team aus Rumänien nicht ganz zufrieden sein. Nach dem souveränen 4:0-Auftakt gegen die Schweiz folgte ein leistungsgerechtes Unentschieden gegen Serbien, bei dem ich pausierte.   Das Spiel gegen Polen in der dritten Runde hätten wir jedoch nicht verlieren müssen. Alina L´Ami brachte uns an Brett 2 mit einem souveränen Sieg gegen Jolanta Zawadzka in Führung. In den anderen drei Begegnungen standen wir jedoch ständig unter Druck. Leider fand Irina Bulmaga

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Geld schießt nicht immer Tore…

Beim 29. Schach-Europapokal scheiterte das Dream-Team SOCAR aus Aserbaidschan sensationell , die „Weltauswahl“ der Frauen aus Monaco war dagegen konkurrenzlos   Zugegebener Maßen, die Schlagzeile ist nicht ganz korrekt wiedergegeben. Die Fußball-Trainerlegende Otto Rehhagel [ http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Rehhagel] , der sich in Bremen ein Denkmal gesetzt hat, der mit dem 1. FC Kaiserslautern als Aufsteiger Deutscher Meister wurde und mit Griechenland 2004 sensationell Europameister, hatte trotzig gesagt: „ Geld schießt keine Tore!“. Was der Fußball-Philosoph uns mitteilen wollte, war, dass der sportliche Erfolg in der Fußball-Bundesliga nicht vom Etat des jeweiligen Klubs abhängt.   Wie wir längst wissen, ist das natürlich nicht

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Swidler feiert siebten Sieg im „Wohnzimmer“

Baden-Badener Bundesligaspieler erneut russischer Meister Von Hartmut Metz   Was für Boris Becker früher Wimbledon im Tennis gewesen ist, scheint für Peter Swidler die russische Schach-Meisterschaft zu sein: sein „Wohnzimmer“. Becker sicherte sich mit 17 erstmals im Mekka des weißen Sports den ersten Titel – der 37-jährige Swidler feierte 1994 fast genauso früh das erste Championat im Land der Schach-Supermacht. Der Russe spielt allerdings weit konstanter als der einstige deutsche Nationalheld: Der St. Petersburger gewann nun in Nischni Nowgorod zum siebten Mal die Meisterschaft! Diesmal ging es jedoch knapper als sonst zu. Zwar führte der ehemalige Weltranglistenvierte fast durchweg vor

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Ohne deutsche Spitzenklubs

Beim 29. Europa-Cup der Vereinsmannschaften ist Titelverteidiger SOCAR Baku aus Aserbaidschan Favorit – der amtierende Deutscher Meister Baden-Baden verzichtet auf die Teilnahme   Genau genommen ist es der 30. Europa-Cup der ab Freitag auf Rhodos ausgetragen wird – zumindest für die Männer, oder wie es richtig heißt, in der Offenen Klasse. Vom 2 bis 10. Mai 1956 fand die eigentliche Premiere dieses Wettbewerbs in Belgrad statt . Auf der sehr empfehlenswerten Homepage http://www.olimpbase.org/ finden Sie unter dem Eintrag CONTINENTAL TEAM CHAMPIONSHIPS die komplette Chronik mit allen wichtigen Statistiken beim Ordner European Team Ch. .   Was den Anfang angeht, so

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