Wieder Spannung in Wijk aan Zee

In beiden Turnieren schien bereits eine Vorentscheidung gefallen: ein Spieler hatte einen vollen Punkt Vorsprung auf alle anderen. Aber der ist eventuell dahin, wenn man dann eine Partie verliert – garantiert, wenn man gegen einen direkten Verfolger verliert. So kam es in Runde 8 in beiden Gruppen bzw. betrifft Niederlage gegen einen direkten Verfolger bei den Masters. Zwischenstand Masters: Giri, Carlsen, Mamedyarov 5.5/8, Kramnik und So 5, Anand und Karjakin 4.5, Svidler und Matlakov 4, Jones 3.5, Wei Yi und Caruana 3, Adhiban 2, Hou Yifan 1. Beinahe kam es auch zum Zusammenschluss am Tabellenende, aber dann gewann – aus

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1. Kissinger Schachzauber 2018 – Sieger: GM Andreas Heimann

Text: Dr. Stefan Lang – Nach einem Eröffnungsfehler stellte FM Dr. Hofstetter seinen Widerstand gegen GM Teske etwas früh nach nur 12 Zügen ein. Nach 30 Zügen ergab sich bei IM Sukandar und GM Heimann (Bild) eine dreimalige Stellungswiederholung, die Letzterem schon einmal den Turniersieg nach Wertung sicherte. GM Khotenashvili packte in ihrer Partie gegen GM Prusikin mit Schwarz die scharfe moderne Benoni-Eröffnung aus und gab damit zu verstehen, auch mit Schwarz auf Gewinn spielen zu wollen. Sie geriet allerdings in einer komplizierten Stellung in starke Zeitnot und lebte ab dem 25. Zug von den Bonussekunden. Nachdem ihr Gegner an einer

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Tata Steel Runde 4 und 5 (Hilversum) UPDATE

Diesmal umgekehrt: erst ein normaler Rundenbericht zu Wijk aan Zee und dann ein Reporter-Reisebericht zu und aus Hilversum. Fotografiert haben diesmal neben Alina l’Ami auch Harry Gielen und Thomas Richter (letzterer vielleicht mehr Quantität als Qualität, es gehört zum Reisebericht dazu). Zuerst der aktuelle Zwischenstand bei den Masters: Giri, Anand, Mamedyarov 3.5/5, Kramnik, Carlsen, So 3, Wei Yi, Karjakin, Matlakov, Jones, Svidler 2.5, Caruana 1.5, Adhiban 1, Hou Yifan 0.5. Einige machten also Fortschritte (vorne vor allem Mamedyarov), andere nicht: nach derzeitigem Stand heisst der Turniersieger nicht Fabiano Caruana, Hou Yifan hat noch mehr Nachholbedarf. Erwähnenswert hier noch, dass Carlsen

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Tata Steel nach drei Runden

Der erste Bericht über und auch aus Wijk aan Zee diesmal erst nach der dritten Runde, vorher schaffte ich es zeitlich nicht. Dabei werde ich den Reisebericht vom Samstag mit “normalen” Berichten zu den beiden anderen Runden kombinieren. Zunächst die jeweiligen Zwischenstände: Masters Anand und Giri 2.5/3, Mamedyarov, Jones, Carlsen 2, Karjakin, So, Svidler, Kramnik 1.5, Caruana, Wei Yi, Matlakov 1, Hou Yifan und Adhiban 0.5. Noch werden ja zehn Runden gespielt. Wenn es bei dieser Reihenfolge bleiben sollte, würde Anand oder Giri (wer auch immer den dann fälligen Stichkampf gewinnt) “Schachgeschichte schreiben”. Anand wäre dann sechsmaliger Sieger in Wijk

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Tata Steel Chess Vorschau

Alle Jahre wieder im Januar in Wijk aan Zee – seit 2014 für die Teilnehmer der A-Gruppe (und damit auch viele Journalisten) zwei Runden anderswo in den Niederlanden. Tradition ist inzwischen auch, dass 12 der 14 Teilnehmer der A-Gruppe (offiziell “Tata Steel Masters”, die B-Gruppe heisst “Challengers”) frühzeitig bekannt gegeben werden und dass es dann oft – hier und anderswo – bereits erwähnt wird, aus meinem eigenen Vor-Vorbericht werde ich später zitieren. Tradition ist bei mir mittlerweile auch, dass ein Spieler, der nicht zum engeren Favoritenkreis zählt, das Titelbild bekommt – dazu gleich mehr. Zuerst das, was Leser wohl gerne

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Svidler Svidler Svidler Svidler Svidler Svidler Svidler Svidler

Zum Glück wurde nicht Nepomniachtchi – der dieses Jahr zugunsten von London auf das Turnier verzichtete – achtfacher russischer Meister, denn dann hätte die Überschrift Überlänge. Das gälte auch für Goryachkina – bisher bzw. nun zweifache russische Meisterin, aber sie ist ja noch jung (Svidler zumindest vergleichsweise nicht mehr). In beiden Turnieren lagen lange andere vorne, Svidler schien nach zwei Runden (Niederlage gegen Dubov) und auch noch nach neuneinhalb von zunächst elf (Zwischenstand gegen den lange führenden Fedoseev) aus dem Meisterrennen. Dann durfte bzw. musste er noch zwei weitere (Schnell-)Partien spielen, und dreizehn war seine Glückszahl – galt auch für

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Carlsen (Chess Tour), Caruana (London Classic), irgendwie ….

In der zweiten Hälfte des London Classic insgesamt mehr Aufregungen, teilweise auch in Remispartien, und mehr Entscheidungen. Letzteres lag auch daran, dass mehr gepatzt wurde – das gefällt der Chess Tour, deshalb wird in London 2018 voraussichtlich noch mehr gepatzt. Nur einer remisierte konsequent, am Ende alle neun Partien: Hikaru Nakamura. Er bekommt allerdings nicht das Titelbild, sondern Caruana – der und Nepomniachtchi remisierten an neun Spieltagen ebenfalls neunmal, allerdings über mehr als neun Partien. Fotos vor allem von Lennart Ootes, gelegentlich (dann angegeben) von anderen. Lange “gehörte” das Titelbild Nepomniachtchi, dann kam es anders. Um eingangs noch drei Spieler

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Fedoseev führt bei der russischen Meisterschaft

Perfekt ist er inzwischen nicht mehr – auch er hat einmal Remis gespielt, auch das gibt es in diesem Turnier und niemand (nicht einmal Gunina bei den Damen) ist dagegen komplett immun. Dubov konnte anfangs mithalten – beide begannen mit 3/3, aber in Runde vier und fünf erzielte der Moskauer jeweils einen halben Punkt weniger als der Sankt Petersburger (gemeint ist nicht Svidler, der ist momentan geteilter Dritter). So steht es zum Ruhetag: Fedoseev 4.5/5, Dubov 3.5, Svidler und Vitiugov 3, Tomashevsky, Riazantsev, Inarkiev, Sjugirov 2.5, Matlakov und Malakhov 2, Volkov und Romanov 1. Ein Grund für die relativ niedrige

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Remisserie in London

Zwei von bisher fünfundzwanzig Partien hatten dann doch Sieger und vor allem Verlierer. Zweimal profitierte Caruana – einmal davon, dass sein Gegner von Anfang an (für GM- bis Weltklasse-Verhältnisse) schlecht spielte, einmal davon dass der andere irgendwann den Faden verlor. Damit müsste ich eigentlich dem Italo-Amerikaner das Titelbild geben, aber – so sehe ich es – nicht er sondern Karjakin sorgte für ein Ende der Remisserie. Der Zwischenstand vor dem bzw. am Ruhetag zeigt, wer neben Karjakin dann auch lieb war zu Caruana: Caruana 3.5/5, Vachier-Lagrave, So, Nakamura, Nepomniachtchi, Adams, Carlsen, Aronian 2.5, Karjakin und Anand 2. Dieses Foto aus

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Russische Meisterschaften in St. Petersburg

Die Schachwelt schaut momentan nach London – Russland sicher auch, u.a. weil da auch zwei Russen mitspielen. Aber parallel schaut Russland wohl ab morgen auch nach St. Petersburg, auch da wird auf hohem Niveau Schach gespielt – “hoch” heisst zwar nicht top10, aber doch knapp darunter. Dass nicht alle Teilnehmer Elo über 2700 haben, hat mehrere Gründe: Russland hat in dieser Kategorie momentan nur elf Spieler, aber die Landesmeisterschaft ist ein Turnier mit zwölf Teilnehmern. Ausserdem haben neben Karjakin und Nepomniachtchi (in London beschäftigt) offenbar auch Kramnik und Grischuk verzichtet. Ausserdem konnten sich “schwächere” Spieler (alle immerhin noch über 2600)

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Vorschau zum London Chess Classic

Demnächst wird dieses Auditorium im Londoner Olympia Conference Centre anders aussehen: auf den Stühlen zahlende Zuschauer (20£ pro Tag oder 80£ für das gesamte Turnier – es sei denn man wohnt in Grossbritannien und ist U25 und/oder weiblich, dann ist es gratis), auf der Bühne auch Stühle und Tische wobei diese zehn geladenen Herren – egal wie sie abschneiden – einen fünfstelligen Betrag verdienen werden (in $, schliesslich ist die Chess Tour organisatorisch amerikanisch dominiert). Näheres zum Finanziellen später. Ausserdem an den Wänden grosse Logos, und im Hintergrund wohl wieder Liveübertragung der Partien. Neben Geld – ausser für dieses Turnier

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Mamedyarov und Grischuk “Sieger” des Palma Grand Prix

Moment mal, sie haben doch gar nicht mitgespielt? Ja, aber die tatsächlichen Teilnehmer in Palma de Mallorca spielten am Ende so, dass die Zuschauer Mamedyarov und Grischuk Platz eins und zwei in der Grand Prix Gesamtwertung behielten und sich damit für das Kandidatenturnier qualifizierten. Ob sie das absichtlich taten oder nicht, vom massgeblich beteiligten Dmitry Jakovenko hinterher ein “gemischtes” Statement, aber da muss sich der Leser noch etwas gedulden. Das Titelbild stammt daher aus dem Archiv – Grischuk und Mamedyarov beim vorherigen GP-Turnier in Genf. Wenn ich statt beiden zusammen nur individuelle Fotos hätte, würde es Grischuk – da er

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Palma Grand Prix: Aronian wieder Spielverderber für MVL?

Mit welcher Einstellung gingen die achtzehn Spieler in das Turnier? Zwei können und wollen sich noch für das Kandidatenturnier qualifizieren. Maxime Vachier-Lagrave bzw. sein Ghostwriter hat sich auf seiner Homepage dementsprechend geäussert, die Vorschau im Auftrag beginnt mit “C’est la dernière chance. Le finish d’une année 2017 haletante mais éprouvante” [Das ist die letzte Chance. Das Ende des ebenso atemberaubenden wie anstrengenden Jahres 2017]. Dann wird der Rechenschieber bemüht, was andere auch machten: Wie kann MVL sich für das Kandidatenturnier qualifizieren, und wie würde es nicht reichen? Teils liegt es ja auch daran, was sein Konkurrent Radjabov im selben Turnier

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Eliseev Memorial: Schönheit oder Effizienz? (UPDATE)

UPDATE ist ein kleines Facebook-“Interview” mit Daniil Dubov am Ende dieses Artikels. Das Eliseev Memorial oder “Turnier zu Ehren von Eliseev” war bzw. ist (nach dem Ruhetag am Montag gibt es noch eine zweite Runde mit teils denselben, teils anderen Spielern) ein etwas anderes Turnier. Also bekommt es auch einen etwas anderen Bericht – angefangen mit dem Titelfoto: es zeigt nicht etwa den Turniersieger der ersten Hälfte, sondern – zusammen mit Urii Eliseev – den Teilnehmer, der vielleicht am “schönsten” spielte, dafür bzw. damit allerdings in fünf Runden nur einen halben Punkt erzielte. Gemeint ist Mikhail Antipov, Sieger der ersten

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Showdown auf Mallorca

Offiziell heisst das Turnier “FIDE Grand Prix”, allerdings steht da mehr auf dem Spiel als beim sogenannten Champions Showdown in Saint Louis. Jedenfalls für zwei der achtzehn Teilnehmer, die ich nun mal nach derzeitigem Stand in der GP-Gesamtwertung sortiere: Radjabov, Ding Liren, Vachier-Lagrave, Nakamura, Svidler, Giri, Li Chao, Jakovenko, Harikrishna, Riazantsev, Eljanov, Vallejo, Gelfand, Rapport, Tomashevsky, Aronian, Hammer, Inarkiev. Nach Elo sind sie – auch das hat Wikipedia im Angebot – etwas anders sortiert, z.B. ist da Aronian die Nummer eins und Radjabov die Nummer sieben. Aronian kann es dabei inzwischen verkraften, dass er in der Grand Prix Serie –

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Starkes Feld bei der 80. Auflage von Tata Steel Chess

Das Teilnehmerfeld der 80. Auflage von Tata Steel Chess in Wijk aan Zee (zwei Runden anderswo) ist weitgehend bekannt. “Gerüchte” bzw. Hinweise gab es schon zuvor: Karjakin sagte irgendwo-irgendwann, dass er “im Januar” ein Turnier spielt, Kramnik sagte beim Europacup für Vereinstems, dass er nach mehreren Jahren mal wieder in Wijk aan Zee spielt. Neueste Entwicklungen sah ich zunächst hier und da auf Twitter, auf der Turnierseite ist es dagegen etwas versteckt: Unter ‘Players’ steht nach wie vor “The Tata Steel Masters of 2018 will be announced soon. You can find an overview of the Tata Steel Masters of 2017

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2017 Fall Chess Classic mit GM Georg Meier

Es ist in diesem Jahr das Letzte von 4 Turnieren und ist mit aufstrebenden Internationalen Meistern- und Großmeistern besetzt. Insgesamt nehmen 10 Spieler an diesem an diesem Rundenturnier teil .a. der deutsche Spieler Georg Meier (2649). Der größte Erfolg von Georg Meier war der Gewinn der Europameisterschaft mit der Mannschaft im Jahr 2011. Beim Super-Turnier in Dortmund im Jahr 2014 schlug er mit den schwarzen Steinen keinen Geringeren als Vladimier Kramnik. Georg Meier studierte in den USA und beendete sein Studium mit einem Bachelor-Abschluss und einen Master-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Stockholm School of Economics in Schweden. Hier die Teilnehmer

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Aronian dominiert in Saint Louis

Da Levon Aronian bereits das Titelbild zum letzten Bericht (nach drei Tagen Schnellschach) hatte und da ein anderer das Blitzturnier gewann – allerdings zuviel Nachholbedarf hatte um ganz vorne zu landen – zeige ich Aronian nun eingangs gemeinsam mit Karjakin. Alle Fotos wieder ab Turnierseite über Flickr, die meisten von Lennart Ootes, einige (dann gekennzeichnet) von Austin Fuller. Den Endstand bringe ich doppelt, erst  ingesamt und dann noch einmal aufgebröselt. Untertitel dieses Beitrags wären “Karjakin dreht auf im Blitz” und “Kasparov hat noch einen guten Tag”. Das kam insgesamt dabei heraus: Aronian 24.5/36, Karjakin und Nakamura 21.5, Nepomniachtchi 20, Caruana,

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Aronian Schnellschach-Sieger in Saint Louis, Kasparov spielt da auch

Manchmal sind meine Turnierberichte unkonventionell, diesmal ist er – im Vergleich zur kommerziellen Konkurrenz – konventionell: Ich schreibe weitgehend zum Turnier, andere vor allem über einen Spieler, nur weil der früher mal Weltklasse war. Im Titel erwähne ich beide – aber das Titelfoto bekommt Levon Aronian, da er nach (vor allem aber nicht nur für ihn) wechselhaftem Turnier momentan führt. Schnellschach ist nun vorbei, es folgt ein doppelrundiges Blitzturnier. Alle Fotos ab Turnierseite über Flickr – Fotograf vor allem Lennart Ootes, gelegentlich (dann erwähnt) auch Austin Fuller. So steht es momentan: Aronian 12/18, Caruana und Nakamura 11, Nepomniachtchi 10, Dominguez

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Saint Louis Rückblick und Ausblick

Wie versprochen gibt es nun noch einen Rückblick auf Sinquefield Cup 2017 insgesamt, sowie dann einen Ausblick auf das nächste Turnier in Saint Louis. Da spielen zehn Grossmeister – sechs von zehn aus diesem Turnier und vier andere – an fünf Tagen gleich dreimal gegeneinander. Die Qualität der Partien wird darunter vermutlich leiden, zugunsten des Unterhaltungswerts. Warum einige es gar als den Höhepunkt das Schachjahrs betrachten/bezeichnen, da muss der Leser sich noch etwas gedulden – es sei denn er ahnt oder weiss, worauf ich anspiele. Fotos wieder ab Turnierseite von Lennart Ootes. Vachier-Lagrave hatte schon zweimal das alleinige Titelfoto, nun

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