Tata!

Alle Jahre wieder in Wijk aan Zee   Ich hatte bereits eine frühe Vorschau zu Tata Steel 2016 – zum damaligen Zeitpunkt (11. November 2015) waren zwölf von vierzehn Teilnehmern der A-Gruppe bekannt, Nummer 13 (ACP Tour Qualifikant Tomashevsky) zu 90% sicher, und die Nummer 14 war auch naheliegend und wurde von mir erwähnt – Pavel Eljanov. Nach aktuellster Elo sind diese 14 etwas anders sortiert als vor zwei Monaten, aber (trotz relativ grosser Elo-Unterschiede für einige) nur etwas: Carlsen, Giri, Caruana, So, Karjakin, Ding Liren, Eljanov, Mamedyarov, Adams, Navara, Tomashevsky, Wei Yi, Hou Yifan, van Wely.   Noch nicht

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Vorschau zum Keres Memorial

Schnellschach in Tallinn   Normalerweise beginnt das Schachjahr (für mich, d.h. offene Turniere in der ersten Januarwoche verfolge ich allenfalls ein bisschen) mit Wijk aan Zee. Dieses Jahr ist Wijk aan Zee eine Woche später, und damit lohnt sich am zweiten Januar-Wochenende auch ein (Internet-)Blick nach Tallinn. In Wijk aan Zee sind die Bedingungen (draussen, natürlich nicht drinnen) mal winterlich, mal eher herbstlich. In Tallinn herrscht momentan der Winter – Wettervorhersage kommt später, aber das Titelbild ist auch aussagekräftig. Das habe ich auf Emil Sutovskys Facebook-Seite gefunden – das Turnier wird von ACP, estnischem Schachverband und Estonian Sports Association Kalev

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Katar Open Vorschau

Und andere Weihnachtsturniere eher Kurz & Knapp   In Deutschland gibt es dieses Jahr wohl keine weisse Weihnacht, aber diverse Schachspieler aus Deutschland und vielen anderen Ländern zieht es dennoch ins warme Katar am Persischen Golf. Da wird Schach gespielt, da stimmen die Konditionen – neben Geld wird auch noch Luxus geboten. Nicht eingeplant ist wohl, dass es nach aktueller Wettervorhersage auch da regnet, ausgerechnet am Ruhetag im Turnier (25.12.); aber bei Temperaturen um 20 Grad kann man das verkraften. Da ich generell keine Vorschusslorbeeren verteile, die nichts mit diesem Turnier zu tun haben, zeigt das Titelbild (Quelle Turnierseite) die

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ACP Masters in Ashdod

Schach ist mehr als die “Chess Tour” Die Schachwelt (gemeint ist nicht die deutschsprachige Webseite) schaut vor allem nach London, der Schachticker hat zwei Augen und blickt nächste Woche auch nach Israel – zumal aber nicht nur weil man beide Veranstaltungen verfolgen kann und nur am Ende bzw. Anfang der jeweiligen Turniertage ein bisschen hin und her klicken muss. Grund ist der umgekehrte Zeitunterschied mit Deutschland und die Tatsache, dass die Runden in London an Wochentagen relativ spät beginnen.   In den Teaser passt noch das Teilnehmerfeld in Ashdod: Ivanchuk, Nepomniachtchi, Guseinov, Rapport, Gelfand, Bacrot, Jakovenko, Eljanov, Georgiev, Sutovsky, Smirin,

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Weltelite unter sich in London

Nicht ganz – es gibt auch ein Rahmenprogramm   Das London Chess Classic hat seit der ersten Auflage 2009 schon verschiedene Formate ausprobiert: Es begann mit einem Modell, das es quasi schon vorher in Wijk aan Zee gab und das Dortmund danach übernommen hat: mehrere einheimische Spieler dürfen gegen etablierte Weltklassespieler antreten. 2013 gab es dann Schnellschach im KO-System, 2014 ein kleines Eliteturnier mit sechs Teilnehmern, in dem aus England nur für Adams Platz war. Davor mischten diese sechs sich im Schnellschach unters Volk und gönnten diesem immerhin das eine oder andere Remis.   Dieses Jahr ist London Teil der

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Tata Steel 2016 mit David Navara

Eher Kolumne als früher Vorbericht   Normalerweise schreibe ich Vorberichte erst einige Tage vor Turnierbeginn – auch diesmal gibt es dann noch einen relativ “konventionellen”, während dieser eher unkonventionell wird. Aber da “fast alle” bereits einen ersten Vorbericht zu Tata Steel hatten, darf der Schachticker nicht fehlen. Wie immer (zumindest versuche ich es) setze ich eigene Akzente, schon mit dem Titel – die “Konkurrenz” erwähnt zunächst ein bis zwei andere Spieler. Aber dass Carlsen mitspielt, hat aus zwei Gründen wenig Überraschungs- und damit aus meiner Sicht auch nicht so viel Nachrichtenwert: 1) Es ist allgemein üblich (Ausnahmen bestätigen die Regel),

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Vorschau zur offenen Mannschafts-Europameisterschaft

Nach Skopje kommt Reykjavik   Vor kurzem erst traf sich Schach-Europa beim Europacup für Vereinsteams in Skopje; ab Freitag sitzen zum Teil dieselben Spieler (und Spielerinnen, aber die Damen übernimmt Kollege Raymund Stolze) in Reykjavik am Brett. “Zum Teil” hat mehrere Gründe: Amerikaner, Chinesen, Inder und andere Nicht-Europäer sind gar nicht spielberechtigt, jedes Land (bis auf Gastgeber Island) darf nur ein Team nominieren, und jedes Team hat statt sechs Spielern plus zwei Reservisten nur deren vier plus einen. Nur Inländer sind spielberechtigt, damit hat Italien (an 23 gesetzt) wohl keine Medaillenchancen, und Mazedonien verzichtet ganz auf die Teilnahme. Die werden

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Nächster Stop Bilbao

Früher stärker, aber immer noch klein und fein   Bilbao nennt sein Turnier immer noch “Chess Masters Final”, dazu später mehr. Dabei sind diesmal Viswanathan Anand, Anish Giri, Ding Liren und Wesley So – also ein “Opa” (könnte theoretisch sein, allerdings wurde Anand erst 2011 Vater) und drei junge Spieler. Laut Pressebericht ein “stratosphärischer” Eloschnitt von 2785,75, der bisher nur einmal übertroffen wurde. Mit vier Spielern ist das (auch ohne Carlsen) einfacher als mit einem grösseren Teilnehmerfeld – live-aktuell ist es etwas weniger da Giri zuletzt bei Welt- und Europacup knapp 20 Punkte verlor.   Das Titelbild habe ich direkt

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Weltcup-Vorschau

128 reisen nach Baku, einer wird gewinnen, zwei sind im Kandidatenturnier Nach zwei etwas verspäteten Beiträgen kommt dieser recht früh: “Anstoss” in Baku ist erst am 11. September (bzw. tags zuvor “Technical Meeting” und Eröffnungszeremonie). Aber im Laufe der Woche habe ich voraussichtlich wenig Zeit, und nach menschlichem Ermessen gibt es zwischenzeitlich auch keine neuen Fakten. Worum geht es beim Weltcup? Zum Teil habe ich es im Untertitel bereits erwähnt: die beiden Finalisten qualifizieren sich für das Kandidatenturnier, der Sieger bekommt darüber hinaus noch mehr Preisgeld und mehr ewigen Ruhm. Gespielt wird im KO-Modus: zwei Partien mit klassischer Bedenkzeit (vier

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Sinquefield Cup Vorschau

Fortsetzung der Chess Tour in St. Louis   Sonntag beginnt die dritte Auflage des Sinquefield Cups, was soll ich dazu schreiben? Man kann natürlich einige Sätze oder auch Absätze dafür ver(sch)wenden, wie toll, toll und nochmals toll dieses Turnier ist – das machen zum Teil andere, Jubelarien sind nicht mein Stil. Wer sich vor allem für Elo interessiert und eher nebenbei, da es nun einmal miteinander zu tun hat, auch für Schach, der kommt nach einer gewissen Durststrecke wieder auf seine Kosten. (Wer sich generell für Schach interessiert, der Schachticker und auch andere Quellen haben auch die letzten Wochen über

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Dortmund calling

Bunte Teilnehmermischung beim Sparkassen Chess Meeting   Zum Glück (sagt Thomas Richter) gibt es neben der Chess Tour nach wie vor Turniere, bei denen Spieler der “zweiten Garnitur” die Chance bekommen, gegen die Weltelite anzutreten – Dortmund ist eines dieser Turniere, daneben auch Wijk aan Zee im Januar und Biel ebenfalls im Sommer. Ich nenne die Dortmund-Teilnehmer mal in der Reihenfolge, in der sie auch auf der Turnierseite erwähnt werden: Kramnik, Caruana, Naiditsch, Meier, Hou Yifan, Nepomniachtchi, Nisipeanu, So. Das ist weder alphabetisch noch nach Elo sortiert, vielleicht die Reihenfolge in der sie eingeladen wurden und/oder zusagten? Wie dem auch

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Die (erweiterte) Weltelite in Aktion

Leon, Prag, Havanna, Stavanger, Edmonton   Die Chess Tour Truppe (Kasparov und Konsorten) will den Eindruck erwecken, dass nur die top10 zählt im Schach. Ich sehe das anders, daher ist Norway Chess in dieser Vorschau nur eines von mehreren Turnieren. Eigenwillig wie ich manchmal bin, bekommt das Titelbild heute kein weltweit etablierter Spieler mit Elo über 2700 oder gar 2800+, sondern ein international ziemlich unbekannter mit Elo 2110. Wer das ist verrate ich noch nicht, nur wie üblich die Quelle für dieses Foto. Chessbase würde stattdessen vielleicht eher eine Spielerin mit Elo immerhin 2269 zeigen.   Nun der Reihe nach

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Vorschau zum Limburg Open

Wie letztes Jahr, aber eine (halbe) Nummer grösser   Bevor ich es vergesse – soviel los in der Schachwelt, und die Zeit vergeht schnell: Nächstes (langes) Wochenende ist Pfingsten, und damit die nächste Auflage des BPB (Bruls Prefab Beton) Limburg Opens in Maastricht. Im Prinzip dasselbe Format wie letztes Jahr (und einige Jahre davor): sieben Runden nach Schweizer System, und zwar eine Freitag abend und dann jeweils zwei Samstag, Sonntag und Montag. Allerdings etwas grösser, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Für viele Leser zählen wohl Elozahlen und Schachtitel, also beginne ich mit diesen nackten Fakten: Wie letztes Jahr haben sechs

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Vorschau zu Wijk aan Zee

Tata! Alle Jahre wieder im Januar     Tata (Sponsor und Namensgeber Tata Steel) stimmt seit 2011, “in Wijk aan Zee” stimmt seit 1968. Damals hiess das Turnier noch Hoogovens, später einige Jahre Corus (derselbe Sponsor der durch Reorganisationen und Fusionen andere Namen bekam). 1968 habe ich, im zarten Alter von vier Monaten, nicht mitbekommen – aber die ersten vier von damals sind mir durchaus ein Begriff: Kortschnoi 12/15, Portisch, Tal und Hort 9/15. Von den damaligen Teilnehmern ist nur NL-Urgestein GM Hans Ree noch regelmässig in Wijk aan Zee – inzwischen als Journalist, und anno 2015 wird er auch

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London calling

Das/die nächste(n) Topturnier(e)   Das Katar Open ist gerade erst beendet – Donnerstag war die letzte Runde am Persischen Golf bei sommerlichen Temperaturen (und Klimaanlage im Turniersaal). Samstag beginnt das Schnellturnier im herbstlich-kühlen London. Wetter ist übrigens relativ: aktuelle Temperatur in Khanty-Mansiysk ist -26ºC. Giri und Kramnik können vielleicht ganz kurz zu Hause bei der Familie vorbeischauen und eine andere Garderobe einpacken – für einige andere Spieler lohnt es sich nicht (und ist zeitlich sowieso unmöglich), von Doha über Nordamerika nach London zu fliegen. Gemeint ist nicht Nakamura – der verzichtete auf das Katar Open – sondern seine Landsleute Lenderman

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Schach in der Wüste

Sehr stark besetztes Open in Katar   Die WM ist vorbei, aber das bedeutet keineswegs Langeweile oder schachliche Entzugserscheinungen. Bereits morgen sitzen diverse an der WM indirekt beteiligte Spieler wieder am Brett. Rauf und runter in der Setzliste des Katar Opens: Nummer 1 Anish Giri und Nummer 118 Sopiko Guramishvili hatten das WM-Match kommentiert, jede(r) auf seine/ihre Weise. Er war auf Twitter sehr aktiv, sie war vor Ort in Sotschi und – jedenfalls wenn Svidler mal nicht redete – für den offiziellen Livekommentar zuständig. Jetzt sieht Giri seine Freundin wieder live statt nur online – jedenfalls zwischen den Runden, vermutlich

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Wahre Schach–Hochzeiten

In den nächsten vier Wochen gibt es hochkarätige internationale Turniere, aber nur in Abu Dhabi und Peking sind mit Arkadij Naiditsch und Elisabeth Pähtz zwei Deutsche dabei   Es bleibt wohl dabei: Nüchtern mit realistischem Blick betrachtet sind wir Deutschen im Schach, wenn es um Einladungen zu internationale Events, bestenfalls zweitklassig, also eigentlich eher nicht gefragt.   Und wenn die Qualifikation die „Eintrittskarte“ ist , so sind wir bei den attraktiven FIDE-Grand-Prix-Serien der Männer und Frauen leider seit Jahren auch nicht vertreten.   Ein Lichtblick war fraglos zu Jahresbeginn bei der 76. Auflage der traditionellen Veranstaltung in Wijk aan Zee

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Doppelpack in Bilbao

Europacup für Vereinsteams und Masters Final   Wie bereits im Januar auf einer Pressekonferenz in Wijk aan Zee angekündigt, ist Bilbao ab morgen schachliche Hauptstadt Europas – und ein bisschen auch der Schachwelt, da auch Spieler aus anderen Kontinenten an den Brettern sitzen, auf denen man Holzklötze verschiebt. Es gibt gleich zwei Turniere (bzw. drei, wenn man die Veranstaltung für Damen neben den Brettern als eigenes Turnier betrachtet), nämlich: Europacup für Vereinsteams (offene und Damenkategorie) sowie das Masters Final für ausgewählte Spieler, die sich den Stress von Mannschaftskämpfen nicht antun wollen. Ich beginne aber mit der grösseren Veranstaltung, zumal ich

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Vorschau zum Sinquefield Cup

St. Louis und Baden-Baden – Parallelen und Unterschiede   Warnung: Das wird ein etwas anderer Vorbericht – wer der englischen Sprache mächtig ist und eine konventionelle Vorschau haben will, findet diese zum Beispiel hier (Ian Rogers für die US Chess Federation). Tarjei Svensen nannte diesen Bericht exzellent, offenbar enthält er genug Carlsen-Hype.   Nun meine Perspektive: Anlässlich der Unruhen in Ferguson, eine Vorstadt von St. Louis, schrieb Arnon Grunberg in einer niederländischen Zeitungs-“Fussnote”: “2012 besuchte ich einen Schriftsteller in St. Louis. Er war Dozent an der dortigen Universität, wohnte in einem angenehmen Apartment und ass in hervorragenden Restaurants.   Am

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Olympiade in Tromsø

Gleich geht’s los!   “Gleich” bedeutet: heute abend ist (falls es jemand interessiert) die Eröffnungsfeier, und ab morgen wird Schach gespielt. Die Runden beginnen morgen (Samstag 2.8.) um 15:00, dann jeweils um 14:00, und die elfte und letzte Runde ist Dienstag 12.8. ab 11:00. Einiges ist bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt: die definitive Brettreihenfolge müssen die Teams erst heute bis 19:00 verraten, und bei jeder Olympiade weiss man erst zu Beginn der ersten Runde (oder teilweise noch später), wieviele Teams tatsächlich mitmachen und wieviele wegen Visa- oder anderen Problemen doch nicht erscheinen. Letzteres betrifft aber eher nicht die Teams aus

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