Russische Meisterschaften in Novosibirsk

Superturniere in Sibirien   Die russischen Einzelmeisterschaften waren schon immer “erweiterte” Superturniere – “erweitert”, da sich auch Spieler mit Elo unter 2700 qualifizieren können und das tatsächlich schaffen. Zum Vergleich: die US-Meisterschaften haben einen ähnlichen Status erst seit den Verbandswechseln von Caruana und So, und hinter diesen besten drei klafft da eine recht grosse Lücke.   Dabei sind bei den Herren Grischuk, Svidler, Inarkiev, Tomashevsky, Vitiugov, Jakovenko, Fedoseev, Riazantsev, Kokarev, Goganov, Oparin und Bocharov – alles Grossmeister, die Hälfte hat aktuell Elo über 2700, dabei nicht das stärkste mögliche Teilnehmerfeld (zu möglichen Gründen s.u.). Bei den Damen spielen Kosteniuk, Gunina,

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Das dritte und wohl letzte Millionaire Chess Open

Eine Idee, die offenbar nicht funktioniert Zunächst behandle ich dieses Turnier wie alle anderen offenen Turniere und nenne die bekanntesten bzw. elostärksten grossmeisterlichen Teilnehmer: Shankland, Adhiban, Iturrizaga, Xiong, Swiercz, Shimanov, Jones, Zhou, Akobian, Bruzon, Zherebukh, Sevian, Ramirez. Nicht schlecht, aber nicht so stark besetzt wie die letzten beiden Jahre – den Grund nenne ich später. Insgesamt – einschliesslich der Sektionen U2200, U2000, U1800 und U1600 – haben sich 425 Teilnehmer angemeldet, schlecht verglichen mit womit die Ausrichter rechneten, was sie eigentlich brauchten, wovon sie träumen.   Bei jedem Turnier geht es allerdings auch darum, was das jeweils Besondere ist. Bei

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Tal Memorial!

“Russland gegen den Rest der Welt” Normalerweise bin ich mit Ausrufezeichen im Titel (und anderswo im Artikel) eher zurückhaltend, Grund diesmal: lange war unklar ob es ein russisches Superturnier unter diesem oder auch einem anderen Namen geben würde, nun – relativ kurzfristig angekündigt wobei es zuvor bereits Gerüchte gab – doch. Wikipedia (auf Englisch) hatte Tal Memorial bereits ‘beerdigt’: “Tal Memorial war ein jährlich von 2006-2014 in Moskau ausgetragenes Schachturnier.” Ich weiss nicht mehr, wann – 2014 oder 2015 – ich einen russischen Schachjournalisten in Wijk aan Zee gefragt hatte, ob Tal Memorial “safe” (gesichert) sei, die Antwort war jedenfalls

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Olympiade in Baku

Treffpunkt für Elo 1025-2857 Elo 2857 hat aktuell nur ein Spieler – aber Carlsen wird oft genug fotografiert und gezeigt, im Sinne von “Gens una sumus” habe ich ein Titelfoto (fast) vom anderen Ende des Elospektrums. Patience Tsuses (Elo 1025) aus Namibia hat allerdings kein Foto auf ihrer FIDE-Eloseite, und ob dieser Twitter- und dieser Facebook-account einer Schachspielerin gehört, kann ich nicht verifizieren. Mohammed Shahudha (weiblich, Malediven, Elo 1045) – ebenfalls nix gefunden. Dann eben Suhailah Bekheet (Elo 1063) aus Kuwait – hier gefunden. In diversen Ländern reicht Elo weit unter 2000, mitunter auch gar keine Elo, für einen Platz

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Sinquefield Cup Vorschau

Immerhin zwei Neulinge im Turnier Ich habe schon die letzten Jahre etwas durchschimmern lassen, dass ich mich bei der Vorschau zu diesem und anderen Turnieren der Chess Tour etwas schwer tue – was soll ich denn schreiben? Schon wieder ein Treffen der absoluten Weltelite, immer dieselben Spieler …. . Diesmal haben zwei Teilnehmer abgesagt – einer hatte nie zugesagt, beim anderen kam etwas dazwischen, damit immerhin 20% frisches Blut im Turnier. Dabei sind Carlsen, Vachier-Lagrave, Kramnik, Caruana, Aronian, Nakamura, So, Anand, Giri, Topalov, Ding Liren und Svidler. Das Titelbild (Quelle Turnierseite) gebe ich dem Teilnehmer, der selbst erst seit kurzem

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“Vorschau” zu Poikovsky

Und drei Matches auf Niveau 2700+ und noch mehr in Biel Ja, Bilbao beschäftigt alle (auch mich), und dann im August Sinquefield Cup – aber Schach ist für mich mehr als die top10. Als Spieler auch mittleres Amateurniveau, als Schreiberling zumindest auch die erweiterte Weltspitze. Deshalb will ich einiges zumindest erwähnen, auch wenn ich es nicht im Detail besprechen kann.   “Vorschau” zu Poikovsky steht in Gänsefüsschen, da das Turnier heute bereits begonnen hat – dadurch habe ich es registriert, und erst seit heute weiss ich, wer alles dabei ist. Nach Elo sortiert Andreikin, Wojtaszek, Jakovenko, Matlakov, Smirin, Kovalenko, Motylev,

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Bilbao-Vorbericht

Das dritte Superturnier im Juli “Das dritte” ist chronologisch – derzeit läuft bereits eines in China und eines in Dortmund. In zweierlei Hinsicht ist es – Definitionssache – “das erste”. Zum einen nach Eloschnitt der Teilnehmer, dafür gibt es mehrere Gründe: Sie konnten einen Spieler mit Elo 2855 zur Teilnahme motivieren, dafür mussten sie offenbar Sonderwünsche erfüllen, das tut man doch für Carlsen … . Sie haben, mit einer Ausnahme, kein Interesse an Spielern ausserhalb der top10 – dabei sind die durchaus ein bereichernder und belebender Faktor. Und sie haben nur sechs Teilnehmer – auf der Bilbao-Skala ist es “immerhin”,

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Dortmund-Vorbericht

Drei Favoriten, so sehe ich es … Vor jedem Turnier kann man Fragen stellen, die dann während dem Turnier beantwortet werden, diesmal aufgrund “passender” Auslosung tendenziell vielleicht schon in den ersten beiden Runden. Wer sind meine drei Favoriten? Als Fragen formuliert: Wird Kramnik sich wieder auf “50%” verbessern? Macht Caruana den nächsten Schritt, um ihn irgendwann als Dortmundominator abzulösen? Was macht Vachier-Lagrave? Da MVL in Dortmund debütiert, gebe ich den beiden anderen das Titelfoto – alle Fotos aus dem Archiv der Turnierseite, dieses aus dem Jahr 2015. Sponsordame Jenny Schnitter und der Herr mit Krawatte, der auch nicht selbst mitspielte,

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Die Weltelite in China

Xinghua, dann Wenzhou Ich hatte schon einmal erwähnt, dass im Juli schachlich jede Menge los ist – den Anfang macht (was Elo 2700+ betrifft) ab morgen China. Sie haben jede Menge Spieler dieses Niveaus, die nicht alle anderswo Einladungen bekommen, was macht man dann? Man organisiert selbst ein Superturnier und findet ein paar Ausländer (oft auch aus der Kategorie “aktuell kaum andere Einladungen”) die mitspielen wollen. Dabei sind Ding Liren, Harikrishna, Wang Hao, Yu Yangyi, Wang Yue, Ivanchuk, Nepomniachtchi, Bu Xiangzhi, Leko und Hou Yifan. Die Nummer eins, zwei und zehn der Setzliste bekommen durchaus auch Einladungen anderswo – das

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Nach dem Titel ist vor dem Titel?!

Eine Vorschau auf die Team-Europameisterschaft U18 im slowenischen Celje von Bundesnachwuchstrainer BERND VÖKLER   Knapp ein Jahr ist der Gewinn der Mannschaftseuropameisterschaft U18 im polnischen Karpacz nun bereits her. Jetzt geht’s zur Titelverteidigung nach Celje [9. bis 17. Juli]! Vielleicht, eventuell, mal sehen… Es gibt gute und schlechte Nachrichten, was die Titelverteidigung betrifft. Vielleicht bringe ich abwechselnd immer eine gute, dann eine schlechte usw. ?!   Alexander Donchenko spielt nicht. Wir haben zwei Titelverteidiger persönlich an Bord; Jan Christian Schröder (zuletzt erfolgreich auf Korsika ) und Thore Perske bringen Stabilität Wir haben mit U16-Europameister Leonid Sawlin und U16-Weltmeister Roven Vogel

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Schon wieder Chess Tour Schnell- und Blitzschach

Diesmal im belgischen Leuven Nach jedem Turnier kann man fragen “was, wenn es noch einmal komplett von vorne beginnt?”. Meistens ist diese Frage zwar “nett” oder “interessant”, aber rein hypothetisch – aber die Chess Tour setzt in dieser Hinsicht neue Masstäbe im Schach. Gerade ist das Turnier in Paris vorbei, schon wird es in Leuven wiederholt – mit (bis auf ein Detail) identischem Format und fast identischem Teilnehmerfeld. Einziger Unterschied: Anand ist diesmal dabei, damit ist für Fressinet kein Platz (und ein belgischer Spieler, wer auch immer, wäre ohnehin aktuell eine ziemlich wilde Wildcard).   Für Leser mit kurzem Gedächtnis

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Chess Tour 2016 beginnt mit Schnell- und Blitzschach

Paris, danach Leuven in Belgien Nachdem Norway Chess sich nach einem Jahr schon wieder verabschiedete, hatte die Chess Tour bekanntlich ein Problem – nur noch Sinquefield Cup und London Classic wäre etwas wenig für eine “Tour”. Aber sie fanden neue Austragungsorte und neue Sponsoren, die allerdings Schnell- und Blitzschach bevorzugten und/oder nur ein “halbes” Turnier finanzieren wollten. Da Frankreich und Belgien Nachbarländer sind und da im Juni noch Termine frei waren im Kalender, bot es sich an, die Turniere direkt nacheinander durchzuziehen – mit nahezu identischem Teilnehmerfeld. In Paris spielen vom 9.-12.6. Carlsen, Kramnik, Caruana, Aronian, Vachier-Lagrave, Nakamura, Giri, So,

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Neoklassisches Schach in Madrid

Spanische Experimente – wobei nicht immer Spanisch gespielt wird Kurz vor Turnierbeginn (ab 14:30 heute Freitag 3. Juni) eine kurze Vorschau zu einem etwas anderen Turnier. Spanien experimentiert gelegentlich mit etwas anderen Turnierformaten – vor Jahren hatten sie “Advanced Chess” eingeführt (Computerhilfe während der Partie erlaubt) und irgendwann wieder eingestellt, nun nennen sie das neueste Experiment “neoklassisch”. Das bezieht sich nicht auf die Zeitkontrolle (25 Minuten plus 10 Sekunden Inkrement ist schlichtweg Schnellschach), sondern darauf, dass die Spieler Eröffnungen vorgesetzt bekommen, die sie kennen und mögen oder auch nicht.   Mehr passt nicht in den Teaser, nur noch die Teilnehmer:

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Vorschau zum Gashimov Memorial

Dieses Jahr mit “gemischtem” Teilnehmerfeld Superturniere experimentieren gerne mal mit dem Format, bzw. passen es eventuell an aktuelle Möglichkeiten (wer hat Zeit und Lust um zu spielen?) an. Das Gashimov Memorial gibt es seit 2014, da Vugar Gashimov (Titelbild von der Turnierseite) am 10.1.2014 im viel zu jungen Alter von 27 Jahren verstarb. Die wichtigste Info gleich zu Beginn, wer ist diesmal dabei? Caruana, Giri, Karjakin, Harikrishna, Eljanov, Mamedyarov, Radjabov, Safarli, Hou Yifan, Mamedov. “Gemischt” bezieht sich auf vier Azeris und sechs Ausländer(innen), sowie darauf, dass die Spieler ein bisschen überall in der aktuellen top100 zu finden sind. 2014 hatten

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Vorschau zum Limburg Open

Zehnte Auflage, 16 Grossmeister, fast 500 Teilnehmer   Es ist wieder Zeit für die traditionelle Vorschau zu einem traditionellen Open. “Tradition” ist dabei Definitionssache: Das Limburg Open gibt es seit 2008 immer an Pfingsten, nicht von Anfang an als BPB Limburg Open nach dem derzeitigen Hauptsponsor Bruls Prefab Beton. Vor zwei Jahren habe ich es “registriert” und seither schreibe ich dazu. Geographisch ist ja Kollege Franz Jittenmeier näher am Geschehen (ausser 2014, da war ich zum Turnierende vor Ort), aber ich kenne mich in der NL-Schachszene besser aus. Die zehnte Auflage hat vielleicht ein aufgestocktes Budget und daher mehr GMs

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Norway Chess 2016

Vorschau und was vor dem Turnier bereits alles passierte Normalerweise hat eine Turniervorschau (von mir) etwa diese Elemente: Wer spielt mit, wo und wann wird gespielt, eventuell wer kommentiert das live im Internet, eventuell Prognosen, eventuell ein paar Worte zur Geschichte des Turniers. Norway Chess 2016 hat mehr zu bieten, da es bereits vorab diverse Aufregungen gab. Die Konkurrenz hatte oft tagesaktuell berichtet, ich werde das ungefähr chronologisch zusammenfassen – aber zuerst das konventionelle Element, die nach momentaner Elo sortierte aktuellste Teilnehmerliste: Carlsen, Kramnik, Giri, Vachier-Lagrave, Aronian, Eljanov, Harikrishna, Li Chao, Topalov, Grandelius.   Bei Titelfotos versuche ich immer, etwas

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Radebeul ist Gastgeber der 4. Schach – Mannschaftsweltmeisterschaft 50+, 65+

In 100 Tagen wird in Radebeul die 4. Schach – Mannschaftsweltmeisterschaft 50+ und 65+ 2016 eröffnet – ein herausragendes sportliches Ereignis. Nach der erfolgreichen Durchführung der 3. Mannschaftsweltmeisterschaft 2015 ist der ZMDI Schachfestival e.V. vom Weltschachverband FIDE erneut mit der Ausrichtung des Turniers betraut worden – Ein Vorbericht von YVONNE LEDFUß   Die Mannschaftsweltmeisterschaft 50+, 65+ 2016 startet am 26. Juni 2016. Am 4. Juli 2016 stehen die Weltmeister fest. Gespielt wird im Radisson Blu Hotel. Der Oberbürgermeister der Stadt Radebeul, Bert Wendsche, zeigte sich gegenüber Dr. Dirk Jordan, Präsident des ZMDI Schachfestival e.V., sehr erfreut darüber, dass die Stadt

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Kandidatenturnier!

Ab Freitag wird gespielt Die Schachwelt schaut nach Moskau – vielleicht schon heute für die Schlussrunde des Aeroflot-Opens, sicherlich ab Freitag für ein kleineres Turnier mit noch höherem Eloschnitt. Die acht Teilnehmer sind schon einige Zeit bekannt, ich nenne sie noch einmal und auch warum sie mitspielen: Anand als Sieger des letzten Kandidatenturniers und dann Verlierer des WM-Matches gegen Carlsen, Caruana und Nakamura als Beste der FIDE Grand Prix Serie, Karjakin und Svidler als Weltcup-Finalisten, Topalov und Giri nach Elo, Aronian als Wildcard. Warum bekam ein Armenier die Wildcard für ein Turnier in Moskau, und nicht der Russe Kramnik? Weil

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Schach für alle im März

Moskau, Jurmala, Reykjavik, Ho-Ch-Minh-Stadt, Karlsruhe, (im April Bangkok)   Mit “Moskau” meine ich diesmal nicht das Kandidatenturnier – das in der zweiten Märzhälfte (11.-28.3.) sicher hier und anderswo dominieren wird, aber dafür haben sich laut Regelwerk nur acht Spieler qualifiziert. Der Rest darf bzw. muss zuschauen (einige werden sicher auch sekundieren) oder anderswo Schach spielen. Thema dieses Artikels ist (Aeroflot und andere) offene Turniere – Schlag auf Schlag und teilweise parallel zueinander. Da treffen Amateure und Profis aufeinander, die Grenze ist etwas fliessend – es gibt auch “Halbprofis”. Profis kann man eventuell weiter in drei Gruppen unterteilen: 1) diejenigen, die

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Zürich klein und fein und kurz und knapp

Im Juni noch mehr Schnell- und Blitzschach auf hohem Niveau   “Hohes Niveau” bezieht sich jeweils jedenfalls auf die Elozahlen – wie hochklassig die Partien bei wenig Bedenkzeit dann sind wird sich zeigen. Geplant und umgesetzt: ein Vorbericht zur Zürich Chess Challenge 2016. Spontan da “breaking news” und zeitlich (im doppelten Sinne) passend: neues von der Chess Tour – so neu dass es auf der hier verlinkten Seite noch nicht erwähnt wird, aber einige haben ihren Informationsvorsprung auf Twitter weltweitwebkundig gemacht.   Aber zunächst zu Zürich: Die Schachgesellschaft Zürich und/oder Sponsor Oleg Skvortsov experimentieren gerne mal, diesmal mit der Bedenkzeit.

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