Bundesliga: Eine Chronik der Stichkämpfe

  Autor: IM Georgios Souleidis – Seit der Einführung der eingleisigen Schachbundesliga im Jahr 1980 gab es erst drei Stichkämpfe um die deutsche Meisterschaft. Bevor am 24. Mai die Saison 2017/18 durch das Duell zwischen der OSG Baden-Baden und SG Solingen entschieden wird, gehen wir zurück in die Vergangenheit. Die Schachbundesliga, so wie wir sie jetzt alle kennen, existiert seit der Saison 1980/81, also seit 38 Jahren. Mangelnde Kontinuität kann man dem Deutschen Schachbund und später dem Schachbundesliga e.V. dementsprechend nicht vorwerfen. Zu Beginn der eingleisigen Schachbundesliga waren Solingen, damals Solinger SG 1868, und die SG Porz die dominierenden Mannschaften

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Die besten Spiele von Garry Kasparov

Als andere 12-Jährige sich mit Jungenspielen abgaben, wurde Garry Kasparov  U18-Champion der UdSSR und mit 17 Jahren  U20-Weltmeister. Die Regeln brechen, ja? Seine internationale Berühmtheit erlangte er mit 22 Jahren und wurde 1985 jüngster Schachweltmeister der Schachgeschichte. “Kasparov scheint immer einen Funken zu finden, um ein Feuer auf dem Brett zu schaffen”. – Lubomir Kavalek “Kasparov hat viele Najdorfer und Königsinder gewonnen, nicht nur weil er die besten Neuheiten hatte, sondern weil er diese Positionen grundsätzlich besser verstand als seine Gegner. Auf der anderen Seite war er zu stur zuzugeben, dass die Berliner Variante des Ruy Lopez nicht “seine Tasse Tee” war, was ihn

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Turniere im Südwesten – Rück- und Vorschau

  Bereits am 8. Juli richtete der SV Stockenhausen-Frommern sein 3. Schnellschachturnier (mit ELO-Auswertung) aus. Obwohl das Turnier mit 100 Teilnehmern ordentlich besucht war, war es in der Spitze nicht so stark besetzt wie in den Vorjahren: http://www.stockenh-frommern.schachvereine.de/Schach/schnellerg18.htm Da bleibt nur übrig dem rührigen Organisator André Dreyer fürs nächste Jahr eine stärkere Besetzung zu wünschen. Verdient hätte er es allemal. Aus Anlass des 40-jährigen Jubiliäums der SF (Heilbronn-) Biberach richtete der Verein vom 26. bis 29. Juli die 1. Internationalen Unterländer Schachtage aus. Dazu wurde eigens eine Turnierseite samt Galerie – alle Bilder sind von dort – eingerichtet: https://www.unterlaender-schachtage.de/ Das

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Grenke Chess Classic insgesamt

Der Schachticker hatte jeweils die Rundenberichte von Georgios Souleidis übernommen, aber hinterher – zum Ruhetag schaffte ich es nicht – bietet sich auch ein eigener Turnierbericht bzw. eher Rückblick an. Diesmal nicht “Runde für Runde”, sondern “Spieler für Spieler”. Ich sortiere sie dabei zunächst so, wie sie im Vergleich zur eigenen Elozahl abgeschnitten haben – bei einem inhomogenen Teilnehmer(innen)feld sieht diese ‘Tabelle’ etwas anders aus als der offizielle Endstand: Bluebaum +14, Caruana +13, Vitiugov +5, Hou Yifan +1, Vachier-Lagrave -2, Aronian und Meier -3, Carlsen -4, Naiditsch -5, Anand -16. Das ist natürlich nicht das Ergebnis im Turnier – es

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Schachhistorie: Die Geschichte der Essener Schachgesellschaft 04

Dank Erich Krüger, 40 Jahre lang Mitglied der ESG 04, liegt nun Teil I der ESG 04-Historie als Dokumentation vor – Die Essener Schachgesellschaft, gegründet 1904, und schließlich aufgegangen in den Sportfreunden Katernberg, neuerdings firmierend als „Schachfreunde Essen-Katernberg 04(!)/32“, hat jahrzehntelang das Schachleben in Deutschland mitgeprägt. Die bemerkenswertesten Ereignisse waren der Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft 1947 und 1948 sowie die Ausrichtung der Deutschen Einzelmeisterschaft 1948, die Wolfgang Unzicker knapp vor Georg Kieninger gewinnen konnte. Als Kostprobe aus “Die Geschichte der Essener Schachgesellschaft 04” zitieren wir eine Passage, die ahnen lässt, unter welchen Schwierigkeiten das Schachleben nach 1945, hier die Turniere

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Aus dem Blickwinkel eines Frührentners

Andreas Warsitz –  Am 29.04.2016 gingen der damalige Lotse und einige seiner Vorstandskollegen von Bord. Der SC Hansa Dortmund e.V. zog seine 1. Mannschaft aus der Schachbundesliga trotz des sportlich gemeisterten Klassenerhalts freiwillig in die 2. Bundesliga West zurück, schüttelte sich infolge einiger personeller Umbrüche und sortierte sich neu. Seither genieße ich mein Frührentnerdasein als ehemaliger Schachfunktionär und beobachte vom heimischen Bauernhof aus nur noch aus der Entfernung und sporadisch, was sich seither bei meinem ersten und immer noch einzigen Schachverein tut. Völlig unverhofft hatte mich nun mein sehr guter Freund und ehemaliger Vorstandskollege Michael Babar, der sich mittlerweile hauptverantwortlich

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Beginn der Formel 1 für Schachroboter? Ein Rückblick in die Zukunft

Immer wieder interessant Am 19. Mai 2012 fand in Moskau ein Blitzturnier zwischen zwei Robotern statt (12 bis 17 Uhr Moskauer Zeit – 10 bis 15 Uhr MEZ). Der Eine aus russischer Produktion (ChessKA, der vom Vater der weltbekannten Schachspielerin Kosteniuk entwickelt wurde) und der Andere aus deutscher Produktion (Firma: KukaRoboter GmbH) . Es wurden 10 Partien mit einer Bedenkzeit von je 5 Minuten pro Roboter und Partie gespielt. Der Sieger darf sich Weltmeister der Schachroboter nennen. Geplant ist, jedes Jahr diesen Wettbewerb zu wiederholen in der Hoffnung, dass möglichst viele schachspielende Roboter an der Weltmeisterschaft teilnehmen. So eine Art

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Aus der Schatzkiste – Schach vor 10 Jahren im Mai

4. bis 6.5.2007 – Schnellschachmatch: Kramnik – Aronian Das Schnellschachmatch gegen Peter Leko hat Kramnik für sich entscheiden können. Ob ihm das auch gegen Aronian gelingen wird ist fraglich. Der Armenier ist ein starker Schnellschachspezialist und wird es Kramnik sehr schwer machen, das Match für sich zu entscheiden. Gespielt wird in Yerevan (Armenien). Die Bedenkzeit beträgt 25 Minuten zuzüglich 10 Sek. pro Zug. Es werden zwei Partien pro Tag gespielt. 4. Mai 5. Mai 6. Mai Total Runde 1 Runde 2 Runde 3 Runde 4 Runde 5 Runde 6 Kramnik 1 0 0 0 1/2 1/2 2 Aronian 0 1

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Sponsorenmangel – Rückblick auf ein tolles Open

Süder – Sommerpokal 2001 (Recklinghausen) Es ist immer wieder interessant zurück zu blicken. 15 Jahre ist es her. Ein Rückblick auf ein hervorragend organisiertes Open. Leider mangelte es am Ende an Sponsoren und das bei nah und fern beliebte Open wurde eingestellt. Ein großartiges Turnier war beendet. Gewonnen hat nach Wertung GM Igor Khenkin vor dem gut aufgelegten IM Karl-Heinz Podzielny. Beide hatten 7,5 Punkte aus 9 Partien. Ebenfalls eine gute Leistung zeigte IM Michail Feygin (heute GM) mit 7 Punkten, der dank besserer Wertung die Spieler GM Arkadij Rotstein, FM Arkadius Kalka und GM Tiger Hillarp Persson hinter sich

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Borowski Schnellschachturnier 2001 – Ein Rückblick

Wer kennt es/ihn noch? Julian Borowski, ein Unternehmer aus Essen, machte in der Schachwelt um die Jahrtausendwende von sich reden. Er veranstaltete mehrere stark besetzte Turniere im Raum Essen. Am 25. August 2001 veranstaltete Julian Borowski in seinen Werksräumen ein Schnellschachturnier. Das Julian Borowski Turnier 2001 war wohl nach Mainz das am besten besetzte Schnellschachturnier in diesem Jahr. Gleich in der 1. Runde gab es eine faustdicke Überraschung. Der Elo-Favorit van Wely ( 2680 ) verlor gegen Markus Schäfer ( 2403 ).  In der 2. Runde kam van Wely gegen Gregor Mainka nicht über ein remis hinaus. Am Ende landete

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JANA SCHNEIDER: „Mein Schachjahr 2016“

So vieles ist letztes Jahr schachlich passiert. Das macht es mir echt schwer, einen zusammenfassenden Rückblick zu schreiben, aber ich werde versuchen, es auf das Wichtigste zu reduzieren. Anfang des Jahres habe ich mir wie jedes Jahr Ziele überlegt, die ich in den kommenden zwölf Monaten erreichen wollte. ELO-Steigerung und Erfolge bei bestimmten Turnieren. Deutsche Jugendeinzelmeisterin. Gute Platzierung bei Jugendwelt- oder Europameisterschaft. Schon zu Beginn des Jahres gelangen mir beim 7.Pfalz Open in Neustadt an der Weinstraße die ersten einzigartigen Partien und Erfolge, die ich nicht vergessen werde. Meine erste Turnierpartie gegen einen Großmeister (Remis) und den ersten Sieg gegen

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Vor 50 Jahren: Havanna 1966 – Ein Schachfest ohnegleichen

Nur die Bundesrepublik fehlte –  Die Vertretung der Bundesrepublik Deutschland spielte zum ersten – und bis heute einzigen – Mal nicht bei einer Schach-Olympiade mit.   Vor 50 Jahren fand auf Kuba eine der bemerkenswertesten Schacholympiaden statt. “Havanna 1966” ist seitdem unter Kennern ein fester Begriff, zumal damals im Ost-Berliner Sportverlag ein reich ausgestattetes Turnierbuch zu diesem Anlass erschien. Der Autor der BERLINER SCHACHLEGENDEN, Michael Dombrowsky, erinnert im SCHACHKALENDER 2016 an das Ereignis und zeigt brisante Hintergründe zur Nichtteilnahme der Bundesrepublik auf. Mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Edition Marco bringen wir hier die Online-Version des lesenswerten Artikels. Ausführliche

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Als es am Polarkreis hitzig wurde

Island erinnert sich an sein größtes Sportereignis – Ein Beitrag aus dem Jahr 2002, von ERIC van REEM   Gebannt blickte die Welt 1972 auf den Kalten Krieg am Polarkreis. Die Supermächte USA und die UdSSR schickten ihre Superhirne nach Island. In diesem Sommer kämpften Bobby Fischer und Boris Spassky in Reykjavik am Schachbrett einen intellektuellen Stellvertreterkrieg um die Vorherrschaft der Systeme aus.   30 Jahre nach dem Jahrhundertmatch gedenkt der Isländische Schachverband diesem einmaligen Ereignis mit einen Themenjahr. Island, die nach Großbritannien zweitgrößte europäische Insel mit nur 280.000 Einwohnern, hat heute die meisten Schachgroßmeister pro Kopf der Bevölkerung. Das

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