So nicht meine Herren!

Nun sind die Würfel gefallen, wir können uns anmelden, mit dem heutigen Datum ist dies möglich. Doch was müssen wir hier lesen? Von sieben Qualifikationsturnieren und dem Finaltermin, sind bis dato nur 6 Qualifikationsturniere bekannt. Verantwortlich hierfür sind der DSB-Präsident Ullrich Krause und der neue starke Mann auf der Geschäftsstelle Dr. Marcus Fenner, ein erfahrener Organisator aus den USA. Verläuft die Anmeldung noch wie gewohnt, erfolgt gleich die nächste Überraschung. Die Teilnehmer werden höflichst aber bestimmt gebeten ihr Hotelzimmer selbst zu buchen. In dem einem Fall findet man einen Link zum Hotel, in dem anderen Fall nur eine Email-Adresse des

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Jein zur WM in Saudi-Arabien (UPDATES)

Ich hatte diesen Themenkomplex bisher vermieden, aber aus meiner Sicht sind bisherige Beiträge dazu zu einseitig-negativ – das will ich etwas relativieren. Ein Punkt fehlt aus meiner Sicht bisher völlig: ebenfalls berechtigte Interessen von Spielern (und Spielerinnen!), dass dieses Turnier stattfinden konnte mit attraktivem Preisfonds. Offenbar zeigte ausser Saudi-Arabien niemand Interesse – auch nach der Vergabe an Riad sagte meines Wissens niemand “es gab eine Alternative, wir standen auch zur Verfügung”. Wenn dem so wäre, dann könnte man diskutieren, ob ein anderer Austragungsort besser gewesen wäre (auch bei weniger Preisgeld). So allerdings war es “Riad oder nirgendwo” – und dann

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Ganz schön link Herr Dr. R. K.

Es ist gerade mal ein Jahr her, als ein Bürgermeister und sogenannter Schachfreund dafür sorgte, dass ein Schnellschachturnier, welches vom SV Unser-Fritz e. V. am Karfreitag veranstaltet wurde, auf Anweisung des Ordnungsamtes der Stadt Herne abgebrochen werden musste. Der Fall erregte großes Aufsehen, selbst die Bildzeitung berichtete ausführlich darüber. Das Prekäre an der Situation war, dass besagter sogenannter Schachfreund Vorsitzender eines benachbarten Herner Schachvereins war und heute noch ist. Unter der Überschrift: „Gens una sumus – Wir sind eine Familie“ kann man den ganzen Vorgang noch einmal nachlesen. In diesem Jahr erregte ein neuer Fall die Gemüter. Wieder traf es

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Schnelle Spiele – Mehr Zuschauer?

In Zürich werden zwei Partien am Tag gespielt. Wird dadurch das Interesse an der Live-Übertragung gestärkt? – Von FRANZ JITTENMEIER   Auf Facebook stellt GM Emil Sutovsky (Präsident der Association of Chess Professionals) an seine Freunde die Frage, ob schnelle Schachpartien das Interesse an Live-Partien fördern. Das Thema wird kontrovers diskutiert. Die Meisten wollen natürlich die traditionelle Bedenkzeit beibehalten und fürchten um die Qualität der Partien.  Fakt ist allerdings, dass schnelle Partien, Blitz und Schnellschach, sich für eine Live-Übertragung geradezu anbieten. Zwar ist die Qualität der Partien nicht so hoch wie bei normaler Bedenkzeit, doch Entscheidungen fallen innerhalb kurzer Zeit

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Wissen ist Matt: 8,6 Blatt pro Sitzung

Wenn die deutschen Medien Schach nicht unterstützen, wie soll Schach olympisch werden?   Die 2. Runde der 42.Schacholympiade in Baku ist beendet. In der allgemeinen Gruppe des alle zwei Jahre ausgetragenen Turniers spielen unglaubliche 181 Herrenmannschaften und 142 Frauenmannschaften aus 176 Ländern. Insgesamt nehmen 899 Spieler teil, inklusive des Weltmeisters Magnus Carlsen und fast der gesamten Schachelite.   Der aserbaidschanische Staat sponsert das Spektakel mit 15 Mio. Euro. Eröffnungsfeier und Organisation vom Feinsten. Alle Spiele werden über das Internet übertragen. Damit der Zuschauer auch die Atmosphäre mitbekommt, sorgt ein Livestream dafür dass man permanent in den Spielsaal sehen kann und

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So sehe ich das … [27 ]

Klassenerhalt am „grünen Tisch“ –Ein Kommentar von JÖRG WENGLER, Abteilungsleiter Schach des FC Bayern München   Aus gegebenem Anlass haben wir uns immer wieder mit der Situation in der Schach-Bundesliga nicht zuletzt kritisch und ebenso konstruktiv beschäftigt. Da in der zurück liegenden Saison mit Turm Emsdetten und dem SC Hansa Dortmund zwei Vereine ihren Rücktritt aus der höchsten deutschen Spielklasse erklärten sowie der Erfurter SK als 13. auf die dadurch mögliche Erstklassigkeit verzichtete, nutzte neben dem SV Griesheim auch der FC Bayern München diese Chance. Auf die Münchener trifft das übrigens seit dem Aufstieg 2013 bereits zum dritten Mal in

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Betrug und nicht geahndet?

Remisschieberei in Mannschaftskämpfen – Betrug oder Normalität? – Eine Betrachtung von JOACHIM TALARSKI   Am 10. 04. 2016 fand in der Bezirksliga das letzte Meisterschaftsspiel zwischen SV Datteln und SV Erkenschwick II statt. Besser gesagt: Es wurde nicht einmal der Versuch unternommen, die “Puppen” zu bewegen. Laut FM Heiko Kummerow fand kurz darauf eine Facebook-Diskussion statt, in der es um dieses Thema ging. Angeblich war eine Mehrheit der Erkenschwicker für Schiebung, so dass sich die Minderheit beugen musste. Dieser Eintrag wurde kurzfristig gelöscht, vermutlich weil sich das schlechte Gewissen meldete oder weil man Konsequenzen von Seiten des Verbandes fürchtete.  

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Schweizer Verband verzichtet auf seinen besten Spieler

Großmeister Vadim Milov (Elo 2611), Nummer 1 in der Schweiz, ohne Chancen beim derzeitigen Präsidenten des Schweizer Schachbundes   Die Querelen zwischen GM Vadim Milov und dem Schweizer Schachbund (SSB) gehen weiter. Auf den “Offenen Brief” von Milov, der am 9. Januar 2016 auf dem Schach-Ticker veröffentlicht wurde, hat der Präsident des SSB Peter Wyss Milov mit Disziplinarmaßnahmen gedroht, falls er weiterhin amtierende und ehemalige Funktionäre kritisiert. Es heißt weiterhin:   Auf der Basis des Kaderreglements (Artikel 2.2 und insbesondere Artikel 2.4.3) werden Sie derzeit nicht in das Herren-Kader aufgenommen.   Wir finden, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat zu erfahren,

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In einem Anfall von Wahnsinn – In a fit of madness

Großmufti von Saudi-Arabien verbietet das Schachspielen – Eine Betrachtung von FRANZ JITTENMEIER   Nicht nur in der westlichen Welt hat das Schachspiel einen hohen Stellenwert. An vielen Schulen gehört Schach zum normalen Unterricht. Nachfolgend 10 Vorteile die das Schachspielen sinnvoll machen, ob reich oder arm:   1. Gehirnwachstum: Spiele wie Schach, die das Gehirn herausfordern, fördern die Bildung spezieller Gehirnzellen, der Dendriten. Diese Zellen senden Signale zu den Nervenfasern des Gehirns. Je mehr Dendriten das Gehirn besitzt, desto schneller funktioniert die Reizweiterleitung.   2. Beide Gehirnhälften werden beansprucht: Eine deutsche Studie fand heraus, dass Schachspieler sowohl die linke als auch

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So sehe ich das … [26]

„Das Team will dich nicht!“ – Ein Offener Brief von Großmeister Vadim Milov, amtierender Landesmeister und derzeit die Nummer 1 in der Schweiz   Es ist wirklich die Ausnahme, dass uns ein Großmeister einen Offenen Brief schickt mit der Bitte, ihn online zu veröffentlichen. Im konkreten Fall kommen haben wir uns dafür entschieden, ihn zu publizieren. Anzumerken ist, dass Leserbriefe nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Allerdings gibt ihm die hierzulande demokratisch festgeschriebene Pressefreiheit mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung die Chance, in unserer Rubrik „So sehe ich das …“ zu Wort zu kommen.   Meine Bekannten wissen, dass ich

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So sehe ich das … [25]

Schach als Leistungssport ist in Deutschland möglich! – (M)ein Offener Brief an die Eltern des U16-Jugend-Weltmeisters Roven Vogel – Von RAYMUND STOLZE   Ich gebe zu, dass ich schon erstaunt gewesen bin, auf der ChessBase-Seite vom 13. November eine Presseerklärung von Ina und Dieter Vogel zu lesen – das sind die Eltern unseres U16-Jugend-Weltmeisters Roven Vogel, der sich ebenfalls persönlich geäußert hat. Sechs Tage später wurde dieser Beitrag  unkommentiert online auch bei der Deutschen Schachjugend veröffentlicht. So weit … – und ich finde das nicht unbedingt – … so gut …   ChessBase möchte, so der Anspruch eines nachfolgenden Artikels

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So sehe ich das … [24]

Magnus ist auch nur ein Mensch oder: Schach ist nicht Fußball – Von JULIA KIRST   In der Fußball-Bundesliga herrscht gähnende Langeweile. Der Branchenprimus Bayern München dominiert bereits die vierte Saison in Folge derart, dass der Konkurrenz nur der Blick ins Fernglas bleibt, um den Tabellenführer überhaupt sehen zu können.   Bei Supergroßmeisterturnieren mit Beteiligung unseres Weltmeisters Magnus Carlsen aus Norwegen war das lange ähnlich, wenn auch nicht ganz so krass. Immer war er vorne mit dabei, gewann Turniere teilweise deutlich und siegte selbst in solchen Partien, die er hätte klar verlieren müssen (z. B. Nakamura–Carlsen in Zürich Anfang 2014).

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Doppelweltmeister Carlsen flippte aus

Am Ende “nur” der 6. Platz bei der Blitz-WM in Berlin – Ein Kommentar von Franz Jittenmeier   Wer verliert schon gerne. Keiner von uns. Der Eine frisst es in sich hinein. Der Andere nimmt es locker und leicht. Je mehr auf dem Spiel steht, desto mehr und heftiger ärgert man sich. Für Magnus Carlsen stand viel auf dem Spiel. Hätte er doch gerne alle Titel eingeheimst und mit nach Norwegen genommen. Locker und leicht hatte er die Weltmeisterschaft im Schnellschach mit 11,5 Punkten aus 15 Partien gewonnen. Wenige zweifelten daran dass Magnus Carlsen, nach dem starken Auftritt beim Schnellschach,

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So sehe ich das … [23]

Warum sich der Godesberger SK aus der 2. Bundesliga zurück zieht – Eine Stellungnahme von Mannschaftsführer und Vorstandsmitglied BODO SCHMIDT   In der vergangenen Woche erreichte den Schach-Ticker die Nachricht, dass der Godesberger SK 1929 e.V., der mit seinen aktuell über 170 Mitgliedern zu den acht größten Schachvereinen in Deutschland gehört, sich aus der 2. Bundesliga zurück zieht. Damit wird die Gruppe West mit nur neun Teams die Saison 2015/16 bestreiten und der traditionelle Verein steht als erste Absteiger fest.   Wir haben den Mannschaftsführer und 2. Vorsitzenden des Godesberger SK BODO SCHMIDT um eine Stellungnahme gebeten, in der er

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So sehe ich das … [22]

Frauen-Super-Team des deutschen Vizemeister SK Schwäbisch Hall ohne Perspektive – Ein Hintergrundbeitrag vom ehemaligen SHA-Capitain MARIO MEINEL   Drei Wochen sind seit meinem Radiointerview vergangen [Link: http://www.sthoerfunk.de/blog/post.php?s=2015-05-31-jetzt-steh-ich-da-habe-ein-super-team-und-keine-perspektive ]. Eine Entscheidung über das Wohl des Frauenteams konnte das Präsidium des SK Schwäbisch Hall bis heute noch nicht fällen! Das letzte E-Mail an die Damen [19. Juni] deutet jetzt auf eine Entscheidung am 31. Juli hin!   Laut der Jahreshauptversammlung [JHV] im April fehlen 20.000 € für das Team. Nur das Absurde an dieser Geschichte ist, das Herrenteam rüstet weiter auf. Die Großmeister Jewgeni Postny, GM Sebastian Bogner und Peter Michalik wurden

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So sehe ich das …[21]

Tugendwächterinnen – Ein Betrachtung zum „Fall“ Mihaela Sandu von WGM CARMEN VOICU-JAGODZINSKY   Als ich am Samstag vor einer Woche gebeten worden bin, einige Worte über die Überraschungsfrau der ersten Turnierhälfte, meine Landsfrau Mihaela Sandu zu schreiben, lehnte ich nach kurzem Nachdenken ab. Zum einen war ich in Willingen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften als Trainerin beschäftigt. Zum anderen habe ich mit Mihaela nie viel zu tun gehabt. Sie ist vier Jahre älter als ich und gehörte daher in meiner Jugend nie zu den Spielerinnen, mit denen ich enger befreundet war. In den Jahren, in denen ich regelmäßig in der rumänischen

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So sehe ich das [20]

Herbert Bastian für eine dritte Amtszeit gewählt   Die Schmähbriefe der Vize-Präsidenten Woltmann und Langer auf der Plattform des Hauptsponsors ChessBase haben dem Schach im allgemeinen zwar geschadet, aber die Wiederwahl von Herbert Bastian nicht verhindert.   Der 103. Bundeskongress des Deutschen Schachbundes hat den jetzigen Präsidenten Herbert Bastian mit 109 Stimmen bestätigt. Es gab 29 Enthaltungen und zwei ungültige Stimmen (?). Insgesamt waren es 216 Stimmberechtigte. Herbert Bastian wurde vom Landesverband Rheinland-Pfalz nominiert. Gegenkandidat Joachim Gries vom Hessischen Landesverband bekam 76 Stimmen.   Michael Woltmann und Michael Langer fuhren schwere Geschütze gegen den in China weilenden Präsidenten auf. Dass

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So sehe ich das …. [19]

„Der Millonäros-Cup“ ist in Oslo mit einem Ausscheidungsturnier gestartet worden – eine Betrachtung zum Projekt „Grand Chess Tour“ von RAYMUND STOLZE   Seiner Kolumne von SCHACH Heft 3/2015 titelte Dirk Poldauf mit der Frage „Kommt die Golden League?“, um dann Stand Februar 2015 zu schreiben: „Fest steht, dass Garri Kasparow einer der Initiatoren dieses Projektes ist und dass derzeit Verhandlungen mit Weltklassespielern geführt werden. Norway Chess in Stavanger (Juni), der Sinquefield Cup in St Louis (August/September) und die London Chess Classic (Dezember) gehören dazu sowie 2016 eine Veranstaltung im indonesischen Jakarta. Die neun besten Spieler der Weltrangliste sollen an allen

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So sehe ich das … [18]

Eine Einschätzung von KLAUS DEVENTER (Foto links), Internationaler Schiedsrichter und DSB-Referent für Leistungssport, zum Protestfall Wesley So   In unserer Nachbetrachtung zur US-Landesmeisterschaft 2015 [ http://www.chess-international.de/Archive/37310 ] sind wir auch auf den Protestfall Wesley So eingegangen. Auf seiner Facebook Fan-Page erläuterte Wesley So seine Sicht der Ding wie folgte: „Ich hatte Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren, und machte mir deshalb auf einem Blatt Papier (nicht meinem Partieformular) eine Notiz … sie lautete: zwei Mal, drei Mal prüfen, nachdenken. Akobian sah das und beschwerte sich beim Schiedsrichter und die Partie wurde als kampflos verloren gewertet. Es tut mir Leid, ich wusste nicht,

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So sehe ich das … [17]

Die Schach-Bundesliga am Scheideweg – Eine Betrachtung von RAYMUND STOLZE   Ich weiß nicht, ob der Rücktritt des SC Eppingen aus der Schach-Bundesliga tatsächlich eine Hiobsbotschaft ist, sondern lediglich unmissverständlich deutlich macht: So wie bisher kann es nicht weiter gehen mit der angeblich stärksten Liga der Welt! [Pressemitteilung siehe http://www.chess-international.de/Archive/36427#more-36427 ]   Sind wir doch einmal bei der Beurteilung der Lage ehrlich: Wenn es nämlich tatsächlich so wäre, dann würden die Bundesliga-Verantwortlichen doch längst einen potenten Sponsor gefunden haben, den das Produkt überzeugt. Wie wir wissen, ist dem aber keineswegs so. Niemand steht Schlange, um mit seinem Namen ausgerechnet für

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