Fabiano Caruana hat das Sparkassen Chess-Meeting 2012 gewonnen. Der 19-jährige Italiener besiegte in der letzten Runde Mateusz Bartel und erreichte 6,0 Punkte aus neun Runden. Auf die gleiche Punktzahl kommt Sergey Karjakin nach seinem Sieg gegen Jan Gustafsson, weist am Ende aber die schlechtere Wertung auf.

In der 9. Runde kamen die Zuschauer im Schauspielhaus Dortmund voll auf ihre Kosten. An allen Brettern wurde hart gekämpft, denn theoretisch hatten gleich sechs Spieler die Möglichkeit das Turnier zu gewinnen.

Fabiano Caruana war der erste Sieger des Tages. Sein Gegner Mateusz Bartel wählte eine interessante Variante gegen die Grünfeld-Indische-Verteidigung, die er aber offensichtlich nicht weit genug analysiert hat. Es reichte ein Fehler, und der Italiener nutzte seinen Vorteil sicher aus.

Einen ähnlichen Verlauf nahm die Partie zwischen Sergey Karjakin und Jan Gustafsson. Der Deutsche erlaubte sich im Mittelspiel einen Fehler, wonach der weiße Angriff laut dem Russen durchschlagend war.

Wladimir Kramnik ging in der 9. Runde volles Risiko. Er wandte gegen Georg Meier ein dubioses Bauernopfer an. Meier reagierte korrekt, verbrauchte aber viel Zeit, die ihm am Ende fehlte, um sich korrekt zu verteidigen.

Ruslan Ponomariov besaß vor der letzten Runde von den Führenden die beste Wertung. Mit einem Sieg gegen Daniel Fridman hätte das den Turniersieg bedeutet. "Pono" gab alles. Im Mittelspiel opferte er für einen starken Freibauern die Qualität, aber am Ende reicht es nur zu einem Remis.

Arkadij Naiditsch und Peter Leko spielten die letzte Partie des Tages. Beide hätten mit einem Sieg Caruana eingeholt, Naiditsch wegen der besseren Wertung gegenüber dem Italiener sogar überholt. Nach einer hochklassigen Partie nutze der Ungar einen Weg zum Dauerschach, da er sonst auf Verlust gestanden hätte. 

 

Im Anschluss an das Turnier fand im Rathaus Dortmund die Siegerehrung des diesjährigen Sparkassen Chess-Meetings statt.

Der Veranstaltungsleister, Gerd Kolbe, ehrte dieTeilnehmer, die sich für ein Gruppenfoto zusammen mit Sponsoren und Verantwortlichen präsentierten.

Der Sieger des Turniers, Fabiano Caruana, musste für die Fotografen natürlich auch solo posieren.

Das Helmut-Kohls-Turnier wurde eine sichere Beute von Andrey Orlov. Der nominell favorisierte Russe gewann mit 7,0 Punkten vor Hagen Poetsch und Ilja Zaragatski, die jeweils 5,5 Punkte erzielten. Im Bild ehrt der Namensgeber den glücklichen Gewinner.

Abschließen wollen wir die Berichterstattung – am Montag folgt noch die Bilanz des Veranstaltungsleiters – mit den Stimmen der Teilnehmer des Sparkassen Chess-Meetings: Weiterlesen

Das 40. Sparkassen Chess-Meeting war ein großer Erfolg und eines Turnierjubiläums würdig! Dortmund ist und bleibt mit dieser Veranstaltung absolute Weltklasse!“

Zu dieser Einschätzung kommt Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe mit seinem  Rückblick auf die ereignisreichen Veranstaltungstage mit ihren signifikanten Höhepunkten.

Rund 3.600 Schachfreunde haben vor Ort das Geschehen hautnah verfolgt. Das war eine erfreuliche Steigerung den letzten Turnieren gegenüber. Noch eindrucksvoller aber ist, dass weltweit täglich mehr als 40.000 „Internet-Kiebitze“ in Dortmund „live“ dabei waren. Damit hat sich das Sparkassen Chess-Meeting ein großes internationales Publikum erobert.

Das lag sicher auch daran, dass in Kooperation mit dem Deutschen Schachbund ein zehnköpfiges Klassefeld geboten wurde, das alle Erwartungen erfüllte. Die Partien waren ausgekämpft und teilweise von unerhörter Spannung. Großmeister, die bis zu acht Stunden am Brett sitzen und auf höchstem Niveau miteinander um den Sieg streiten – so präsentierte sich das Sparkassen Chess-Meeting 2012. Weiterlesen

Fabiano CaruanaDas Sparkassen Chess-Meeting verläuft so ausgeglichen, wie seit Jahren nicht mehr. Vor der letzten Runde liegen gleich fünf Spieler mit 5,0 Punkten in Front, so dass die letzte Runde große Spannung verspricht.

In der 8. Runde gewann Fabiano Caruana gegen Wladimir Kramnik. Der 19-jährige Italiener setzte sich in einer Spanischen Partie durch, obwohl ihn der Ex-Weltmeister in der Eröffnung mit einem neuen Zug überraschte. „Vor der Runde dachte ich, dass dieser Plan nicht funktioniert, weil Weiß das Zentrum erhält“, äußerte sich Caruana nach der Partie und fügte hinzu: „Danach habe ich eigentlich nur logische Züge gespielt. Nachdem Kramnik meine Figuren in sein Lager eindringen ließ, stehe ich auf Gewinn.“

Caruana gehört zu den Spielern mit 5,0 Punkten genau wie Peter Leko. Der 32-jährige Ungar besiegte Mateusz Bartel. Der Pole wiederholte die Variante der Französischen Verteidigung, die Caruana in der 4. Runde gegen Leko angewandt hatte. Der Ungar sah sich gezwungen, neue Wege zu gehen. „Ich musste der Vorbereitung meines Gegners ausweichen und wählte einen anderen Plan als gegen Caruana. Mein Gegner erlaubte sich zu viele Ungenauigkeiten, so dass ich sicher gewann“, fasst Leko das Geschehen zusammen. Weiterlesen

In der 7. Runde des Sparkassen Chess-Meetings gab es zwar fünf Punkteteilungen, aber es wurde in allen Partien hart gekämpft. Am längsten dauerte die Begegnung zwischen Wladimir Kramnik und Peter Leko. Sie lieferten sich eine Kampf auf Biegen und Brechen, der über sieben Stunden dauerte.

Arkadij Naiditsch und Ruslan Ponomariov einigten sich als erste auf ein Remis. In einer Spanischen Partie konnte sich keiner der Spieler einen Vorteil erarbeiten. Nach dem Damentausch im 17. Zug bahnte sich ein Unentschieden an, das nach 42 Zügen beschlossen wurde.

Das Duell zwischen Georg Meier und Jan Gustafsson endete ebenfalls friedlich. In einer bekannten Variante der Caro-Kann-Verteidigung entstand ein ausgeglichenes Turmendspiel. Meier versuchte seinen Gegner vor Problemen zu stellen, doch Gustafsson hielt jederzeit das Gleichgewicht. „Mit dieser Variante habe ich nicht gerechnet. Weiß hat zwar einen kleinen Vorteil, doch wenn Schwarz keinen Fehler begeht, kann man nicht gewinnen“, gab Meier im Anschluss an.

Auch im Kampf zwischen den Youngstern Sergey Karjakin und Fabiano Caruana gab es keinen Sieger. Der 22-jährige Russse erarbeitete sich in einer Sizilianischen Partie die bessere Bauernstruktur, doch sein drei Jahre jüngerer Kontrahent besaß durch seine aktiven Läufer jederzeit Gegenspiel, das nach 38 Zügen zum Remis führte. Weiterlesen

Arkadij Naiditsch war bei der 6. Runde des Sparkassen Chess-Meetings der Mann des Tages. Der 26-jährige Dortmunder bezwang Jan Gustafsson und schloss zur Spitze des Feldes auf.

Im Duell der Nationalmannschafts-Kollegen wählte Naiditsch die Königs-Indische-Verteidigung. Nach dem Damentausch im 21. Zug erhielt er dank seines Läuferpaars einen leichten Vorteil im Endspiel. Die Partie endete unerwartet schnell, denn Gustafsson übersah vier Züge später eine taktische Wendung, wonach er einen Turm für einen Läufer hätte geben müssen, und gab entnervt auf.

Für eine große Überraschung sorgte Mateusz Bartel. Der Pole besiegte mit den schwarzen Steinen Ruslan Ponomariov. In einer Spanischen Partie neigte sich die Waagschale erst im Endspiel zu Gunsten Bartels, als er entscheidend einen Bauern gewann und diesen Vorteil sicher verwertete.

Einen interessanten Schlagabtausch lieferten sich Peter Leko und Sergey Karjakin. Der 32-jährige Ungar sah sich im Vorteil, als er in einer Katalanischen Partie einen fantastischen neuen Zug auspackte. Zu seinem Verwundern hatte sein Gegner diesen Zug zu Hause schon analysiert. Leko opferte eine Figur und drohte den gesamten Damenflügel des Schwarzen zu kassieren. Karjakin verteidigte sich aber präzise und lenkte in ein ausgeglichenes Endspiel ein, das nach 33 Zügen mit Dauerschach endete. „Bei jedem anderen Gegner hätte ich die Partie im Handumdrehen gewonnen, doch Karjakin hat heute gezeigt, dass er ein Weltklassespieler ist“, fasste Leko das Geschehen zusammen. Weiterlesen

WlSergey Karjakinadimir Kramnik, Ruslan Ponomariov und Sergey Karjakin liegen beim Sparkassen Chess-Meeting nach fünf Runden mit 3,5 Punkten in Front. Die Verfolgergruppe bilden Peter Leko, Fabiano Caruana und Arkadij Naiditsch mit 3,0 Punkten. Der Großteil der deutschen Spieler musste bislang Lehrgeld zahlen.

Das Spitzenduell der 5. Runde zwischen Wladimir Kramnik und Ruslan Ponomariov endete unentschieden. Der 27-jährige Ukrainer wählte mit den schwarzen Steinen das Angenommene Damengambit und fand im 11. Zug eine starke Neuerung. Kramnik vermied in der Folge jegliche Komplikationen und ließ den Tausch aller Leichtfiguren zu. Es entstand ein ausgeglichenes Schwerfiguren-Endspiel. Beide Spieler agierten fehlerlos, so dass das Remis nach 37 Zügen folgerichtig war. „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, denn ich war mit der Variante nicht so vertraut und musste am Brett gute Züge finden“, meinte Ponomariov nach der Partie.

Sergey Karjakin schloss durch einen Sieg gegen Daniel Fridman zur Spitze auf. Der Deutsche ließ sich auf eine weit analysierte Variante der Caro-Kann-Verteidigung ein, in der Karjakin bekanntermaßen ein Experte ist. Fridmans Vorhaben sollte sich rächen, denn der 22-jährige Russe setzte seinem Gegner im Mittelspiel einen feinen neuen Zug vor. Nur zwei Züge später beging Fridman den entscheidenden Fehler. „Hiernach stehe ich deutlich besser. Ich musste nur noch einige präzise Züge finden. und danach gewinne ich forciert die Qualität“, zeigte sich Karjakin im Anschluss überzeugt von seiner Strategie. Weiterlesen

Am vierten Tag des Sparkassen Chess-Meetings endeten alle Partien mit einem Unentschieden. Die größte Chance auf einen Sieg verpasste Peter Leko gegen Fabiano Caruana, während in den restlichen Peer SteinbrückPartien das Gleichgewicht nicht gestört wurde.

 Die vierte Runde eröffnete Peer Steinbrück. Der ehemalige Ministerpräsident von NRW und jetziges Mitglied des Bundestages ist ein großer Schachfan und das merkte man ihm an. Er scherzte mit den Spielern und sorgte auf der Bühne des Schauspielhauses für beste Stimmung. Danach herrschte aber Ruhe. Vielleicht zu viel Ruhe, denn alle Partien endeten remis.

Jan Gustafsson und Mateusz Bartel folgten bis zum 20. Zug der 6. WM-Partie zwischen Boris Gelfand und Viswanathan Anand und beendeten ihre Version fast genauso schnell. Der Hamburger haderte hinterher mit seiner Unentschlossenheit: „Ich hätte dem Damentausch aus dem Weg gehen sollen. Mich verließ aber der Mut und nach den beiden Niederlagen in den letzten Runden wollte ich solide spielen.“

Ähnlich solide gingen Daniel Fridman und Georg Meier zu Werke. In einer Nimzo-Indischen Partie wurden nach und nach die Figuren getauscht, so dass die Spieler nach 32 Zügen das Remis beschlossen.

Spannender verlief die Begegnung zwischen Arkadij Naiditsch und Wladimir Kramnik. Der 37-jährige Ex-Weltmeister wählte auf den Doppelschritt des e-Bauern die Russische Verteidigung. Es kam eine zweischneidige Variante auf das Brett. Kramnik verzichtete auf die Rochade und ging gegen den Königsflügel des Deutschen vor. Naiditsch fand genaue Züge, um die Partie im Gleichgewicht zu halten. Das Remis entstand zwangsläufig durch eine Zugwiederholung. Weiterlesen

Sonst sind die Großmeister, die sich derzeit beim Sparkassen Chess-Meeting 2012 messen, voll konzentriert. Sie bereiten Schach-Partien vor oder nach und schmieden an der Strategie für die nächsten Begegnungen. Am Mittwoch ist Pause. Der erste und einzige spielfreie Tag des Chess-Meetings. An diesem Tag kann man die Meister mal fern ab der Bretter sehen und erleben. Dabei kann man sich gleich noch ein Autogramm ergattern. Im Kundenzentrum der Sparkasse Dortmund, Freistuhl 2, findet am Mittwoch, 18. Juli 2012, ab 15 Uhr, eine Autogrammstunde statt, an der alle Großmeister teilnehmen:

Wladimir Kramnik (Russland)

Sergey Karjakin (Russland)

Ruslan Ponomariov (Ukraine)

Peter Leko (Ungarn)

Mateusz Bartel (Polen)

Fabiano Caruana (Italien)

Arkadij Naiditsch (Deutschland)

Georg Meier (Deutschland)

Jan Gustafsson (Deutschland)

Daniel Fridman (Deutschland)

Im Rahmen der Autogrammstunde verlost die Sparkasse Dortmund zudem tolle Preise. Hauptgewinn: ein ipod touch. Weitere Preise: ipod shuffles sowie BVB-Meister-Bücher. Außerdem wird im Rahmen der Autogrammstunde Dagobert Kohlmeyer, Deutschlands bekannter Schachreporter, sein neues Buch „Schach kurios“ präsentieren.

Am dritten Tag des Sparkassen Chess-Meetings sahen die Zuschauer ausgekämpfte Partien und gleich vier Sieger. Wladimir Kramnik und Ruslan Ponomariov übernahmen nach einem Drittel des Turniers die Ruslan PonomariovFührung im Klassement.

Wladimir Kramnik besiegte Mateusz Bartel. In einer ruhigen englischen Partie übernahm der Ex-Weltmeister durch gezielte Vorstöße im Zentrum die Initiative und eroberte einen Bauern. Im technischen Teil des Kampfes ließ der 37-jährige Russe keine Zweifel aufkommen. Kramnik bildete einen entfernten Freibauern auf der a-Linie, der Bartel nach 50 Zügen zur Aufgabe zwang.

Ruslan Ponomariov gelang gegen Georg Meier ein schöner Angriffssieg. Gegen den Doppelschritt des d-Bauern wählte der Ukrainer die slawische Verteidigung. Er ging gegen den Königsflügel des Deutschen mit taktischen Manövern vor und öffnete dort die Stellung. Meier kam in Zeitnot und fand nicht die richtige Verteidigung. Am Ende opferte Ponomariov die Qualität und kurz vor dem Matt gab der Deutsche auf.

Fabiano Caruana kam zu seinem ersten Sieg in Dortmund. Gegen Daniel Fridman gelang ihm eine feine positionelle Leistung. Der 19-jährige Italiener erspielte sich dank seines Läuferpaars Vorteile im Endspiel. Er eroberte Fridmans h-Bauern und setzte danach seinen eigenen in Gang. Dieser war auf dem Weg zur Umwandlung in eine Dame nicht aufzuhalten, so dass der deutsche Spieler nach 50 Zügen aufgab.

Peter Leko feierte ebenfalls seinen ersten Sieg beim diesjährigen Sparkassen Chess-Meeting. Sein Gegner, Jan Gustafsson, beging in einer Spanischen Partie mit einem unbedachten Läuferzug nach g4 schon in der Eröffnung einen strategischen Fehler. „Das darf man nicht spielen. Ich erhalte das Zentrum und stehe deutlich besser“, äußerte sich der Ungar nach der Partie. Leko ließ seinem Gegner danach keine Chance. Mit feinen Manövern bildete er letztendlich einen Freibauern auf der a-Linie, wonach der Hamburger sich geschlagen gab.

Sergey Karjakin und Arkadij Naiditsch trennten sich remis. Auf die spanische Eröffnung wählte der 26-jährige Dortmunder die Berliner Verteidigung, in der schnell die Damen getauscht werden. Die Spieler folgten einer weit analysierten Variante, an deren Ende ein ausgeglichenes Endspiel entsteht. Karjakin besaß dank der besseren Leichtfigur einen leichten Vorteil, der aber nicht zum Gewinn ausreichte.

Am Montag, dem 16. Juli, findet die vierte Runde des Sparkassen Chess-Meetings 2012 statt. Jan Gustafsson trifft auf Mateusz Bartel, Ruslan Ponomariov auf Sergey Karjakin und Arkadij Naiditsch auf Wladimir Kramnik. Die Paarungen werden komplettiert durch die Duelle Daniel Fridman gegen Georg Meier und Peter Leko gegen Fabiano Caruana. Die Partien beginnen um 15 Uhr. Spielort ist das Schauspielhaus Dortmund.

 

Text und Fotos: Georgios Souleidis

 

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