Dortmunder Schachschule zehn Jahre alt:


Helmut-Kohls-Turnier erinnert an langjährigen Förderer   
      
Die Dortmunder Schachschule feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Arkadij Naiditsch, David Barmaidze, Patrick Zelbel – sie alle durchliefen die Talentschmiede. Das in diesem Jahr erstmals ausgetragene Internationale Meisterturnier wird daher Helmut Kohls, dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Dortmund sowie Mitbegründer und Förderer der Dortmunder Schachschule, gewidmet.   
 
Als Arkadij Naiditsch in der dritten Runde des diesjährigen Sparkassen Chess-Meetings den dreifachen Weltmeister Wladimir Kramnik bezwang, hatte das Turnier seine erste faustdicke Überraschung. Die Initiatoren und Träger der jetzt  zehn Jahre alt gewordenen Dortmunder Schachschule dürften in diesem Sieg eine weitere Bestätigung ihrer langjährigen Anstrengungen gesehen haben. Denn das „Dortmunder Modell” der Schachschule wurde mit deren Gründung am 18. Mai 1998 in erster Linie rund um die vier Schach spielenden Geschwister Naiditsch gestrickt. Dabei hatte Arkadij schon in ganz jungen Jahren international aufhorchen lassen. Die Familie kam Mitte der 80er Jahre nach Deutschland, hatte sich in Dortmund aufgrund des erstklassigen Rufs des Sparkassen Chess-Meetings niedergelassen und stieß zu den Schachfreunden Brackel. Die Förderung des Spitzentalents Arkadij erwies sich aber für das Finanzbudget der Brackeler als zu kostspielig, so dass der damalige Brackel-Vorsitzende und Turnierdirektor Jürgen Grastat den Weg
zur Sparkasse Dortmund antrat. Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Helmut Kohls wurde der Gedanke geboren, unter Einbeziehung des Stadtsportbundes und des städtischen Jugendamtes die Dortmunder Schachschule e. V. zu gründen, wobei die Sparkasse die erforderlichen Mittel zusagte. Mit Arkadj Naiditsch, David Baramidze und Patrick Zelbel sind bereits namhafte Akteure aus der Schachschule hervorgegangen. Derzeit werden etwa 30 Schachtalente von drei speziell im Jugendschach qualifizierten Trainern gefördert. „Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Einrichtung außerordentlich gut entwickelt und ist auch aus den Vorstellungen des Deutschen Schachbundes nicht mehr wegzudenken, wie Schachpräsident Prof. Robert von Weizsäcker noch kürzlich unterstrich“, betont Gerd Kolbe, Veranstaltungsleiter des Sparkassen Chess-Meetings.  Die Basis für die Schachschule bildet das Schulschach, an dem mittlerweile in Dortmund rund 2.000 Jungen und Mädchen aktiv teilnehmen. Die Erfolge bei den jährlichen Deutschen Schulschachmeisterschaften durch das Immanuel-Kant-Gymnasium, die Geschwister-Scholl-Gesamtschule oder zuletzt das Mallinckrodt-Gymnasium veranschaulichen die Richtigkeit der Dortmunder Nachwuchsförderung. „Die Besten aus dem Schulschach erfahren dann eine gezielte Förderung durch die Dortmunder Schachschule”, erläutert der Schachschul-Vorsitzende und Turnierdirektor des Sparkassen Chess-Meetings, Stefan Koth. Er freut sich besonders über den Aufstieg des Schachclubs Hansa in die 2. Bundesliga, denn dadurch haben die Talente auch eine Perspektive in einem höherklassig spielenden Dortmunder Schachverein.
Als Arkadij Naiditsch seinen Überraschungscoup über Wladimir Kramnik landete, saßen wenige Meter von ihm entfernt auf der Bühne des Schauspielhauses die beiden Akteure der Spitzenpartie im Rahmen des neu eingeführten „Helmut-Kohls-Turniers“ am Brett. Das neue Format wurde anlässlich des zehnten Geburtstags der Dortmunder Schachschule aus der Taufe gehoben und soll künftig
alljährlich als Teil des Sparkassen Chess-Meetings  ausgetragen werden. Da sich Helmut Kohls sowohl beruflich als auch privat um die Belange der Schachschule außerordentlich verdient gemacht hat, lag es nahe, dieses Internationale Meister-Turnier auch nach ihm zu benennen. 

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