Wie Marshalls Angriff an Capablanca abprallte

Frank James Marshall (Foto) hat mehr Eröffnungsideen seinen Namen geliehen als jeder andere Schachmeister. Im Nachhinein wäre der Amerikaner damit wahrscheinlich gar nicht einmal glücklich, weil heute viel Dubioses oder übermäßig Zweischneidiges nach ihm benannt ist. Zumindest namentlich steht die minderwertige „Marshall-Verteidigung“ neben dem „Marshall-Angriff“ im Spanischen, seit 100 Jahren eines der zuverlässigsten und besten Eröffnungssysteme für Amateure wie Weltklassespieler. Der Legende nach hat Marshall die Idee für seinen Angriff lange geheim gehalten, um ihn erst dann zu spielen, wenn ihm ein ganz Großer des Schachs gegenüber sitzt. 1918 in Manhattan war es dann so weit. Manhattan 1918: Premiere des Marshall-Angriffs (Video)   Die weißen

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Leela wollte nur spielen, aber die Weltspitze kniff

Als AlphaZero Ende 2017 das bis dahin beste Schachprogramm Stockfish in einem Wettkampf deklassiert hatte, stand sofort die Frage im Raum, wann es einen AlphaZero fürs heimische Laptop geben würde. Jahre werde das dauern, ein Jahrzehnt womöglich, hieß es angesichts der ebenso speziellen wie leistungsfähigen Hardware unter der AlphaZero-Haube. Diese Prognosen sind überholt. Leela Chess Zero ist das aufregendste Projekt im Computerschach seit langem. Was die Google-Tochter DeepMind mit Hochtechnologie und den Mitteln eines Weltkonzerns auf die Beine stellte, soll das von Enthusiasten getragene Open-Source-Projekt Leela noch übertreffen. Ziel ist ein AlphaZero für alle, nach Möglichkeit gar eine Software, die besser spielt als AlphaZero. Geheimprojekt versus Open Source

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Besuch beim Spezialisten

Uns macht es stolz zu sehen, dass jeden Tag hunderte Schachspieler dieses noch so junge Blog nutzen, um fundamentale Konzepte zu lernen, von denen sie beim Vereinsabend oder beim Online-Blitz nie hören würden. Das ging schneller als erwartet. Nur glaube bitte niemand, allein die Lektüre dieses Blogs lifte die Spielstärke. Kein Schachspieler wird plötzlich von 1.400 auf 1.900 DWZ springen, nur weil er in der Eröffnung superflexibel ist, im Mittelspiel weiß, wohin mit welchem Turm und im Endspiel keine Chance verpasst, in ein gewonnenes Bauernendspiel abzuwickeln. Sorry, Leser, so läuft das leider nicht. Du kannst noch so viel über Schach wissen, Dir noch so viel

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