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Ein Erlebnisbericht von Uwe Ritter ( SV Osnabrück 1919 )

 

Ich möchte Ihnen eine einfache Frage stellen. Kennen Sie ACO? Nein, noch nie gehört, nun dann wird´s Zeit dass ich Ihnen davon erzähle ( Hier ein Überblick über Kreta ).

 

Es begann damit, dass mir im Herbst 2012 ein gestandener IM im heimatlichen Schachklub einen Flyer gab, den er gerade eben in den Händen gehalten hatte. Vielleicht ist dies etwas für Dich, sagte er zu mir. Wie das so ist, dachte ich beim Lesen, wieder ein Schachspieler mit der Idee ein Schachtunier im Urlaub zu spielen, diesmal auf Kreta. Wie passend, wo ich doch lieber in die Berge fahre.

 

Auf dem Weg nach Hause, im Zug las ich die Europa-Rochade. Ich nahm mit Freuden zur Kenntnis, dass kürzlich ein Turnier in Dubai stattgefunden hat, welches unter den Teilnehmern großen Anklang gefunden hatte. Eine neue Organisation unter dem Namen Amateurchess-Organisation mit dem Präsidenten Lothar Hirneise hatte dieses Turnier ins Leben gerufen. An einem traumhaft schönen Ort wie ich finde, leider war ich nicht dabei. Warum studiere ich in der Rochade auch immer nur die inländischen Turniere. Überhaupt war ich bezüglich Schach bis dato nur im österreichischen Seefeld, ansonsten ausschließlich in Deutschland unterwegs.

 

Dann fiel mir wieder der Flyer ein, der war übrigens vom gleichen Veranstalter. Ich beschloss am Wochenende mir die Sache etwas genauer anzuschauen. Am Wochenende, Frau und Kinder waren nicht da, nahm ich meinen Laptop und versuchte mehr über das Turnier in Dubai zu erfahren. Ich nahm zur Kenntnis, dass dort einige Weggefährten früherer Jahre vor Ort waren. Gerne hätte ich diese wieder getroffen. Doch die Chance war noch nicht vorbei. Diese hatten sich für das nächste Jahr auch schon wieder angemeldet, ich musste nur meine Frau davon erzählen und vor allem davon überzeugen dass Kreta auch Berge hat.

 

Nach weiteren Recherchen zum Hotel unter hotelcheck.de, sowie nach eingehendem Studium des Preis-Leistungs-Verhältnisses kam ich zum Resultat, ich spreche mit meiner Frau über diesen Urlaubsort. Zu meiner Überraschung fand meine Frau am nächsten Morgen einen Urlaub am Mittelmeer ganz nett, so dass ich mich sehr schnell entschloss diesen Urlaub und den erforderlichen Flug zu buchen.

 

Am Ort im Hotel waren wir neugierig was uns erwarten würde, sind es wirklich 4 Sterne, wie versprochen? Man kennt das Jahr von einem anderen etablierten Veranstalter mit sehr gutem Ruf. 4 Sterne, dafür ist das Hotel mitten im Gewerbegebiet, wie spannend. Hier lag das Meer keine 100 m von Hotel entfernt und der 25m Pool hatte 4 Bahnen plus angrenzendem Nichtschwimmer-Bereich, zudem gab es ein Baby-Becken.

 

Der Weg zum Speise- oder Turniersaal war wie der Empfang beim Kaiser oder König. Große, breite und hohe Gänge, Bilder und Teppiche an der Wand. Mal was anderes als über den Schulhof in das nächste Klassenzimmer, wo Stühle und Tische beim Schachspielen eher hinderlich sind.

 

Der Turniersaal ein Traum. Tischdecken, soweit das Auge reicht. Tassen mit Untertasse und Servierte. Wasserspender mit Gläsern, Kaffee, Plätzchen und festem Kuchen. Eine Top-Verpflegung beim Schachturnier, alles im All-Inclusive-Preis inbegriffen. Keine Gastronomie, die, wie woanders üblich, nebenbei mitverdienen will.

 

Gespielt wurde an geräumigen Zweiertischen. Bei insgesamt 167 Teilnehmern, aus 26 Nationen, in 7 Wertungsgruppen. Der Sieger darf sich ACO-Weltmeister nennen. Ein Marketing-Trick? Ich denke nicht, vielmehr eine längst überfällige Antwort und Reaktion auf die Senioren-Weltmeisterschaft. Amateure unter 60 haben halt auch einen Anspruch. Diese Veranstaltung ist definitiv auch keine Konkurrenz zur FIDE-WM, ebenso wenig wie die WM der Senioren. Die FIDE ist halt in Ihrer Haupttätigkeit eine Organisation für die Top-Spieler. Dies ist zu akzeptieren, von daher ermittelt man den anderen Vishy Anand, Sieben auf einen Streich.

 

Dazu reichlich Rahmenprogramm, sowie Gelegenheit auch auf eigene Rechnung was zu unternehmen.

 

Die Siegerehrung ein Highlight. Mit dem Fototermin am Pool fing es an. Dem Anlass entsprechend gekleidet mussten wir erscheinen, darauf hat man uns schon vor der Anreise hingewiesen. Jeder bekam eine Urkunde, die drei Ersten jeder Gruppe erhielten einen Pokal, den manch ein Profi-Sportler sicherlich gerne hätte. Dazu ein ordentliches Preisgeld, zudem wie bei den olympischen Spielen ein Ausblick auf das nächste Turnier auf Rhodos.

 

In den mittlerweile mehr als 5 Wochen danach, hatte ich bereits genügend Gelegenheit davon zu erzählen. Ich werde immer wieder darauf angesprochen, wie begeisternd ich darüber erzählen kann. Wenn man andere fragt, schon mal was von ACO gehört, bekommt man nur positives zu hören, egal ob Schachhändler, Journalist oder Schachspieler. Überhaupt habe ich auch während des Turniers keinen Spieler gesprochen, der etwas an der Organisation zu kritisieren hatte. Bereits zwei Tage nach Beendigung des Turniers lagen schon über 100 Voranmeldungen für das nächste Jahr vor, wenn das keine Werbung für den Veranstalter ist.

 

Dem Arbeitskollegen wurde gleich am ersten Tag nach der Rückkehr aus dem Urlaub ein Urlaubsverbot für den Termin im Juni 2014 auferlegt und ich kann Ihnen sagen meine Frau und ich sind auch wieder dabei. Für den Fall, dass Sie glauben, mich hätte ein Virus befallen, gebe ich zu bedenken, seit Dubai wird der Virus in die Welt hinausgetragen. Mich hat es halt auf Kreta erwischt und dieser Virus verschont auch Familienangehörige nicht. Für den Fall, dass auch Sie vom Virus befallen werden, ist es gut zu wissen, dass die Organisation einen erfahrenen Krankenpfleger in Ihren Reihen hat.

 

Mein Dank an die Organisatoren, Lothar und Tobias Hirneise sowie Falko Bindrich mit Ihren Helfern und Helferinnen, für eine vorzüglich vorgetragene Idee, die auch Familienangehörige und Nicht-Schachspieler zu begeistern weiß.

 

PS.: Ausschreibung der ACO Amateur-Weltmeisterschaft 2014

 

Vorläufige Teilnehmerliste

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