MVL gewinnt Sinquefield Cup und verhindert Stichkampf-Unsinn

Der Franzose mit Doppelname und Elo ca. 2800 (nun wieder ein kleines bisschen mehr) führte zum Ruhetag alleine. Dabei blieb es auch nach Runde 6, aber nach Runde 7 bekam er Gesellschaft von den “Altmeistern” Anand und Aronian. Carlsen war ohnehin in Schlagdistanz, nach Runde 8 konnte auch Karjakin diese erreichen. Diese fünf Spieler konnten nun noch Turniersieger werden, mit oder auch ohne Stichkampf. Ich habe generell nichts gegen Stichkampf im Schnell- und/oder Blitzschach, wobei es für mich auch OK ist, bei Punktgleichheit den Turniersieg zu teilen – Stichkämpfe waren manchmal spannend und gehaltvoll, manchmal auch anti-klimaktisch. Fragwürdig waren dagegen

Weiterlesen…

Vachier-Lagrave führt in Saint Louis

Warum eigentlich? Unter anderem bzw. vor allem lag es an einer Partie, die er gewann weil er zuvor auf Verlust stand, und die sein prominenter Gegner demnach verlor weil er nach langem Manövrieren endlich – aber dann nur vorübergehend – auf Gewinn stand. Wie das zustande kam, gegen wen er in dieser Runde spielte (alle Teilnehmer des Sinquefield Cups sind “prominent”), wie das anderswo teilweise beschrieben wurde – da muss der Leser sich noch etwas gedulden, es sei denn er kennt andere Quellen zum Turnier. Was zählt sind letztendlich die erzielten Punkte und nicht die “möglichen”, nach fünf von neun

Weiterlesen…

Sinquefield Cup Vorschau

Ab Mittwoch wird in Saint Louis wieder Schach gespielt – bzw. das war auch letzte Woche der Fall, mit Spielern die elomässig und auch in einer anderen Kategorie noch Nachholbedarf haben. Aus aktuellem Anlass sortiere ich das Teilnehmerfeld des Sinquefield Cups mal nach Anzahl Kindern sowie (Tiebreak) gefühlter Wahrscheinlichkeit, dass sie in absehbarer Zeit (nochmals) Vater werden: Karjakin 2, Svidler 2, Anand 1,  Aronian und Nakamura, Caruana, Carlsen, So/Vachier-Lagrave/Nepomniachtchi. Zu Karjakin siehe gleich – da ist am ehesten/schnellsten vorstellbar, dass er dreifacher Vater wird (mit derselben Mutter oder vielleicht einer anderen – man weiss nie was im Leben noch passiert).

Weiterlesen…

Biel lief nach Wunsch für Hou Yifan

Die Veranstalter des Biel International Chess Festivals (bzw. das Budget das sie zur Verfügung hatten?) haben das Teilnehmerfeld des GM-Turniers so ausgewählt, dass Hou Yifan durchaus eine Chance auf 50% und eventuell mehr in einem Rundenturnier mit/gegen Männer hatte. Dass es dann deutlich mehr und der Turniersieg wurde, da musste einiges passen. Empirisch kann man bei “Hou Yifan unter Männern” nun sagen “alle fünf Jahre wieder” – bzw. genauer gesagt “alle fünfeinhalb Jahre”, nächstes Mal vielleicht Gibraltar 2023. Die Veranstalter haben ja bereits signaliert, dass sie – trotz dem Theater das sie dieses Jahr veranstaltete – weiterhin willkommen ist, zwei

Weiterlesen…

Bieler Schachfestival: GM Nico Georgiadis auf Wolke 7

Drei Unentschieden, ein Sieg und Rang 2 nach vier Runden des Grossmeisterturniers! Markus Angst (Schweizer Schachbund) – Der Schweizer Nico Georgiadis (Schindellegi) schwimmt bei seinem ersten Turnier als Grossmeister auf einer Erfolgswelle. Nach vier Runden des Grossmeisterturniers am Bieler Schachfestival liegt der 21-jährige Schwyzer als Nummer 9 der Startrangliste mit 2½ Punkten und nur einem halben Punkt Rückstand auf Leader GM Etienne Bacrot (Fr) gemeinsam mit drei anderen Spielern sensationell auf dem 2. Platz. Nach drei Unentschieden gegen die Startnummer 2 GM David Navara (Tsch), den topgesetzten GM Pentala Harikrishna (Ind) und GM Etienne Bacrot (Fr) feierte Georgiadis in der

Weiterlesen…

Gold, Silber und Bronze für Deutschland bei der Makkabiade

Frank Hoppe vom DSB – Nach der Silbermedaille bei der 20. Makkabiade in Jerusalem im Blitzschachturnier am 8. Juli hinter GM Alexander Moisejenko konnte Georg Meier die Plätze im neunrundigen GM-Turnier, welches am 14. Juli endete, mit Moisejenko tauschen – Gold! Der deutsche Medaillensatz wird komplettiert durch Bronze von Daniel Savchenko im 20-köpfigen Juniorenturnier, welches im 150 km von Jerusalem entfernten Haifa stattfand.   Ergebnisse:   Junioren 15-18 Jahre in Haifa: Tamar Yukelson und Daniel Savchenko GM-Turnier A (ab Elo 2500): GM Georg Meier GM-Turnier B: GM Gennadi Ginsburg Offenes Turnier (bis Elo 2300): Margaryta Paliy und Lev Lukovski Frank

Weiterlesen…

Radek “Chancentod” Wojtaszek gewinnt trotzdem in Dortmund

Der Titel ist – für einen alleinigen und durchaus verdienten Turniersieger – zumindest ungewöhnlich; allerdings hatte sich Wojtaszek nach Runde 6 selbst über mangelnde Chancenverwertung beklagt (und meinte damit sich selbst, vielleicht auch andere Dortmund-Teilnehmer). Warum klappte es trotzdem? Weil Nisipeanus Dortmund-Serie in der letzten Runde riss, und weil diesmal 4,5/7 für den alleinigen Turniersieg reichte. Damit ist Wojtaszek quasi Nachfolger von Arkadij Naiditsch (2005), Vladimir Kramnik (2006) und Peter Leko (2008) – auch in diesen Jahren reichte +2 für den alleinigen Turniersieg, sonst generell nicht. Als relativer Aussenseiter, der dann das Turnier gewann, ist er Nachfolger von – neben

Weiterlesen…

Sparkassen-Chess-Meeting: Bilanz von Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe

Täglich 100.000 im Netz „live“ dabei –  Metzing regt Deutsches Schachmuseum in Brückstraße an. Das Wladimir Kramnik gewidmete 45. Sparkassen Chess-Meeting hat weltweit in den Medien erneut eine außergewöhnliche Resonanz gefunden. Neben der eigenen Homepage wurde das Turnier auf sechs weiteren internationalen Internet-Plattformen (chessbase, Chess 24, followchess, chess.com, chesspro.ru und argedrez.com) live – mit einer „taktischen“ 15-minütigen Zeitverzögerung – übertragen. Wie Guido Kohlen, der Internet-Experte der Veranstaltung unterstreicht, waren täglich mindestens 100.000 Schachfans auf allen Kontinenten in Dortmund als Kiebitze mit dabei. Damit hat sich die bisherige Reichweite verdoppelt. Weitere Online-Präsenz gab es zudem bei Twitter und Facebook. Auch auf

Weiterlesen…

Der Chancentod beehrt das Orchesterzentrum

Text und Fotos: IM Georgios Souleidis – Es sollte einfach nicht sein. Trotz zahlreicher Chancen gab es wie in den Runden drei und vier auch in in der sechsten Runde des Sparkassen Chess-Meetings keinen Sieger. Radoslaw Wojtaszek vergab eine Gewinnstellung gegen Matthias Blübaum und Maxime Vachier-Lagrave konnte gegen Wladimir Fedoseev seinen Mehrbauern nicht verwerten. Wladimir Kramnik suchte gegen Wang Yue seine letze Chance, um auf der Zielgeraden ganz nach vorne zu stoßen, doch die Remisbreite wurde nie überschritten. Ähnliches gielt für die Partie zwischen Liviu-Dieter Nisipeanu und Dmitry Andreikin.   Beim Sparkassen Chess-Meeting aber auch generell im Spitzenschach ist eine

Weiterlesen…

Tag der Endspiele

Text und Fotos: IM Georgios Souleidis – In der fünften Runde des Sparkassen Chess-Meetings sahen die Zuschauer wieder spannende Partien, die alle spät im Endspiel eine Entscheidung fanden. Den einzigen Sieg verbuchte Wang Yue dank eines starken Freibauern gegen Matthias Blübaum. Wladimir Fedoseev verpasste nach einer aufregenden Partie gegen Liviu-Dieter Nisipeanu den vollen Zähler. Maxime Vachier-Lagrave besaß leichte Stellungsvorteile, teilte sich aber den Punkt gegen Wladimir Kramnik. Die Führung im Klassement übernahm Radoslaw Wojtaszek nach dem Unentschieden gegen Dmitry Andreikin. Zwei Runden vor Schluss ist das Rennen um den Turniersieg indes völlig offen. Wladimir Kramnik dürfte sich im Rennen um

Weiterlesen…

Sparkassen-Chess-Meeting: Dramatik pur in der vierten Runde

Text und Fotos: Georgios Souleidis – Die Besucher der vierten Runde des Sparkassen Chess-Meetings kamen voll auf ihre Kosten. Sie erlebten hochklassiges Schach mit vier spannenden und ausgekämpften Partien. Nach einem dramatischen Kampf und sage und schreibe 7,5 Stunden teilten sich Matthias Blübaum und Dmitry Andreikin den Punkt. Dem Sieg nahe war Radoslaw Wojtaszek gegen Wladimir Fedoseev, musste aber nach 102 Zügen ins Remis einwilligen. Liviu-Dieter Nisipeanu und Wladimir Kramnik trennten sich nach einem sehenswerten Schlagabtausch unentschieden genau wie Maxime Vachier-Lagrave und Wang Yue, nachdem der französische Großmeister nichts gegen die Russische Verteidigung des Chinesen ausrichten konnte.     Maxime

Weiterlesen…

Wei Yi dominiert in Danzhou

Zum Danzhou Super GM Turnier für Chinesen und geladene Gäste beginne ich mal mit dem Endstand: Wei Yi 6.5/9, Le Quang Liem und Ding Liren 5.5, Naiditsch, Wang Hao, Yu Yangyi 5, Ivanchuk 4.5, Ponomariov 3.5, Lu Shanglei 2.5, Malakhov 2. Einer hat sich oben abgesetzt, gleich drei konnten sich unten absetzen und die waren auch für 12 von 15 entschiedenen Partien im Turnier zuständig. Daraus erzielten sie einen Punkt – Ponomariov besiegte Malakhov. Die sieben anderen spielten untereinander vor allem Remis, Ausnahmen drei Partien in Runde fünf bis sieben: Wei Yi – Yu Yangyi 1-0, Ivanchuk – Ding Liren 1-0,

Weiterlesen…

Radjabov am Ende alleiniger Sieger in Genf

Das schaffte der “andere Azeri” mit der richtigen Mischung aus ab und zu gewinnen und in anderen Runden remis spielen, gerne auch mal kurzzügig. Die Remispartien dauerten 25, 21, 17, 41, 12 und 44 Züge – gegen Grischuk und Nepomniachtchi war es gehaltvoll ausgekämpft, nicht nur gegen Landsmann Mamedyarov eher nicht. Aber er hat auch dreimal gewonnen und dann kann man nicht unbedingt meckern, ausser man meckert ohnehin gerne. Drei Siege schafften auch Nepomniachtchi und Eljanov, aber die blieben nicht ungeschlagen. Das ist der Endstand: Radjabov 6/9, Grischuk und Nepomniachtchi 5.5, Mamedyarov, Giri, Svidler, Adams, Li Chao, Riazantsev, Harikrishna 5,

Weiterlesen…

Sparkassen Chess-Meeting 2017: Wladimir Kramnik gewidmet

Jedes Sparkassen Chess-Meeting besitzt eine eigene Charakteristik, erzählt eine eigene Geschichte. 2017 setzt dabei ein besonderes Glanzlicht: Die Veranstaltung, die vom 15. – 23. Juli 2017 im Orchesterzentrum NRW in der Brückstraße 51 stattfinden wird, ist einem der bedeutendsten Schachspieler aller Zeiten gewidmet: Wladimir Kramnik. Der Grund: Seit genau 25 Jahren gibt es eine Schachliaison zwischen dem dreifachen Weltmeister und der Turnierstadt Dortmund. Beim berühmten Chess-Meeting 1992 spielte das damals gerade 16-jährige Schach-Talent Wladimir Kramnik zum ersten Mal in Dortmund. In der Westfalenhalle II kämpften die Kasparow, Iwantschuk und Co. um den Turniersieg. Eine Etage tiefer, in der Schwemme der

Weiterlesen…

2. Chess Stars Cup (Iran)

Der 2. Stars Cup findet vom 11. bis 18. Juli 2017 in der Anzali Free Zone, Iran, statt. Das Turnierformat ist ein Scheveninger System, das sieben eingeladene internationale Großmeister gegen sieben der besten iranischen Spieler gegeneinander antreten lässt. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für die ersten 40 Züge, gefolgt von 30 Minuten für den Rest der Partie, mit einem 30-Sekunden-Zeitzuschlag ab dem ersten Zug. Es gab auch ein Blitz-Schach-Event am ersten Tag. Bedenkzeit 3 Minuten für das gesamte Spiel, plus ein 2-Sekunden-Inkrement beginnend vom ersten Zug. Die Veranstaltung wird von der Guilan Chess Association unter der Schirmherrschaft des iranischen Schachverbandes

Weiterlesen…

Radjabov überrascht beim FIDE Grand Prix

Fünf Runden sind in Genf gespielt, nun ist der erste Ruhetag für alle. Einige gönnten sich vielleicht einen gemeinsamen privaten Ruhetag – wobei die Remisquote, jedenfalls zu Beginn, niedriger war als zuvor in Sharjah und Moskau und auch nicht alle Kurzremisen (nach Zügen) kräfteschonend heruntergeblitzt wurden. Einer gewann zu Beginn gleich doppelt und macht seither das, was er nachweislich kann: Remis spielen. Ein anderer hat ihn so eingeholt, und damit wiederholt sich die Grand Prix Serie: Auch in Sharjah und Moskau führte nach fünf Runden ein Azeri zusammen mit einem Nicht-Azeri. In Genf steht es nach fünf Runden so: Grischuk

Weiterlesen…

Superturniere im Juli

Derzeit läuft die Schnell- und Blitzschachshow im belgischen Leuven, darüber wird der Schachticker natürlich berichten. Aber nun schon einmal eine Vorschau auf den Monat Juli, da tut sich einiges: Drei der Leuven-Teilnehmer sitzen am 6. Juli bereits wieder am Brett, für einen ist die An- bzw. Weiterreise weniger kompliziert als die Anreise nach Leuven ab Khanty-Mansiysk. Ein vierter hat eine etwas längere Reise zu seinem nächsten Turnier, das am 9. Juli beginnt. Zwei weitere haben knapp zwei Wochen Pause und können sicher zwischendurch zu Hause vorbeischauen, einer wird vielleicht gar bei einem der in diesem Beitrag genannten Turniere kibitzen. Noch

Weiterlesen…

FIDE Grand Prix in Genf (6.–15. Juli)

18 Weltklassespieler kämpfen um zwei Tickets für das Kandidatenturnier 2018 Markus Angst – Das Hotel «Le Richemond» in Genf an den Gestaden des Lac Léman ist vom 6. bis 15. Juli (mit Ruhetag am 11. Juli) Schauplatz eines schachlichen Leckerbissens. 18 Weltklassespieler kämpfen im dritten von insgesamt vier FIDE-Grand-Prix-Turnieren um zwei Tickets für das Kandidatenturnier 2018. Genf ist nach Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate), wo GM Alexander Grischuk (Rus), GM Maxime Vachier-Lagrave (Fr) und GM Shakhriyar Mamedscharow (Aser) gemeinsam mit je 5½ Punkten gewannen, und Moskau (Russland), wo sich Liren Ding (Chn) mit 6 Punkten vor Mamedscharow (5½) und sieben Spielern

Weiterlesen…

Ein Pragmatiker gewinnt in Leuven

Das Blitzturnier in Leuven hatte ich live kaum mitbekommen: Samstag war ich bei der NL-Meisterschaft in Amsterdam, Sonntag neben anderen Dingen mit dem Reisebericht darüber beschäftigt. Und auch live schaute ich – aus dem Wohnzimmer via Internet – vor allem nach Amsterdam. Die Schlussrunde der NL-Meisterschaft war dramatisch genug, das Niveau dabei vielleicht (da mit klassischer Bedenkzeit gespielt wurde) teilweise höher als bei der Weltelite in Leuven. Da die Entscheidung dann nach Stichkämpfen fiel, konnte man (jedenfalls bei den Damen) auch noch über Blitz-Kuriositäten staunen oder schaudern. Hoppla, das ist Thema eines anderen Artikels – was geschah gleichzeitig in Leuven?

Weiterlesen…

Warteschach von So, Dynamik und Chaos von MVL

Letztendlich war So mit seiner pragmatischen Art, Schach zu spielen, erfolgreicher als der abenteuerlicher eingestellte Vachier-Lagrave – da es der Franzose in der neunten Runde im dritten Versuch doch schaffte, eine Verluststellung zu verlieren. “Puristen” mögen das begrüssen, Fans von Wesley So ohnehin – ich kann einer Spielweise die vor allem darauf ausgerichtet ist, Risikos zu vermeiden und gegnerische Fehler auszunützen, nicht allzu viel abgewinnen. Wie dem auch sei, das ist der Endstand des Schnellturniers in Leuven, damit auch der Zwischenstand vor dem nun folgenden doppelrundigen Blitzturnier: So 14/18, MVL 12, Carlsen 11, Giri 10, Aronian, Kramnik, Nepomniachtchi 9, Anand

Weiterlesen…