Eliseev Memorial in Moskau

Einleitung und Haupt-Inhalt dieser Vorschau etwas anders als zunächst vorgesehen: ein kleines aber feines Turnier (bzw. eigentlich zwei Rundenturniere) in Moskau vom 15.-19. und 21.-25.11., Name und Anlass erfuhr ich erst später. Vor knapp einem Jahr schrieb ich einen eher kurzen und knappen Nachruf zum frühen und tragischen (dabei eventuell auch dummen, sinnlosen oder selbst verschuldeten) Tod von Urii Eliseev im Alter von nur 20 Jahren [in derselben Woche starb auch Taimanow im gesegneten Alter von 90 Jahren]. Aus dem damaligen Artikel “Daniil Dubov, nach eigener Aussage mit Eliseev eng befreundet, war vielleicht der Erste, der die Welt über Facebook

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Showdown auf Mallorca

Offiziell heisst das Turnier “FIDE Grand Prix”, allerdings steht da mehr auf dem Spiel als beim sogenannten Champions Showdown in Saint Louis. Jedenfalls für zwei der achtzehn Teilnehmer, die ich nun mal nach derzeitigem Stand in der GP-Gesamtwertung sortiere: Radjabov, Ding Liren, Vachier-Lagrave, Nakamura, Svidler, Giri, Li Chao, Jakovenko, Harikrishna, Riazantsev, Eljanov, Vallejo, Gelfand, Rapport, Tomashevsky, Aronian, Hammer, Inarkiev. Nach Elo sind sie – auch das hat Wikipedia im Angebot – etwas anders sortiert, z.B. ist da Aronian die Nummer eins und Radjabov die Nummer sieben. Aronian kann es dabei inzwischen verkraften, dass er in der Grand Prix Serie –

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Vorschau zur Mannschafts-EM

Der eine Leser oder die andere Leserin fragt sich vielleicht: War die nicht gerade erst? Vor kurzem war es der Europacup für Vereinsteams, bei dem auch Ausländer oder gar Nicht-Europäer mitspielen durften – demnächst die EM für Nationalteams. Da kann jedes Land nur die Spieler aufstellen, die es eben hat, und niemanden einkaufen – jedenfalls nicht kurzfristig und/oder nur speziell für dieses Turnier. Einige Länder haben Spieler im Kader, die zuvor mal für ein anderes Land spielten – Russland zwar ohne Karjakin, aber Aserbaidschan mit Naiditsch, Deutschland mit Nisipeanu und Fridman, usw. . Eines haben beide Turniere gemeinsam: Austragungsort am

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Isle of Man Open

Noch läuft der Weltcup, wobei die wichtigste Entscheidung bereits gefallen ist: Wer erreicht das Finale und qualifiziert sich sich damit für das Kandidatenturnier? Das nächste Turnier ist quasi auch “Teil des WM-Zyklus” – allerdings können nur zwei von insgesamt derzeit 161 Teilnehmern ihre Chancen, im April 2018 in Berlin mitzuspielen, verbessern oder auch verschlechtern. Gemeint ist das Isle of Man Open, offiziell “Chess.com Isle of Man International”. Chess.com ist da letztes Jahr eingestiegen, prompt haben ihre Lieblinge Caruana, So und Nakamura mitgespielt. Dieses Jahr gibt es noch mehr Preisgeld und wohl auch ein höheres Budget für Startgelder, daher ein noch

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Weltcup-Vorschau

Ab Sonntag sitzen in Tiflis 128 Spieler an den Brettern. Ab Mittwoch sind es noch 64, und auch im weiteren Turnierverlauf kann alle zwei bis drei Tage die Hälfte des verbleibenden Teilnehmerfelds abreisen – oder vor Ort bleiben um andere zu unterstützen. So ist es im KO-System – zwei Tage, wenn man nach zwei Partien mit klassischer Bedenkzeit ausscheidet, drei Tage wenn man den Stichkampf erreicht und dann nach Schnellschach, Blitzschach oder Armageddon das Nachsehen hat. Für viele ist es wohl der Höhepunkt des Schachjahres, egal welche Ziele, Ambitionen oder Hoffnungen sie haben. So äusserte sich z.B., jedenfalls sinngemäss, Benjamin

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Saint Louis Rückblick und Ausblick

Wie versprochen gibt es nun noch einen Rückblick auf Sinquefield Cup 2017 insgesamt, sowie dann einen Ausblick auf das nächste Turnier in Saint Louis. Da spielen zehn Grossmeister – sechs von zehn aus diesem Turnier und vier andere – an fünf Tagen gleich dreimal gegeneinander. Die Qualität der Partien wird darunter vermutlich leiden, zugunsten des Unterhaltungswerts. Warum einige es gar als den Höhepunkt das Schachjahrs betrachten/bezeichnen, da muss der Leser sich noch etwas gedulden – es sei denn er ahnt oder weiss, worauf ich anspiele. Fotos wieder ab Turnierseite von Lennart Ootes. Vachier-Lagrave hatte schon zweimal das alleinige Titelfoto, nun

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Sinquefield Cup Vorschau

Ab Mittwoch wird in Saint Louis wieder Schach gespielt – bzw. das war auch letzte Woche der Fall, mit Spielern die elomässig und auch in einer anderen Kategorie noch Nachholbedarf haben. Aus aktuellem Anlass sortiere ich das Teilnehmerfeld des Sinquefield Cups mal nach Anzahl Kindern sowie (Tiebreak) gefühlter Wahrscheinlichkeit, dass sie in absehbarer Zeit (nochmals) Vater werden: Karjakin 2, Svidler 2, Anand 1,  Aronian und Nakamura, Caruana, Carlsen, So/Vachier-Lagrave/Nepomniachtchi. Zu Karjakin siehe gleich – da ist am ehesten/schnellsten vorstellbar, dass er dreifacher Vater wird (mit derselben Mutter oder vielleicht einer anderen – man weiss nie was im Leben noch passiert).

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Xtracon Open

Manchmal erfährt man von einem Turnier erst, wenn es bereits begonnen hat – diese “Vorschau” zum Xtracon Chess Open daher pünktlich nach der ersten Runde. Früher hiess dieses Turnier im dänischen Helsingor Politiken Cup, mittlerweile hat es einen neuen Sponsor aus der IT-Branche. Vorteil eines verspäteten Vorberichts ist: die  hat bereits Fotos aus der ersten Runde – das Titelfoto zeigt einen der bekanntesten Teilnehmer, auch wenn Jan Timman nur Nummer 13 der Setzliste ist. Ich nenne nun zunächst die ersten zehn: Vitiugov, Jobava, Sasikiran, Short, Motylev, Hammer, Ivan Sokolov, Saric, Bosiocic, Simen Agdestein. Zwei mit Vorname, da es sonst zu

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5. VMCG-Schachfestival in Lüneburg

Text: Jonathan Carlstedt – Vom 8.7. bis 16.7.2017 findet zum 5. Mal das VMCG-Schachfestival im 4*-Hotel Seminaris in der Soltauer Straße in Lüneburg statt. Seit 2014 haben die beiden Organisatoren, Jonathan Carlstedt und Martin Becker, als Sponsor die Vonhoff Management Consulting AG (VMCG) an ihrer Seite. Wie jedes Jahr finden im Zuge des Festivals, ein A-, B und C-Open statt. Aber damit nicht genug, auch 2 Rundenturniere in Form eines IM und eines GM-Turniers stehen auf dem Programm. Während das A-Open mit über 100 Teilnehmern immer nachmittags um 16 Uhr startet, gehen die Partien in allen anderen Turnieren bereits um

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Superturniere im Juli

Derzeit läuft die Schnell- und Blitzschachshow im belgischen Leuven, darüber wird der Schachticker natürlich berichten. Aber nun schon einmal eine Vorschau auf den Monat Juli, da tut sich einiges: Drei der Leuven-Teilnehmer sitzen am 6. Juli bereits wieder am Brett, für einen ist die An- bzw. Weiterreise weniger kompliziert als die Anreise nach Leuven ab Khanty-Mansiysk. Ein vierter hat eine etwas längere Reise zu seinem nächsten Turnier, das am 9. Juli beginnt. Zwei weitere haben knapp zwei Wochen Pause und können sicher zwischendurch zu Hause vorbeischauen, einer wird vielleicht gar bei einem der in diesem Beitrag genannten Turniere kibitzen. Noch

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Vorschau zu Leuven – eher kurz und knapp

Nach Paris kommt bei der Chess Tour Leuven – ab morgen, die Spieler sind wohl bereits vor Ort, vielleicht bis auf Nepomniachtchi der gestern noch in Khanty-Mansiysk spielte und ab da eine relativ weite Anreise hat. Das Format ist dasselbe – neun Runden Schnellschach an drei Tagen, dann achtzehn Blitzpartien an zwei Tagen, jeweils mit “delay” statt Inkrement. Die Teilnehmer sind, im Gegensatz zu 2016, nur zu 30% identisch. Damals bekam Carlsen für beide Turnier eine/die einzige wildcard, einziger Unterschied: Anand fehlte aufgrund anderer Verpflichtungen in Paris und Fressinet durfte daher mitspielen. Nun die Leuven-Teilnehmer, wieder alphabetisch sortiert: Anand, Aronian,

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Chess Tour in Paris, dann Leuven

Zur Erinnerung: Letztes Jahr hatte die Chess Tour nach dem Ausstieg von Norway Chess ein Problem – zwei Turniere mit klassischer Bedenkzeit sind etwas wenig für eine “Tour”. Damals wurden dann kurzfristig zwei Schnell- und Blitzturniere aus dem Boden gestampft – in Paris von Freunden von Vachier-Lagrave der so die gesamte Tour mitspielen durfte, im belgischen Leuven offenbar von einem Kumpel von Kasparov der so zur Rettung von dessen Chess Tour Projekt beitrug. Da Paris und Leuven nur gut 300km voneinander entfernt sind, kann man die Turniere direkt nacheinander ausrichten. Da es allen – Chess Tour und lokalen Geldgebern –

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Mannschafts-WM in Khanty-Mansiysk

Laut Turnierseite sind “die besten Schachspieler aus Russland, Georgien und USA” bereits in Sibirien angekommen. Da habe ich wohl die sensationelle Nachricht verpasst, dass So und Caruana schon wieder den Schachverband wechselten und Nakamura sich ihnen angeschlossen hat. Auch Russland spielt nicht in Bestbesetzung, wenn auch immerhin mit fünf Spielern der Kategorie 2700+. China spielt dagegen in Bestbesetzung. Dass Georgien nur mit der nationalen Nummer 10, 19, 24 und 25 dabei ist hat konkrete Gründe: Jobava wäre, auch wenn er sich rasiert, bei den Damen nicht spielberechtigt. Aber zunächst zu den Herren: Warum erinnern einige Aufstellungen ein bisschen an Mitropa-Cup

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Norway Chess: Top10 und sonst niemand

So war es jedenfalls vorgesehen – dann wurden Mamedyarov und Ding Liren top10 und verdrängten Karjakin und Giri. Sie haben das ursprüngliche Teilnehmerfeld beibehalten – kurzfristige Änderungen ja nur zugunsten von Carlsen, und der war natürlich von Anfang an dabei. Mitspielen und Geld verdienen dürfen, nach aktueller Elo sortiert, Carlsen, So, Kramnik, Caruana, (Mamedyarov), Vachier-Lagrave, Aronian, Anand, Nakamura, (Ding Liren), Karjakin und Giri. Die eingeklammert-durchgestrichenen wurden nicht etwa wieder ausgeladen, nein sie sind zu spät in der top10 angekommen. Das Titelfoto von der Norway Chess Facebookseite zeigt den Hauptschauplatz (Blitzturnier vorab und die ersten sechs von neun Runden) Hotel Clarion

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Limburg Open grösser als Europameisterschaft

In Minsk sitzen derzeit 397 Spieler am Brett, beim Limburg Open sind es ab morgen und bis Pfingstmontag 505 (in fünf Gruppen – A, B, C1, C2 und Senioren). Zugegeben, die Ausrichter haben etwas gemogelt: sie akzeptieren auch Teilnehmer, die bei der EM nicht spielberechtigt sind – das ist allerdings nicht ausschlaggebend (Länder-Statistiken später). Und wer sich nur für Grossmeister bzw. nur für Elozahlen interessiert, kommt in Minsk eher auf seine Kosten: dort 171 GMs (darunter 84 mit Elo 2600+, davon 9 mit 2700 oder mehr), in Maastricht 8 GMs (davon drei 2600+). Zunächst nenne ich nun die acht GMs

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Grand Prix in Moskau

Ein gut gehütetes Geheimnis wurde inzwischen gelüftet: Wer spielt vom 12.-21. Mai beim zweiten Turnier der FIDE Grand Prix Serie? Insider, u.a. die Spieler selbst, wussten es wohl schon länger. Die wissen sicher auch, wo (genau) in Moskau gespielt wird – das verrät die Turnierseite nicht, sonst auch nicht allzu viel, immerhin wann die Runden beginnen: jeweils um 14:00 Ortszeit in Moskau, also um 13:00 für Mitteleuropäer, am 17.5. ist Ruhetag. Wo – ausser gegen Bezahlung auf der Turnierseite – man die Partien live verfolgen kann ist bei Redaktionsschluss noch unklar, aber ein Vorbericht sollte vor der ersten Runde erscheinen

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Reykjavik-Open mit Giri, l’Ami, Gupta, Donchenko, Hjartarson usw.

Im Titel nenne ich mal den Ersten der Setzliste, die Sieger der beiden letzten Jahre, den besten deutschen Teilnehmer und einen über den sich die Veranstalter offenbar besonders freuen – auch wenn er nach aktueller Elo nicht der beste isländische Teilnehmer ist. Natürlich sind unter den insgesamt 265 Teilnehmern noch mehr bekannte, und naturgemäss auch unbekannte Namen – von Elo 1000 bis fast 2800 ist alles dabei, im unteren Bereich vor allem Isländer und auch einige von den Faroe-Inseln. Nochmals die ersten vierzehn der Setzliste: Giri, Andreikin, Jobava, Almasi, Shirov, Movsesian, Jones, Vidit, Kamsky, Grandelius, l’Ami, Yilmaz, Landa und Gupta.

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Gashimov-Memorial – Weltklasse in Shamkir

Warum gebe ich Sergey Karjakin das Vorschau-Titelbild (Quelle Turnierseite)? Ich sortiere die Teinehmer des vierten Gashimov-Memorials mal nicht nach Elo und auch nicht alphabetisch, sondern danach, wie oft sie – laut chessgames.com – gegen Vugar Gashimov gespielt hatten: Karjakin 15, Radjabov 14, Mamedyarov 10, Kramnik 8, Topalov 7, Eljanov 4, Wojtaszek 3, Harikrishna 2, Adams 1, So 0. Zum Vergleich diese “Tabelle” der gerade beendeten Kortchnoi Zurich Chess Challenge: Gelfand 25, Anand 17, Kramnik 15, Pelletier 10 (alles in der Schweiz, vor allem in Biel), Svidler 6, Nakamura, Nepomniachtchi, Oparin 0. Demnach sagt diese Statistik weder etwas über Karjakins Chancen

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Weltklasseturnier in Zürich

Kortchnoi Zurich Chess Challenge Zu Ehren der am 6. Juni 2016 verstorbenen Schachlegende Viktor Kortchnoi, der die Geschichte des Schachs im letzten Jahrhundert wie kein anderer prägte, organisiert die Schachgesellschaft Zürich an Ostern vom 13.-17. April 2017 im Kongresshaus Zürich ein Grossmeister-Turnier mit den beiden Weltmeistern Vladimir Kramnik und Viswanathan Anand sowie den Weltklassespielern Hikaru Nakamura, Ian Nepomniachtchi, Peter Svidler und Boris Gelfand.  Gelfand, der mit Kortchnoi gut befreundet war, ersetzte Maxime Vachier-Lagrave der aus persönlichen Gründen absagte. Das Feld wird komplettiert von Grigoriy Oparin, der sich nach Stichkampf gegen Shirov als bester Spieler des “Nussknacker-Turniers” 2016 in Moskau qualifizierte,

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Aeroflot Open – das auch noch

Die Damenweltmeisterschaft hat fast Halbzeit (Runde drei von sechs, wobei im Finale vier Partien mit klassischer Bedenkzeit angesetzt sind), der FIDE Grand Prix in Sharjah hat gerade begonnen, und ab Dienstag wird auch in Moskau Schach gespielt. In dieser russischen Schachmetropole wird wohl jeden Tag Schach gespielt, aber gemeint ist das stark und interessant besetzte Aeroflot Open. Austragungsort ist das Hotel Kosmos, Foto von der . Generell/aus internationaler Sicht ist es aufgrund diverser bekannter Namen interessant, darunter auch jedenfalls einer weit unten in der Setzliste und oben immerhin fünf aus der Kategorie Elo (knapp) über 2700. Aus deutscher Sicht ist

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