21. Äskulap-Turnier 2004

7. bis 10.4. 2004

Großmeister geärgert, aber nicht vom Thron gestoßen

Jurij Zezulkin gewinnt zum vierten Mal das Äskulap-Turnier. Görlitzer Schachnachwuchs beim Apothekenturnier erfolgreich, Daniel Reimann wird sensationell Zweiter. Das XXI. Äskulap ist Geschichte. Von Mittwoch bis Sonnabend (07.-10.04.) kämpften mehr als 200 Spieler in den vier Turnieren, Äskulap, Apotheken-Turnier, Freizeit-Turnier und Äskulap-Junior, um die begehrten Podestplätze.
Und so spannend wie dieses Jahr war es noch nie, denn die ersten fünf Plätze sollten sich nur in den Feinwertungen unterscheiden. Dabei zeigte sich zu Beginn des Äskulap-Turniers ein gewohntes Bild. Die Titelträger zogen vereint ohne Punktverluste an die Tabellenspitze, unter ihnen auch die topgesetzten GM Jurij Zezulkin und Leonid Voloshin. Doch in der vierten Runde probten die schwächeren Spieler den Aufstand. Gleich vier IM konnten dem nicht standhalten und mussten die Waffen strecken. Insbesondere die jugendlichen Schacheleven des SV Rüdersdorf aus Brandenburg werden den Meistern wohl unangenehm in Erinnerung bleiben.
Auch GM Zezulkin, der bis dato mit vier Siegen glänzte, kam gegen FM Mike Stolz aus Magdeburg nicht über ein Unentschieden hinaus. Doch die Titelträger besannen sich wieder auf ihre Fähigkeiten und verdeutlichten in der anschließenden Runde fünf mehr als deutlich ihre Ambitionen auf den ersten Platz. Dieser ging dann am Sonnabend nach sieben kräftezehrenden Runden mit 5,5 Punkten an GM Jurij Zezulkin, der bereits im Vorjahr das Turnier für sich entscheiden konnte. Mit seinem erneuten Triumph zog er mit Andreas Hausschild gleich. Beide haben nun vier Turniersiege auf ihrer Seite. Auf den Plätzen folgen die IM Zbigniew Ksieski und David Lobzhanidze mit ebenfalls 5,5 Punkten.
Ein sensationelles Turnier spielte Günther Jahnel vom SC Hoyerswerda. Er musste sich in den sieben Runden gegen fünf Titelträger zur Wehr setzen, meisterte diese Aufgabe mit nur einer Niederlage bravourös und konnte mit Platz sieben die Phalanx der Meister durchbrechen. Zusätzlich belohnt wurde seine Leistung durch die Erringung einer IM-Titelnorm.
Zweiter beim 2. Apotheken-Turnier wurde überraschend Daniel Reimann vom SV Görlitz. Der erst 13-Jährige, nur an Nummer 26 gesetzt, vollzog einen wahren Triumphzug, bezwang nacheinander topgesetzte Spieler und landete zum Schluss ohne Niederlage sensationell auf Platz zwei. Mit diesem Erfolg steigert er nach inoffizieller Auswertung seine Wertzahl um mehr als 300 Punkte. Ebenfalls zufrieden sein kann Paul Nitsche mit fünf Punkten und einem guten siebenten Platz. Etwas enttäuscht zeigte sich Anett Konetzke. Nach einigen unglücklichen Partieausgängen stand am Ende nur Platz vier zu Buche. Sie alle übertrumpft hat Ralf Rennert vom SV Freital. Der an Nummer eins gesetzte Spieler fand sich auch nach sieben Runden dort wieder.
Zusätzlich zu den beiden Hauptturnieren veranstaltete der SV Görlitz am Karfreitag das Kinderturnier „Äskulap-Junior" sowie das „Freizeit-Turnier" für alle nichtaktiven Spieler. Im Juniorturnier, das mit 32 Kindern wieder auf sehr gute Resonanz gestoßen war, wurde in zwei Altersklassen gespielt, U10 und U14. In der AK U10 gewann Christian Gocht vom SC 1994 Oberland. In der AK U14 setzte sich Rene Pescha vom Löbauer SV durch. Im Freizeit-Turnier konnten 19 Spieler begrüßt werden. Nach hart umkämpften fünf Runden stand auch dort der Sieger fest: Piotr Szumilas aus Polen.
Auch der Oberbürgermeister der Stadt Görlitz ließ es sich nicht nehmen, persönlich zur Siegerehrung zu erscheinen und die Gewinner zu beglückwünschen. Er gratulierte Veranstaltern und Organisatoren rund um Günter Pätzold zu einer wieder einmal gelungenen Veranstaltung.

Thomas Liebs

 

 

 


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