Seite 64: SCHACH-Fragen [59] Fragebogen an Robert Zysk

Der 52-jährige Rosenheimer gehört nicht zu denen, die im Schachzirkus regelmäßig für Schlagzeilen sorgen. Beim Bundesliga-Finale in Berlin jedoch entschied er im Münchner Lokalderby die letzte laufende Partie des Matches gegen die Bayern zum 4,5:3,5 zu seinen Gunsten (ª S. 27f.), was Zugzwang letztlich den Erstligaverbleib bescherte. In jungen Jahren galt Zysk als Hoffnungsträger und vertrat Deutschland bei Jugend-Welt- und Europameisterschaften (Bronze 1985/86!). Dann ließen ihn berufliche Karriere und Familie kürzer treten – ohne dass er das Schach ganz an den Nagel gehängt hätte. Dreimal erfüllte er die Großmeisternorm, schaffte jedoch nie die für den Titelverleih erforderliche Zahl von 2500.

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Seite 64: SCHACH-Fragen [58] Interview mit Ivan Saric

Die Kroaten machten Ende vergangenen Jahres mit Platz 4 bei der Mannschafts-EM auf sich aufmerksam. Nun setzte ihre Nr. 1 noch einen drauf: Ivan Saric wurde in Batumi Einzel-Europameister! Im Jugendbereich war der heute 27-Jährige 2007 bereits U18-Europameister und ein Jahr später Weltmeister in der gleichen Altersklasse. 2014 qualifizierte sich Saric mit einem Sieg in der B-Gruppe von Wijk aan Zee für das Kräftemessen mit der Weltelite zwölf Monate später und schlug Magnus Carlsen in einer vielbeachteten Partie bei dessen Heimolympiade in Tromsø. In der Bundesliga spielt er seit 2011 für Hockenheim. Der Mann aus Split hat einen Bachelorabschluss in

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Seite 64: SCHACH-Fragen [57] Interview mit Ilja Zaragatski

Der 32-jährige Hamburger Großmeister war das deutsche Kommentatorengesicht beim Kandidatenturnier in Berlin. Mit wechselnden Gästen erläuterte er dem Publikum vor Ort sowie den Online-Zuschauern auf der Webseite des Veranstalters World Chess das Geschehen auf den Brettern. Als Ilja sieben war, emigrierte seine Familie aus St. Petersburg – wo er noch ein Jahr Schachschule im Pionierpalast mitnahm – nach Deutschland. Sein erster Verein war hier der Rheydter SV. 2013 beendete er sein VWL-Studium in Köln, setzte dann jedoch ganz auf Schach. Weniger allerdings auf das Spielen selbst, aktiv ist Zaragatski heute fast nur noch in Mannschaftskämpfen, u. a. in der Bundesliga

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Seite 64: SCHACH-Fragen [56] – Interview mit Vidit Santosh Gujrathi

Der 23-jährige Inder aus der Millionenstadt Nashik, nordöstlich von Mumbai im indischen Bundesstaat Maharashtra gelegen, ist einer der neuen Stars des Subkontinents. In Wijk aan Zee gewann er beim 80. Tata Steel Chess die B-Gruppe und stieg ins Masters auf, in dem er im nächsten Jahr die Klingen mit der absoluten Weltelite kreuzen wird. Aller Voraussicht nach auch mit Viswanathan Anand, mit dem er zusammen bei der kommenden Schacholympiade Ende September in Batumi auf Medaillenjagd für sein Heimatland gehen wird. Vidit, wie er genannt werden will, ist ein aufgeweckter junger Mann mit einem interessanten Stil, der in der Woche nach

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Seite 64: SCHACH-Fragen [55] – Interview mit Matthias Kierzek

Obwohl seit Jahren im Vormarsch begriffen, wird das Seniorenschach von der Schachpresse immer noch stiefmütterlich behandelt. Matthias Kierzek, 1950 in Fulda geboren, bildet zusammen mit seiner Frau Mira Deutschlands aktivstes Pärchen auf diesem Gebiet. Bei der WM im November in Acqui Terme wurde er (65+) 16., sie (50+) belegte Rang 10. Der Hesse studierte Wirtschaftswissenschaften, promovierte mit 25 Jahren zum Dr. rerum politicarum und startete 1975, väterlich vorbelastet, eine Verlegerkarriere mit der Fuldaer Verlagsanstalt. Alle schachlichen Aktivitäten, die ihn 1977 zu einem Sieg beim Dortmunder Open und der Teilnahme am GM-Turnier der »Schachtage« im Folgejahr trugen, wurden für Jahrzehnte auf

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Seite 64: SCHACH-Fragen [54] – Interview mit Arno Zude

Der SV Hofheim meldete sich am ersten Wochenende der neuen Bundesliga-Saison mit einem Sieg gegen Mülheim im Oberhaus zurück. Vereinsvorsitzender ist Arno Zude. Der 53-jährige Internationale Meister hat sich nicht nur als aktiver Partiespieler, sondern vor allem auch als Problemschach-Spezialist einen Namen gemacht. Neben zahlreichen Deutschen Meistertiteln wurde er bereits 1994 Weltmeister im Lösen von Schachaufgaben und Studien, in dieser Disziplin führt er den Großmeistertitel. Zuletzt gehörte er auch der deutschen Bronze-Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Dresden an (vgl. SCHACH 10/2017, S. 67ff.). Zude hat Informatik studiert und arbeitet als Softwareentwickler in Darmstadt. Sein ein Jahr jüngerer Bruder Erik ist

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Seite 64: SCHACH-Fragen [53] – Interview mit Daniil Dubow

Daniil Dubow gehört zur Kohorte der aufstrebenden russischen Jungstars. Mit 21 ist der Moskauer, der schon mit 14 Jahren Großmeister war, noch ein Stück jünger als seine Landsleute und Kollegen Wladimir Fedossejew und Maxim Matlakow, die unsere SCHACH-Fragen in diesem Jahr bereits beantworteten. Beim zurückliegenden Weltcup sorgte Dubow für eine Überraschung nicht nur im russischen Lager, als er den Titelverteidiger und Vize-Weltmeister Sergej Karjakin ausschaltete. Er scheiterte erst am späteren Gesamtsieger Levon Aronjan (vgl. SCHACH 10/2017). Bald können sich die deutschen Schachfans einen noch besseren Eindruck von dem originellen Kopf verschaffen: In der Bundesliga spielt Dubow ab der Saison 2017/18

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Seite 64: SCHACH-Fragen [52] – Interview mit Otto Borik

Am 25. September feierte der dienstälteste deutsche Schachredakteur (oder gar weltweit?) seinen 70. Geburtstag! 1947 in Prag geboren, engagierte sich Borik als Student im Prager Frühling, nach dessen gewaltsamer Niederschlagung es ihn nach Deutschland verschlug. Unter seinen Großeltern waren ein Bayer und eine Wienerin, so dass er von klein auf mit der deutschen Sprache vertraut war und bald auch die deutsche Staatsbürgerschaft annahm. Seine erste schachliche Station war die SG Bochum. Hinter der hiesigen Großmeistergilde etablierte er sich in den 70er Jahren in der erweiterten deutschen Spitze und spielte bei zwei Olympiaden – Buenos Aires 1978 und Malta 1980 –

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Seite 64: SCHACH-Fragen [51] – Interview mit Ulrich Krause

Ullrich Krause »Mein Name ist Ullrich Krause. Ich bin ein begeisterter Schachspieler und engagierter Schachfunktionär.« So stellt sich der neue Präsident des Deutschen Schachbundes auf seiner Webseite http://ullrich-krause.de selbst einleitend vor. Ende Mai kandidierte der 49-jährige Lübecker in Linstow gegen Herbert Bastian und löste diesen nach sechsjähriger Präsidentschaft ab. Defizite sah Krause besonders bei der Zusammenarbeit mit den Landesverbänden, mit denen er gemeinsame Projekte anstrebt. Allen voran die Reformierung der Deutschen Meisterschaft bzw. die Einbettung derselben in einen Kongress nach historischem Vorbild (siehe Frage 1). Krause ist als langjähriger Präsident des Landesverbandes Schleswig-Holstein nicht nur ein erfahrener Funktionär und nahm

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Seite 64: SCHACH-Fragen [50]

Jøran Aulin-Jansson Jøran Aulin-Jansson Von 2007 bis 2015 war Aulin-Jansson Präsident des Norwegischen Schachverbandes und begleitete in diesen acht Jahren den Aufstieg Magnus Carlsens zum Weltmeister, der in seinem Land einen ungeahnten Schachboom auslöste. Auch nach seiner Amtszeit ist der Chef einer Druckerei dort zu finden, wo Carlsen auftritt: Er weilte 2016 beim WM-Match in New York und beim gerade beendeten Altibox Norway Chess fungierte der »International Organizer«, ein neuer FIDE-Titel, in federführender Rolle. Gern setzt sich der 55-Jährige auch selbst ans Brett: als FIDE-Meister verfügt er über eine aktuelle Ratingzahl von 2267. 1. Wo möchten Sie im Moment gerne

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Seite 64: SCHACH-Fragen [49]

Nana Dsagnidse Mit zig Medaillen bei den Weltmeisterschaften der 10- bis 18-Jährigen schien die Georgierin auf bestem Wege, in die Fußstapfen ihrer großen Landsfrauen Nona Gaprindaschwili und Maja Tschiburdanidse zu treten, aber dann kamen die Chinesinnen … Auch, wenn die ganz großen Hoffnungen sich nicht erfüllten, gehört Nana mit ihrem kompromisslosen Spiel seit Jahr und Tag zur Weltspitze bei den Damen. Bei der Olympiade 2008 in Dresden holte sie mit ihrer Mannschaft Gold. 2010 gewann sie das Grand-Prix-Turnier in Jermuk, aber dann wurde es ruhiger um die inzwischen 30-Jährige; seit der Geburt ihres Sohnes Nikoloz, dem später Giorgi (Foto) folgte,

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Seite 64: SCHACH-Fragen [47]

Rasmus Svane Deutschland hat ganz offiziell einen neuen Schachprofi! Svane will sich zumindest »erst einmal« auf seine Schachkarriere konzentrieren, womit ein Zeitraum von zwei, drei Jahren gemeint ist, um sein Potenzial auszuloten. Langfristig sind Elo 2700 das Ziel des im Mai 20 Jahre alt werdenden Lübeckers! Vater Troels ist ein berühmter dänischer Cellist, den es mit seiner Familie in die deutsche Hansestadt verschlug, wohin er für eine Professur für Violoncello an die Musikhochschule berufen wurde. Zu Hause wird immer noch dänisch gesprochen! Schach spielt nicht nur Rasmus’ kleinerer Bruder Frederik, sondern fast die ganze sechsköpfige Familie – »was sich gut

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Seite 64: SCHACH-Fragen [46]

Gawain Jones Vom Turniersieg in der B-Gruppe (Challengers) in Wijk aan Zee ein paar Tage zu Hause in London erholt, für seine London Towers in der Pro Chess League online gezockt (siehe auch S. 21, rechte Spalte), ein Punktspiel in der Oberliga Bayern für den Münchener SC 1836. Einen Tag später saß der 29-jährige Engländer mit seiner ebenfalls schachspielenden Ehefrau Sue (Elo 2157) auch schon im Flugzeug nach Malaysia. Urlaub! Von einem Zwischenstop sandte uns der Globetrotter die Antworten auf unsere SCHACH-Fragen. Der »Drachen«-Spezialist ist aktuell mit einer Elozahl von 2677 die Nr. 2 Englands. In Wijk qualifizierte er sich

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Seite 64: SCHACH-Fragen [45]

Jonathan B. Crumiller – Hat man das Vergnügen, ihn in seinem Haus am Library Place in Princeton zu besuchen, wird sofort deutlich, welche Rolle dem Schachspiel in seinem Leben zukommt. Initiiert durch den Fischer-Boom ist Crumiller (* 1958) dem königlichen Spiel seit seinem zwölften Lebensjahr ein treuer Gefolgsmann. Jon selbst erscheinen seine Erfolge »mittelprächtig«, dabei kann sich seine amerikanische Wertzahl von 2205 durchaus sehen lassen. National Master ist er sowohl im Nah- als auch im Fernschach, in letzterem wurde ihm der Titel – darauf legt er Wert – noch vor den großen Zeiten der Engines verliehen. In der Schachwelt bekannt

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Seite 64: SCHACH-Fragen [45]

Sergej Kalinitschew … wurde vor Monatsfrist in Lübeck – auch für sich selbst – völlig überraschend Deutscher Meister (vgl. SCHACH 12/2016, S. 25ff.). Mit 60 Jahren ist er der älteste Champion unserer Geschichte! 1984 kam der geborene Moskauer in einer Reihe mit Namen wie Dautov, Assejew, Tschechow, Kowaljow und Tschutschelow als »Schachsoldat« nach Wünsdorf in die DDR. Nach der Wende kehrte er für kurze Zeit in seine Heimat zurück, fasste dann aber endgültig Fuß in Berlin. Über die Stationen Lasker Steglitz und Lübecker SV landete er schließlich beim hauptstädtischen Traditionsverein SC Kreuzberg. Kalinitschews Sohn Andrej, einst auch ein starker Schachspieler,

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Seite 64: SCHACH-Fragen [44]

Interview mit GM Sam Shankland  in der neuesten Ausgabe der Schachzeitschrift Schach   … kam beim amerikanischen Olympiasieg in Baku (SCHACH 10/2016) an Brett 4 eine gleichermaßen wichtige und vergleichsweise schwerere Aufgabe zu als den magischen Drei, Caruana, Nakamura & So, auf die sich das Interesse der Schachöffentlichkeit in erster Linie konzentrierte. Seit Abschluss seines Studiums 2014 ist der heute 25-Jährige, der gern in der Bundesliga spielen würde, mit Leib und Seele Schachprofi und hat nicht vor, daran in absehbarer Zeit etwas zu ändern. Shankland liebt seine Heimat Walnut Creek/Kalifornien (65.000 Einwohner): »Die Natur und die Wanderwege sind einfach umwerfend

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Seite 64: SCHACH-Fragen [43]

Interview mit Jürgen Kaube in der neuesten Ausgabe von Schach   Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat seit einigen Monaten einen Schachblog. Die Idee dazu hatte Jürgen Kaube, der einer der vier Herausgeber der FAZ und deren Feuilletonchef ist. Kaube, der Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaften studiert hat, ist passionierter Schachspieler und tritt im Blog als einer der Autoren auf. Dass der 54-jährige gebürtige Schwabe etwas von der Materie versteht, zeigen seine Antworten auf unsere SCHACH-Fragen.   1. Wo möchten Sie im Moment gerne sein?   An der Seite meiner Frau, die heute Abend nicht da ist.   2. Was würden

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Seite 64: SCHACH-Fragen [42]

Interview mit GM Vitaly Kunin in der neuesten Ausgabe von Schach   1983 in Moskau geboren, siedelte Vitaly (so möchte er auf Deutsch geschrieben werden) 2001 mit Eltern und Schwester nach Darmstadt über. Später studierte er in Moskau Linguistik, kehrte nach Deutschland zurück, arbeitete auf dem Frankfurter Flughafen für eine Spedition und … beschäftigte sich doch im Grunde die meiste Zeit mit den Brettern, die ihm die Welt bedeuten. In unserem Fragebogen bekennt er sich zum Beruf Schachprofi! 2006 wurde Kunin in Osterburg Deutscher Vizemeister, was er 2015 in Saarbrücken wiederholen konnte. Er kratzt seit geraumer Zeit an der 2600er

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Seite 64: SCHACH-Fragen [41]

Interview mit GM Jóhann Hjartarson  (Island) in der neuesten Ausgabe von Schach   Seit mehr als 16 Jahren (exakt seit SCHACH 3/2000) gibt es unseren Fragebogen, aber noch nie hat(te) ein Isländer ihn beantwortet! Jóhann Hjartarson, 53, ist aus dem 1972er Boom hervorgegangen und gehört zu der Generation, die dem kleinen Land die höchste pro-KopfGroßmeisterdichte bescherte. 1987 gewann er das Interzonenturnier in Szirak und schlug im Achtelfinale des Kandidatenturniers Viktor Kortschnoj, bevor er gegen Anatoli Karpow aus dem WM-Zyklus ausschied. In Deutschland wurde er als langjähriges Mitglied der Münchner Bayern in deren goldenen Zeiten Anfang der 1990er Jahre bekannt. 1998

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Seite 64: SCHACH-Fragen [40]

Interview mit GM Ernesto Inarkijew (Russland) in der neuesten Ausgabe von Schach   Ernesto Inarkijew wurde 1985 in einer kleinen Ortschaft im Gebiet Osch in Kirgistan geboren und von seinen Eltern nach dem kubanischen Revolutionär Ernesto Che Guevera benannt. Im Alter von sieben Jahren kam er mit Schach in Berührung und spielte bei der Olympiade 1998 in Elista als 13-Jähriger für seine kirgisische Heimat. FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinow war begeistert, auf seine Einladung hin siedelte Inarkijew im Jahre 2000 ins kalmykische Elista über und spielt seitdem unter russischer Flagge. Nun feierte der heute 30-jährige Globetrotter, der verheiratet und Vater eines Sohnes

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