Sparkassen-Chessmeeting 2013

26. Juli bis 4. August

Ein Wochenende in Dortmund – Aus der Sicht eines Zuschauers

Anreise am Freitag, den 2.08.2013, gegen 14:00 erreichen wir das Hotel, finden einen Parkplatz und checken ein. Wie jedes Jahr erfahren wir einen freundlichen Empfang, haben ein angenehm, komfortables Zimmer im Spielerhotel Drees, nicht weit vom Schauspielhaus.
Mit der U-Bahn fahren wir zum Stadtgarten und sind nach kurzem Fußweg im Schauspielhaus. Freundliche Begrüßung und erst mal rauf ins „Studio“ (Pressebereich), den Pressezugang abholen. Nun haben wir alles: Legitimation, Kamera und alle Spannung, die zu solch einem Turnier gehört.
Meine Assistentin leistet hervorragende Arbeit und schlägt sich wacker mit dem Equipment herum, während ich auf der Bühne auf die „ganz Großen“ warte. … mehr

Bericht und Fotos: Rainer Ise

Interview mit Khenkin und Meier

Gewinner des Dortmunder Schach Festivals ist der englische Großmeister Michael Adams, der sich gegen Rekordsieger Wladimir Kramnik durchsetzen konnte. Herzlichen Glückwunsch, Michael!
DeepChess!!! lässt in dem 15 minütigen Film, den 8. Spieltag Revue passieren und bat die deutschen Nationalspieler Khenkin und Meier vor die Kamera. Beide gaben bereitwillig Auskunft und ließen ein wenig in sich hineinblicken, wie sie selbst eine Partie erleben und wie eine generelle Vorbereitung aussieht. Dank des spielstarken Andreas Hecker beinhalten die Interviews auch einige Stellungsanalysen, die von den Großmeistern kommentiert werden. Viel Spaß !

 

Sieger des Sparkassen Chess-Meetings in Dortmund wurde am Sonntag der Engländer Michael Adams. Der 41-jährige Großmeister erzielte 7,0 Punkte aus neun Partien und verwies Wladimir Kramnik (Russland), der 6,5 Punkte holte, auf den zweiten Platz. In der Schlussrunde trennten Adams und Kramnik sich bereits nach knapp zwei Stunden remis, der Seriensieger von Dortmund fand mit Schwarz kein Mittel, um den Engländer zu bezwingen.

Adams, der als einziger Teilnehmer des Zehnerfeldes unbesiegt blieb, bezeichnete seinen Sieg als den größten Turniererfolg seiner Karriere. „Ein solches Ergebnis habe ich nicht erwartet. Beim Schach kann man vorher nie sagen, was passiert. Dass alles so gut klappte, freut mich natürlich sehr.“

Wladimir Kramnik, der am Wochenende alles versucht hatte, Adams noch einzuholen, lobte den Gewinner: „Michael Adams hat den Sieg völlig verdient. Er ist ein sehr starker Spieler. Nicht umsonst gehört er seit zwei Jahrzehnten zu den besten Großmeistern der Welt.“

Nach dem Spitzenduo ist eine größere Lücke in der Abschlusstabelle. Mit je 4,5 Punkten belegten Peter Leko (Ungarn) und Deutschlands Nr. 1 Arkadij Naiditsch die nächsten Plätze. Naiditsch besiegte zuletzt seinen Teamkollegen Igor Khenkin. Die deutschen Nationalspieler nutzten das Turnier zur Vorbereitung auf die Mannschafts-EM, die im Herbst in Warschau stattfindet. Die DSB-Auswahl ist dort Titelverteidiger.

Der Vorjahressieger von Dortmund, Fabiano Caruana aus Italien, sowie der Chinese Wang Hao blieben unter ihrer Form und landeten in der unteren Tabellenhälfte. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt Dortmunds neuem Schachkönig Michael Adams und den anderen Stars nicht. Am kommenden Freitag reist der Engländer wie Wladimir Kramnik, Peter Leko und Wang Hao bereits zum Schach-Weltcup ins norwegische Tromsø.

Text: Dagobert Kohlmeyer    Foto: Ralf Schreiber

Bilanz des Veranstaltungsleiters Gerd Kolbe

 

Das 41. Turnier des Sparkassen Chess-Meetings brachte großen Sport und war des runden 40. Geburtstags würdig! Dortmund hat einmal mehr ein absolutes Weltklasseturnier „abgeliefert“.

Zu dieser Einschätzung kommt Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe bei seinem Rückblick auf die markanten Höhepunkte der neun sportlich hochwertigen Veranstaltungstage. „Insbesondere vor den zehn Großmeistern, die teilweise bei ungewöhnlich hohen Temperaturen ihre Partien spielten, muss man immer wieder den Hut ziehen“, so Kolbe weiter. „Bei über 30 Grad schachliche Höchstleistungen zu bringen, heißt, an die körperlichen und geistigen Grenzen zu gehen. Wie bereits vor genau zehn Jahren dürfte auch das Turnier 2013 als „Hitzeschlacht von Dortmund“ in die Annalen eingehen“.

Dass trotz der Witterung über 2.700 Schachfreunde „vor Ort“ das Großmeisterturnier im Schauspielhaussowie das Helmut-Kohls-Turnier und die beiden „Open“ im Rathaus hautnah verfolgt haben, ist sehr erfreulich. Ähnlich eindrucksvoll war das weltweite Internet-Interesse an den um eine Viertelstunde zeitversetzten „Live-Übertragungen“. Ein aktuelles Beispiel: Samstag, 3. August, wurden mehr als 113.000 elektronische „Zugriffe“ allein auf der Veranstalter-Homepage registriert. Darin sind die Zahlen der „Zweit- und Dritt-Verwerter“ nicht einmal enthalten. Damit hat sich das Dortmunder Sparkassen Chess-Meeting erneut ein großes weltweites Publikum erobert.

Das lag sicher auch daran, dass in Kooperation mit dem Deutschen Schachbund ein zehnköpfiges Teilnehmerfeld antrat, das alle Erwartungen erfüllte. Die Partien waren teilweise von unerhörter Spannung.

Die beiden Open hatten 217 Teilnehmer, das Helmut-Kohls-Turnier mit seinen zehn Akteuren, 2013 zum ersten Mal im Rathaus ausgetragen, hat sich als zweites Großmeisterturnier erfolgreich etabliert.

Im A-Open wurde ein Spieler wegen Betrugsverdachts ausgeschlossen. Weitere Infos hierzu finden Sie auf sparkassen-chess-meeting.de

Die „Fliegenden Bauern“ von Adolf Winkelmann im U-Turm wiesen auch 2013 wieder eindrucksvoll darauf hin, dass Schach in Dortmund einen besonderen Stellenwert hat.

Für seine Verdienste um das Sparkassen Chess-Meeting erhielt der langjährige Geschäftsführer des Deutschen Schachbundes, Horst Metzing, im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung den „Salomon-Elkan-Preis“, der an den bedeutenden Pionier des Schachsports in Dortmund erinnert.

Die beiden Ausstellungen „Voila Schach“ von Christiane Köhne (Schauspielhaus) und „Magische Schach-Momente aus vier Jahrzehnten“ (Rathaus) fanden zahlreiche interessierte Betrachter.

In den vier Jahrzehnten seines Bestehens hat sich das Sparkassen Chess-Meeting aus kleinen Anfängen bis hin zu einem der beiden wichtigsten Turniere weltweit entwickelt. Mit seiner großen Internet-Resonanz ist es nicht nur sportlich ein Großereignis, sondern besitzt als Imagefaktor für Dortmund und das ganze Land Nordrhein-Westfalen einen unverzichtbaren Stellenwert.

 

Text: Michael Meinders

Vor der Schlussrunde des Sparkassen Chess-Meetings liegt Michael Adams mit 6,5 Punkten weiter allein an der Spitze des Feldes. Mit einem Remis gegen Georg Meier (Deutschland) verteidigte der englische Großmeister am Samstag seine Führung vor Wladimir Kramnik. Doch der Russe ist ihm nach einem hart erkämpften Sieg gegen den Italiener Fabiano Caruana mit 6,0 Punkten dicht auf den Fersen. Die Partie dauerte sieben Stunden. Am Sonntag treffen beide Spitzenreiter nun im direkten Duell aufeinander. Adams genügt ein Remis zum Turniergewinn, behält Kramnik jedoch die Oberhand, kann er seinen 11. Erfolg in Dortmund feiern.

Der Ungar Peter Leko gewann zuletzt gegen Deutschlands Nr. 1 Arkadij Naiditsch seine erste Partie in diesem Turnier und hat jetzt wie Georg Meier mit 4,0 ein ausgeglichenes Punktekonto von 50 Prozent. Mit den weißen Figuren nutzte der Großmeister aus Szeged und dreimalige Gewinner von Dortmund den strategischen Vorteil eines vorgerückten Bauers auf der d-Linie zum Sieg. Nach 34 Zügen gab Naiditsch das Spiel verloren.

Der deutsche Nationalspieler Igor Khenkin feierte gegen den Chinesen Wang Hao in einer lebhaften Partie ebenfalls seinen ersten vollen Punktgewinn. Es war ein Spiel mit vielen taktischen Finessen. Ein starker Freibauer im Zentrum brachte Khenkin den Erfolg. „Schon zwei Runden vorher gegen Caruana musste ich gewinnen, aber er ist mir ins Remis entschlüpft. Umso mehr freue ich mich über meinen heutigen Sieg“, erklärte Khenkin nach der Partie. Die Begegnung zwischen Daniel Fridman und Dmitri Andrejkin endete nach mehr als fünf Stunden Spielzeit remis.

Am vorletzten Spieltag in Dortmund besuchte eine Delegation des Deutschen Schachbundes unter Leitung von Präsident Herbert Bastian das Sparkassen Chess-Meeting. Die neue DSB-Geschäftsführerin Heike Quellmalz, ihr Vorgänger Horst Metzing sowie Sportdirektor Uwe Bönsch verfolgten im Saal des Theaters sowie auf den Monitoren im Pressezentrum mit großem Interesse die laufenden Partien.

Fotos und Text: Dagobert Kohlmeyer

Der Führende des A-Opens im Dortmunder Sparkassen Chess-Meeting, Jens Kotainy, wurde heute während der 8. Runde wegen Betrugsverdachts vom Turnier ausgeschlossen.

Kotainy, der bereits im Vorfeld verschiedener Manipulationen bezichtigt worden war, stand seit Beginn des Dortmunder A-Opens unter besonderer Beobachtung durch die Organisatoren und Schiedsrichter. Im Verlauf der Partien bestätigte sich der Eindruck einer Zuhilfenahme nicht erlaubter technischer Hilfsmittel. Daraufhin wurde er in der vorletzten Runde vom Turnier ausgeschlossen.

Herbert Bastian, Präsident des Deutschen Schachbundes und Schirmherr der Schachtage kündigte in einem Pressegespräch an, in einem formellen Verfahren den Sachverhalt aufzuklären und gegebenenfalls weitere Schritte zu unternehmen.

Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe bedauerte, dass durch diesen Vorfall ein Schatten auf den 40. Geburtstag der Dortmunder Traditionsveranstaltung fällt: „Wir erkennen, dass Schach keine Insel der Glückseligen ist. Dortmund hat es sich von Anfang an auf die Fahnen geschrieben, ein deutliches Zeichen für Sauberkeit und Fairness im Schachsport zu setzen. Diese Devise gilt für alle Turniere im Rahmen des Sparkassen Chess-Meetings. Das sind wir den Spielern, den Besuchern und nicht zuletzt den Sponsoren schuldig.“

Michael Adams (Foto) wieder allein an der Spitze

Zwei Runden vor Abschluss des Sparkassen Chess-Meetings in Dortmund hat der Engländer Michael Adams die alleinige Führung übernommen. Mit Weiß bezwang er am Freitag den deutschen Großmeister Igor Khenkin und hat jetzt als einziger Spieler 6,0 Punkte auf seinem Konto. So ein hervorragendes Ergebnis nach sieben Partien besitzt Seltenheitswert in einem Schachturnier dieser Güte.

Igor Khenkin hatte gegen den Engländer im Mittelspiel ohne Not einen Bauern verloren. Michael Adams verdichtete seinen Stellungsvorteil und brachte den Punkt ganz sicher nach Hause. Im Zug 31. Zug gab Khenkin das Spiel auf. „Die Gegner sind dieses Mal in Dortmund sehr nett zu mir“, war Adams‘ humorvoller Kommentar nach der Partie.

Am Nachbartisch von Michael Adams verlor der hohe Favorit Wladimir Kramnik überraschend gegen seinen russischen Landsmann Dmitri Andrejkin. Er blieb bei 5,0 Punkten stehen und rangiert nun auf dem zweiten Platz. Andrejkin, der Kramnik schon beim Tal Memorial in Moskau besiegt hatte, übte permanent Druck auf die Stellung seines Gegners aus. Kramnik besaß das Läuferpaar, Andrejkin immer mehr Raum. Die Entscheidung brachte schließlich ein starker Freibauer von Weiß auf der d-Linie.

Der Seriensieger von Dortmund muss nun versuchen, Adams an den restlichen beiden Turniertagen wieder einzuholen. Der Spielplan will es so, dass Kramnik und Adams in der Schlussrunde am Sonntag aufeinander treffen. Für genügend Spannung ist also im Dortmunder Schauspielhaus gesorgt. Nur Kramnik kann Adams noch den Sieg streitig machen, die anderen Spieler liegen schon zu weit zurück.

Arkadij Naiditsch verbuchte zuletzt gegen den Chinesen Wang Hao seinen zweiten Sieg. Der Großmeister aus Asien opferte als Weißer viel Material, um einen Mattangriff zu starten, überzog dabei aber seine Stellung. Mit einem Turm weniger auf dem Brett gab Wang schließlich den hoffnungslosen Kampf auf. Die Partien Caruana – Meier und Fridman – Leko endeten nach langem Kampf remis. Arkadij Naiditsch und Georg Meier liegen mit je 3,5 Punkten auf dem geteilten dritten Rang.

 

Foto und Text: Dagobert Kohlmeyer

Beim Sparkassen Chess-Meeting zeigen die etablierten Stars Wladimir Kramnik und Michael Adams auch nach dem Ruhetag weiter ihre Klasse. Der russische Exweltmeister besiegte am Donnerstag mit Weiß Daniel Fridman in einer brillanten Partie, und der Engländer gab mit Schwarz Arkadij Naiditsch das Nachsehen. Beide Spitzenreiter haben jetzt je 5,0 Punkte aus sechs Partien. Zu den Verfolgern klafft bereits eine Lücke von zwei Punkten.

Kramnik lieferte gegen Fridman ein erneutes Beispiel seiner großen Schachkunst. Mit den weißen Figuren bemühte er sich um aktives Spiel, opferte einen Turm gegen einen Läufer und startete einen unwiderstehlichen Angriff. Nach starken Figurenmanövern des Seriensiegers von Dortmund fand der Großmeister aus Bochum keine Verteidigung mehr und gab die Partie im 34. Zug auf.

Adams zeigte gegen Naiditsch wiederum seinen Qualitäten als Konterspieler. Nachdem sich der weiße Läufer von Deutschlands Nr. 1 in der feindlichen Königsstellung verirrt hatte und nicht mehr herausfand, hatte der Engländer seinen nächsten Punkt in der Tasche. Man darf gespannt sein, wie das Kopf-an-Kopf-Rennen von Kramnik und Adams, der beiden erfahrensten Großmeister des Feldes, weitergeht.

Georg Meier und Dmitri Andrejkin beendeten ihre Partie schon nach zwei Stunden im 17. Zug remis. Mit seiner bisherigen Leistung zeigte sich der Großmeister aus Trier zufrieden. Von der Punkteausbeute her liege er im Soll, nur gegen Kramnik habe er wie schon früher seine schlechteste Partie gespielt, erklärte Meier: „Woran das liegt, weiß ich nicht. Ich hoffe aber, dass diese Serie bald einmal zu Ende geht.“ Remis endeten auch die Partien zwischen Peter Leko (Ungarn) und Wang Hao (China) sowie Igor Khenkin und Fabiano Caruana (Italien).

40 Jahre Dortmunder Schachtage sind ein stolzes Jubiläum. Als Dankeschön an das treue Publikum gibt es bei diesem Turnier an jedem Tag ein Gewinnspiel mit Fragen aus der Historie des Sparkassen Chess-Meetings. Zu gewinnen sind täglich drei Preise im Wert von jeweils 40 Euro, die beim Partner EuroChess vor Ort im Schauspielhaus eingelöst werden können. Großes Interesse findet die Foto-Ausstellung „Voilá Schach“ der Dortmunder Künstlerin Christiane Köhne, die im Schauspiel als kultureller Part gezeigt wird. Frau Köhne präsentiert in dieser Exposition ihre Heimatstadt Dortmund aus der Sicht von Schachfiguren.

Text: Dagobert Kohlmeyer

 

Fotomontage: Eine heiße Partie spielte Vladimir Kramnik gegen Daniel Fridman

Halbzeit beim Sparkassen Chess-Meeting. Nach fünf Runden liegen Wladimir Kramnik und Michael Adams mit je 4,0 Punkten weiter gemeinsam in Führung. Der Russe gewann am Dienstag in der Spitzenpaarung gegen den Ungarn Peter Leko, der Engländer besiegte den Chinesen Wang Hao. Die nächsten Verfolger liegen schon 1,5 Punkte zurück.

Kramnik wählte mit Weiß die Englische Eröffnung und zeigte im Partieverlauf seine ganze Klasse. Im Mittelspiel glänzte er mit einem schönen Springeropfer, das Leko aber nicht annehmen konnte. „Ich fand den Zug am Brett und spielte ihn intuitiv, um eine aktive Stellung zu erhalten“, erklärte der Sieger hinterher. „Es war eine Partie mit vielen taktischen Finessen, auch Peter Leko hat starke Züge gemacht. In Zeitnot verlor er dann aber etwas den Spielfaden, so dass ich in Vorteil kam.“

Adams spielte auch mit den weißen Steinen und nutzte ein Versehen seines Gegners Wang Hao zum Punktgewinn. Der Chinese hätte eine Figur verloren und gab deshalb das Spiel sofort auf. Hinterher sagte Adams: „Es war keine Glanzpartie, niemand hatte einen entscheidenden Vorteil, bis Wang Hao dieses Missgeschick passierte.“ Von seinem bisherigen Ergebnis zeigte sich Adams selbst überrascht: „Es geschieht nicht oft, dass man in einem so stark besetzten Turnier in fünf Partien drei Siege erringt. Das ist schon erstaunlich.“ Zu seinen weiteren Aussichten und Ambitionen meinte Adams: „Noch liegen vier Spieltage vor uns, in denen viel passieren kann.“

Wang Haos Auftritt bei diesem Turnier ist wechselhaft und doch bemerkenswert. Obwohl den Chinesen heftige Ohrenschmerzen plagten, kämpfte er seine Partien auf der Bühne des Schauspielhauses aus. Nach der vierten Partie brachte der Fahrdienst des Chess-Meetings Wang Hao ins Städtische Klinikum von Dortmund. Die medizinische Betreuung wirkte, hinterher ging es dem Großmeister wieder besser. Zu seinem ersten Sieg kam der Russe Dmitri Andrejkin, der zuletzt den deutschen Nationalspieler Igor Khenkin bezwang. Nachdem er einen Turm für einen Springer gewonnen hatte, resignierte sein Gegner humorvoll und ließ sich mattsetzen. Die Partien Fridman – Meier und Caruana – Naiditsch endeten remis.

Am Beginn der fünften Runde wurde Fabiano Caruana geehrt, der am Dienstag seinen 21. Geburtstag feierte. Schachkinder aus dem Revier überreichten dem Weltranglisten-Dritten Blumen, und die Dortmunder Künstlerin Christiane Köhne, die während des Chess-Meetings eine bemerkenswerte Ausstellung im Schauspielhaus präsentiert, schenkte ihm ein großes Bild aus ihrer Exposition.

Am Mittwoch ist Ruhetag, die Schachfans können ihre Idole an diesem Tag aber ab 15 Uhr hautnah bei der Autogrammstunde in der Dortmunder Sparkasse (Freistuhl 2-4) erleben.

Foto und Text: Dagobert Kohlmeyer