GM-Turnier

Das Teilnehmerfeld des Großmeisterturniers

Wladimir Kramnik (Russland)

Kein Sparkassen Chess-Meeting ohne Wladimir Kramnik. Der 40-jährige Russe gewann 2011 zum letzten Mal in Dortmund, markierte jedoch mit insgesamt zehn Erfolgen einen Rekord für die Ewigkeit. Der Exweltmeister nimmt mit einer ELO-Zahl von sagenhaften 2801 eine Ausnahmestellung in der Schachwelt ein und muss als Nr. 2 in der aktuellen internationalen Rangliste nur einem gewissen Magnus Carlsen, dem amtierenden Weltmeister, den Vortritt lassen. Beim Turnier in „seinem Revier” startet der mit Lorbeeren reich dekorierte Großmeister immer als einer der Topfavoriten, wird aber inzwischen von der jungen Generation gejagt.

Fabiano Caruana (USA)

Der in den USA geborene Schachstar mit italienischen Wurzeln wurde schon mit 14 Jahren Großmeister. Mit 16 besetzte Fabiano Caruana das erste Brett von Italiens Nationalmannschaft. Seither ging seine Erfolgskurve steil nach oben. Gleich bei seiner Premiere in Dortmund sorgte Fabiano als jüngster Teilnehmer des Chess-Meetings 2012 mit 19 Jahren für einen Paukenschlag, als er die 40. Internationalen Schachtage gewann. Diesen bemerkenswerten Erfolg konnte er 2014 und 2015 wiederholen. Inzwischen spielt Caruana wieder für den USA-Schachverband und liegt mit 2795 ELO auf Platz 3 der Weltrangliste. Er ist neben Kramnik heißester Anwärter auf den Turniersieg in Dortmund.

Maxime Vachier-Lagrave (Frankreich)

Maxime Vachier-Lagrave nimmt zum ersten Mal am Sparkassen Chess-Meeting teil. Der 25-jährige Großmeister ist mit einer ELO-Zahl von 2788 die Nr. 5 der aktuellen Weltrangliste. Vachier-Lagrave ist für seine schnelle Auffassung bekannt und gewann 2015 bei der Blitzweltmeisterschaft in Berlin die Silbermedaille. Mit der Nationalmannschaft errang er dasselbe Edelmetall 2013 bei der Europameisterschaft. Vachier-Lagrave gehört in den nächsten Jahren zu einer Reihe von Akteuren, denen ein Angriff auf Magnus Carlsens Weltmeisterkrone zuzutrauen ist. In Dortmund zählt er zu den Favoriten für den Turniersieg.

Ruslan Ponomarjow (Ukraine)

Zum wiederholten Mal gibt der FIDE-Champion von 2002 in Dortmund seine Visitenkarte ab. 2010 gewann Ruslan Ponomarjow das Sparkassen Chess-Meeting. Bei seiner Premiere bezwang der ukrainische Großmeister den Seriensieger Wladimir Kramnik in einer großartigen Partie. Ponomarjows Vorbild ist der frühere Weltmeister Bobby Fischer, seine Schachtechnik erinnert an den Amerikaner. Äußerlich von schlanker Gestalt, zeigt sich Ponomarjow abseits der Turniersäle als begeisterter Sportler. Seine gute Kondition macht ihm zu einem zähen Kämpfer, der nur sehr schwer zu schlagen ist.

Jewgeni Najer (Russland)

Der 38-jährige Großmeister aus Moskau startet zum ersten Mal beim Sparkassen Chess-Meeting. Die Qualifikation dafür erreichte Jewgeni Najer durch den Sieg beim diesjährigen Aeroflot Open in der russischen Hauptstadt. Er gewann das Turnier vor dem punktgleichen Boris Gelfand (Israel), der schon öfter in Dortmund spielte. Jewgeni Najer erlernte Schach als Fünfjähriger von seinem Vater und machte schon im Jugendalter mit beachtlichen Leistungen auf sich aufmerksam. So siegte er bei der russischen Meisterschaft U20. Den Großmeistertitel trägt Najer seit 1999. Sein bisher größter Erfolg war der Gewinn der Einzel-Europameisterschaft 2015 in Jerusalem.

Leinier Dominguez (Kuba)

Der 32-jährige Großmeister aus der Karibik feiert seine Premiere in Dortmund, mit ihm startet zum ersten Mal ein Spieler aus Lateinamerika beim Sparkassen Chess-Meeting. Leinier Dominguez ist mehrfacher kubanischer Einzelmeister und spielt seit 2000 bei allen Schacholympiaden für sein sportbegeistertes Land. Er gewann verschiedene hochkarätige internationale Turniere, darunter das Capablanca-Memorial in seiner Heimat. Im Herbst 2008 wurde Dominguez Weltmeister im Blitzschach. Er gehört seit mehr als einem Jahrzehnt zur erweiterten Weltspitze und ist immer für eine Überraschung gut.

Liviu-Dieter Nisipeanu (Deutschland)

Liviu-Dieter Nisipeanu startet nach 2015 zum zweiten Mal beim Sparkassen Chess-Meeting. Bei seiner ersten Teilnahme stand „Nisi” kurz vor dem Turniergewinn, bis ihn Supergroßmeister Fabiano Caruana in der letzten Runde stoppte. Der gebürtige Rumäne spielt seit 2014 für den Deutschen Schachbund und ist nach dem Wechsel von Arkadij Naiditsch nach Aserbaidschan die neue Nr. 1. In der Weltrangliste liegt er mit einer ELO-Zahl von 2667 auf Platz 78. Der 39-jährige Großmeister feierte 2005 mit dem Gewinn der Einzel-Europameisterschaft seinen größten Erfolg. Mit seiner Erfahrung und seinem aggressiven Spielstil kann Nisipeanu auch 2016 in Dortmund für Furore sorgen.

Rainer Buhmann (Deutschland)

Für Rainer Buhmann ist es die erste Teilnahme beim Sparkassen Chess-Meeting. Als Nr. 3 der deutschen Rangliste befindet er sich in der Form seines Lebens und klopft mit einer ELO-Zahl von 2645 an die Tür zur den Top 100 der Weltrangliste. Buhmann ist seit 15 Jahren Nationalspieler. 2001 gewann er mit Deutschland Bronze bei der Europameisterschaft und gehörte zum Team, das 2011 Gold bei der EM in Griechenland gewann. Der 35-jährige Großmeister hat zahlreiche Turniererfolge vorzuweisen, doch das mit absoluter Weltklasse besetzte Chess-Meeting ist qualitativ eine Premiere für ihn. Buhmann startet daher in Dortmund als Außenseiter.