Blinder Norweger lebenslang gesperrt -Betrug am Brett, kein Einzelfall

Als der Brite William Hartston 1977 das wunderbare Büchlein „Wie man beim Schach bescheißt“ veröffentlichte, waren weder der Inhalt noch der Titel ernst gemeint. Die Schachgemeinde erfreute sich an Hartstons Sammlung fiktiver Anekdoten rund um das königliche Spiel, dessen Akteure ja in Wirklichkeit über jeden Zweifel erhaben waren. Selbst wenn jemand beim ehrenvollen Wettstreit der Geistesakrobaten würde bescheißen wollen: Wie sollte das funktionieren? O  tempora, o mores! 40 Jahre später würde niemand eine Betrugsanleitung für Schach lustig finden, und sei sie noch so augenzwinkernd abgefasst. Betrug ist ein ernsthaftes, notorisches Problem, und das auf allen Leistungsebenen, am Brett gleichermaßen wie online. Wer mit Computerhilfe

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Schach in der vierten Dimension mit Käpt’n Blaubär

Der folgende Text stammt aus den Anfangszeiten des Internets. Beschrieben sind die ersten Gehversuche auf einem Internetschachserver, und zwar dem Internet Chess Club, kurz ICC. Heutzutage ist Internetschach nichts Besonderes mehr, und es gibt viele Angebote am Markt. Damals jedoch war das ganz neu, und total faszinierend! Wer hätte sich in meiner Jugend vor 40 Jahren jemals vorstellen können, dass man über das Internet weltweit mit starken Gegnern blitzen kann? Ich jedenfalls nicht, und so saß ich vor knapp 20 Jahren staunend vor dem Rechner! Den Text schrieb ich seinerzeit wie im Rausch, er wurde jedoch nie veröffentlicht. Beinahe wäre

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Der Spielverderber

Klaus Darga (*1934) ist ein geborener Berliner. Das Schachspiel erlernte er im Alter von 6 Jahren, mit 14 Jahren trat er einem Schachklub bei. Seine erste Teilnahme bei der Berliner Jugendmeisterschaft, im Jahre 1949, beendete er mit einem geteilten ersten Platz, den Stichkampf um den Titel verlor er allerdings. 1951 wurde er westdeutscher Jugendmeister und beendete 2 jahre später die Jugendweltmeisterschaft zusammen mit Oscar Panno ebenfalls auf dem geteilten ersten Platz. Der Weltmeistertitel ging aber aufgrund der besseren Feinwertung an seinen Kontrahenten. 1955 und 1961 gewann er die westdeutsche Meisterschaft. In den 60er Jahren gehörte er zu den besten deutschen Spielern und wurde 1970 beim

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Vincent Keymer – ein Traum wird Schach-Wirklichkeit …

Wir vom Schach-Ticker sind eigentlich nicht “nachtragend”, aber dieser Artikel ist so gut, dass wir ihn gerne verlinken !! Der 13-jährige Junge aus Saulheim/Rheinhessen auf einer Bühne mit der Weltklasse … Wenn etwas passiert, was keiner sich so richtig vorstellen kann, geschweige denn zu träumen wagt? Weder Vincent selbst, noch seine Familie, weder Trainer noch Betreuer, weder Sponsor noch die ganze Schachgemeinde. Sensation, Glück, Wunder oder doch nur der ganz normale Wahnsinn? Also doch alles strategisch, akribisch, systemisch und von klugen Köpfen durchdacht und von langer Hand geplant. Wir können die Frage nicht wirklich detailliert und exakt beantworten, aber was

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Dr. phil Paul Trögers ungewöhnliche Partie

Dr. phil Paul Tröger (1913 – 1992) trat 1928 in seiner Heimatstadt Augsburg dem Schachklub SK Augsburg 1873 bei. Von Beruf Sportjournalist gehörte er zu den Initiatoren der 1951 wieder gegründeten Fussball-Fachzeitschrift Kicker, die er bis 1955 als Chefredakteur führte. Später arbeitete Tröger freiberuflich unter anderem als Chefredakteur für die Fußball-Woche und als Redakteur für die Deutschen Schachblätter. Zu seinen großen Einzelerfolgen gehören neben den Gewinn der deutschen Meisterschaft im Jahre 1957 in Bad Neuenahr, auch die internationalen Erfolge 1947 beim Turnier in Kirchheim am Teck als auch 1955 in Kapfenberg. Weitere zahlreiche 2. und 3. Plätze vor allem in den 50er Jahren belegen seine

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Eine Partie für Hollywood

Willi Schlage (1888 – 1940) war ein Berliner Meisterspieler, welcher seinen Lebensunterhalt als Versicherungsvertreter und Schachtrainer verdiente.  Er war Mitglied der Berliner Schachgesellschaft. 1910 nahm er am Hauptturnier B des Deutschen Schachbundes in Hamburg teil, konnte sich aber nicht für die Siegergruppe qualifizieren. Dreimal spielte er bei der deutschen Meisterschaft mit. 1921 belegte er in Hamburg Platz 3 hinter Ehrhardt Post und Friedrich Sämisch, 1922 in Bad Oeynhausen teilte er sich den 3. bis 5. Platz, 1935 in Aachen war er nicht so erfolgreich. Zwischen 1920 und 1934 nahm er fünfmal  an den Berliner Meisterschaften teil, die er zweimal (1921 und 1926) zu seinen Gunsten

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Ein Schachfest in Berlin aber keine Party

Text: Stefan Löffler – Vor zehn Jahren fanden binnen sechs Wochen in Bonn die Schach-WM und in Dresden die Schacholympiade statt. Damals erwarteten viele, dass die beiden Spitzenveranstaltungen den Schachvereinen mehr Leben einhauchen. Mancher erhoffte sich einen Schachboom in Deutschland. Doch mehr als einige Wochen verstärkter medialer Aufmerksamkeit war nicht. Die Stagnation in den Verbänden und den meisten Vereinen ging weiter. Was nicht nur an der unprofessionellen Öffentlichkeitsarbeit lag sondern auch daran, dass die beiden Events nebeneinander herliefen, als hätten sie nichts miteinander zu tun. Das ist 2018 anders als 2008. Nach dem Kandidatenturnier im März und dem Grenke Classic

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Ein Läufer ist ausser Spiel

In der Liste der wichtigsten Schachturniere aller Zeiten findet man auch das Turnier von San Sebastian ausgetragen im Jahr 1912. In einem 11- köpfigen Teilnehmerfeld spielten die Teilnehmer jeweils einmal mit Weiss und einmal mit Schwarz gegeneinander. Es gewann Akiba Rubinstein mit 12,5 Punkten vor Rudolf Spielmann und Aaron Nimzowitsch mit jeweils 12 Punkten. Vierter mit 11,5 Punkten wurde Dr. Siegbert Tarrasch. Aus diesem Turnier sehen wir heute den Sieg von Tarrasch gegen Spielmann. In einer damals sehr populären Variante des offenen Spaniers gelang es Tarrasch bereits im frühen Mittelspiel den weissfeldrigen Läufer Spielmanns aus dem Spiel zu nehmen, in dem er diesen auf die Grundreihe

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Ein Springer auf Reisen

Lothar Schmid (1928 – 2013) trat im Alter von 13 Jahren in seiner Geburtsstadt Radebeul dem Schachklub bei. Bereits 1943 wurde er Meister von Dresden und ein Jahr später Meister von Sachsen, 1947 gewann er die Meisterschaft der sowjetischen Besatzungszone. Schmid zog noch im Jahr 1947 nach Bamberg um, nahm 1948 erstmals an der deutschen Meisterschaft der Herren teil und wurde auf Anhieb Vierter. 1950 gewann er den deutschen Einzelpokal, 1951 wurde ihm der Titel eines Internationalen Meisters verliehen. 1954 siegte er in Zürich unter anderem vor Ex-Weltmeister Alexander Euwe aus den Niederlanden. 1955 und 1959 wurde er jeweils Zweiter bei der westdeutschen Einzelmeisterschaft. 1959 verlieh ihm

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Eine Partie mit großer Wirkung

1914 einigten sich die drei einflussreichen Schachverbände Deutschland, Russland und Großbritannien darauf, dass der Sieger des Turniers von St. Petersburg das Recht habe, den amtierenden Weltmeister Emanuel Lasker zu einem WM-Kampf herauszufordern. Für den Fall, dass der Weltmeister nicht antreten sollte, sollte der Turniersieger der neue Weltmeister sein. Lasker damals 45 Jahre alt, nahm die Herausforderung an und stellte sich nach fünfjähriger Turnierpause seinen Gegnern. Zu diesen gehörten neben den aufstrebenden WM-Kandidaten Capablanca und Rubinstein, auch Tarrasch, Aljechin, Marshall, Bernstein, Nimzowitsch, Blackburne, Janowski und Gunsberg. Gespielt wurde eine Vorrunde in der jeder gegen jeden eine Partie spielte. Danach gab es eine Finalrunde der besten fünf

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Eine späte Erkenntnis

Nach dem Verlust seines Weltmeistertitels im Jahre 1921 nahm sich Lasker eine Auszeit, die er nutzte, um die hypermoderne Schachschule um Reti, Grünfeld usw. zu studieren. Erst 1923 kehrte er auf die Schachbühne zurück und gewann das stark besetzte Turnier von Mährisch-Ostrau.  Danach gelang dem Ex-Weltmeister noch einmal ein großes Turnier, 1924 in New York, wo er nicht nur die gesamte Schachelite bezwang und zudem am Ende mit 1,5 Punkten Vorsprung vor dem amtierenden Weltmeister Capablanca mit 16 von 20 möglichen Punkten gewann. Beeindruckend die Kampfpartie aus der 6. Runde gegen Edward Lasker, in der beide Kontrahenten sich nichts schenkten. Kein

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Der Mann, der Dr. Schiwago war

Pflegers Schach med. Des öfteren berichtete ich schon, dass das Büchlein „Der Arzt im Schachspiel“, welches auf den mittelalterlichen Mönch Jakob von Cessolis zurückgeht, bei den Ärzteturnieren am Buchstand von Manfred und Monika Mädler ein notorischer Ladenhüter ist. Da hilft ihm auch nichts, dass das „Buch der Sitten der Menschen und der Pflichten der Vornehmen und Niederen, vom Schachspiel abgeleitet“ (Liber de moribus hominum et officilis nobilium ac popularium super ludo scaccorum) das am weitesten verbreitete Buch des Spätmittelalters nach der Bibel war. Dies konnte den promovierten Chemiker Dr. Michael Negele, der für uns freilich vor allem ein hervorragender Schachhistoriker

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Lasker verzückt

Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zog Lasker sich immer mehr vom aktivem Schach zurück und widmete sich seinem geliebten Bridge und Go. Finanzielle Engpässe führten ihn aber immer wieder ans Schachbrett zurück. Sein Auftritt beim Turnier von Zürich 1934 begann mit einer wahren Sensation. Eingehüllt im Rauch seiner Zigaretten bezwang er den Niederländer Max Euwe (1901 – 1981) in der ersten Runde, in dem er noch einmal im Alter von 65 Jahren sein enormes taktisches Potential zeigte, was ihn stets ausgezeichnet und so manch sensationelle Aufholjagd in der 2. Turnierhälfte ermöglicht hatte. Max Euwe war bereits 1927 Amateurweltmeister der FIDE und gehörte 1934  zu

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Schach als Beruf – ein erster Achtungserfolg

Im Sommer 1969 erhielt Hans Joachim Hecht die Startberechtigung für das Zonenturnier II der FIDE im österreichischen Raach. Als er einen Blick auf seinen Resturlaub warf, wurde ihm klar, wie realistisch eine Teilnahme wäre, wenn er weiter als Angestellter arbeiten würde. Mit dem Titel eines Internationalen Meisters im Rücken war eine Karriere als Profi nicht undenkbar, da er mit der Nominierung für das Zonenturnier  ein erstes grosses Turnier vor sich hatte.  Ungeachtet der offenen Frage, wieviele Einladungen er zu internationalen Turnieren überhaupt erhalten und ob er genügend Preisgelder einspielen würde, um davon eine begrenzte Zeit leben zu können, fühlte er sich

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Tarrasch auf den Spuren Laskers

In Nürnberg im Jahr 1904 spielte der weltweit geschätzte Dr. Siegbert Tarrasch eine freie Partie  gegen den jungen Aron Nimzowitsch. Nachdem 10.Zug kreuzte Tarrasch die Arme vor der Brust und sagte folgenden Satz: Noch nie in meinem Leben stand ich nach dem 10. Zuge so gewaltig auf Gewinn wie in diesem Fall”. Zum Leidwesen Tarrasch endete die Partie aber später mit einem Remis. Diese Bemerkung hat Nimzowitsch seinem Widersacher lange nicht verziehen. Dennoch war diese Beleidigung für Nimzowitsch Motivation genug, Tarrasch den Ruf als Theoretiker streitig zu machen. Ab 1911 waren beide Spieler stets bemüht Ihre Antipathie in Partiekommentaren auszudrücken. Zu Tarrasch`s

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„Jeder Punkt wäre Gold wert“

 Foto: Beliebter Großmeister: Klaus Bischoff kommentiert in der BayernLB Arena launig die 16 Bundesliga-Partien. Münchner Schach-Bundesligisten rechnen sich gegen Dresden und Berlin wenig aus Von Hartmut Metz „Gegen Berlin und Dresden gab es in der vergangenen Saison keinen Blumentopf zu gewinnen“, ahnt Markus Lammers am Wochenende Schlimmes für die Münchener Schachakademie (MSA) Zugzwang. Noch düsterer sieht Klaus Bischoff die nahe Zukunft bei den Bundesliga-Heimspielen seines FC Bayern: „Gegen die Schachfreunde Berlin haben wir aus unerfindlichen Gründen immer furchtbar schlecht ausgesehen. Gegen Dresden schnitten wir stets etwas besser ab, obwohl die eigentlich eine Riesentruppe aufbieten können.“ In der BayernLB Sportarena hoffen

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Ein meisterhaftes Endspiel

Wie bereits berichtet wurde Dr. Siegbert Tarrasch in Breslau geboren. Dies war die Stadt vieler bekannter Schachspieler jener Zeit u. a.  Anderssen, Zuckertort, Harrwitz, von Scheve, Riemann und Schottländer. Der junge Tarrasch spielte früh gegen einige dieser Schachlegenden und studierte die Werke von Philidor, Stamma, von der Lasa und vor allen Dingen “Das kleine Lehrbuch des Schachspiels” von Jean Dufresne. Hierdurch entwickelten sich seine schachlichen Fähigkeiten schnell. Tarrasch hat viele grosse Partien gespielt, sein schachliches Werk wurde von vielen aufstrebenden Meisterspielern studiert und ist es nach wie vor Wert studiert zu werden. Heute sehen wir die 7.Partie aus dem Kandidatenmatch zwischen dem Amerikaner

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Der Zeitnotkönig

Text: Klaus Jörg Lais – Wenn man auswärts antrat, konnte man sich schlechter darauf einstellen, wer einem am Schachbrett gegenüber sitzen würde. Oft hatten die Heimmannschaften Spezialisten in ihren Reihen, die nur zuhause antraten. So auch mein Gegner an diesem Sonntagmittag. Er war schon fast 90. Er hatte also eine große Routine in den üblichen Eröffnungen, würde andererseits aber auf die Dauer eines Matches über sechs Stunden nachlassen, wenn die Stellung komplizierter wird. Vierzig Züge mussten in zwei Stunden gespielt werden, danach eine Stunde für jeden. Das Spiel einfach nur lange genug hinziehen! Mit dieser Überzeugung setzte ich mich ans

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Tarrasch und die “Berliner Mauer”

Dr. Siegbert Tarrasch (1862-1934) war von Beruf praktischer Arzt und widmete nahezu seine ganze Freizeit dem Schachspiel. Bereits 1883 gewann er sein erstes Turnier in Nürnberg und festigte anschließend schnell seinen Ruf einer der weltbesten Schachspieler zu sein. 1892 lehnte er ein Angebot Laskers zu einem Wettkampf ab, da dieser noch keine nennenswerten Erfolge vorzuweisen hatte. Aus beruflichen Gründen musste er sogar eine Einladung des Schachklubs in Havanna ablehnen, die einen Weltmeisterschaftskampf mit ihm und Wilhelm Steinitz organisieren wollten. Umso härter traf es ihn, dass  ausgerechnet Lasker 1894 die Gelegenheit zu einem WM-Kampf erhielt und  Weltmeister wurde. Seine größten Erfolge verzeichnete er um die Jahrhundertwende, wo er

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Gegen Werder ist nur Fedorovsky heiß

Münchner Schach-Bundesligisten wollen in Mülheim punkten Von Hartmut Metz Die Münchner Bundesliga-Vereine sind sich wieder einig: „Gegen Werder Bremen ist an einem normalen Tag nichts zu holen, während Mülheim Nord diese Saison offensichtlich Probleme hat. Da hoffen wir auf den nächsten Coup“, ordnet Markus Lammers die Situation vor dem Doppel-Spieltag aus Sicht der Münchener Schachakademie (MSA) Zugzwang ein. Michael Fedorovsky (Foto oben) bestätigt für den FC Bayern München: „Normalerweise haben wir gegen Werder keine Chance. Gegen Mülheim müssen wir alles probieren.“ Der Gastgeber an der Ruhr gehörte viele Jahre zum Establishment im Oberhaus der Denkstrategen. Doch diese Saison läuft es

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