Chess960-Weltmeister Aronjan profitiert von Anands seltenem Malheur
von FM Hartmut Metz
Den Zuschauern in der Mainzer Rheingoldhalle stockte der Atem, als die Schachuhr nur noch 4, 3, 2, 1 und dann 0 Sekunden anzeigte. Ausgerechnet den schnellen Brüter aus Indien hatte es erwischt! "Ich habe Anand noch nie durch Zeitüberschreitung verlieren sehen", berichtete Vijay Kumar kopfschüttelnd. Dabei begleitet der in seiner Heimat berühmte Sportfilmer den Weltranglistenersten seit vielen Jahren rund um den Globus. Das Malheur passierte dem Schnelldenker Anand bei den Chess Classic Mainz ausgerechnet im Endspiel um die Chess960-WM. Anschließend konnte der 37-Jährige zwar den 0:1-Rückstand gegen Lewon Aronjan im vierten Duell zum 2:2 ausgleichen, der trickreiche Armenier verteidigte jedoch in der Verlängerung mit einem 1,5:0,5 seinen Titel im Chess960.
Bei dieser Schachart wird die Aufstellung der Figuren vor jeder Partie unter 960 Möglichkeiten ausgelost. Vorteil für die Spieler dabei: Das Memorieren von ellenlangen Eröffnungsvarianten, was zu einer eigenen Wissenschaft wurde, entfällt. Schon ab dem ersten Zug ist Kreativität gefordert. Das kostet wertvolle Bedenkzeit. Der Grund für Anands Zeitüberschreitung war dies jedoch nicht. Der Inder setzte bei seinem Chess960-Debüt Aronjan unter … mehr auf der Seite von Rochade Kuppenheim